Zum Inhalt der Seite
  • NETZWERK

Liebe hinter Gittern

RPG
von

.
.
.
.
.
.
.
.
.
.

Seite 1 / 1   Schriftgröße:   [xx]   [xx]   [xx]

Vergangenheit ist Zukunft

"R... eita...?", murmelte Kato schwach, fragend und hoffnungsvoll und hob das Kinn. War da wirklich Reita? Aber was tat dieser hier? Gehörte er zu dieser schrecklichen Bande, die sie ausgelöscht hat? War Reita etwas auf Rache aus? "Rei?"
 

"Ohhh wie rührend. Langsam kriechen wohl die dunklen Erinnerungen in eure so gut wie toten Köpfe. Fühlt ihr den Schmerz, an den ich mich labe? Eure Freunde, sie alle sind Tod! Und ihr werdet auch sterben! Glaubt ihr an Schicksal?", fragte Shi lachend und warf die Haare zurück. Auch der Boss hatte ein Grinsen auf den Lippen, allerdings war er gerade mehr damit beschäftigt, den Blonden zu bändigen.
 

~
 

Reita wehrte sich wie ein Löwe gegen den Boss, der ihn so unerbittlich auf den Boden drückte. Mit äußerster Willensanstrengung gelang es ihm, den Kopf und den Oberkörper so weit anzuheben, dass er einen Blick auf Kato erhaschen konnte... War dieses halbe Skelett wirklich sein ehemaliger Geliebter? Doch das geflüsterte "Rei?" vertrieb auch noch den letzten Zweifel aus ihm und ließ sein Herz schmerzhaft schnell schlagen... Wie sehr musste der Boss ihn hassen, dass er sich soviel.. Mühe machte, um seine Qualen nur noch zu verstärken...?!
 

Reita zitterte und knurrte wütend auf, als er die "poetischen" Worte von Shi hörte.. Er starrte den Weißhaarigen bitterböse an. Er war nicht mehr geknebelt. "Das Schicksal kann mich mal!!", knurrte er böse und riss den Kopf hoch, hustete heiser, doch er war nicht gewillt, den Kopf wieder demütig auf den Boden zu legen. "Ihr seid kranke Schweine! Was geht nur in euch vor, was müsst ihr nur erlebt haben, was müssen euch die Menschen nur angetan haben, dass ihr solch einen Hass in euch spürt?! Es muss viel passieren, um einen Menschen so weit zu treiben, doch eins verspreche ich euch! Ihr werdet mich nicht brechen, ich bin stärker als ihr glaubt und am Ende werde ich triumphieren, denn ICH werde gewinnen!"
 

Bereits leicht schwitzend rammte der Boss dem Gefangenen seinen Fuß in den Rücken, der nicht einmal eine Stunde zuvor noch auf dem OP Tisch gelegen hatte, und drückte ihn wieder zu Boden. Freudig spürte er, was seine 'Überraschung' für einen inneren Kampf in dem Blonden auslöst hatte. Verzweiflung stand auf Reitas Stirn geschrieben, als er sich soweit aufbäumte, um seiner ersten Liebe einen unsicheren Blick zuzuwerfen.

"Wie ich sehe, erfreut dich der Anblick, den ich dir möglich gemacht habe. Ich hoffe, der Anblick wird sich in dein Hirn brennen, solange es noch kann, denn er wird nicht mehr lange leben, das verspreche ich dir.", meinte er an Reita gerichtet und drehte leicht den Kopf, als von Shi ein bitterböses Kommentar kam.

Grinsend verzogen sich seine Mundwinkel nach oben.

Doch Reitas folgende Worte ließ sein Gesicht verdüstern. "Das geht dich gar nichts an!", brüllte er wütend und trat nach dem am Boden Liegenden. "Du solltest dir lieber Sorgen um dich machen, als um deine Peiniger, du dummes Kind!"
 

Dann schalt sich Shi ein, der wieder näher gekommen war, um sich ganz nah und bedrohlich zu Reita hinunterzubeugen und dessen Kehle zwischen seine Finger zu nehmen. "Die Herausforderung nehme ich gerne an. So ein Menschenkind wie du, kann nicht stärker sein als ich. Wir haben dich in der Hand... Ob du willst, oder nicht. Und wenn du noch mehr aus deinem frechen Mund kommt, trenne ich dir die Zunge ab!", knurrte der Silberhaarige und musste wieder an Matsuda denken, der noch immer Bewusstlos in seinem Labor liegen musste. Sofort richtete er sich auf und richtete den Blick auf die Tür, durch die er gekommen war. Sollte er nicht doch mal nachgucken gehen?

Doch seine Aufmerksamkeit wurde wieder nach vorne gelenkt, als der Gefangene, der nun schon seit Tagen an der Wand hing, sich bewegte und somit die Ketten zum Rasseln brachte. Sein rechter Mundwinkel zuckte und schon schlich der Kittelträger zu Kato hinüber. Natürlich ließ er dabei keinesfalls Reita aus den Augen.

Als er neben dem Gefesselten und Blinden stand, hob er die Hand, nahm ein Haar seines wild vom Kopf abstehenden Haares und riss es ihm mit einem mörderischen Blick aus, wodurch Kato überrascht einen abgedämpften Schmerzenslaut von sich gab. "Ich kann das gerne fortsetzen, wenn du danach verlangst.", drohte er Reita dämonisch grinsend und hob erneut die Hand, sah abwartend zu dem Blonden.

"Hast du ihm denn gar nichts zu sagen? So viele Dinge, die bereden werden müssten, können doch nicht ewig unausgesprochen bleiben. Hast du es ihm je gesagt...?", fragte er und ließ seine Hand abwesend über den abgemagerten Oberkörper wandern.
 

//Langsam stiehlt er mir die Show//, dachte der Boss genervt, verfolgte aber interessiert das Geschehen, während er Reita weiterhin auf dem Boden hielt. Vielleicht würde er doch noch etwas von Shi lernen können. Eigentlich wollte er sich dieses Mal beweisen, aber Shi musste wohl in den letzten Jahren mehr Zeit und Opfer gehabt haben, als er es hatte. //Natürlich, was anderes hat er ja nicht. Nur dieses Schloss und seine Spielchen. Da kann ich nicht mithalten.// Vielleicht wäre dann ein klein wenig mehr Unterstützung, als er eigentlich hätte haben wollte, ein gute Sache.
 

"Ich habe deine Freunde an seinem Geburtstag holen lassen, während sie ahnungslos ihre lächerliche Party feierten.", fügte nun der Boss hinzu und grinste hinterhältig.
 

Reita bäumte sich weiter auf, teils vor Schmerz, als der Boss ihm seinen Fuß in den Rücken stieß, teils vor Entsetzen, was sie mit Kato getan hatten und vorhatten zu tun..
 

"Nein!! Nehmt mich! Nicht ihn!!", schrie er vor lauter Verzweiflung. Er wollte die beiden kranken Schweine von Kato ablenken, was hatten sie seinem früheren Geliebten nur angetan.., Er war fassungslos, wollte ihn beschützen, doch wie so oft, er war einfach zu schwach..,
 

Zufrieden bogen sich Shis Mundwinkel nach oben und entblößten einen kurzen Einblick auf seine zugespitzten Zähne, die selbst der Boss überraschte. Dem an der Wand Hängenden noch einen kurzen gelangweilten Blick zuwerfend, stieß er sich von der Wand ab und kam auf Reita zu, um ihn kurzerhand an den Haaren zu sich hochzuziehen. "Boss~? Kann ich ihm jetzt wehtun?", fragte er mit erregter Stimme und warf seine viereckige Sonnenbrille weg, die die ganze Zeit seine Augen verdeckt hatten, nur um dahinter in Katzenartige Augen blicken zu können. Auch war das Weiß vollkommen durch Schwärze beseelt, was ihm einen weiteren Touch von Finsternis und Monströsität verlieh." Gierig musterte er die ängstlichen Züge des Gefangenen. Seine lange Krallenhand hielt er geöffnet um Reitas Kehle, jeden Moment darauf wartend, sie vollends zu schließen. Über seine Schulter hinweg war es dem Blonden möglich, den geschwächten Kato an der Wand hängen zu sehen, welcher plötzlich den Mund öffnete, um Reita ein paar Worte zukommen zu lassen. "Rei... f-flieh...~"
 

Der Weißblonde knurrte auf und sah hinauf zum Boss, der seinen Blick nur kurz erwiderte, um dann mit finsterem Blick auf Kato zuzugehen. "Ich habe eine weitaus bessere Idee. Warum kümmern wir uns nicht erst um den hier. Wenn er sich schon opfern will, sollten wir ihm den Gefallen tun.", meinte der Boss mit einem fiesem Grinsen im Gesicht und schnippte mit den Fingern, wodurch seine Angestellten auf ihn zu kamen und Kato von der Wand nahmen. "Shi, pass auf ihn auf. Ich bereite alles vor.", setzte er noch verkündend hinzu.

Da Shi nicht sofort verstand, was sein alter Kollege nun mit dem anderen Gefangenen vor hatte, stand er auf und zog dabei Reita mit auf die Beine. "Was hast du vor?", setzte er fragend und misstrauisch hinzu, während er die Befreiungsversuche des Blonden im Keim erstickte und ihn in den Schraubstock nahm. Seine freie Hand ließ er wieder an Reitas Hals wandern. Dann beugte er sich zu dessen Ohr vor.

"Versuchst du dich zu befreien, werde ich dir so zusetzen, das du zwischen Tod und Leben schwebst und dir wünschen würdest zu sterben, weil die Schmerzen so unendlich groß sind, das du sie unmöglich auf längere Zeit aushalten könntest...~", drohte er ihm mit zischender Stimme und ließ seinen längsten und am meist zugespitzten Fingernagel zu Reitas Halsschlagader wandern. "Ich kenne keine Skrupel, wie du begriffen haben solltest.", zischte er weiter. "Ich... habe sogar das Fleisch meiner Schwester den Tieren verweigert.", gestand er und leckte sich über die zugespitzten Zahnreihen.
 

Dann richtete sich sein Blick wieder auf das Geschehen. Kato wurde auf dem Boden inmitten des riesigen Gewölbes gekettet und geknebelt. Interessiert verfolgte er, wie durch eine Vorrichtung an einer der Wände eine riesige Kugel direkt von der Gewölbenmitte heruntergelassen wurde. Als ihm aufging, was der Boss vorhaben könnte, hob er anerkennend die Mundwinkel. "Wirklich grauenvolle Idee. Wirklich grauenvoll gut...~", meinte er und ließ den Boss auflachen. "Wenigstens etwas, was ich dir beweisen kann. Ich hab mich nicht verändert. Wie man die Psyche zerstören kann, das konnte ich schon immer besser als du." "Du kennst die Menschen eben besser als mich mein Freund.", musste Shi gestehen, ließ den Blonden in seinen Armen jedoch nicht los, während er gesprochen hatte.
 

Reita ignorierte die Worte Shis, es war auch gut möglich, dass er sie gar nicht mehr richtig wahrnahm... Er starrte nur schockiert auf Kato und die grausige Vorrichtung und als ihm klar wurde, was diese Kerle vorhatten, wurde ihm so übel, dass er würgen musste, doch nichts kam aus seinem abgemergelten Leib, außer bittere Galle... Der Würgereiz ließ seinen Körper zittern und sich noch mehr aufbäumen. Vergebens versuchte er, Kraft zu sammeln und sich loszureißen, zu Kato hinzurennen und ihn zu befreien... Er kam nicht einmal gegen Shis Griff an. Röchelnd versuchte er zu sprechen, doch immer wieder würgte er, keuchte und brach immer wieder in die Knie, kämpfte sich wieder hoch und schließlich drang ein abgrundtief verzweifelter Schrei aus seinem Mund. "KATO!!!"
 

Entgegen seinen Worten bewegte sich der Blonde in seinen Armen und nur knapp entkam er dem tödlichen Schnitt an die Halsschlagader, als Shi rechtzeitig reagiert hatte und die Hand wegzog. Schließlich musste er ihn noch immer am Leben lassen, auch wenn er ihm gedroht hatte. Irgendwann würde er es schon wahr machen. Und nicht nur irgendwann, sondern bald, wie ihm mit Vorfreude auffiel, als die Konstruktion an der Gewölbedecke sich immer weiter hinunter durch die Dunkelheit fraß.

Trotz vorzeitigem Rückzug, zerrte Shi den Gefangenen wieder auf die Beine und fest an seinen Körper, der überraschend stark war. "DU kannst sowieso nichts tun! Warum also nicht gleich aufgeben! So würdest du es uns und besonders dir viel einfacher machen.", merkte der Silberhaarige an und krallte seine langen Nägel in das Fleisch Reitas linken Armes. "Schmerz... Ja, lass sie uns spüren.", bat er mit vor Gier bebender Stimme, hatte seinen Kopf dabei auf Reitas rechter Schulter abgelegt und sah mit vor Aufregung geweiteten Augen hinauf zu der mageren Gestalt am Boden und zu der schweren Stahl- oder Eisenkugel hinauf und zum ersten Mal missfiel es ihm, das es so dunkel in seinem Schloss war. Nur das schwache Mondlicht drang zu ihnen vor und zu ihrem Unglück schoben sich dicke Wolken in immer kürzeren Abständen davor.
 

Knurrend hob er den Kopf. "Halt ein!", bellte er zu dem Boss hinüber und riss Reita an den Haaren zurück, als dieser sich befreien wollte.
 

Der Boss drehte sich verwundert zu Shi um und hob die Brauen. Ein Wink reichte und die Konstruktion blieb, wo sie war und die zwei, die sich gerade noch um jene gekümmert hatten, eilten nun auf Reita zu, um diesen ohne Shi in Schacht zu halten, welcher nun auf den Boss zu schrittt, welcher sich ebenfalls dazu bemühte, sich in Bewegung zu setzen.
 

"Warum soll ich aufhören, Shi? Kneifst du jetzt?!", fragte der Boss verwirrt und verzog die Stirn in Falten.

Doch Shi lachte nur auf. "Nein, ich kneife nie! Nur wäre es doch schade, wenn wir gar nichts von dem Schauspiel sehen können, oder? Lassen wir die beiden ein wenig Nähe spüren und erlösen sie, sobald die Sonne ihre Lichtstrahlen in das Schloss lässt.", schlug der Silberhaarige vor, woraufhin der Boss unzufrieden aufknurrte. "Ungern möchte ich dem zustimmen, aber du magst recht haben. Hast du nicht Lampen da oder Strom?" "Nein, ich verzichte schon seit Jahren auf Strom und die Lampen haben alle ihre Geist aufgegeben. Ich kann es mir nicht erlauben, neugierige Techniker oder Elektriker hierher einzuladen, was du sicherlich verstehen wirst. Und meine Kerzen können niemals das herrliche Bild preisgeben, was uns erwarten wird. Die Schmerzen, der Kummer, das Leid... Nur ein wenig warten und dann können wir uns daran laben.", schwärmte Shi mit einem leicht verträumten Lächeln und leckte sich das Blut von den Nägeln.
 

"Okay, dann warten wir eben...", stimmte der Boss schließlich zu und wies seinen Leuten an, Reita mit Hilfe von Fesseln neben Kato auf dem Boden zu Ketten. Zwischen ihnen immer noch so viel Platz lassend, das sie sich nicht berühren konnten. Außerdem wurden beide so geknebelt, sodass sie einander Nahe sein konnten, aber mehr auch nicht.
 

"Außerdem habe ich noch Hoffnungen, das der Auftragskiller seinen Freund endlich zu mir bringt. Apropos... den hab ich ja ganz vergessen.", merkte der Boss an und nahm sogleich sein Handy zur Hand, um dessen Nummer zu wählen, den zweifelnden Blick Shis missachtend.
 

+~+
 

Nur langsam öffnete sich die Tür des Krankenzimmers, hinter welcher Kru vor nicht einmal einer Stunde verschwunden war, und ein Kopf lugte zwischen Tür und Angel hervor und spähte mit einem nervösen Flattern in der Brust den Gang auf und ab. Erleichtert, aber auch ein wenig enttäuscht, musste Kru feststellen, das kein Hizumi nervös davor auf und ab getigert war und so konnte sich der Schwarzhaarige ganz aus dem Krankenzimmer begeben und sich endlich an die Arbeit machen. Schließlich hatte er dem Boss etwas versprochen, was er um alles in der Welt nicht vergessen wollte zu erledigen.

Und somit verließ Kru ihr Geheimversteck und machte sich auf die Suche nach den Spuren Reitas. Zuerst begab er sich auf den Weg zum Krankenhaus, in dieser er zuletzt gesehen worden war.

