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gnulia schafft es mit ihrem traditionellen Farbauftrag surrealistische Bilder zu kreieren, die trotz mancher gruseliger Motive ein ruhiges Gesamtbild ergeben. Gedämpfte und aufeinander abgestimmte Farben laden in ihre spezielle und dezente malerische Welt ein.
 

 
 


Animexx: Wie lange zeichnest du schon?
gnulia:
Mein ganzes Leben eigentlich. Bis in die Grundschule hinein habe ich überdurchschnittlich viel gezeichnet, dann aber komplett damit aufgehört. Seit etwa 8 Jahren bin ich aber wieder dabei, diesmal mit echten Ambitionen.
 
   
Animexx: Gab es ein Schlüsselerlebnis, dass dich zum Zeichnen gebracht hat? Wenn ja, welches?
gnulia:

Ja, tatsächlich fühlte ich mich schwer inspiriert, als ich zum Zelda-Spieler wurde :3 Musste aber feststellen, dass meine Zeichenfähigkeit dank fehlender Übung miserabel war und so fing ich wieder an. Zuerst in Richtung Manga, ganz schnell ging das aber über ins allgemeine Zeichnen von Menschen, Gegenständen, Perspektive, Kompsition, Farbe... was man halt so durchläuft als Anfänger.

   
Animexx: Blieb dein Stil konstant, oder hat er sich tiefgehend verändert? Wenn ja, wie?
gnulia:

Ich probiere viel und gerne neue Techniken und Materialien aus, also entwickelt sich das, was ich zu Paier bringe, immer zusammen mit meinem derzeitigen Lieblingsmedium. Seit einer ganzen Weile ist das Aquarell. Es brachte mich dazu, eine Vorliebe für Modellierung mit Farbflächen statt Linien zu entwickeln, die ich momentan auslebe. Früher traute ich mich kaum an Farbe. Andererseits bestimmt für mich der Bildinhalt auch immer die Herangehensweise. Je nach dem, welches Thema dir im Leben gerade wichtig ist, verändert sich oft auch dein Stil. Ist doch ganz normal.

   
Animexx: Auf welche Dinge legst du bei deinen Bildern besonders wert?
gnulia:

Auf die Stimmung. Mir gefallen besonders Bilder, die einen auf den ersten Blick in ihre Welt ziehen, das kann ganz konkret durch Farben und Komposition geschehen, aber oft ist da auch diese unterbewusste Ebene, die man nicht so recht beschreiben kann. Die hat bei mir erstaunlicherweise viel mit Dingen/Bildern zu tun, an die ich mich aus meiner Kindheit erinnnern kann. Ob ein Bild für mich funktioniert, kann ich meistens nicht an bestimmten Eigenschaften festmachen, da springt der Funke eben über, oder nicht. Ich verlasse mich da auf mein Gespür, und wenn es dem Betrachter so ähnlich geht wie mir, dann ist die Mission geglückt :3

   
Animexx: Gibt es Dinge, die dir beim Zeichnen besonders schwer fallen?
gnulia:

Ich muss sagen, dass ich Leute bewundere, die so eine Engelsgeduld bei ihren Arbeiten haben, dass sie sie mit Details vollstopfen oder winzig klein und trotzdem sauber zeichnen können. Ich bin zwar normalerweise ein geduldiger Mensch, aber beim Malen und Zeichnen geht mir das komplett ab. Ich würde gerne länger konzentriert dabei bleiben können, aber ich warte immer ausgesprochen ungeduldig auf das Endergebnis. Andererseits kann eine Vereinfachung und Beschränkung auch ein großer Gewinn sein... ich arbeite daran, aus dieser Not eine Tugend zu machen.

