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Manchmal könnte ich... Doujinshi

Autor:  Norileaf

...mir in den Pöter beißen.

Wieso habe ich irgendwann einfach aufgehört zu zeichnen, das Ganze dann 6 Jahre lang brach liegen lassen und so wertvolle Zeit verschwendet? Früher hätte ich auch definitiv mehr Zeit für dieses Hobby gehabt, aber jetzt habe ich meine 40-Stunden-Woche und bin abends einfach manchmal zu müde für alles. 

Zwar habe ich mich verbessert, seit ich 2014 wieder mit Zeichnen begonnen habe, aber ich bin eigentlich so gut wie nie zufrieden. Dann sehe ich diese ganzen großartigen Zeichner im Netz, bei denen alles so einfach wirkt (aber sicher nicht immer ist), und ich denke, dass ich da nicht ankommen kann. Niemals.
Da verstehe ich schon, warum viele junge Zeichner ans Aufgeben denken, wenn sie sich ständig solcher "Konkurrenz" gegenüber sehen und sich automatisch vergleichen. Es tut schon manchmal ein bisschen weh, mit anzusehen, wie das geringe Feedback auf Animexx eben diesen Leuten die Motivation raubt. Denn gerade die Frischlinge sind es, die Hilfe und Lob brauchen. 

Was hilft mir persönlich nun? Vielleicht zeichne ich eines meiner alten Fanarts noch einmal und schaue, wie meine Fortschritte bisher sind. So kann ich meine Stärken und Schwächen beim Lernen möglicherweise besser einschätzen. 
Falls also jemand ein besonders schlimmes Fanart von mir kennt und es vorschlagen will... nur her damit. ;)

P.S. An dieser Stelle einen großen Dank an meine unermüdlichen Kommentarschreiber. Ihr habt ja gar keine Ahnung, was für eine rare User-schaft ihr seid. <3

 

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Datum: 12.03.2017 23:53
Und entschuldige falls rechtschreibfehler drin sein solltenT~T um die Uhrzeit gehe ich eigentlich immer ins Betti.
„Die Vernunft kann nur reden. Es ist die Liebe, die singt.“
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Datum: 13.03.2017 07:51
Hallo Alekto und vielen Dank für deinen Kommentar. :)

Ich selbst bin auch in einer etwas anderen Generation aufgewachsen. Zu Zeiten von lauten Modems und minutenweiser Abrechnung der Internetgebühren Mitte-Ende der 90er war ich eher ein Foren-Kind. Da konnte man diskutieren, sich mit Leuten auseinandersetzen und die Community war einfach... hm... interaktiver vielleicht?
Heutzutage hat Facebook und Co den Leuten anerzogen, dass man alles erst mal Liken kann und dass das reicht. Bei einem Foto von einem Sektfrühstück mag das ja sein, aber gerade bei kreativen Leistungen (egal wessen) vermisse ich den Dialog.
Du hast sicher Recht, wenn du sagst, dass viele Neuzeichner schnell alles hinwerfen, weil sie nicht wissen, wie es ist, für sich selbst zu zeichnen. Vielleicht ist die allgemeine Kritik-Fähigkeit auch gesunken, aber ebenso auch die Anzahl derer, die bereit sind, Kritik zu geben.

Früher fand ich es cool, mit Freunden zusammen zu hängen und gemeinsam zu zeichnen. Man konnte sich Tipps geben, Ideen austauschen und nichts war wirklich Konkurrenzkampf.
Heutzutage sind im Prinzip alle meiner alten Freunde aus der Manga/Zeichnerszene raus. Ich zeichne an meinem Doujinshi in meinem Tempo und lade neue Seiten erst hoch, wenn ich damit zufrieden bin oder glaube, dass es nicht mehr besser wird. Ratschläge hole ich mir im Zeichnerzirkel. Es macht mir einfach Freude, meine Geschichte zu erzählen und mit anderen zu teilen. Ich wünschte nur, auf Papier wär sie so schön wie in meinem Kopf...

Manchmal tut es mir nur einfach weh, wenn (wirklich gute) Doujinshi mit teilweise inhaltslosen Kommentaren zugepflastert werden, während junge, bemühte Zeichner komplett untergehen. Da klammere ich jetzt mal diejenigen aus, die zu selbstüberzeugt sind und dann 'Amok laufen' (in Bezug auf deine Antwort).
Besonders schön wird es dann noch, wenn sich User über die Zeichenkünste von XY lustig machen, aber keine gescheiten Tipps zum Verbessern liefern.
Wo ist die Dialogbereitschaft geblieben? Wie kann man sich gerade zu Beginn selbst einschätzen, wenn kein anderer da ist, um eine objektive Meinung zu bringen?

Ich finde es ja bewundernswert, wenn man etwas nur für sich selbst machen kann, ohne seine Leistungen mit anderen zu teilen. Nur spielt da auch Erziehung und Sozialisierung eine große Rolle. Von mir haben meine Eltern immer verlangt, dass ich gute Ergebnisse bringe. Wenn ich etwas niemandem zeigen wollte, dann meistens, weil ich mich geschämt habe und mich selbst nicht gut fand. Heutzutage habe ich immerhin den Luxus, meine Sachen zu teilen, mit wem ich möchte.
Nur manchmal ist es eben auch schön, noch hier und da einen Ratschlag oder Stups in die richtige Richtung zu bekommen. Und natürlich auch manchmal Lob, wer mag das nicht? ;P
Wir sind superkalifragilistikextroalegetisch
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Datum: 13.03.2017 17:17
Ich glaube, dass das ein bisschen falsch ankam. ^^"

Mir geht es nicht um die Menge von Kommentaren oder Favos oder was auch immer, sondern darum, dass ich manchmal an mir selbst scheitere. Bzw an meinem blöden Ehrgeiz.
Das Zeichnen macht mir natürlich trotzdem Spaß, nur will ich auch Ergebnisse haben, mit denen ich selbst auch glücklich bin. Es ärgert mich einfach, 6 Jahre "verschwendet" zu haben. Und ich gehöre eben zu den Leuten, die den Neid auf das Können anderer als Antrieb nutzen. Das war schon immer so, auch wenn es mir letztendlich nie ums "Gewinnen" ging. Ist ja in gewisser Weise auch eine Form der Anerkennung für den anderen.

Naja, und ich finde es schade, dass seit damals die Community so anders geworden ist (in meiner Sicht). Früher hatte ich nicht das Gefühl, dass von einem perfekte Bilder/Doujinshi erwartet worden sind. Heutzutage klicke ich mich durch diverse Seiten und sehe, wie sehr frische, potenzielle Talente teilweise kämpfen müssen, um gesehen zu werden.
Das hatte jetzt nichts mit meiner eigenen Unzufriedenheit zu tun, sondern war eher so ein Beigedanke.

Ich glaube, ich muss nur mal meine Zeichner-Midlifecrisis breittreten. :')
Wir sind superkalifragilistikextroalegetisch


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