Dort angekommen, erklomm er die Feuerleiter und schließlich den schmalen Fenstersims. Zum Glück wiegte er kaum etwas. So konnte er sich auf den zum Glück aus Stein bestehenden Sims recht gut halten. Vorsichtig riskierte er einen Blick in das Krankenzimmer und stellte fest, das der Raum leer war. Mit einem Grinsen auf den Lippen, setzte er sich seine Sonnenbrille auf und zog sich die Kapuze tief ins Gesicht. Dann entnahm er seiner Tasche seinen geliebten Glasschneider, setzte ihn am Glas an und schnitt eine runde Fläche daraus. Als er die Glasfläche entnehmen konnte, verstaute er das Gerät samt Glas in seiner Tasche. Als er dies erledigt hatte, griff er durch das Loch in der Schneibe nach dem Fensteröffner und öffnete es von innen. Dann krabbelte er durch die schmale Fensteröffnung und setzte das Glas nun von der anderen Seite wieder in das Loch der Fensterscheibe und schlich an der Wand entlang zur Kamera, die nur auf das Bett gerichtet war, um sie kurzerhand in den Stand-By Modus zu setzen. Gut, das er sich trotz Unkenntnis an der Technik ein wenig mit Kameras auskannte.

Als er das geschafft hatte, machte er sich daran, nach Spuren zu suchen, die vielleicht unentdeckt geblieben sind. Jedoch war alles in dem Krankenzimmer, vom Boden bis zur Decke klinisch sauber und somit war es Kru unmöglich, auch nur eine Fingerspur oder etwas anderes zu finden. //Verflucht!//, dachte er und schreckte herum, als jemand in das Zimmer eindringen wollte. Schnell versteckte er sich hinter der Tür und wartete ab.

Und zu seinem Glück betrat ein Polizist samt Krankenschwester das Zimmer. Normalerweise würden alle Gangster und Bandenmitglieder, also alle von der Straße, solche Momente verfluchen, das sie Angst hatten, gefangen genommen zu werden, aber dieser Polizist musste neu sein, denn dieser war unvorsichtigt und vergaß das Zimmer vor Eindringlingen zu kontrollieren. //Wie unvorsichtigt die Menschen doch sind.//, dachte Kru und musste sich das höhnische Lachen verkneifen.
 

Dann begann eine uns bekannte Stimme zu sprechen. "Wären Sie bitte so freundlich und würden mir ganz genau schildern, was hier passiert ist? Und vor allem, wie das passieren konnte?", fragte der Polizist Takeda und nahm sein Klemmbrett und einen Stift zur Hand, um sich Notizen zu machen.
 

Kru, der gerade zum Angriff übergehen wollte, erstarrte in seiner Bewegung und lauschte der Unterhaltung neugierig.
 

Und während Takeda sich mir der Krankenschwester unterhielt und zig Fragen stellte, merkte er die ganze Zeit die Anwesenheit Krus nicht hinter seinem Rücken. Zu sehr hatte ihn Reitas Verschwinden aufgebracht und durcheinander geworfen. Fragen über Fragen wirbelten in seinem Kopf herum und warteten auf Antworten. "Gut, ich danke Ihnen. In welchem Zimmer befindet sich der Anwalt Sakito Edokawa?", fragte er zum Schluss noch, denn dort würde er sich sofort hinbegeben wollen, als ein frischer Luftzug ihm am Nacken traf. Er wirbelte herum und sah gerade noch, wie die Tür wieder ins Schloss fiel. Seine Alarmglocken läuteten. Schnell verstaute er das Klemmbrett hinten mit Hilfe seines Gürtels und riss die Tür auf, um auf den Gang zu treten und diesen nach allen Seiten mit dem Blick abzuscannen. Verwundert stellte er fest, das sich niemand auf dem Gang befand außer er.

Die Krankenschwester war ihm nachgeeilt. "Was ist denn passiert, Herr Takeda? Haben sie etwas herausgefunden?", fragte sie naiv, da auch sie nichts mitbekommen hatte. Der Polizist setzte die Mütze ab und strich sich die Haare aus dem Gesicht, ehe er sie wieder aufsetzte. "Wo befindet sich der Kameraraum? Wir hatten höchstwahrscheinlich gerade Besuch im Zimmer. Ich war unvorsichtig.", gestand er mit reuevoller Stimme und nach der anbschließend von der Krankenschwester folgenden Wegbeschreibung hechtete er sofort los, diesen aufzusuchen. Dort müsste sich gerade sein Arbeitskollege befinden und der müsste doch etwas gesehen haben! Warum also, hatte er ihn nicht über den Besuch eines Einbrechers gewarnt oder war ihm zu Hilfe geeilt? Fragen über Fragen, doch auch als er den Kameraraum erreichte, wurden diese nicht weniger, sondern noch um einiges mehr. Die Tür befand sich zu seinem Entsetzen nämlich nicht mehr in seinen dafür vorgesehenen Angeln. Anscheinend hatte jemand die Tür mit Gewalt aufgetreten. //Schlaue Kombination Sherlock.//, dachte Takeda genervt und betrat den Raum. "Nagi?", rief er nach seinem Arbeitskollegen, doch niemand antwortete ihm.

Doch bevor er sich in dem Raum nach diesem umsehen konnte, fiel sein Blick auf das heillose Durcheinander, welches sich auf dem Boden ausgebreitet hatte. Entsetzt öffnete er den Mund, doch kein Wort entkam seinen Lippen. Das waren ihre gesammelten Beweisstücke! Warum lagen diese auf den Boden und wo zum Henker war Nagi abgeblieben?! //Wehe er ist sich was zu Futtern holen gegangen!//, dachte er wütend und suchte den Boden nach allen Beweisstücken ab. //Fehlt etwas?//, fragte er sich und wunderte sich gleich darauf, da der Übeltäter anscheinend nichts hatte mitgehen lassen.

Schnell suchte er alles zusammen und legte sie vorerst auf einem Tisch ab, ehe er diesen umrundete, um den restlichen Raum zu durchsuchen. Entsetzt schlug er sich die Hand auf den Mund, als er seinen Arbeitskollegen Bewusstlos oder Tod an der Wand sitzend vorfand. "Nagi?!", rief er entsetzt und stürmte auf diesen zu. Erleichterung überkam ihm, als er seinen dickleibigen Kollegen atmen hörte. Er war also ,nur' Bewusstlos. "Nagi, wach auf!", wies er ihm an, doch ihm blieb keine Zeit. Ein Einbrecher befand sich noch innerhalb dieses Gebäudes, doch wer weiß wie lange noch. Ein seltsames Geräusch ließ ihn herumwirbeln. Es klang so, als ob das Band einer Kassette sich gerade irgendwo aufleierte.

>Zetto<, kam es nun immer lauter werdend von den Überwachungs- und Videoaufnahmegeräten. "Was zum...?", entkam es Takeda und hielt reflexartig die Arme über den Kopf, als es zu einem Knall kam und eines der Videoabspielgeräte plötzlich zu Rauchen begann. Mit großen Augen näherte er sich vorsichtig diesem Gerät und öffnete die Klappe, in der das Video stecken musste, welches soeben in Rauch aufgegangen war. Rauch kam ihm entgegen und ermöglichte ihm jegliche Sicht auf den Rest des Bandes. Takeda griff nach dem Klemmbrett auf seinem Rücken und wedelte den Rauch beiseite, nur um die letzten Überreste der Beschriftung entziffern zu können, die dort mit roten Lettern geschrieben stand. >Aufnahmen vom Freitag den 13. März<, las er bzw. reimte er sich zusammen, da nur wenige Buchstaben die kleine Explosion überlebt hatten. "Scheiße!", fluchte er und überschlug die Hände auf den Kopf bzw. der Mütze, die deswegen zu Boden fiel. "Das waren die Aufnahmen von Reitas Verschwinden! Wir haben es hier mit einem schlauen Kerlchen zu tun! Nagi, wach auf!", rief er wieder und alarmierte nun die Zentrale von dem Eindringling.
 

Das schlaue Kerlchen, auch genannt Kru, war soeben in den Lüftungsschacht gekrabbelt, durch den wohl die Entführer gekrochen sein mussten, als sie Reita holen wollten und suchte diesen nach allen Seiten mit einer Taschenlampe, welcher er dem fetten Polizist entwendet hatte, ab. Draußen dunkelte es inzwischen. Doch Kru machte dieser Zustand weder Sorgen noch Angst. Er fühlte sich in seinem Element.
 

+~+
 

"Danke für die Decke. Später... werde ich dann auch duschen. Weck mich aber sofort, wenn ihr Neuigkeiten von Reita habt, okay?!", bat er mit fordernder Stimme und sah Hizumi aus großen Augen an. "Wisst ihr denn, wo er sich befinden könnte? Habt ihr überhaupt schon etwas herausgefunden?"
 

"Meine Männer arbeiten daran, Aoi. Wir werden seine Spuren verfolgen und ihn finden." Er rutschte etwas näher und zog Aoi in seine Arme, streichelte den schmalen, dürren Körper beruhigend. "Wir finden ihn.", wiederholte er. Diese großen Augen... Hizumi konnte dem Blick nicht widerstehen... Vorsichtig legte er seine Arme um Aoi, streichelte ihn, und legte seine Lippen sanft auf Aois.
 

~
 

Schon als er die Frage gestellt hatte, schlug sein Herz bereits schneller als zuvor, da die Hoffnung wieder in ihm aufkeimte, das sein Reita doch noch leben könnte. Vielleicht hatten Hizumis Leute bereits eine Spur aufnehmen können!?

Doch nach Hizumis folgenden Worten, zerbrach die Hoffnung erneut und frustriert aufseufzend lehnte sich der Schwarzhaarige zurück. Die ganze Sache war so frustrierend! Er verstand schon, warum er hier war, aber er wollte Reita auch suchen gehen! Doch hielten ihn die Fesseln an Ort und Stelle und auch Hizumi würde es nicht zulassen, das er einfach verschwand und sich dort draußen in der gefährlichen Welt zu Tode ängstigte, da war er sich sicher. Und obwohl er Hizumi kaum kannte, fühlte er sich bei ihm wohl. Er fühlte sich sicher und ja auch ein wenig akzeptiert, so wie er war. Andere hätten ihn schon längst links liegen gelassen. Nicht aber Hizumi... der gerade überraschend näher rückte. Wieder etwas, was Aoi nicht verstehen konnte. "Was...?", gab er überrascht von sich und blickte dem Schwarzhaarigen verwirrt entgegen. Dann wurde er in dessen Arme gezogen und spürte zusätzlich eine fremde Hand auf seinem Rücken, die sich auf und ab bewegte. Aoi riss die Augen auf. "Was tust du da?!", entkam es ihm mit immer schneller werdenden Herzschlag und ängstlichem Unterton in der Stimme. "Ich hab dir gesagt, das ich das nicht mag!", merkte er bitter an und versuchte den anderen von sich zu drücken. Dabei blickte er den Schwarzhaarigen aus großen weit aufgerissenen Augen ängstlich an und zuckte panisch mit dem Kopf zurück, als Hizumi sich ihm weiter näherte. //Nein, nein, nein!!//, dachte Aoi abweisend und versuchte sich verzweifelt aus der Umarmung zu befreien. Blöd war nur, das Hizumi auf der Decke lag, die seine Beine an Ort und Stelle hielten und sich gegen Hizumi zu Wehr zu setzen war Aussichtslos, das wusste Aoi inzwischen. "Hizumi, nein! Lass mi-", wollte der Schwarzhaarige sich erneut zur Wehr setzen, als Hizumi den letzten Abstand überbrückte und ihn küsste. Fassungslos sah er in die Augen seines Gegenübers und verblieb ein paar Sekunden in dieser starren Verfassung. Was tat Hizumi da eigentlich?? Wusste er nicht, was er ihm damit antat?!! //Reita, es tut mir Leid! Ich wollte das nicht!//, dachte Aoi schockiert und versuchte das Fremdküssen zu erklären, doch warum entzog er sich Hizumi nicht einfach? Und als ob Aoi diese Möglichkeit vergessen hatte, löste er sich viel zu spät von Hizumi, um noch weiter zur Wand hin zu fliehen. Doch viel Platz war nicht. Das merkte Aoi, als er mit dem Kopf gegen die Wand aufschlug. Doch kein Schmerzenslaut drang aus seiner zugeschnürten Kehle. Nur seine Augen füllten sich allmählich mit Tränen. "W-warum hast d-du da g-getan?!!", fragte er nach schier endlosen gefühlten Stunden und fühlte sich mal wieder viel zu sehr in die Ecke getrieben.

Wütend funkelte er Hizumi an. "Tu das nie wieder!", bellte er und wischte sich verwirrt über die Lippen, auf denen er noch immer die sanften Lippen des anderen spürte. "Denkst du etwa, du kannst mit mir spielen?! Wenn, dann hat Sakito mich zu der falschen Person gebracht! Lieber würde ich draußen auf der Straße oder in dunklen engen Gassen leben wollen, als meinen Körper für meinen Schutz zu geben!", meinte Aoi mit ernstem Gesichtsausdruck und wischte sich verärgert eine Träne aus dem Gesicht. Doch es blieb nicht bei dieser einzigen Träne. Immer mehr kullerten über Aois leicht geröteten Wangen und immer wieder wischte dieser sie weg, um nicht das Bild des Jammers darstellen zu müssen. Hizumi sollte ihn ernst nehmen!
 

"Aoi!" Hizumi war selbst vor sich erschrocken und rutschte zurück. "Oh... verdammt... Ich... Ich wollte nicht... nein... Es tut mir Leid... Das... war nicht richtig... Ich... Ich hätte das nicht tun dürfen... Bitte... entschuldige... Ich wollte nicht mit dir spielen... ich wollte nicht... Ich wollte dir damit nicht weh tun..." Er setzte sich im Schneidersitz vor Aoi und starrte auf seine Hände. Was hatte er da nur wieder angestellt?
 

Doch der Schwarzhaarige wandte sich ab. Zu verletzt war er durch die üblen Gedanken, die der Kuss in ihm aufbeschworen hatte, das er nur wieder benutzt werden würde und zu schockiert war er von sich selbst, da er sich in Hizumis Armen geborgen und sicher gefühlt hatte. Er kannte den anderen doch gar nicht und doch war er beinahe so weit gewesen, sich völlig gehen zu lassen. Er hatte Hizumi seine Ängste preisgegeben und nun konnte dieser durch seine eigene Dummheit sich diese jederzeit zu Nutze machen. Würde er das denn?! Er wusste es nicht, aber in dieser beschissenen Welt voller Lügen, Verbrechen, Gewalt und Hass befand er alles für möglich. "Geh... geh einfach!", bat er aufgewühlt und schlang die Arme um seinen zitternden Oberkörper. Sollte er ihm glauben schenken, das er nicht mit ihm spielen wollte? Sollte er einem Fremden Vertrauen schenken, nur weil er anders zu ihm war, als andere? "Warum... hast du mich dann geküsst?", wollte er wissen, doch schüttelte gleich darauf den Kopf. "Nein, ich will es nicht wissen! Geh Hizumi! Lass mich alleine!", schrie er verzweifelt und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht, die ihm plötzlich noch viel verzweifelter in die Augen geschossen waren, als ihm der Gedanke in den Kopf schoss, das der andere es vielleicht aus Liebe getan könnte. Würde er sich sonst so liebevoll um ihn kümmern? Ihn umarmen? Ihn, ein minderwertiges, verbrauchtes und gebrochenes Geschöpf, küssen?
 

Hizumi sah ihn sehr schockiert an und schüttelte den Kopf. "Nein, Aoi! Versteh das nicht falsch... Ich will dir nichts Böses tun, wirklich nicht... Es tut mir Leid, dass ich dich geküsst habe... Es war... Es ist einfach mit mir durchgegangen..." Zur Unterstützung seiner Worte setzte er sich weiter weg vor Aoi und sah ihn traurig an. "Es tut mir Leid..", murmelte er nochmal und wunderte sich, warum dieser magere junge Mann in der Lage war, in ihm die tiefsten Gefühle wachzurufen, was bisher sonst niemand geschafft hatte. Die Mauer, die er um sich herum errichtet hatte, schien Risse zu bekommen...
 

Der Gedankenschwall wurde Aoi langsam zu viel. Immer mehr krümmte er sich zu einem kleinen Häufchen Elend zusammen und hatte die fest geketteten Hände an den Kopf gelegt. "V-vergiss den Gedanken... geh...", murmelte der Schwarzhaarige und klappte die Augen zu, wollte nichts mehr von alledem hören, noch wissen, noch sehen.

Er ahnte nichts von Hizumis inneren Konflikten. Sollten diese ihm ja eigentlich herzlich wenig interessieren. Und bevor er aus Erschöpfung einschlief, der Müdigkeit und Abgeschlafftheit nachgab, wünschte er sich plötzlich, Hizumi würde nicht noch weiter von ihm wegrutschen. Im nächsten Moment hätte er sich dafür am liebsten geschlagen, war dieser Gedanke doch völlig irre gewesen, völlig konfus und doch ganz im Gegensatz zu seinen Gefühlen zu Reita, doch stattdessen sackte er nur noch mehr zusammen und schluchzte auf, ehe er schließlich ermüdet eingeschlafen war.
 