   
Animexx: Mit welchen Medien arbeitest du am liebsten und warum?
gnulia:

Momentan vor allem mit Aquarell, weil es sich ausgesprochen schnell arbeitet und die Ergebnisse mich oft selbst überraschen. Aber ich lerne gerade Buntstifte in einigen Belangen zu schätzen, mag auch deckende Farben wie Acryl ab und zu, wobei mir das Arbeiten damit zu lange dauert. Tinte ist auch eine feine Sache, Bleistifte äußerst nützlich, Drucktechniken faszinierend, genau wie mich das Skulpturenbauen mehr und mehr anspricht... wenn ich jetzt auch noch die Medien aufzähle, die ich nur manchmal aber trotzdem gerne einsetze, haben wir bald einen Künstlerbedarfsladen zusammen.

   
Animexx: Welche Aussagen stecken hinter deinen Motiven?
gnulia:

Oh, ganz verschiedene. Aber fast immer irgendeine. Es gibt Arbeiten von mir (die sich allerdings eher nicht auf Animexx finden), die ganz holzhammermäßig anklagend bis aufklärend sind, ich bin unbeugsamer Tierschützer. Ist wohl auch der Grund, warum ich den Großteil meines Zeichnerlebens mit dem Darstellen von Tierwesen verbringe... Meine freien Arbeiten, die man hier findet, sind da eher ziemlich friedliebender Natur. Mit irgendwas muss sich der Mensch ja entspannen ;) Ich betrachte sie eigentlich durch die Bank weg als Illustrationen zu Geschichten, die bloß noch nicht aufgeschrieben wurden. Einige davon sind in meinem Hinterkopf so konkret, dass ich sie sofort aufschreiben bzw. in ein Bilderbuch umwandeln könnte (ich bin nicht so gut mit Worten). Bei manchen Bildern fallen mir viele mögliche Geschichten ein, und ich hoffe, dass sie den Betrachtern noch andere erzählen. Ich war schon immer ein Geschichtenerfinder und -erzähler, und auf den Film im Kopf kommt es bei einer Illustration ja auch an, denke ich. Es kommt äußerst selten vor, dass eine meiner Arbeiten so ganz inhaltslos ist. Sowas betrachte ich dann mehr als Studie, egal, wie aufwändig sie ist.

   
Animexx: Was inspiriert dich?
gnulia:

Och, eine Menge. Draußen zu sein und sich die Gegend anzuschauen, Tiere zu betrachten, Bücher und Filme, generell die kreative Arbeit anderer Leute natürlich, ab und zu auch mal Musik. Wobei ich sagen muss, dass meine To-Do-Kreativ-Liste so lang ist, dass ich die nächsten 5 bis 10 Jahre zu tun habe, ohne nach Inspiration suchen zu müssen. Ich komme einfach nicht hinterher!

   
Animexx: Ist Zeichnen für dich nur ein Hobby, oder hast/willst du es zum Beruf machen?
gnulia:

Ich arbeite derzeit daran, es zum Beruf zu machen. Mein Kommunikationsdesignstudium ist ein guter Anfang, aber ich weiß ganz sicher, dass ich keinen kreativen Beruf will, bei dem ich am Ende wie ein Zombie nur vor dem Rechner hocke. Sollte es sich für mich nicht ergeben, mindestens den halben Tag analog kreativ zu sein, mache ich lieber ganz was anderes. Handwerken oder Kunsthandwerken ist ne schöne Sache und Mauern macht schließlich auch Spaß ;)

   
Animexx: Welche Art von Kunst magst du noch neben Anime und Manga?
gnulia:

Ich muss zugeben, dass ich seit einer ganzen Weile nicht mehr wirklich zu Hause bin im Manga-Universum. Das empfinde ich in meiner kreativen Arbeit als Erleichterung, andererseits auch schade. Mir entgeht da so einiges an guter Unterhaltung, glaube ich. Andere Lieblings-Kunstrichtungen sind ganz vorne dran natürlich Buchkunst aller Art, inklusive Comics und Kinderbüchern. Außerdem bin ich auch ein Fan von Kunsthandwerk bzw. Gebrauchskunst, eine Tradition, die heutzutage oft Produktdesign heißt und meiner Meinung nach leider nicht mehr so gepflegt wird wie anno dunnemals. Was klassiche Kunstepochen angeht, mag ich vieles von dem, was um die Jahrhundertwende 19./20. Jh. passiert ist. Außerdem einige Elemente aus Mittelalter und Renaissance, kann mich jetzt aber nicht als richtiger Fan derselben bezeichnen.

