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DVD: Kikis kleiner Lieferservice

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Medium DVD   -  Bei Amazon bestellen
Ursprungsland Japan
Release Januar 2015 (erschienen)
Firma Eurovideo
Preis 9,99 EUR
Sprachen Deutsch, Japanisch
Länge 104 min.
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Beschreibung
Die kleine Hexe Kiki hat ihre Eltern, ihre Mutter, die Hexe Koriki und ihren menschlichen Vater Okino, sehr lieb. Trotzdem muss sie einem alten Hexengesetz folgen und mit 13 Jahren ihr Zuhause verlassen, um an einem fremden Ort ihre Hexenkräfte zu vervollkommnen.
Gemeinsam mit ihrem schwarzen Kater Jiji findet sie in Koriko, einer großen Stadt am Meer, ein neues Zuhause und auch eine Berufung: Bestärkt von Osono, der Besitzerin der ‘Buy Bye Bakery’, beginnt sie mit ihrem Hexenbesen einen Lieferservice der magischen Art zu betreiben. Viele Menschen jedoch begegnen der kleinen Hexe mit Misstrauen, und es fällt ihr schwer, Freunde zu finden.
Als dann noch das Gerücht die Runde macht, Kiki könnte Menschen und Tiere verhexen und mit einem Fluch belegen, will keiner mehr etwas mit ihr zu tun haben. Voller Selbstzweifel verliert Kiki ihre Zauberkräfte und kann nicht mehr fliegen. Wird es der kleinen Hexe gelingen, ihre Kräfte zurückzugewinnen?


Von:  warin
Aktuellste Benutzer-Rezension
08.03.2015 17:01
Eine Realverfilmung von Kiki? Das muss ja schief gehen, so war auch meine erste Reaktion. Um so überraschter war ich, dass es dieses Filmchen so schnell nach Deutschland geschafft hat. Also habe ich mal versucht, mir den Film so unvoreingenommen wie möglich anzusehen. Und um es vorwegzunehmen: Es ist nicht alles schlecht geworden ;-)

Wunderbar gefallen hat mir zum Beispiel Kikis zu Hause: Eine Art fernöstliches Bruchtal mit ganz viel Hängebrücken und Laternen, einfach nur wunderschön und gut in Szene gesetzt. Gefallen hat mir auch Kikis Kleid und die folkloristischen Stickereien an ihrem Besen, da war wirklich jemand mit Liebe zum Detail am Werk, ohne den Anime kopieren zu wollen. Überhaupt versucht man sich von der Ghibli Verfilmung so gut wie möglich abzugrenzen. So trägt die Live Action Kiki ihre Schleife auf dem Rücken und die Handlung spielt nicht in einer fiktiven Mittelmeerstadt, sondern auf der Insel Shōdoshima in der Inlandssee. Auch der Soundtrack, auf den ich besonders gespannt war, wusste zu überzeugen.

An Kiki selbst scheiden sich sicherlich die Geister. Ich finde Fūka Koshiba hat ihre Rolle ganz gut gemacht. Na klar, mit 16 war sie eigentlich schon zu alt für die Rolle und auch was das schauspielerische Talent betrifft ist sie sicher keine Maisie Williams, es reicht aber. Richtig gut gefallen hat mir dagegen Tombo Ryōhei Hirota. Die Erwachsenen neigen alle zum überspielen, sind zu stark geschminkt und tragen für meinen Geschmack zu bunte Kleider, aber da unterscheidet sich der asiatische Geschmack wohl etwas von dem westlichen. Zum Teil fühlte ich mich doch etwas in die Zeit der tschechischen Kinderfilme zurückversetzt. Auch fehlte der Schauspielerin von Osono die Herzlichkeit, die man bei der Bäckerin erwartet.

Woran der Film scheitert, und dass ist für eine japanische, zu dem an den Kinokassen dort wohl sogar äußerst erfolgreiche, Produktion schon ziemlich peinlich, sind die Computereffekte. Egal ob es Jiji, die Flugszenen und -ganz schlimm- die Hippos sind, die CG ist zum fremdschämen. Schade, da hätte der Film mehr verdient. Die Botschaft des Films kommt am Ende ein wenig platt rüber und dass es unbedingt eines Spezialisten und eines gefährlichen Fluges bedarf, um einem Hippo-Baby eine Uhr an den Stummelschwanz zu hängen, darüber sollte man besser auch nicht nachdenken. Gefallen hat mir dagegen die Nebenhandlung mit der Sängerin, die ihre Stimme wieder findet, um Kiki zu unterstützen.

Fazit: Kann man, muss man aber nicht gucken. Wer schöne Bilder von der Inlandssee in einem immer noch unterhaltsamen Film sehen möchte und über Schwächen in der CG hinwegsehen kann, wird hier nicht seine Zeit verschwenden.



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