Hizumi ging zu ihm und legte ihn angenehm hin, breitete die Decke behutsam über ihn und ließ seine Hand ein paar Sekunden länger auf seiner Schulter ruhen als nötig gewesen wäre... Dann stand er wieder auf und verließ Aois "Gefängnis", achtete darauf, dass alles gut verschlossen war und ging, ohne dem Mörder auch nur einen Blick zu gönnen, wieder nach oben, wo er mies gelaunt unter die Dusche stieg. Das kalte Wasser auf seinem Körper beruhigte ihn wieder etwas. Er konnte warmes Wasser nicht ertragen, er fühlte sich dadurch unwohl und eingeengt. Nach 30 Minuten stieg er aus der Dusche und trocknete sich ab, zog sich frische Sachen an und ging in sein "Arbeitszimmer", um Kru anzurufen. "Kru? Wo steckst du? Ich hoffe, du warst beim Arzt und hast dann etwas über unseren blonden Jungen herausgefunden?" Hizumi verlangte einiges von seinen Männern und er wusste, dass er sich auf Kru verlassen konnte.
 

Gerade verließ Kru die Halle am Hafen, die er nach einer gefühlten Ewigkeit endlich aufgefunden hatte, nachdem er den kaum sichtbaren Spuren der beiden Entführer gefolgt war, als sein Handy plötzlich in seiner hinteren Hosentasche zu vibrieren begann, welches ihn aufschrecken ließ. Gott wie er diese verdammte Technik doch verabscheute! Aber leider war sie von Nöten und da Hizumi ihn darum gebeten hatte, hatte er sich dieser nur mit einem unzufriedenem Grummeln angenommen. Schnell griff er danach und starrte auf das leuchtende Display, als wolle er dem Handy damit sagen, das es sich von allein anstellen soll. Jedoch, und nachdem es ein weiteres Mal ungeduldig klingelte, war immer noch nichts geschehen und Kru seufzte auf. "Billig Ding. Nichts kann es! Nicht mal einen Gegner könnte ich damit ausschalten.", grummelte er und drückte auf die grüne Taste, wie es ihm Hizumi zuvor gezeigt hatte und legte es an sein Ohr, um der Stimme seines Bosses und Freundes zu lauschen.

"Ich befinde mich gerade außerhalb einer Lagerhalle am Hafen im Osten der Stadt. In dieser wurde dieser Junge geschleppt und außerdem habe ich zwei Leichen gefunden, die keine anderen sein können, als die Entführer. Derjenige, der sie getötet hat, war ziemlich dumm. Er hätte ihre Leichen ins Meer werfen müssen, aber anscheinend hatte er es eilig gehabt. Ein Auto hat auf ihn gewartet. Die Spuren sind noch immer gut erkennbar. Ich werde der Spur sogleich folgen und Bericht erstatten, wenn ich etwas gefunden habe. Ruhe dich ruhig etwas aus. Ich werde die Nacht über die Augen offen halten und die Spur verfolgen. Die Nacht ist, wie du weißt, mein Element.", erwiderte Kru auf Hizumis Frage und lief im schnellen Schritt den Spuren nach, hielt sich dabei immer an den Lagerhallen, damit ihm möglicherweise Deckungsschutz gegeben sei, falls Gefahr drohte. "Ist alles okay bei euch? Was ist mit dem Jungen? War er anständig?", setzte er fragend hinzu. Wenn er Hizumi etwas angetan hatte, würde der Junge dafür büßen müssen.
 

Hizumi hörte seinem Freund lächelnd zu, wie er keuchend berichtete. "Das sind gute Neuigkeiten, Kru. Ich wusste, ich kann mich auf dich verlassen. Melde dich, wenn du etwas neues herausfindest. Ja, der Junge ist lammfromm. Er schläft jetzt erstmal. Mach dir keine Sorgen.", fügte er dann noch lächelnd hinzu. "Und pass auf dich auf. Ich werde selbst hinkommen, wenn du weißt, wohin die Spuren führen. Und Kru? Du bist nur Beobachter, hast du verstanden? Du wirst nicht eingreifen, egal, was du auch sehen magst. Ich brauche dich noch."
 

"Zu seinem Glück...", knurrte er und dachte schon, das wäre es von Hizumis Seite, aber die nächsten Worten, ließen ihn genervt aufseufzen. "Du wirst dich auch niemals ändern, oder Hizumi? Spielverderber... Ja, ich halt mich zurück.", versprach er und brachte seinen Unmut durch einen Kick gegen eine herumstehende Mülltonne zum Ausdruck. "Noch etwas?", setzte er anschließend fragend hinzu, da er sich weiter auf seine Arbeit konzentrieren wollte.
 

+~+
 

Nichts von all dem, was Hizumi noch tat, bekam Aoi mit. Doch als plötzlich in greifbarer Nähe etwas zu vibrieren begann und gar nicht mehr den Anschein erwecken wollte, irgendwann einmal zu ersterben, wurde der Schwarzhaarige aus seinem unruhigen Schlaf gerissen, in den er doch eigentlich gerade erst gefallen war! Sich die Schläfen reibend richtete sich Aoi langsam auf und suchte danach blind den Fußboden ab, auf der Suche nach dem Ursprung des Vibrierens. Als er es gefunden hatte, und zu seiner Überraschung war es ein Handy, welches ihm aus dem Schlaf gerissen hatte, überlegte er fieberhaft ranzugehen. Vielleicht war es Sakito? Schließlich hatte er ihn hierher bringen lassen! Vielleicht wusste er etwas über den Aufenthaltsort Reitas! Nun doch neugierig geworden, nahm er das Telefonat an und blieb vorerst stumm.
 

"Endlich! Warum hat das so lange gedauert!? Ich hoffe für dich, das du ihn hast. Ich will ihn neben seinen blonden Freund legen und die beiden leiden sehen, sodass sie sich die Hölle wünschen, da diese viel erträglicher wäre als das richtige Leben. Wann bringst du ihn mir?! Ich will sie Morgen früh erlösen!", verkündete der Boss naiv und hob die Brauen, als Shi nur enttäuscht mit dem Kopf schüttelte. Doch viel Gedanken konnte er sich nicht darüber machen, denn ein lautes Geräusch an seinem Ohr ließ ihn zusammenzucken. Es hatte sich fast so angehört, als ob der Killer sein Handy fallen gelassen hatte. "Hey! Was ist los?!", brüllte er in sein Handy und sah sauer drein, als Shi ihm sein Handy wegnahm und es ausschaltete. "Dein Killer ist Tod, du Dummkopf. Da hilft dir schreien auch nicht weiter."
 

Und das war er tatsächlich, wie Aoi feststellen durfte, da fast neben ihm, ein Mann an der Wand zusammengekrümmt saß und so ziemlich Tod aussah.
 

"R-Rei...", hauchte Aoi fassungslos und war zum wiederholten Male den Tränen nahe, während er sich mit letzter Kraft auf stemmte und versuchte die Ketten um seine Handgelenke aus den Verankerungen in den Wänden zu reißen. Immer verzweifelter schrie er auf, währen seine Tränen ihn blind werden ließen.
 

+~+
 

"Und wer soll es geschafft haben, meinen besten Killer umzubringen?!", fragte der Boss, der Shis Worten keinen Glauben schenken konnte. "Kein Ahnung. Woher soll ich das wissen. Aber selbst ein Killer wäre fähig gewesen dir zu antworten. Demzufolge hast du also nicht mit ihm gesprochen und hast ihm auch noch deine Pläne verraten. Du warst noch nie der Schlauste.", schnaubte der Silberhaarige, wandte sich von dem Kleineren ab und ging auf Reita zu, damit er dessen Fesselung selbst in die Hand nehmen konnte. //Alles muss man selbst machen.//
 

+~+
 

Sein Reita war also noch am Leben! Das war ein gute Neuigkeit, verbunden mit einer Schlechten. In einigen Stunden wäre er es definitiv nicht mehr. Der Boss hielt, was er versprach und das eben war eindeutig der Boss gewesen. Aoi hätte ihn unter Hunderten erkennen können! Er musste doch irgendetwas tun können! Ja... zum Beispiel ihm zur Hilfe eilen! Wieder schrie er auf. //Wer kam auf die blöde Idee, mich an die Wand zu ketten!? Sakito, das wirst du büßen! Ich könnte jetzt schon fast bei ihm sein!//, dachte er und vergaß dabei völlig, das er nicht einmal wusste, wo sich der Blonde befand. Blind machte ihm die Panik, die sein Herz zuschnürte.
 

+~+
 

Reita konnte nur hilflos mit ansehen, wie sie ihn zu Kato brachten und ihn dann neben ihn ketteten... Er konnte sich gegen die Männer nicht wehren... Gerade wollte er auf begehren, da knebelten sie ihn auch schon und mit vor Entsetzen weit aufgerissenen Augen starrte er die schwere Eisenkugel an, die bedrohlich und stumm über ihnen schwebte, bereit, sie jederzeit zu zerquetschen..
 

Langsam drehte er den Kopf und sah in Katos verzweifeltes Gesicht. Es brach ihm das Herz, seinen ehemaligen Geliebten so zu sehen... Und nicht mal berühren konnte er ihn, um ihm wenigstens etwas Trost zu schenken! Wie er so da lag, kamen alle Erinnerungen wieder... Die Zeit an seine Kindheit und Jugend...
 

~Rückblick in Reitas Vergangenheit~
 

Er war gerade mal sechzehn, als er von daheim weglief. Seine Eltern hatten Geld, zu viel Geld, denn das verdirbt oft den Charakter und so kam es, dass der kleine Akira von seinen Eltern meist nur strenge Worte zu hören bekam. Sein Vater schlug ihn oft, anfangs mit der Hand, später dann mit Stöcken oder Gürteln, er fand auch Gefallen daran, den Jungen zu würgen. Niemand kümmerte sich darum, niemand wagte es, sich in die Belange einer reichen Familie einzumischen und eine Schule durfte der Junge nicht besuchen. Er wurde von einem Privatlehrer unterrichtet, die Blutergüsse und Striemen erklärte man diesem so, dass der Kleine eben gerne auf Bäumen herum kletterte und genauso oft herunter fiel. Akira lernte schnell und viel, doch durch das Lernen merkte er auch, dass es noch mehr auf der Welt gab, als Schläge und kalte Kellerräume, in die man ihn einsperrte.
 

Es war ein Novemberabend, als Akira einige wenige Sachen zusammenpackte und das elterliche Anwesen verließ. Er bereute es nicht, zum ersten Mal sagte ihm niemand mehr, was er tun sollte. Zum ersten Mal in seinem Leben war er sein eigener Herr. Wie er so durch die Straßen lief, kam er an ein paar finsteren Typen vorbei und da man dem Jungen seine reiche Herkunft ansah, überfielen diese ihn und ließen ihn mit nichts anderem als seiner zerfetzten Kleidung am Boden liegen...
 

Der junge Akira hatte wieder etwas gelernt. Nämlich das Träume genauso schnell zerplatzen konnten wie Seifenblasen... So seiner Träume und Hoffnungen beraubt, blieb er einfach liegen und schloss die Augen.
 

Es war ein unglaubliches Glück, dass ihn kurze Zeit später eine Gruppe Jugendlicher fand, die meisten in Akiras Alter, manche etwas älter. Der Anführer nahm den durchgefrorenen Jungen, der in der Kälte mittlerweile das Bewusstsein verloren hatte, mit zu sich nach Hause und kümmerte sich um seine Wunden und gab ihm Kleidung und etwas zu essen. So kam es, dass Akira in dem "Abschaum der Straße" erst erfuhr, was Freundschaft war.
 

Akira blieb über Jahre hinweg bei der Straßengang, er war der beste Freund des Anführers. Er lernte schnell sich zu verteidigen, wurde stärker und bald konnten und wollten es die wenigsten mit ihm aufnehmen. Die Gang verdiente sich ihr Geld mit Raub und Überfällen und da in der Gruppe ein sehr großer Zusammenhalt bestand, konnte auch kein Hüter des Gesetzes ihnen habhaft werden, jeder stand für den anderen ein.
 

Aus dem schmächtigen kleinen Jungen war ein starker, schlanker Jugendlicher geworden. Sein Haar färbte er blond und trug es fortan als Iro gestylt und auch seinen Namen änderte er in Reita um. Akira gab es nicht mehr, er war für alle Zeiten tot...
 

+Rückblick in Reitas Vergangenheit Ende+
 

Seit dem unschönen Vorfall im Krankenhaus, von dem sich Uruha durch Beruhigungsmedikamente und dem Schockzustand nur noch wenige Bruchteile merken konnte, war kein Tag vergangen, an dem der Brünette nicht nachfragte. Danach fragte, was passiert war, wie es Reita, Aoi und vor allem wie es Sakito ging. Doch jedes Mal war er auf's neue hingehalten worden. Man sagte ihm jedes Mal wieder, dass man es ihm früh genug sagen würde.
 

Und so auch an diesem Tag. In seinem unschönen Krankenhausaufzug schritt er langsam den relativ leeren Flur entlang. Man hatte ihn vorsichtshalber auf die offene psychosomatische Station B3 verlegt. Es gab wenig Patienten, die sich außerhalb ihrer Zimmer aufhielten. Eigentliche waren es nur 2 davon. Ein älterer Mann, der jeden Tag eine Runde durch die Station machte und sich dabei bei jedem entschuldigte, der ihm über den Weg lief. Und eine junge Frau, die immer ein und denselben Gang entlang lief, die Arme dabei fest um sich geschlungen, um sich ihr Tagebuch an die Brust zu drücken.
 

Uruha war nun schon ein paar Tage hier, da die Ärzte der Ansicht sind, er wäre hier am besten aufgehoben. Für sich selbst hatte Kouyou entschieden, das er so bald wie möglich wieder rauswollte. Er hatte hier drin regelrecht das Gefühl verrückt zu werden und das konnte er sich in dem Moment einfach nicht leisten, denn immerhin musste er sich darum kümmern, Reita zu finden, oder wenigstens dabei helfen. Denn dass das Krankenhauspersonal von diesem Vorfall nichts preisgab, musste bedeuten, das irgendetwas passiert sein müsste. Leise ging der Brünette den Ganz bis zum Schwesternzimmer weiter, vorsichtig darauf bedacht, von keiner der Patrouillierenden gesehen zu werden. Vorsichtig schlich er durch den Schatten in das geöffnete Zimmer. Durch die Abenddämmerung, die sich durch das Fenster schlich, legte sich eine drückende Stimmung über den Raum, die nur durch zwei kleine Tischlampen durchbrochen wurden. Uruha blinzelte durch seine Haarsträhnen hindurch in die Gänge, doch keiner der Schwestern schien in der Nähe zu sein und so schob Kouyou die Tür ein Stück zu.

Er wandte sich dem Raum zu und versuchte sich so schnell wie möglich zu orientieren. Medikamentenschränke, haufenweise Papierstapel, leere Kaffeebecher und flackernde Computerbildschirme. //Wo sind die Patientenakten?!//, fragte sich Uruha und kramte einen der Schränke leise durch. Wenn er die Schwestern nicht mit Bitten und Betteln dazu brachte, mit der Sprache rauszurücken, dann musste er es wohl irgendwie anders schaffen.

"Medikamente... Zimmerverteilung...", murmelte der Brünette vor sich hin und strich sich fahrig eine Haarsträhne aus dem Gesicht. "Irgendwo hier müssen doch... AH, hier...", stieß Uruha leise hervor und entdeckte die Schublade mit Patientenakten. "Mal sehen...", murmelte er sich selbst zu und ging die Namensschildchen in der Reihe nach zügig durch. Aber er fand keinen Namen seiner Freunde. Enttäuscht sank er auf die Knie und steckte die letzte Kartei zurück in die Schublade.

Aber natürlich, er war hier schließlich auf der Station der psychisch Kranken, wie sollte da auch etwas von den anderen sein, die immerhin körperlich verletzt sind. Aber zumindest mit Aois Akte hätte er hier gerechnet. Aber darin wollte er nicht herumschnüffeln, also stand er wieder auf, zog die Schublade so weit wie möglich nach draußen und durchsuchte beim Buchstaben T: "... Takano, Takuro, Takashima... Aha... Takashima Kouyou."

Uruha zog die Mappe aus der Schublade, stieß diese mit der Hüfte leicht an, sodass sie zuschnappte und setzte sich auf den Boden.

Er klappte den oberen Teil der Patientenakte, auf denen nur formale Daten standen zur Seite, überflog ein paar der anderen Dinge und kam schließlich zu dem Vorfall mit den maskierten Männern.