   
Animexx: Wie lange brauchst du in etwa für ein Bild?
gnulia:

Kommt natürlich auf die Größe an, aber meiner Ungeduld wegen benötige ich meistens nicht länger als 2, maximal 3 Stunden, länger kann ich ohnehin nicht am Stück an einer kreativen Arbeit sitzen. Wenn ich mir mal was größeres vornehme oder mich in ein Motiv verbeiße, geht das über mehrere Tage bis hin zu 8 Stunden insgesamt. Spätestens dann kann ich das Bild aber schon nicht mehr sehen ;)

   
Animexx: Welchen Tip hast du an andere Zeichner, außer Übung natürlich?
gnulia:

Ganz allgemein würde mal sagen, man sollte das kreieren, was einem selbst wirklich gefällt. Sich nicht zu sehr von fiesen Kritikern runterziehen lassen und nicht versuchen, andere Leute auf Teufel komm raus kopieren zu wollen (obwohl das Beginn der Zeichnerkarriere wohl nötig und nützlich ist). Sich seinen zeichnerischen Schwächen stellen, statt nur das zu perfektionieren, was man ohnehin schon beherrscht. Je mehr man am Ende kann, desto vielfältiger kann man arbeiten und überrascht nicht zuletzt sich auch selbst von Zeit zu Zeit. Auf gutgemeinte Kritik hören. Sich ausprobieren in verschiedenen Medien. Sich Gleichgesinnte suchen, sich gegenseitig weiterhelfen, aber vor allem einander immer wieder loben, das ist gut fürs Ego und lässt die Arbeitsmoral nicht absacken.

   
Animexx: Welches ist dein Lieblingsgenre?
gnulia:

Fantasy :3 Aber kein Herr-der-Ringe-High-Fantasy, bitte. Sprechende Tiere. Und Geschichten für Kinder und Jugendliche, die sind so schön geradlinig... außerdem entwickle ich derzeit eine Vorliebe für klassische Kriminalromane.

   
Animexx: Welche Motive/Elemente/Dinge zeichnest du überhaupt nicht gerne?
gnulia:

Sci-Fi. Bäh! Und Technikkram, der funktionieren soll, Autos und so. Gerade Linien à la Architekturzeichnung.

   
Animexx: Welche Farben sind in deinem (imaginären, falls digital) Farbkasten als erstes leer?
gnulia:

Zur Zeit sind das lila, dunkelgrün, gelb und dunkelstes Rot, sowie mein liebstes dunkles grünblau. Wer sich jetzt wundert, warum die Farben so gar nicht so oft vorkommen in meinen Bildern: Aquarellmischen ist eben einfach anders ;)

   
Animexx: An welchen Orten zeichnest du am liebsten?
gnulia:

Am allerkonzentriertesten und längsten kann ich das an meinem geliebten Zeichnetisch zu Hause. Leider ist es aber so, dass ich in den letzten Jahren zu ständigen Umräum- und Ausräummaßnahmen gezwungen war und immer nur sporadisch so arbeiten konnte, wie ich will. Ich träume ja von einem Atelier mit mindestens 4 verschieden genutzten permanenten Arbeitsplätzen, dann hätte ich nicht diesen ständigen Platzmangel, weil ich zu viel auf einmal anpacke. Ansonsten arbeite ich auch mal auf der Couch, im Grünen bei Sonne und Wind oder eben in einer Ecke, die gerade frei ist.