"... Schockzustand... bla bla... Starre... bla bla... das weiß ich doch schon verdammt, ich will wissen, was mit den anderen ist...", fluchte er leise und blätterte ein paar Seiten weiter.

Seufzend las er weiter und hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, als er endlich fündig wurde.

"Durch den Verlust (Entführung) des Mitpatienten Suzuki-san, den besten Freund des Patienten und des nervlichen Zusammenbruchs von Shiroyama-san, wird dem Patienten jeglicher Kontakt zu seinem eigenen Schutz verboten. Weiterhin darf dem Patienten keine Auskunft über das Belangen des Patienten Edokawas gegeben werden. Das alles dient dem Schutz des Patienten und sobald er sich außerhalb des derzeitigen Schockzustandes befindet, wird die Verlegung auf eine andere Station betrachtet.", all das las Uruha mit einer verwirrten und hofflungslosen Miene. "Was soll das heißen 'Verlust'? Wieso verdammt, hat dieser Arzt so eine Sauklaue, das kein Mensch was lesen kann...", grummelnd beugte er sich näher dem Papier zu und versuchte die verschnörkelte Schrift in der Klammer hinter dem Wort Verlust zu entziffern. "Enff... Enthü... Enthng?! Das ergibt doch alles keinen Sinn.", seufzte der Brünette und strich sich die Haare hinters Ohr. Aber Verlust... und Aois Nervenzusammenbruch... Bedeutet das etwa, das...

Doch bevor Uruha weiterdenken konnte, hörte er wie sich die Türe öffnete und so schnell er konnte faltete er die Akte wieder zusammen und wollte sie zurück an ihren Platz stecken, als eine Schwester ihn dabei erwischte. "Was tun sie da Takashima-san?"

"Ich... ähm... also ich wollte nur... Ist Reita Tod?! Ist Suzuki Akira Tod?!!", rief er stattdessen, nachdem ihm nach kurzer Zeit des Stammelns nichts mehr eingefallen war.

Die Schwester nahm ihm hastig die Akte weg, schob diese zurück in den Aktenschrank und verschloss diesen sorgfältig.

"Kommen sie Takashima-san, ich bringe sie auf ihr Zimmer!", sagte sie und schob Uruha aus dem Schwesternbereich.

"Ich will wissen, ob Suzuki Akira tot ist?!! Er ist tot, oder?!! Sonst könnten sie mir doch sagen, das es ihm gut geht!", schrie er sie an und musste sich wirklich beherrschen, sie nicht zu schütteln.

"Es tut mir Leid, aber sie wissen, das ich ihnen darüber keine Auskunft geben darf. Und jetzt gehen sie auf ihr Zimmer!", erwiderte die Schwester und nahm vorsichtig Uruhas Arm. "Kommen sie schon..."

"Nein! Ich will erst wissen was mit Akira und Sakito ist?! Geht es den beiden gut?!"

Anstatt zu antworten, blickte die Schwester nur Hilfesuchend zur einem weiteren Helfer, der Uruha zurück in sein Zimmer brachte.

Erst auf seinem Zimmer ließ der Brünette sich erst wieder beruhigen. "Bitte, ich will doch nur wissen, was mit den anderen ist, sie sind schließlich auch meine Freunde."

"Und wir sind Ärzte und wollen ihnen helfen, also vertrauen sie uns.", antwortete der Pfleger erneut und verließ dann das Zimmer, in dem er die Türe hinter sich schloss.

Uruha trat erstmal gegen den Bettpfosten und ließ sich dann auf der weichen Matratze fallen.

Je länger er darüber nachdachte, umso klarer wurde ihm, das die Ärzte ihm etwas Grundlegendes verheimlichten.
 

Wenn Reita noch am Leben wäre, dann hätten sie ihm doch bestimmt gesagt, wie es ihm geht. Und selbst wenn sein Zustand kritisch wäre, dann wäre Uruha trotzdem wohler dabei, es wenigstens zu wissen. Und ob Sakito an seiner Schussverletzung gestorben war?

Erst jetzt, da er auf dem Bett lag und sein schmaler, ja erneut abgemagerter Körper zur Ruhe kam, spürte er den ganzen Druck, der auf ihn lastete. Der ihn so sehr belastete. Als die erste Träne ihren feuchten Weg die weiche Haut hinab fand, erinnerte sich Uruha daran, wie er die Situation schon einmal erlebt hatte.

Doch damals war alles noch einfacher...
 

~Rückblick in Uruhas Vergangenheit~
 

Es war einer dieser kalten Winternächte und als der junge Brünette auf die Uhr sah, bemerkte er, das es bereits nach 1 Uhr war. Noch immer lag er hier in der Kälte. Das Kalt des Bodens schlich langsam durch die dünnen Klamotten des Jungen und hinterließen ein schauriges, aber kaum wahrnehmbares Gefühl auf des Haut. Es müssen schon Stunden sein, die der Brünette dort lag, aber jegliches Zeitgefühl hatte ihn verlassen.

Nun ja, eigentlich hatte ihn jedes Gefühl verlassen. Abgehauen, aus seinem ,Gefängnis', hatte er alles hinter sich gelassen.

Seit seine Eltern ihn aus Angst und Sorge um die Gesundheit ihres Sohnes, hilflos in die Obhut einer psychiatrischen Anstalt gegeben haben, war Uruha nicht mehr wie vorher.

Zwar war er zu Beginn nur auf einer offenen Station, doch er hatte sich gefühlt, wie in einem Gefängnis.

Ein Gefängnis, in dem er mit seinen Gedanken und Problemen eingesperrt wurde, in denen er ihnen nicht mehr entkommen konnte und hilflos mit ansehen musste, was seine Probleme aus ihm werden ließen.

Je länger er auf dieser Station bleib, umso stärker wurden seine Gefühle. Umso stärker wurde der Hass auf sich selbst, der Hass auf die Menschheit, der Hass auf Krankheiten.

Je länger er drin blieb, umso stärker wurde der Drang sich selbst zu verletzen, umso größer war der Wunsch ausbrechen zu können.

Er schaffte es nicht aufzustehen. Erst spät am Abend konnte er erst aufstehen und eine kleine Mahlzeit zu sich nehmen, die er jedoch kurze Zeit später von sich gab.

Er wusste, er war krank, aber diese Enge und diese vielen kranken Menschen gaben ihm das Gefühl, Irre zu werden.

Lange Zeit hatte er an sich gearbeitet und es ging ihm von Tag zu Tag wieder besser, auch wenn er das Essen immer noch vernachlässigte.

Doch all der Besserung gab es viele Rückschläge in der Familie, was ihn dazu brachte, sich selbst zu verabscheuen. Er war eine Last für seine Familie und eine Last für seine Freunde.

Doch nun lag er hier. Geflohen aus der geschlossenen Psychiatrie, in die er gekommen war, nachdem er sich mit einer Sicherheitsnadel ein Loch durch die Lippe gestochen hatte.

Geflohen aus seinem Gefängnis aus Kameras, Visiten- und Therapiestunden.

In seine Zukunft. Sein Leben, das er ohne seine Eltern weiter leben will.

Denn immerhin hatte er einen Freund.

Einen besten Freund.

Einen, der ihm immer zur Seite stehen wird, der für ihn wie ein Bruder ist.

Und genau dessen Bad nahm er gerade in Beschlag. Er lag auf den kalten Fliesen von Reitas Badezimmer und starrte an die Decke. Er wusste, das es nicht so weitergehen konnte. Er wollte unter gar keinen Umständen zurück in dieses Irrenhaus.

Aber Reita hatte ihm geholfen und so bezwang Uruha seine Essstörungen soweit, das er in einem Lebensfähigen Bereich blieb und auch gut damit zurecht kam.
 

~Rückblick in Uruhas Vergangenheit Ende~
 

Damals war es der Wunsch, schlank zu sein, das Uruha so abgemagert war. Heute war es der Schmerz im Inneren, der ihn davon abhielt, zu essen.

Wie konnte das alles nur passieren...

Reita war... wahrscheinlich Tod und... es war allein Uruhas Schuld. Er war so ein schlechter Freund.

Er hätte in dieser einen Nacht nicht mit diesem Kerl mitgehen dürfen. Er hätte Reita damals nie anrufen dürfen.

Und vor allem hätte er vor wenigen Tagen nicht einfach nur reglos daneben stehen dürfen.

Uruha vergrub sein Gesicht in den Händen und schluchzte leise. Wie konnte er nur Schuld sein, das Reita nun vielleicht Tod war? Und das Sakito und Aoi vielleicht auch nicht mehr lebten?

Ein erneutes Schluchzen ließ Uruhas Körper erzittern. "Das kann doch alles nicht wahr sein...", schluchzte er und raufte sich leicht die Haare. Die Erinnerung an die Zeit, in denen es Uruha so schlecht ging und Reita als sein bester Freund immer für ihn da war, schmerzten tief im Herz des Brünetten.

Die ganzen letzten Monate konnte Uruha nicht für ihn da sein. Er konnte und hatte sich nie dafür revangiert. Und nun hatte er auch nicht mehr die Gelegenheit dazu.

Das er wusste, das was er sagte und dachte nicht richtig war, verdrängte er unbewusst. Er hatte den Punkt erreicht, an dem er nicht mehr konnte. Sein Körper fühlte sich so schwer an, obwohl er wahrscheinlich noch gerade so über der 41Kg Grenze war. Sein Kopf fühlte sich so leer und gleichzeitig so voll an, das er sich an den Haaren zog, nur um irgendwie etwas Luft darin zu bekommen, um einen klaren Gedanken fassen zu können.

Er wollte aufstehen und sich das Wasser vom Tisch nehmen, doch als mit den Füßen auf dem Boden aufkam, knickten seine Knie ein und er sank zu Boden.

Erneut durchzuckte ihn ein Schluchzen und er schlug mit der Hand auf die Bettkante.

"Verdammt!", fluchte er unter Tränen und schüttelte den Kopf. Er schwieg für einen Moment doch es wurde nie still in seinem Raum. Denn immer wieder schnappte er stockend nach Luft.

Als er es geschafft hatte, seine Atmung zu beruhigen und sich zumindest aufzurichten, wischte er sich kurz über die tränenverschmierten Augen. Er hatte wirklich alles verloren. Zumindest fühlte er sich in diesem Moment so verloren wie noch nie. Seine Gedanken waren aussichtslos.

Er kroch auf allen Vieren in das anliegende Badezimmer. Anstatt jedoch das Licht anzumachen, kramte er im Dunkeln nach seiner Tasche oder zumindest nach seiner Jacke.

Doch beides war wie unauffindbar. Schluchzend ließ Uruha sich gegen den Wannenrand sinken und schlug leicht den Kopf dagegen.

Langsam zog sich Uruha hoch und tastete nach dem Lichtschalter, den er kurz später betätigte und das Licht den Raum flutete.

Ach ja, er hatte seine Jacke ja an den Schrank gehängt. Kein Wunder, das er sie nicht finden konnte.

Er seufzte lautlos, kramte in seiner Jackentasche nach seinem Geldbeutel und ging mit diesem in der Hand zurück ins Badezimmer.

Schweigend ließ er sich zurück auf den Boden sinken und lehnte sich zurück an den Rand der Badewanne. Mit leicht zitternden Händen öffnete er den Druckknopf seiner Geldbörse und klappte die Innenseite auf.

Das erste was ihm entgegen fiel, war ein Bild von Reita und ihm selbst. Gefolgt von einer Rasierklinge, die er seit seiner Jugend in seinem Geldbeutel aufbewahrte.

Was sollte er denn noch hier?

Er hatte das Leben von Menschen zerstört und konnte ihnen im Nachhinein nicht einmal helfen. Er war so ein Versager.

Ein Versager, der nur noch lebte, weil andere für ihn litten.

Erneut raufte Uurha sich die Haare und biss sich auf die Unterlippe, um die Tränen vergeblich zurückzuhalten.

Wieso dachte er nur solche Dinge? Wieso konnten ihn diese Gedanken nicht einfach in Ruhe lassen?

Immer wieder ketteteten sich negative Gedanken in seinem Kopf fest, die sich immer enger um seine Sinne zogen.

Der Brünette stand auf und ging zum Waschbecken. Es war trocken, bis auf ein paar vereinzelte Tränen, die sich ihren Weg von Uruhas Wangen hinab gesucht hatten. Er wandte den Blick in den Spiegel. Das was er von sich sah, war nicht mehr er selbst. Eine Hülle, ein Körper, der zerfressen war, von all dem Leid. Er dachte immer, er wäre eine starke Persönlichkeit, der in schweren Zeiten derjenige war, der andere die Schulter zum Anlehnen gab. Doch wie sehr hatte er sich darin getäuscht.

Er war schwach.

Wie länger Uruha den Blick in den Spiegel warf, desto größer wurde der Hass auf sich selbst. Das Spiegelbild, was ihn von dort aus ansah, war zerstört, kaputt und ein Mensch, der es nicht würdig war, weiterzuleben.

Kouyou strich sich vorsichtig über die Wange. Sein Spiegelbild tat es ihm gleich. Er fuhr mit seiner zittrigen Hand weiter über die dennoch weiche Haut über seinen schmalen Hals bis hin zu seinen Schlüsselbeinen, die bei seinem geringen Gewicht bereits ziemlich stark hervortraten. Seine Haut spannte sich über seine Knochen, aber dennoch konnte man seine einstige Schönheit erkennen. Die feinen Züge in seinem Gesicht, waren überschatten von Trauer in seinen Augen.

In seinem Spiegelbild beobachtete er jede einzelne seiner Bewegungen. Es war also wirklich er.

Erneut stiegen ihm Tränen in die Augen und Wut machte sich in ihm breit.

Er ballte die Faust und schlug mit all seiner Kraft, die er noch hatte, in den Spiegel, der in tausend Scherben zerbrach. Der Brünette sank in die Knie, ließ dabei seinen Geldbeutel fallen und begann erneut zu Schluchzen.

Er war es nicht wert am Leben zu bleiben.

Er hatte alles verloren... und es war seine Schuld.

Unter Tränen suchte er fast verzweifelt nach der Rasierklinge, die irgendwo zwischen den Scherben lag. Erst als er sie gefunden und sich dabei leicht in den Finger geschnitten hatte, kroch er in eine Ecke des Bades und versuchte sein Schluchzen zu unterdrücken.

Inzwischen hatte er seinen Verstand irgendwo auf der Strecke liegen gelassen, denn im Moment wollte er nur eines: nicht mehr zu denken.

Als er sich die Klinge tief ins Handgelenk drückte und sie Richtung Ellenbeuge zog, fühlte er, wie die Spannung in ihm nachließ. Als würde sie durch als Blut, das sich über sein Handgelenk ihren Weg bahnte, mit hinaus geschwemmt.

Erneut schluchzte er leise und drückte die Klinge noch ein Stück tiefer. Den Schmerz, der dabei entstand, war für ihn nicht wahrzunehmen. Sein ganzes Denken hatte sich bereits verabschiedet.

Er zog die Klinge bis hinaus zum Ellenbogen. Ein langer tiefer Schnitt zeichnete nun seinen Unterarm. Er beobachtete, wie die rote Flüssigkeit, all seine Vorwürfe mit sich nahm. Bei seinem zweiten Arm gestaltete sich das Ganze schon etwas schwieriger, da er bereits kaum noch Kraft hatte, sich tief genug zu schneiden.

Es dauerte nicht lange und seine Hose hatte sich rot verfärbt. Er ließ die Klinge aus seiner Hand gleiten und neigte den Kopf in den Nacken. Uruha spürte das Pulsieren in seinen Handgelenken, spürte wie das Blut sich seinen Weg nach draußen bahnte und wie seine Kraft langsam seinen Körper verließ.

"... Ich bin so dumm... Verzeih mir Reita...", flüsterte er und schloss müde die Augen.

"... Sakito..."

Er versuchte sich an sein Gesicht zu erinnern. Sein Lächeln, das er ihm immer geschenkt hatte, wenn er versuchte, ihn aufzumuntern.

Er war doch solch ein Idiot.

Uruha versuchte die Augen wieder zu öffnen. Warum versank er immer in solch einem Selbstmitleid?!

Erneut schluchzte er und als er versuchte aufzustehen, fiel er zur Seite in die Scherben.

Den Schnitt, den er sich dadurch an der Wange zuzog, spürte er nicht. Er dachte nur daran, das er solch ein Idiot gewesen war.

Erneut schluchzte er und versuchte den kleinen roten Knopf zu erreichen, um eine Schwester zu rufen. Doch er wurde immer müder und schließlich fielen ihm die Augen zu. Schwärze umfing ihn, doch es wurde warm. Er spürte die Wärme und Geborgenheit um sich, die er bisher kaum kannte.
 

In seinem eigenen Blut, lag er alleine auf den kalten Fliesen ohne Licht und ohne Hoffnung...
 

~+~
 

Ohne Gegenwehr hatte Kato sich von der Wand abmachen und später auf dem Boden festmachen lassen. Er hatte schon längst mit dem Leben abgeschlossen. Doch nicht im entferntesten könnte er sich vorstellen, was der Boss und dieser Verrückte, der seine Freunde durch das Aufsetzen dieser Masken ersticken lassen hatte, damit bezweckte, ihn hier auf dem Boden niederzulegen. Wollten sie etwas seinen Körper? Oder sollte er Reita nun durch seine bloße Anwesenheit, durch seine Nähe noch mehr quälen? Aber wie sollte er ihn quälen? Reita hatte doch sicherlich jemand anderen gefunden, der seine Liebe wenigstens erwiderte. War er doch inzwischen sicherlich über ihn hinweg, oder nicht?! Wenn dies nicht der Fall sein sollte, dann könne er den Plan dieser Mörder verstehen.

Doch das war völlig Absurd!

Er hatte ihm doch damals klar gemacht, was er von seiner Liebe hielt, oder hatte es Reita immer noch nicht verstanden?!
 

Kato ließ den Kopf zur Seite fallen und versuchte rein nach dem Gefühl auszumachen, wo sich der Blonde - war er denn überhaupt noch Blond? - befand.

Seine Augen sahen nichts. Seine Lippen verließ kein Laut. Nur ein rhythmisch stumm gesprochenes Gebet, welches ihm seinen Liebsten und dem himmlischen Tod näher bringen sollte.
 

~Rückblick in Katos Vergangenheit ~
 

Er selbst war gerade 17 geworden, als er sich mit seinen Freunden auf dem Heimweg befand und auf jemanden stießen, der sich später ihr Freund nennen durfte. Scheu hatte er sich an die Hand seines Freundes geklammert und versteckte sich hinter dessen breiten Rücken, während er und zwei andere Jungs den Unbekannten und halb Erfrorenen musterten und die Lage abschätzten. Ängstlich zog er an der Hand Mizukis, der nicht nur sein Freund, sondern auch der Anführer der Straßengang war, die im Viertel Shibuyas die Straßen ihr eigen nannten und hoffte darauf, das sie schnell diesen düsteren Ort verließen. Er war schon immer ein Angsthase gewesen. Ein Angsthase und jemand, dem es nicht gelang, auch nur einer Fliege etwas zu Leide zu tun. Doch wegen dieser Eigenschaften, hatte er erst Mizuki kennengerlenrt, der schnell einen Beschützerinstinkt für ihn entwickelt hatte und schließlich sein Freund wurde.

Doch entgegen seinen Willen, ließ Mizuki nicht von dem Jungen ab, der Bewusstlos am Rande eine dunklen Gasse lag, sondern von ihm, um den anderen vom Boden aufzuheben und ihn zu sich nach Hause zu bringen. Doch so war Mizuki nun mal und gerade das liebte er doch so sehr an ihm. Also ging er mit und erhielt die Aufgabe, sich etwas um den Unbekannten zu kümmern.

So hatten sich der spätere Reita und er kennen gelernt.
 

~Katos Perspektive~
 

Doch ihr wollt sicherlich wissen, warum sich der Weg unserer gemeinsamen Familie getrennt hat, richtig?
 

Nun es begann bereits kurz nachdem ich Akira kennen gelernt hatte, aber so richtig wurde ich mir dessen erst bewusst, als Akira zu Reita wurde und Mizuki dessen bester Freund. Dementsprechend verbrachten auch wir viel Zeit miteinander und irgendwann, nachdem der Tag, an dem wir ihn gefunden hatten, um einige Jahre voran geschritten war, vielen mir die Blicke auf, die Reita immer häufiger zu mir rüber sandte und ich begann mir allmählich Sorgen zu machen. Nicht, weil ich glaubte, Reita hätte irgendein Problem und brauchte jemanden zum Reden, sondern weil mit diesen Blicken sich auch die Atmosphäre in der Gang geändert hatte und vor allem die Gespräche zwischen Mizuki und Reita wurden immer knapper. Ich hatte Angst um ihn, weil ich genau wusste, was Mizuki tun würde, falls mir jemand, und in diesem Fall hatte ich unweigerlich an Reita denken müssen, zu Nahe kommen würde.
 

Ich suchte also immer öfter die Einsamkeit, wenn Mizuki außer Haus war. Ob Selbstschutz oder Vorsicht, vielleicht auch beides. Ich spürte, wie es Reita ganz verrückt machte, das ich mich ihm gegenüber so abweisend benahm. Lächerlich.

Hatte niemand ihm gesagt, was ich für eine Rolle inne hatte in der Gang? Niemand?! Nicht einmal Mizuki? Fragte sich Reita nicht auch, warum ich in der Gang war, wenn ich mich nicht an den Straßenschlachten beteiligte?
 

Und dann kam der Tag, ich erinnere mich noch genau, so als wäre es erst Gestern geschehen, erfuhr er es und ich sah genau, das in ihm etwas tobte, was auszubrechen drohte. Ängstlich wie ich nun einmal war, verkroch ich mich in dem gemeinsamen Bett Mizukis und mir, was dessen vor Sorgen geknitterte Stirn auf mich lenken ließ.
 

Nachdem er angewendet hatte, was mich immer weich werden ließ, nämlich in dem er mir Zärtlichkeiten schenkte, die kein anderer auf der Welt mir geben könnte, um mich glücklich zu machen, gestand ich ihm, das ich mir Sorgen um Reita machte, worauf Mizuki total austickte. Wahrscheinlich hatte dieser bereits gemerkt, was los war und ich musste ihm schwören, ihm sein Leben lang treu zu bleiben und drohte mir sogar, was mich in den darauf folgenden Tagen noch stiller werden ließ. In meinen Gedanken vertieft, bemerkte ich nicht, wie Reita sich mir näherte, als Mizuki mal wieder außer Haus war...
 

+Reitas Sicht...+
 

"Kato?", rief ich leise nach dem anderen, welcher sich erschrocken zu mir umdrehte und gar nicht erfreut darüber zu sein schien, ausgerechnet niemand anderen als mich vorzufinden. Allein sein verschrecktes Gesicht, als er sich schließlich aufgerichtet und ein paar Schritte nach hinten gemacht hatte, jagten mir einen weiteren Stich in mein bereits blutendes Herz. Warum reagierte Kato immer auf diese Art, wenn er mich sah und wich mir aus?

Nicht nur, weil ich eine Antwort auf diese Frage haben wollte, war ich zu ihm gekommen, sondern auch, um Kato etwas sehr wichtiges zu gestehen und ihn gleichzeitig um etwas schier unmögliches zu bitten.

Schnell hatte ich den Abstand zwischen uns überwunden und griff nach Katos Handgelenken, damit er nicht auf die Idee kommen könnte zu fliehen.

Doch er hatte wohl zu fest die dürren Handgelenke gepackt, denn Kato entwich vor Schmerz ein Schmerzenslaut, welcher eine schmerzhafte Erinnerung in mir wach rief.
 

Jene Erinnerung, die mein bisheriges Leben erneut eine Wende bescheren sollte.

Was dieser Mann bisher mit mir angestellt hatte, nicht körperlich, aber seelisch, konnte ich all das, was er mit mir angestellt hatte, als eine einzige Qual beschreiben, die sowohl süße Seiten, als auch dunkle Seiten versprach.
 

Die erste große Veränderung fand wenige Tage nach der Aufnahme in meiner jetzigen Familie statt. Bei der Zeremonie hatte natürlich niemand aus der Bande bei der kleinen Party, die darauf folgte, zu fehlen, mit der er künftig Seite an Seite kämpfen sollte. Und so war auch Kato dabei gewesen, der sich sehr distanziert im Hintergrund hielt, aber dennoch durch seine langen schlanken Beine auffiel, die er nur mit einer Hotpans bekleidet zur Show stellte. Natürlich war diese Absonderbarkeit dieses Mannes, welche er noch nie zuvor bei einem Mann der Gesellschaft gesehen hatte, auffällig und so auch für Reita, der alles Neue förmlich in sich aufzusaugen schien. Und das blieb nicht lange unbemerkt. Mizuki, der Anführer der Bande, riet ihm nachdrücklich die Hände und Augen bei sich zu lassen, sonst würde er ihn töten müssen. Damals hatte Reita den Ernst in dessen Worte nicht verstanden, aber im Laufe seiner nächsten Tage, die er noch unter Beobachtung stand, kam noch ein weiteres Bandenmitglied dazu und wieder wurde gefeiert. Doch bei dieser Party kam der erste Schock. Kato hatte zu viel getrunken und ein wenig zu ausgelassen auf der Tanzfläche seinen heißen Körper zur Show gestellt und der Neue, der wohl nichts Böses dabei dachte, hatte ihn angetanzt, was er mit seinem Leben büßen musste. Kato hingegen wurde 'nur' geohrfeigt und strenger bewacht denn je und seitdem wurden es immer weniger Neulinge. Warum Mizuki so entschied, konnte nur bedeuten, das er davor Angst hatte, das weitere Unwissende seinem Eigentum zu nahe kommen würden.

Doch nicht nur der Tod dieses eines Mannes, der nur ein wenig Spaß zu suchen schien, hatte Reita nachdenklich werden lassen, sondern auch die Frage um diese undurchschaubare Mizuki-Kato-Beziehung und auch die Verwirrtheit über ein Gefühl, das er noch nie zuvor gespürt hatte... so etwas wie Eifersucht. Denn als er den Neuen so nah bei Kato hatte tanzen sehen, war dieses Gefühl unverständlicherweise aufgetreten und hatte Besitz von ihm und seinem Handeln ergriffen und zwar so weit, das schließlich er es war, der Mizuki von dem Tanz seines Freundes erzählte. Das Schlimme daran war die darauf folgende Genugtuuung, das dieser Mann SEINEN Kato nie wieder anfassen könne. Doch seit wann bitte, behauptete er, das Kato sein wäre?

Die nächsten Tage waren die Hölle für ihn, so glaubte er. Denn unbewusst suchte er immer wieder Katos Nähe auf, wurde zunehmend tollpatschiger und schaffte es nicht einen normalen Satz in seiner Gegenwart auszusprechen! Seine Lage war zum Verrückt werden! Zumal er schwer mit sich zu kämpfen hatte, da die Enthüllung, nämlich das er anscheinend Schwul zu sein schien oder zumindest Bi, so plötzlich gekommen war, das es ihn förmlich den Boden unter den Füßen fortgerissen hatte. Noch dazu hatte ihn die Verzweiflung gepackt, da er von der Beziehung zwischen Mizuki und Toki wusste und von dem Verbot und den darauf hinausführenden Tod, sobald man Kato auch nur zu nahe kam.
 

Doch jetzt war kein Mizuki hier, der ihn bei seinem Vorhaben stören könnte. Auch kein Matsuda, der ihn im Auftrag von Mizuki beschattete, wie er einmal heimlich miterleben durfte und das, obwohl er geglaubt hatte, Mizuki sei einer seiner engsten Vertrauten und sein bester Freund, wie dieser selbst immer behauptet hatte, aber da hatte er sich wohl gründlich getäuscht. Und diese Ungewissheit wurde Gewiss, als er von Matsuda etwas erfuhr, was seine bisherige Ungewissheit über seine Gefühle nun erst recht bestätigte und warum er nun hier war. Hier bei Kato, der gerade im Begriff war sich aus meinem Griff zu befreien, doch ich war stärker und das wusste wohl auch er, denn er gab es recht schnell wieder auf und sah daraufhin mit einem unsicheren Blick zu mir auf. Fragend reckte sich meine linke Augenbraue in die nördliche Atmosphäre.
 

"Ich tue dir nichts Kato, aber hör mich wenigstens an.", forderte er nun mit verzweifelter Stimme und fuhr einfach fort: "Ich weiß zwar nicht, was Mizuki dir gedroht hat, damit du mich meidest, aber... ich will dir wirklich nichts Böses! Nein, dafür... dafür liebe ich dich zu sehr... Kato, bitte...", begann er nun mit Bettelsstimme und ging in die Knie, senkte verlegen den Blick. "Bitte nutze die Chance, von hier zu fliehen... Es ist niemand da außer wir... Flieh mit mir! Ich verspreche dir, ich werde dich glücklich machen! Für mich... bist du kein Objekt, das, wenn ich es will, tun soll, was ich verlange, so wie Mizuki es tut, der dich niemals so sehr lieben kann, wie ich es tue... Bitte Kato! Verschwinden wir von hier und suchen ein besseres Leben weit weg Tokyo! Vielleicht nach Nagoya oder nach Kyoto!? Du wolltest doch bestimmt schon immer dorthin, oder? Wenn du mit mir gehst, dann kann ich dir all das geben, was du dir ohne mich nicht einmal in deinen kühnsten Träumen hättest erträumen können! Bitte... Ich ertrage es nicht, dich leiden zu sehen. Du bist doch kein billiges Spielzeug mit dem Mizuki machen kann, was er will und...!", ratterte er seine Gedanken herunter und wollte gerade zu einer weiteren Ungerechtigkeit von Mizuki Seite aus erzählen, während er wieder langsam aufgestanden war, als Kato ihn durch einen kurzen, aber liebevollen Kuss alles vergessen ließ, was er sich bis eben noch zurechtgelegt hatte.

Nachdem Kato sich nach diesem viel zu kurzen Kuss wieder von ihm gelöst hatte, ertappte er sich dabei, wie er den verführerisch glänzenden Lippen nach sah, über die sich Kato soeben geleckt hatte. Hammer...! Eindeutig, jetzt wusste er, warum sein Herz so schnell in seiner Anwesenheit schlug und warum er sich in einen Kerl verliebt hatte.
 

Doch nun war ich es wohl, der zuhören musste und ich hätte wirklich vor Aufregung und Nervenkitzel laut schreien oder Kato durchschütteln können, aber solche Aktionen wären wohl gerade jetzt nicht sehr hilfreich, also konzentriere dich gefälligst Reita!
 

"Reita... ich weiß nicht, von wem du erfahren hast, welche Rolle ich hier spiele, aber so oder so hättest du es irgendwann erfahren. Ich bin dir aus den Weg gegangen, weil ich deine Gefühle bemerkt hatte und sie im Keim ersticken wollte, bevor du auf dumme Gedanken kommen würdest, aber... wie ich sehe... hat es sich nicht gelohnt, sich bei Matsuda einzuschleimen, damit er dich in meinem Auftrag vor den Gefahren warnt...", erklärte Kato und seufzte tief ein und wieder aus, während ich wie vom Donner gerührt dastand und mein Herz mir in die Hose rutschte. Ich schluckte schwer und versuchte seinen folgenden Worten auch noch zu folgen, während die aufsteigende Wut mein Blut langsam zum kochen brachte, denn es rauschte bereits in meinen Ohren. "Außerdem musste ich mich auch von dir fernhalten, weil Mizuki verdacht geschöpft hat und du weißt, wie er ist Reita... Er würde dich töten! Und ich kann nicht einfach gehen...~ Ich bin an ihn gebunden. Er möge mich vielleicht nicht lieben, aber ich liebe ihn. Ja... so fair ist nun einmal das Leben zu uns, aber wir müssen versuchen damit klar zukommen. Ich liebe dich nicht und dieser Kuss... der war nur dazu gedacht, deinen Redefluss zu stoppen und weil ich dir danken wollte, das du dir solche Gedanken um mich machst, aber bilde dir bitte nichts darunter ein! Es hat nichts bedeutet. Er bedeutet, das ich dir für deine Mühen danke, aber... ich kann Mizuki nicht verlassen und ich werde wohl für immer hier bei ihm bleiben, egal wie unglücklich ich sein sollte. Solange ich bei ihm sein kann, bin ich glücklich.", endete er seine die Situation aus seiner Sicht und schluckte schwer, als er den schwer verletzten Blick des Blonden sah, welcher seine Fingernägel tief in Katos Arme drückte, welcher trotz Schmerz nur ein entschuldigendes Lächeln zu Stande brachte und plötzlich einen entsetzten Laut ausstieß, als sowohl er, als auch ich, die immer lauter werdenden Stimmen hörten.
 

Die anderen waren von ihrer Beutetour zurück und anstatt das Weite zu suchen, stand er noch immer wie gelähmt an gleicher Stelle wie zuvor auch und bekam kaum mit, wie Kato panisch versuchte, seine feste Umklammerung zu lösen. Reita nahm kaum noch etwas seiner Umgebung war, nur das Blut in seinen Ohren, welches alles zu übertönen versuchte und die Verzweiflung in seinem Herzen hatte jegliche Reaktionen seines Körpers ausgeschaltet.
 