   
Animexx: Gibt es seltsame Angewohnheiten, die du beim Zeichnen hast?
gnulia:

Nach ungefähr 1 Stunde habe ich Flöhe im Hintern und muss aufstehen, um was zu kochen oder zu essen, einen Film zu gucken, ein Regal zusammenzuzimmern oder sonstwas. Meistens verheddere ich mich dann so in den verschiedenen Tätigkeiten, dass ich am Ende des Tages nicht halb so viel geschafft habe, wie ich mir vorgenommen hatte.

   
Animexx: Wenn du aus irgendeinem Grund nicht mehr Zeichnen könntest, was würdest du tun?
gnulia:

Skulpturen bauen, Bücher binden, Animationsfilme drehen, Handwerker werden oder Tierpfleger... die Welt ist groß!

   
Animexx: Wie hilfst du dir aus einem KreaTief heraus?
gnulia:

Ich durchwühle meine zahlreichen alten Ideen- und Skizzenbücher nach unangefangenen Projekten. Beende eins meiner zahlreichen begonnenen, aber unfertigen Projekte. Schaue mir einen guten neuen Film an (bin ein bisschen ein Filmfan geworden). Reiße einen Schuppen ab oder baue ein Gewächshaus im Garten meiner Familie... zu tun gibt's genug. Aber eigentlich bin ich so gut wie nie im KreaTief - wie gesagt, meine To-Do-Liste ist lang.

   
Animexx: Wo siehst du dich in 10 Jahren?
gnulia:

Auf dem Land in einem renovierten Bauernhof und einer kleinen Horde Gnadenhoftiere. Ziehe mein eigenes Gemüse. Mache ab und zu mal ein Kinderbuch, und genieße mein Leben als Millionärengattin :3

   
Animexx: Hängst du deine Bilder in deinem Zimmer/Wohnung aus?
gnulia:

Im Moment hängen dort zwei, normalerweise aber gar keins. Eins erinnert mich an eine Erkenntnis, die ich beim Malen davon bekam, bei dem anderen ist mir absolut rätselhaft, was daran mich so ungewöhnlich stark anspricht. Und solange ich das nicht rausgekriegt habe, bleibt es dort!

   
Animexx: Welche Musik hörst du beim Zeichnen?
gnulia:

Wenn ich mich mehr oder weniger konzentrieren muss, höre ich meistens Soundtracks von Filmen, Serien und Videospielen. Sobald mir das zu langweilig wird, sind Hörbücher oder Hörspiele dran. Wie gut, dass die zur Zeit eine Renaissance erleben!

   
Animexx: Die leidige Frage: Digital oder Analog und warum?
gnulia:

Viel lieber analog! Früher fand ich digitale Kunst ausgesprochen faszinierend, und theoretisch habe ich auch die Ausrüstung dazu. Aber mich nerven die störrische Farbauswahl, die unveränderte Haltung beim Zeichnen, die fehlende Haptik der Materialien und nicht zu letzt die Mauern und Hindernisse, die einem die Maschine so in den Weg stellt (wie Kompatibilität und Druck). Außerdem kann ich digital irgendwie nicht so intuitiv arbeiten. Ein Hoch aufs Papier!

   
Animexx: Nehmen wir an du sitzt auf einer einsamen Insel fest, ob in der Hitze oder Kälte sei dir überlassen, und du hast weder Stift noch Papier, wie lässt du deine Kreativität aus?
gnulia:

Ich bauen Sandburgen oder Schneemänner, beschnitze eine Kokosnuss oder meinen Iglu, entwerfe Scherenschnitte in Palmblättern. Und nach einer Woche mache ich ein Riesenfeuer aus allem, was ich finden kann, in der Hoffnung, dass ein vorbeischipperndes Schiff mich sieht und wieder zurück in die bewohnte Welt bringt. Mal ehrlich, wer schafft schon Kunstwerke, wenn er ans nackte Überleben denken muss? Zivilisation hat schon was.




gnulia präsentiert uns ein außergewöhnliches Bild von ihrem Arbeitsplatz, sowie zwei total niedliche Zeichnungen aus der Kindheit: Enten und ein Kamel!



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