"Reita, lass los!", zischte Kato ängstlich und gab mir eine Ohrfeige, die sich gewaschen hatte. Blinzelnd kam ich wieder zu mir, doch es war bereits zu spät. Mizuki war im Türrahmen erschienen und sein Gesicht zeugte kein bisschen mehr von der Heiterkeit, die man zuvor noch aus seiner Stimme entnehmen konnte. Auch Matsuda, der neben ihm hergelaufen war, schien wütend zu sein, doch wohl mehr auf sich selbst, das er es nicht geschafft hatte, mich Dichschädel zurückzuhalten, denn er senkte den Blick und hatte die Hände zu Fäusten geballt.
 

"ICH WUSSTE ES!!", brüllte Mizuki wie ein wütender Löwe und stürzte sich auf uns, was so endete, das ich mit einer langsam anschwellenden Blauverfärbung um mein rechtes Auge herum vor Schmerz aufstöhnend auf dem Boden landete und Kato allein mit einer Ohrfeige bedient war.

"Zu dir komme ich später noch!", meinte Mizuki zu seinem Lover und wandte sich erneut an den am Boden Liegenden, doch noch ehe er irgendwas hätte tun können, warf sich Kato ihn um den Hals und zog ihn zurück. "Bitte Mizuki, nicht schon wieder töten...! Können wir das nicht anders klären? Ich... Du darfst auch alles mit mir machen, was du... willst.", versprach Kato mit leicht zitternder Stimme und einen kurzen Seitenblick auf Reita, der sich stumm aufrappelte und ungläubig sein Gesicht betastete.

Er wusste, was die Folge seiner Worte anrichten würde, denn Toki war, was den Sex anging, sehr experimentierfreudig und Kato wusste, das er sich auf etwas gefasst machen konnte, was die bisherigen Schmerzen bei weitem übertreffen würde, aber er wollte nicht, das wieder jemand wegen ihm sterben musste und schon gar nicht Reita, der wohl der Erste war, der ihn wirklich zu lieben schien und sich tatsächlich Sorgen um ihn machte.
 

"WAS?! Aber...! Oh...", gab Toki immer leiser werdend von sich und schien tatsächlich darüber nachzudenken, was er anstelle des sonstigen Angedrohten tun könne. "Und was ist grausam genug, um den Tod zu ersetzen?", fragte er immer noch gereizt und ließ sich die Liebkosungen an seinem Hals gefallen, was ihn etwas besänftigte. "Bring ihn zum Rande der Stadt! Andere Banden werden sich schon um ihn kümmern...", schlug Kato nach einigem Zögern vor und war einen möglichst kalten Blick zu Reita, welcher den Blick nicht erwiderte, da er viel zu sehr in Selbstmitleid versunken war. Er hatte nicht einmal mitbekommen, das Kato ihn versuchte, vor dem Tod zu bewahren.

Einzig und allein drehten sich seine Gedanken um die Frage: warum? Warum er? Warum alles auf einmal? Erst lehnte Kato ihn ab und dann sollte er auch noch sterben?! Das waren eindeutig zu viele Informationen und Wendungen für ihn, als das er sich nun auch noch um die beiden kümmern konnte, die sein Leben zerstört hatten, und sich gerade in aller Seelenruhe schon fast an die Wäsche gingen.
 

"Hm... Okay, aber wenn ich ihn jemals wieder sehen sollte, werde ich ihn töten.", beschloss Mizuki zufrieden grinsend und drückte Kato von sich, um sich erst einmal um den Blonden zu kümmern, der bis jetzt noch kein einziges Wort gesagt hatte. //Wahrscheinlich Gewissensbisse, weil er mich hintergangen hat.//, wünschte sich der Boss der Bande und zog Reita mit einem heftigen Ruck an seinem Kragen zu sich. "Du hast echt Glück, das Kato für dich eingesprungen ist, du Verräter!", keifte er und hatte die Augen zu Schlitzen verengt. "Du wirst jetzt brav mit mir kommen und wenn du es wagen solltest zu fliehen, dann mach ich dich kalt!", drohte er und schüttelte Reita aus Spaß ein wenig durch, ehe er ihn losließ.
 

"Danke, für's Schütteln", wär mir beinahe entflohen, als ich dadurch meine Sprache wiedergefunden hatte, jedoch beließ ich es bei einem Knurren, was mir eindringliche Blicke Katos einbrachte. Doch was sollte dieser ihn noch kümmern? Er liebte ihn schließlich nicht und sterben würde er eh ohne sie, da er niemanden an ihrer Stelle hatte, kein Heim und kein Leben mehr außerhalb dieses Viertels.

So also folgte er Mizuki und ließ Kato ohne noch ein weiteres Wort zu sagen zurück, um mit ihm und einigen anderen aus ihrer Bande zum Rande der Stadt zu fahren. Dort angekommen, beförderte sein ehemaliger bester Freund den Blonden mit einem Tritt aus dem Auto und hetzte zusätzlich seine Gefolgsleute auf ihn, die ohne mit der Wimper zu zucken und ohne ein Wort zu sagen, den Befehl ihres Anführers ausführten und Reita heftig zusetzten, um dann anschließend lachend in ihrem todschicken Wagen davonzufahren und einen bewusstlos geschlagenen Reita zurück zu lassen.
 

Doch ohne jeder Erwartung ließ sich das Glück seit langem mal wieder in Reitas Leben blicken und bescherte ihn ein freundliches älteres Paar herbei, die gerade auf der Durchfahrt waren und ihn am Straßenrand haben liegen sehen. Gutherzig wie sie waren, hielten sie ihn in ihr Auto und fuhren Reita in das nächstgelegene Krankenhaus.

Und schließlich kam es dazu, das Reita, der weder Familie noch Heim besaß, bei dem älteren Paar Unterschlupf finden konnte.
 

~Rückblick Ende~
 

"Nein, Kru, das war alles. Melde dich, sobald du näheres weißt, ich werde dann bei dir sein. Und schalte dein Handy auf lautlos, ich werde dir eine Nachricht schreiben, wenn ich etwas herauskriegen sollte." Hizumi legte auf und fuhr sich mit den Händen durchs Haar. Warum war alles so kompliziert, seit der Schwarzhaarige da war? Ein ungutes Gefühl beschlich ihn und er stand auf und ging zum Fenster, sah nach draußen. Das schlechte Gefühl blieb... Er seufzte und verließ sein Zimmer, ging wieder hinunter zu Aoi. Schon von weitem hörte er ihn schluchzen... Er beschleunigte seine Schritte nur noch mehr und war schon bald bei ihm. "Aoi! Was ist los??", fragte er und ließ sich in einigem Abstand zu Boden sinken.
 

Tränen über Tranen rannen über Aois blasse Wangen und zauberten einen leichten Rotschimmer um Auge und Wange. Seine Gedanken und seine Vernunft hatten sich kurz nach dem Telefonat mit dem Boss verabschiedet und ließen ihn nun dumme Dinge verrichten, die ihm mehr schadeten, als ihm helfen sollten. Kein Schmerz empfand er mehr in seinem Denken und Fühlen, da sein Kopf, der voller Verzweiflung unter dem Druck zu zerbrechen drohte, zu erfüllt mir Kälte und Angst war, als das er sich um sich sorgen konnte! Sein Reita lebte! Aber nun wollte der Boss ihn wohl auch wieder haben und das nur, um ihm nur noch mehr Schaden erleiden zu lassen, bevor der Tod sie endlich aus dieser grauenvollen Welt riss. Nein, so sollte es nicht sein! Er wollte seinen Reita froh und gesund neben sich oder auch in seinen Armen wissen und wissen, das nichts ihnen mehr anhaben könne. Doch hatte er allein, ein schwächliches, vom Leben gezeichnetes Geschöpf, auch nur den Hauch einer Chance gegen den Boss und seine Leute? Nein, wie auch?! Er schaffte es ja noch nicht einmal sich aus diesen Ketten zu befreien, geschweige denn, sich lange auf den Beinen zu halten, so erschöpft wie er war. Er war ein Wrack! Eines, das seinem Liebsten in keinster Weise helfen konnte...
 

Laut jammerte er auf und warf sich noch einmal entgegen der Wand. Doch auch wie schon zuvor, wurde er zurück gerissen, krachte mit einem knackenden Geräusch gegen die Wand und sackte schließlich verzweifelt an ihr herunter, seine blutig aufgeschürften Handgelenke missachtend, die er um seinen zitternden Körper schlang. Die Beine hatte er angewinkelt und wippte nun leicht in seiner umschlungenen Körperhaltung vor und zurück. Sein fiebrig glänzender Blick, gemischt mit Tränen, irrte über den Boden, auf der Suche nach dem Schlüssel für die Handschellen oder auch einer simplen Haarnadel, mit der er das Schloss knacken könnte.
 

Doch nichts ließ sich hier finden außer Staub, Mäusereste und einem toten Mann. Und gerade als sein Blick auf einen dunklen Vorhang fiel, der etwas zu verstecken schien, wurde er aus seinen wirren Gedanken gerissen und sah erschrocken, wie paralysiert, zu Hizumi auf, der ihm mit einem teils besorgten, teils fragenden Blick taktierte.
 

Mit zitternden Händen wies er auf das Handy, das vor ihm auf dem Boden lag. Dann öffnete er den Mund und wollte etwas sagen, doch kein Laut drang aus seiner wie zugeschnürten Kehle. Tief einatmend schloss Aoi kurzzeitig die Augen, nur, um dann noch ein wenig verzweifelter zu Hizumi aufzuschauen. Vielleicht könnte der andere ihm helfen??!
 

"D-der Boss hat diesen Mann geschickt und... und er will mich, um Reita... um ihn noch mehr zu quälen, bevor wir sterben! Morgen ist Reita Tod!", meinte Aoi und koordinierte sich so um, das er auf den anderen zukrabbeln konnte und die Hände bittend zu erheben. "Bitte...! Du musst mich gehen lassen! Ich muss ihn retten! Sofort!", setzte er mit Nachdruck hinzu, vergaß sogar den Kuss in seiner Situation und krallte sich schließlich in das Oberteil des Schwarzhaarigen fest. "Lass mich frei...!", bat er noch einmal und sah verzweifelt auf.
 

"Aoi! Beruhige dich! Ich... ich kann dir nur helfen, wenn ich genauer Bescheid weiß... Niemand wird dich kriegen... Und jetzt haben wir endlich eine Spur! Also... Wenn du mir versprichst, nichts Dummes zu tun und... uns die Sache zu überlassen... Okay... Dann befreie ich dich... Aber du wirst dich waschen und dir was ordentliches anziehen, hast du gehört? Dein... Freund... soll nicht sofort sehen, wie es dir geht...", murmelte er und strich ihm über die verletzten Handgelenke. "Ich werde das versorgen... Komm mit. Und vertrau mir, ja? Wenn du das nicht tust, werde ich dich wieder einsperren, denn ich habe Sakito versprochen, auf dich aufzupassen und hier bist du nun mal in absoluter Sicherheit." Hizumi sah ihn an, ernst, jedes seiner Worte war absolut ehrlich und ernst gemeint.
 

Verständnislos blickte der Schwarzhaarige in das ernst wirkende Gesicht seines Gegenübers und auch wenn er Hizumi vor Wut am liebsten etwas entgegnen würde, musste er klein beigeben! Schließlich konnte er als einzelner nichts ausrichten. So musste er wohl oder übel auf die Bedingungen Hizumi eingehen und brav befolgen, was er von ihm verlangte.

Während er also zaghaft nickte, Hizumi dabei allerdings keines Blickes würdigte und wieder von ihm abließ, tobte in ihm ein erbitterter Kampf. //Hat er nicht begriffen, wie ernst die Lage ist?! Reita wird schon in wenigen Stunden Tod sein und ich soll mich herrichten?! Weiß er nicht, wie es ist, seinem Liebsten so nah und doch wieder so fern zu sein?! Solang bis die Sehnsucht einen fängt und einen brutal auf den Boden der Tatsachen zurückholt, in dem er dem Besitzer dieses Gefühls klar macht, völlig allein mit seinen Gefühlen zu sein?! Verdammt Hizumi! Wir haben keine Zeit zu verlieren!//, dachte Aoi und hätte es dem Schwarzhaarigen am liebsten direkt ins Gesicht gebrüllt, damit er endlich begriff, das Reita nicht einfach nur ein Freund war...

"Bitte... bitte finde so schnell wie möglich heraus, wo er ist...", bat er ihn noch ein letztes Mal mit brüchiger Stimme und versuchte aufzustehen. Die Berührung an seinen schmerzenden Handgelenken nahm er kaum war, so geblendet war er von den auf ihn einströmenden Gedanken und verwirrenden Gefühlen.

//Ich soll ihm vertrauen... Die Ausnahme mache ich für dich Rei... Ich hoffe, ich werde es nicht bereuen... Sonst vergess ich mich... Nur warum ist er so verdammt... nett? Mein Verstand sagt mir, ich sollte mich vorsehen, mein Herz sagt mir, ich solle mich fallen lassen... Aber kann ich das?//, fragte er sich und schmulte unsicher zu Hizumi.
 

Hizumi sah Aoi an und zog ihn hoch. "Na komm mit. Ist das das Handy, auf dem der Mistkerl angerufen hat?", fragte er und nahm es zur Sicherheit an sich. Dann brachte er Aoi in sein Arbeitszimmer und setzte ihn auf die Couch, verschloss die Tür. "So, das ist zu deiner und meiner Sicherheit." Er lächelte und verschwand im Badezimmer, kam mit einer Schüssel warmen Wassers und Tüchern zurück. "So... Wasch dir ein bisschen das Blut und den Dreck ab, ja?" Er ging zu seinem Schreibtisch und untersuchte das Handy, drückte auf Wahlwiederholung und notierte die Nummer, ehe eine Verbindung hergestellt werden konnte. Dann klappte er seinen Laptop auf und tippte schnell etwas hinein, er suchte den Besitzer der Nummer, hackte sich in das Netz des Telefonanbieters und endlich hatte er die Nummer. Dann grinste er und nickte. "Got'cha, mein Freund. Jetzt hoffen wir mal, dass du so dumm warst, und dein Handy noch an hast. Aoi? Komm mal bitte her." Auf dem Bildschirm war das Bild des Bosses zu sehen. Hizumi sah ihn an und drehte ihm den Laptop zu. "Ist das der Kerl?"
 

Als Aoi so plötzlich von Hizumi gepackt und hochgezogen wurde, entkam dem Schwarzhaarigen ein überraschter Laut und reflexartig krallte er seine Hände um die Handgelenke des anderen, um nicht zu fallen, falls dieser ihn plötzlich loslassen sollte. Man wusste ja nie...~

"Entschuldige...", murmelte er verlegen und entließ Hizumis Handgelenke sofort aus seiner Umklammerung, kaum das er stand. Mit einem ängstlichen Blick auf das Handy, auf das Hizumi dann ansprach, nickte er und verfolgte die Bewegungen des anderen, welcher gerade nach etwas in seiner Hosentasche zu suchen schien, dann einen Schlüssel hervor zog und ihm die Handschellen abnahm, die ihm zuvor noch ins Fleisch geschnitten hatten. Erleichtert atmete er auf, als das Gewicht von ihm abfiel und ein Gefühl der Freiheit ihn für einen kurzen Moment einholte. //Wie schön es doch wäre, mit Reita diese Freiheit zu genießen...!//, dachte er sehnsüchtig, fast verzweifelt und fragte sich gleichzeitig, ob dies wohl jemals in ihrem Leben noch möglich würde.

Und während er so in seine Gedanken vertieft war, nahm er nur nebenbei wahr, wie sie den Raum verließen, den Hizumi wieder hinter sich so gut es eben ging schloss, wie eine wohl größere Ansammlung an linkischen Menschen um sie herumwuselten und auseinander stoben, wenn sie an ihnen vorbei wollten, Hizumi dabei in gebückter Haltung ehrenvoll grüßten und schließlich wie er einen Raum betrat, so viel schöner als der dunkle kellerartige Raum war. Dort wurde er von Hizumi durch eine stumme Geste dazu gebracht, sich zu setzen und er folgte, ebenfalls stumm, und sah sich neugierig um.

Er wurde erst wieder aus seinen Erkundungen gerissen, als er das Geräusch einer einrastender Tür hörte. Ein ihm nur allzu bekanntes Geräusch seiner Vergangenheit, die ihn immer wieder in Panik versetzte, egal wo er sich befand, mit wem und wie viel Zeit inzwischen vergangen war. Abgeschlossene Räume bedeuteten nichts Gutes. Irgendetwas geschah immer, wenn Räume abgeschlossen wurden und obwohl dieses Zimmer sehr viel größer war als das Zimmer, aus seiner Vergangenheit, an welches er nie wieder auch nur denken wollte, überkam ihm das Gefühl der Bedrängnis, der Platzangst.

Wie versteinert blickte er mit weit aufgerissenen Augen zu Hizumi auf, bevor sein Blick fieberhaft durch das Zimmer schnellte und er schließlich aufsprang, um, wenn möglich, fliehen zu können. Egal wohin, doch durch das plötzliche Aufstehen und dem zusätzlich noch rasendem Herzen und der panischen Angst, wurde Aoi kurz schwarz vor Augen und er sank wieder zurück auf die Couch, zog die bleischweren Beine an und versteckte seinen Kopf zwischen Knie und Brust, murmelte dabei penetrant immer wieder die selben Worte und starrte in Leere: "B-bitte nicht... hör auf... lass mich doch gehen..." Wie gelähmt verharrte er in dieser Position und überhörte die beruhigenden Worte Hizumis.

//Er soll aus meinem Kopf verschwinden!!//, schrie er innerlich und presste die Augen zusammen, wollte die Bilder verdrängen, die ihn einzuholen drohten.
 

>Du sehnst dich nach der Liebe deiner Eltern? Ich kann dir Liebe geben und dann werden dich auch deine Eltern lieben.<,

hatte sein Onkel zu Beginn seines Leidweges zu ihm gesagt, doch da war er noch zu naiv gewesen, ihm zu glauben und die Ausmaße seines Handelns zu begreifen. Nur Schmerzen hatte es ihm gebracht und noch mehr Hass von seinen Eltern, die ihm doch nur einmal sagen sollten, wie sehr sie ihn liebten!

Damit hätte ich Aoi damals zufrieden gegeben, aber nach dem schrecklichen Unfall seiner Eltern, kurz nachdem sie ihn verleumdet und beschuldet hatten, war er sofort hinter Gittern gebracht wurden und erst dort erfuhr er von ihrem Schicksal. Damals war eine Welt nach der anderen über ihn zusammengebrochen, die er sich zum Schutz erschaffen hatte und die Frage nach dem Grund seiner Existenz zermarterte jeden Tag auf Neue seinen glühenden Kopf, bis er irgendwann aufgegeben hatte darüber nachzudenken und sein Leben ihm wertlos schien.
 

Doch wieder war es Hizumi, der ihn aus seinen Gedanken riss, indem er, die Ruhe in Person, vor ihm stand und ihm eine Schüssel und einen Lappen hinhielt, mit dem er seine Wunden säubern sollte.

Nur langsam wich seine Versteinerung, wichen die negativen Gedanken und mit zittrigen Händen griff er nach den beiden Dingen, hielt den Kopf dabei, Hizumis Blick ausweichend, gesenkt und stellte die Schüssel samt Lappen neben sich auf dem Boden ab und um sich dann vorsichtig mit Hilfe seiner wackligen Beine auf selbigen niederzulassen. Schließlich wollte er die Couch nicht mit seinem Dreck beschmutzen. Etwas neben der Spur griff er nach dem Lappen und begann seine blutigen Handgelenke zu säubern, den Schmerz dabei verbissen ignorierend.

Als er damit fertig war, ließ Aoi den Lappen in das Wasser gleiten und versuchte ihn dort von seinem Blut zu säubern. Und während er gedankenverloren in das Wasser starrte, nahm er sein Spiegelbild war, das durch die vielen Bewegungen im Wasser sehr verzerrt wirkte. Erschrocken ließ der Schwarzhaarige den Lappen aus seiner gleiten und tastete sein Gesicht mit den Händen panisch ab. //Bin das wirklich ich?!//, fragte er sich und wollte seinem eigenen Spiegelbild kaum glauben. //Ich bin in den letzten Jahren sehr gealtert... Wie kann mich Reita nur lieben, so wie ich bin?! Ich sehe doch scheußlich aus!//, dachte er verständnislos und verzog nachdenklich die Stirn. //Er... hat mir noch nie gesagt, das er mich liebt.//, fiel ihm plötzlich auf und ihm war, als rutsche sein Herz ihm in die Hose. Selbstbewusstsein war noch nie seine Stärke gewesen, wenn es um Beziehungen ging. Mal davon abgesehen... das er vor dieser schrecklichen Zeit nur eine kurze Beziehung hatte und sein Partner Schluss gemacht hatte.

//Ich hab es als selbstverständlich gesehen, da er so nett zu mir war, mein Herz in seiner Nähe klopft, als wäre jemand oder etwas hinter es her und immer bei mir war, für mich da war und mir zugehört hat! Warum hab ich nie nachgefragt...? Liebt er mich?//, fragte er sich und dachte über ihre gemeinsamen Momente nach. //Natürlich tut er das! Er... er kann es nur nicht... nicht sagen. Ja, so wird es sein.//, verteidigte er ihn schließlich und sah noch einmal in das Wasser, um sich betrachten zu können. "Hm..~", grummelte er und fischte den Lappen aus dem Wasser, da dieser ihm die Sicht versperrte. Dann betrachtete er sein Gesicht und drehte es von der einen Seite zur anderen und wieder zurück, Schnitt Grimassen und versuchte ein Lächeln, um zu sehen, ob er es noch konnte. Aber da sein Lächeln eher wie eine schlechte Grimasse aussah, ließ er es lieber bleiben und seufzte traurig auf. Und je näher sein Gesicht der Wasseroberfläche kam, desto größer schien der Schmutz zu sein, den Aoi plötzlich wahrnahm und mit einem Mal hatte er sein Gesicht in die Schüssel getaucht. Die Augen hielt er geschlossen und den Atem hielt er an. Es schien, als wolle er versuchen, den Dreck, der auf seinem Körper lastete, auf diese Methode wegspülen zu wollen, aber er wusste auch, das Reita seine Hilfe brauchte und so tauchte er auch recht bald wieder auf und strich sich die nassen Haare aus dem Gesicht. Sehnsüchtig blieb sein Blick an dem Wasser hängen und wieder seufzte er.

//Es könnte alles so einfach sein...//, dachte er und verzog das Gesicht, als er die Nässe spürte, die durch das Wasserspritzen verursacht wurde. Und wieder kamen Erinnerungen auf. Erinnerungen an das eiskalte Wasser, was ihn einmal die Woche bis auf die Knochen gefrieren ließ und an das kochende Wasser, das ihn verbrannte. Sowohl innerlich als auch äußerlich. Wie scheußlich solch Qual war, wünsche er niemanden, denn es war kaum auszuhalten. Nicht einmal für ihn, der diese Behandlung drei Jahre lang jede Woche ertragen musste...

Und wie im Reflex packte er sein Oberteil und zog es sich über den Kopf aus. //Ausziehen... Dusche... Anziehen... immer wieder...//

Das Stück Stoff ließ er neben sich fallen und zögerlich senkte er den Blick auf seine geschundene Brust, die überseht von sämtlichen Wunden überdeckt war. Trocken schluckte er und ließ seine zittrigen Fingerspitzen vorsichtig über seine Brust gleiten. Doch anscheinend war er nicht sanft genug, denn ein heftiges Ziepen ließ ihn zischend einatmen. Wenn er genauer hinsah, dann ließen sich für ihn deutlich violett angelaufende Schwellungen erkennen, die dazu noch höllisch brannten, wenn er sie berührte. "Au man...", murmelte er fasziniert und tastete weiter, bis er schließlich vor Schreck zusammen schreckte, als ihn Hizumi plötzlich dazu aufforderte, sich etwas anzusehen. Was er da in den letzten Minuten genau getan hatte, wusste er nicht, aber er hoffte, das es etwas Gutes bedeutete, denn allmählich ließ ihn seine Situation verrückt werden. Immer weniger verstand er, was Reita wohl an ihm finden sollte und erste richtige Zweifel kamen auf, was die Gefühle des Blonden zu ihm angingen. Dieses Mal rettete sein Gefühl Reita nicht. Dieses Mal verteidigte er ihn nicht und die Zweifel, die zurück blieben, nagten an ihm, wie lästiges Kleingetier. Er brauchte dringend Ablenkung!

//Ich halte das nicht länger aus...! Hat mein Leben einen Grund oder hat es ihn nicht?!//, fragte Aoi sich und wünschte, er würde sofort die richtige und ehrlich gemeinte Antwort von Reita erfahren, aber dieser war weit weg von ihm, noch unerreichbar und unsprechbar in diesem Moment, in jenem er ihn doch so am dringendsten brauchte!
 

Immer noch mit den Gedanken bei Reita, stand Aoi mühsam auf und wandte sich an Hizumi. Jedoch bemerkte er zu spät dessen entsetztes Gesichtsausdruck, als dieser seinen Oberkörper sah, da sein Blick zu allererst auf den Bildschirm des merkwürdigen elektronischen Gerätes fiel. Entsetzt riss er die Augen auf und taumelte zurück. "D-d-d-a... d-d-a..!", begann er immer wieder, doch sein Stammeln ließ sich nicht aus seiner Stimme verbannen, solange er dieses verhasste Gesicht im Blick hatte.

Um sich zu beruhigen, kniff Aoi schließlich die Augen zusammen und atmete tief ein und aus. Wut überkam ihn, als er wieder an den Boss denken musste. //Und das alles nur wegen ihm! Warum musste er mir dieses Bild zeigen!? Und woher hat er das?! Kennt er ihn etwa? ... Ist er Teil seines schrecklichen Spiels?!//, fragte er sich und wieder stieg Angst in ihm auf. Angst vor einer weiteren Enttäuschung, da Hizumi doch ein recht netter Kerl zu sein schien.
 

Dann plötzlich packte Aoi wütend den Laptop, hielt ihn hoch über seinen Kopf und überlegte, ob er ihn zu Boden schmeißen solle, um das Bild und die Erinnerungen zu zerstören, aber da dieser hoch moderne Laptop, schließlich sahen die vor drei Jahren noch ganz anders aus, nicht sein Eigentum war, zögerte er dennoch. "Verflucht seist du...!", presste er zähneknirschend hervor und starrte zu Boden. "Nicht mal das kann ich...", setzte er dann nach weiteren verstrichenen Sekunden des Zögerns hinzu und ließ den Laptop wieder sinken. Mit ausdrucksloser Miene stellte er den Laptop wieder auf dem Tisch ab und sah zu Hizumi auf. "Tut mir Leid... Ja, er ist es... Woher... woher hast du das Bild? Kennst du... ihn?", fragte er und machte sich innerlich bereits auf einen weiteren Schlag bereit.

//Sag mir bitte, das ich mich nicht in dir getäuscht habe!// Abwartend schlang er die Arme um seinen Oberkörper und zischte dabei schmerzhaft auf.
 

Hizumi bemerkte erst jetzt, dass Aoi sein Oberteil ausgezogen hatte und er stutzte. So konnte er auch nicht rechtzeitig reagieren, als dieser sich seinen Laptop griff. Recht hilflos streckte er die Arme aus, würde Aoi das Gerät fallen lassen, wäre alles umsonst gewesen... "Nicht.." Erleichtert sah er, wie er den tragbaren PC wieder hinstellte. "Beruhige dich, ich habe nachgesehen, wem das Handy gehört, im Internet... Das ist also das Schwein, das für alles verantwortlich ist?", fragte er und strich Aoi sanft über die Hand. Mehr traute er sich nicht, er hatte gemerkt, wie unberechenbar Aoi sein konnte und wie sehr er in der Vergangenheit noch gefangen war. Doch so halb unbekleidet konnte er ihn auch nicht lassen... Er stand vorsichtig auf, ging zu einem Schrank und hielt Aoi eins seiner Hemden hin. "Hier... zieh das an, ja? Eine passende Hose hab ich hoffentlich auch... und einen Verbandskasten... Kannst du das selbst oder kann ich dir helfen?", fragte er sanft lächelnd.
 

Aoi zuckte überrascht zusammen, als Hizumis Hand plötzlich über seinen Handrücken strich, um ihn anscheinend beruhigen zu wollen, doch Aoi war zu aufgewühlt, um sich tatsächlich beruhigen zu lassen! Er brauchte mehr als nur ein leichtes Streicheln, er brauchte Liebe und Verständnis... und die glaubte er nur, bei Reita finden können, welchen er nun durch Hizumis Hilfe gefunden haben zu glauben schienund... wenn Reita ihn tatsächlich liebte, was er sich sehnlichst erhoffte.

"K-können wir ihn damit auffinden?", fragte er hoffnungsvoll und zeigte auf den Laptop, dessen Bildschirm er sicherheitshalber von sich weggedreht hatte. Er wollte keinen weiteren Ausraster riskieren.

Als Hizumi aus seinem Stuhl aufstand und um den Tisch herumging, verfolgte er ihn argwöhnisch mit seinen Blicken. Dann wurde ihm ein Hemd hingehalten, das Hizumi aus einem der Schränke gezogen hatte. Fragend musterte er dies, kombinierte Hizumis Aussage mit dem Fakt, wie er herumlief. Peinlich verlegen nahm er das Hemd entgegen und senkte den Blick. "Tut mir Leid, wenn du... das hier sehen musstest...", entschuldigte er sich für den unschönen Anblick seiner von Narben und anderer Wunden gezeichneten Brust. Dann meinte der andere, das er auch eine Hose haben müsse und Aoi blickte verwirrt an sich hinunter. Gut eine weiße Hose, die fast so viele Flecke und so viel Schmutz aufwies, das man meinen könne, sie wäre Schwarz mit weißen Punkten, war nicht sehr schön mit anzusehen. Das wollte er nicht abstreiten.

Bei der nächsten Frage hob der Schwarzhaarige verwirrt die Augenbrauen, legte die Stirn in Gedankenfalten und ließ wieder einmal den Blick sinken. "Ano...", begann er und wusste nicht so Recht, was er antworten sollte. Meinte Hizumi nun seine Brust oder seine Handgelenke? Denn sicher war, das beides dringende Verpflegung benötigten. Unsicher trat er von einem auf das andere Bein. "Ich... ich bräuchte schon... Hilfe... ja...", setzte er murmelnd hinzu und sah unsicher auf. "Aber bei...," begann er erneut und deutete mit verbissenem Gesichtsausdruck auf seine Brust, ehe er weiter sprach ", bräuchte ich wohl mehr als nur einen Verband und vielleicht etwas Wasser... Dafür haben wir aber jetzt keine Zeit! In wenigen Stunden soll Reita sterben, Hizumi!", sagte er mit Nachdruck und wollte sich gerade das Hemd überziehen, blieb aber darin stecken, da er vergessen hatte am Kragen die Knöpfe zu öffnen. "Das Hemd ist zu klein...", meinte er im Schmollton und gab es auf, den Kopf durch den viel zu engen Kragen zu quetschen. Und immer wenn der Stoff des Shirts an seine Wunden kam, verzog Aoi das Gesicht.
 

Hizumi half Aoi, sich das Hemd richtig anzuziehen. Er musste lächeln, als er das Unbeholfene sah.
 

+~+
 

"Hey! Sag das nicht! Es hat sich in den letzten Jahren viel verändert! Woher soll ich denn wissen, das der beste Auftragskiller Japans so leicht stirbt, hä?!", fuhr der Boss Shi an, um sich zu verteidigen und steckte das Handy zurück in seine Hosentasche.

"Darum ging es nicht! Aber du sollst erst denken, bevor du sprichst! Kann doch sonst wer an dieses Teil rangehn! Deswegen verabscheue ich solche Technik auch. Nimm dir ein Beispiel an mir!", meinte der Silberhaarige und beugte sich über Reita, der Gedankenverloren zu dem anderen Gefangenen sah. Böse grinsend, da die Überraschung, die noch folgen würde, äußerst brutal werden würde und die Vorfreude darauf in ihm langsam aufstieg.

Er sicherte die Ketten und überprüfte nun auch die des anderen, der ebenfalls zu Reita blickte. //Erinnerungen werden wohl gerade ausgetauscht.//, dachte er und lachte innerlich auf. //Umso schöner wird es, wenn das Finale eintritt. Ich weiß gar nicht, worauf er noch wartet...!//, meinte er und richtete sich abrupt auf, als ein merkwürdiger Laut durch die große düstere Halle fegte. Mit düster verzogenem Gesicht folgte er dem Geräusch und landete direkt bei seinem Spielgefährten, der mit verwirrtem Gesichtsausdruck sein Handy aus der Tasche zog und es begutachtete. Mit zu Schlitzen verengten Augen erhaschte er einen Blick auf das Display und bevor sein Gegenüber auch nur an den Gedanken kommen könne, das Gespräch anzunehmen, versiegte das Klingeln auch schon wieder. "Merkwürdig... das war der Killer...!", murmelte der Boss und ehe er eine richtige Entscheidung fällen konnte, was nun zu tun war, wurde ihm das Handy plötzlich von Shi aus der Hand gerissen. "Hey, gib mir das sofort wieder zurück, Shi!", sagte der Boss verärgert und wollte es sich zurückholen, doch mit einem Schritt zur Seite, brachte dieser ihn eher zum Stolpern. "Was hast du damit vor?!, setzte er also fragend nach und versuchte sich erneut das Handy zurückzuholen, doch Shi wich ihm erneut aus.

"Wie blöd musst du sein, das du mich das fragst?!", antwortete Shi und schmiss das Handy mit voller Wucht auf den Boden, sodass es in seine Einzelteile zersprang.

Mit fassungslosem Gesichtsausdruck starrte der Boss auf sein ehemaliges Handy und dann zu dem zufriedenem Gesichtsausdruck Shis. "Wofür war das denn jetzt?!", schrie er ihn verständnislos an und scharrte mit dem Fuß die Einzelteile zu einem Haufen zusammen.

"Bist du blöd, oder tust du nur so? Schon einmal etwas von Ortungsgeräten gehört? Ich habe wenig Ahnung von der Technik außerhalb dieses Schlosses, aber so viel Grips hab ich dann doch noch. Außerdem nervt mich der Klingelton. Und jetzt heul hier nicht rum."

Endlich verstehend ließ der Boss sein Handy Handy sein und begab sich stillschweigend zu seinem 'Thron', um sich zu setzen und lieber Shi das Feld zu überlassen. So dumm, wie er sich jetzt teilweise gegenüber seines Konkurrenten benommen hatte, wusste er nicht einmal mehr, was er noch sagen sollte und durfte. Shi war ein ernst zunehmender Gegner, der ihn nun schon des öfteren Bloß gestellt hatte und in seiner Ehre gekränkt zog ein Mann, der viel von sich hielt, sich lieber erst einmal zurück und beobachtete das Schlachtfeld von außen, eher er sich später gewinnbringend einbrachte und das Feld somit wieder an sich reißen konnte.

Vielleicht hatte er aber auch nur Angst, noch einmal zu versagen...
 

+~+
 

Mit einem Grinsen nahm Kru, der endlich fündig geworden war, sein Handy hervor, um Hizumi anzurufen und während er darauf wartete, das der andere ran ging, besah er sich den blutbesudelten Ring, der er in einem Graben gefunden hatte.

Als er nämlich der Autospur gefolgt war, hatte er sich zur Vorsicht in dem Graben niedergelassen, um nicht gleich gesehen zu werden, falls Wachen sich hier herumtrieben, was nach Krus Gespür nicht der Fall war, was für ihn stark nach einer Falle roch oder nach bloßer Dummheit! Sicher würde man nie darauf kommen, in diesem heruntergekommen Schloss nach Leben zu suchen, aber ganz sicher hatte man Reita hierher geschleppt, soviel stand fest. Und dieser Ring bewies es. Darauf war nämlich dessen Namen eingraviert.

Zu dumm nur, das er auf die nächsten Anweisungen seines Bossen warten musste. Kru würde sich nur zu gerne einmal umsehen.
 

~+~
 

Nachdem er Aoi so betrachtet hatte, beugte er sich wieder über seinen Laptop und fluchte unfein, als er sah, dass das Signal verloren war. //Fuck...// Er notierte sich die letzte Position und schickte Kru eine SMS. "Kru. Wo bist du? Ich hab das Signal des Handys der Kerle eingrenzen können auf 10 km." Er nannte ihm die Position und seufzte. "Reita hat noch bis zum Morgengrauen Zeit, dann bringen sie ihn um. Sag mir bitte, wenn du was gefunden hast und ruf an."

Als er die SMS abgeschickt hatte, sah er auf sein Handy und sah erstaunt, das es klingelte. "Kru? Das ging aber schnell! Ich habe dir gerade geschrieben. Hast du die Mail gelesen oder hast du was herausgefunden?" Er gab Aoi mit einem Wink zu verstehen, dass dieser ruhig bleiben sollte und strich ihm nochmal beruhigend über die Hand.
 

Überrascht lugte Aoi hinter den nun geöffneten Knöpfen hervor und senkte, als er Hizumi sah, peinlich berührt den Blick und wandte sich schnell ab. //Gott, war das peinlich!//, dachte er und zog das Shirt an seine zu sitzenden Stellen. Dann besah er sich die Knöpfe am oberen Kragenrand und fragte sich, wann er das letzte Mal solch ein Hemd gesehen hatte. Verwirrt wandte er sich an Hizumi, als dieser zu fluchen begann und hob die Brauen. Unschlüssig beobachtete er den anderen, welcher ihn kaum noch zu zu bemerken schien, was ihn schon irgendwie störte. Doch um über seine Gefühle nachzudenken blieb ihm nicht viel Zeit, denn als Hizumi plötzlich zu sprechen begann, reagierte seine Neugier und ließ ihn mit großen Augen aufschauen. //Neues von Reita??!//, fragte er sich und versuchte etwas über Hizumis Gesichtsausdruck herauszufinden.
 

"Ich wollte dich eh gerade anrufen. Ehrlich gesagt, hat mich deine Nachricht eher überrascht. Ich weiß nicht, wie du das gemacht hast, ihn zu finden, obwohl du immer noch im Quartier bist, aber du warst eben schon immer besser und klüger als ich. Na jedenfalls... Also ich hab ihn auch, nur hat es bei mir etwas länger gedauert... Ich befinde mich hier gerade in so einer Art Graben und habe den Ring von diesem Reita gefunden. Blut hat an ihm geklebt. Sicherlich wollte er eine Spur hinterlassen. Was mich wundert ist, das hier keine Wachen herumstehen. Darf ich mich ein bisschen umsehen? Und... wann kommt ihr nach? Denn wie du schon geschrieben hast, haben wir nicht mehr viel Zeit.", merkte Kru noch einmal an und lugte aus dem Graben hervor, um die Gegen noch weiter zu inspizieren.
 

"Ein Ring? Gut.. Hör zu, ich lasse dein Handy orten. Bis ich deinen genauen Standpunkt habe, bleib in dem Graben und tu nichts bis ich da bin, hörst du? Verhalte dich ruhig Kru. Kein Handeln auf eigene Gefahr, ich meins ernst. Wenn wir stürmen brauche ich jeden einzelnen von euch. Aoi hat ein Gespräch belauscht, wir greifen im Morgengrauen an, bis dahin habe ich einen Plan erarbeitet. Bist du bewaffnet? Wie ist der Zustand deines Akkus? Wie ist dein Empfang? Wir dürfen auf keinen Fall den Kontakt zu dir verlieren." Während er sprach ging er schon zu seinem Laptop und ließ Krus Handy orten, dann sah er zu Aoi und lächelte ihm aufmunternd zu.
 

Unzufrieden mit dem Befehl seines Bosses murrte er auf. "Jaaa~ is' ja gut. Spielverderber~", murmelte er leise vor sich hin und hatte die Wangen aufgeblasen, um wie ein kleines, unglückliches Kind zu schmollen. Dann nickte er auf Hizumis Frage hin, ob er bewaffnet war. Als jedoch keine Antwort folgte, rollte er seufzend mit den Augen und bestätigte mit einem "Klar bin ich bewaffnet." //Akku?//, fragte er sich und hielt das Handy etwas von seinem Ohr weg, um darauf zu schielen. "Ano... Wenn du diese Anzeige mit den Balken meinst... Zwei Stück sind noch da."

Gelangweilt setzte er sich im Schneidersitz auf den Boden und bewegte spielerisch seine langen Finger, die perfekt zum Erdrosseln geeignet waren. //Wie viel ebenbürtige Gegner es wohl sind?//, fragte er sich grinsend und spürte, wie sein Blut vor Aufregung zu kochen schien. Am liebsten würde er jetzt schon rein und alles niedermetzeln...~ Aber er musste die Befehle befolgen.
 

"Okay, das reicht noch, schalte das Handy auf Stand-by, dann sparst du Strom und bist trotzdem noch erreichbar." Hizumi überlegte. Er kannte seinen besten Mann und grinste. Vielleicht würde er ihm jetzt eine Freude machen. "Ach Kru? Vielleicht ist es doch eine gute Idee, wenn du mal ein bisschen die Gegend erkundest, vielleicht gibt es ja eine bessere Möglichkeit für uns, in das Gebäude einzudringen, unbemerkt, verstehst du? Das würde uns einiges an Ärger ersparen. Aber lass dich nicht erwischen!", warnte er ihn noch. Er klemmte das Handy zwischen Kopf und Schulter und kniete sich vor Aoi, knöpfte ihm vorsichtig das Hemd auf und begann seinen Oberkörper zu reinigen und die Wunden zu desinfizieren. "Sonst noch was, Kru?" fragte er in das Telefon. Er war schon immer gut darin gewesen, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen, das hatte ihn zu so einem guten Leader werden lassen.
 

"Was? Stand-by?", wiederholte Kru verwirrt und fragte sich, was das bedeutet sollte. War das ein verschlüsseltes Code-Wort? Aber warum sollte er denn so etwas benutzen? Dachte er vielleicht, sie würden abgehört? "Eh... is' klar... Verstanden.", meinte er nur und leckte sich nervös über die Lippen. Er konnte doch Hizumi nicht einfach sagen, das er keinen blassen Schimmer davon hatte, was der andere gerade damit meinte. Dann würde er den wahrscheinlichen Abhörern ja direkt in die Falle laufen, in dem er sich verriet. Außerdem wollte er seinen Freund und Boss nicht enttäuschen.

So in Gedanken vertieft, zuckte er erschrocken zusammen, als er seinen Namen hörte. "Hm~?", machte er leicht grummelnd und ungläubig fanden seine Augenbrauen den Weg gen Norden, als Hizumi ihm nun doch erlaubte, sich ein wenig umzugucken. Kru ging der Mund auf. Er wollte etwas sagen, aber vor Freude brüllen würde ihn wohl auch nur verraten, oder? "Wenn ich kein Kerl wäre, würd' ich dich dafür knutschen, Alter.", meinte Kru dann grinsend im Scherz und richtete sich etwas auf. "Du kennst mich einfach zu gut. Danke und klar pass ich auf! Ich bin doch kein Anfänger.", versicherte er und spähte über den Rand der Grube hinweg. "Nein, sonst nichts. Meld dich bei mir, wenn ihr ankommt. Ich gehe klettern.", meinte Kru kurz angebunden und ein freudiges Funkeln blitze in seinen Augen auf. "Bis später.", setzte er noch hinzu und legte auf. Mehr gab es jetzt nicht zu reden. Das würden sie dann später machen, wenn es endlich los ging.

Wie ein kleines Kind freute sich Kru darauf, doch sein freudiges Gemüt wandte sich schnell in ein anderes um. Was sollte dieses Stand-By bedeuten? Stand-By Modus? Bei einem Handy? Wie das...? Darüber musste er, bevor es los ging, sich noch einmal gründlich Gedanken machen. Ein tiefes Grollen entkam seinem Rachen, als er mit nachdenklich verzogener Miene ein paar Tasten auf seinem Handy drückte. "Ich bin zu alt für so'n Kinderkram...", murmelte er genervt und fiel beinahe rückwärts vor Schreck, als eine Melodie aus dem Handy kam. //Scheiße, was war denn das?!//, fragte er sich und drückte schnell ein paar Tasten auf dem Handy, hielt es dabei absichtlich ganz weit von seinem Körper weg. Misstrauisch beobachtete er die sich verändernde Bildanzeige. Als beim nächsten Tastendruck ein greller Blitz aus dem Gerät geschossen kam, schmiss Kru das Handy reflexartig weg und rollte sich zur Seite.

Kein Bumm? Keine Explosion?!

Verwirrt hob Kru den Kopf und sah sich um. Nichts hatte sich verändert. Vielleicht hatte aber auch die Erde die Explosion geschluckt? Schließlich hatte er es so geworfen, das der Bildschirm nach unten zeigte. Aber Kru hatte kein Beben gespürt. Was also hatte dieser grelle Blitz zu bedeuten?

Langsam kam er auf das Handy zugekrochen und streckte seine Hand zögernd danach aus. //Technik ist ganz gewiss nichts für mich.// Er drehte das Gerät in seinen Händen und besah es sich genauer. Ungläubig riss er die Augen auf, als er sich selbst, ziemlich erschrocken aussehend, auf dem Bildschirm erblickte. //Pah... ein Fotoapperat in dem Ding? Wozu soll das gut sein?! Soll ich sie mit dem grellen Blitz blenden oder soll ich sie fotografieren, bevor ich sie umbringe. Unnütz.//

Genervt über das Wunder der Technik, steckte er es sich schulterzuckend in die kleine Tasche, die auf seinem Rücken hing und befreite seine Finger von den Krallenringen, die er liebevoll dazupackte. Beim Klettern würden sie ihm nur stören. Dann grub er seine Hände in die aufgelockerte Erde und rubbelte anschließend alle Stellen, die etwas Haut preisgaben, damit ein. Er wusste sich eben gut zu tarnen.

Als er diese Prozedur hinter sich hatte, kroch Kru aus dem Gruben hervor und schlich zum Auto. Überrascht musste er feststellen, das dieses nicht abgeschlossen war. Auch befand sich niemand mehr darin. Da ging wohl jemand davon aus, das sie hier nie zu finden wären, aber gleichzeitig jederzeit bereit sein müssten, zu fliehen? Widersprach sich da nicht? Kopfschüttelnd kramte Kru sein geschliffenes Messer hervor und rammte es zielgerichtet in den rechten Hinterreifen. Dann kroch er weiter und tat dasselbe mit dem rechten Vorderreifen. Doch das reichte Kru noch lange nicht aus. So leise wie möglich öffnete er die Beifahrertür und kroch in das Auto. Mit einem gezielten Griff riss er ein Stück Blech unter dem Autoradio ab und zum Vorschein kamen lauter bunter Kabel, die förmlich danach schrien, durchgetrennt zu werden. Grinsend schnappte sich Kru das Kabel für die Bremsen und trennte sie durch. Jeder, der hier einsteigen würde, würde den sicheren Tod finden. Bei den steilen Klippen und engen Kurven, war das Fahren ohne Bremsen schier unmöglich.

Glucksend verließ Kru den Wagen wieder, nachdem er das Stück Blech wieder provisorisch (also mit Gewalt) wieder dort befestigt hatte, wo es ursprünglich saß und schlich sich zum Schloss, um dort nach möglichen anderen Eingängen zu suchen.
 

+~+
 

Hizumi lachte. "Heb dir das mit dem Knutschen für später auf.", witzelte er und verabschiedete sich dann von Kru. Er vertraute ihm und er wusste, dass er der Beste auf seinem Gebiet war.

Nun hatte er alle Zeit, sich um Aoi zu kümmern. Er legte das Telefon beiseite und reinigte die zahllosen Wunden auf dem Körper des Jungen, wusch vorsichtig den Schmutz aus den teilweise schon älteren Verletzungen und begann dann mit der mühsamen und schmerzvollen Prozedur des Desinfizierens. Er wollte Aoi nicht weh tun, immer wieder strich seine Hand beruhigend durch das zottelige schwarze Haar und er lächelte ihn beruhigend an. "Keine Angst, es brennt scheußlich, aber danach werden die Wunden schneller heilen und es bleiben keine Narben."
 

Eine Schnute ziehend, weil er nur die Hälfte des Gespräches verstand, dennoch so viel, das es ihm vor Anspannung und gewünschter Tätigkeit in den Fingern juckte, merkte Aoi gar nicht, wie sich der andere plötzlich vor ihm hinkniete. Erst die Finger an seinem Hemd ließen ihn herumschrecken und anschließend verwirrt blinzelnd der Hand folgend, die Hizumi gehörte, fragend zu ihm hinuntersehen. Knopf für Knopf öffnete sich und je mehr geschundene Haut entblößt wurde, desto unsicherer wurde Aoi. Fand der andere ihn nicht abstoßend, so wie er war? Sein Herz machte einen unangenehmen Hüpfer, als er die Wärme spürte, die für einen Moment seine Haut streifte, als Hizumis Hand diese berührte, ehe es sich in seiner Hose verlor. Mit ängstlichem Blick verfolgte er die Bewegungen, die Hizumi zaghaft ausführte und zischte erschrocken auf, als Wasser auf seine Wunden tropfte. Aoi schluckte trocken. "D-du musst nicht, wenn du nicht.. nicht möchtest...", murmelte er und warf den Blick verlegen zur Seite.

Wieder ein unangenehmes Ziehen auf seiner Brust, verfolgt von einem schmerzhaften Brennen und Aois Gesicht verzog sich zu einer gequälten Maske. Er biss sich zusätzlich auf die Unterlippe, um nicht allzu laut seine Schmerzen kundzutun. Warum taten seine alten Wunden immer noch weh?

Durch Hizumis Behandlung, der abwechselnden warmen Hand mit dem anschließenden Schmerz war so verboten süß, das ein Schauer nach dem nächsten über seinen Rücken schlich und seine Beine wie Pudding werden ließen. Keuchend knickte er ein, hielt sich aber im letzten Moment noch an Hizumis Schultern fest, um sich dann mit einem zittrigen Seufzen in die Hocke zu begeben. Ein leichter Rotschimmer hatte sich auf Aois Wangen gelegt und peinlich berührt schlug er die Augen nieder. Er konnte Hizumi nicht in die Augen blicken... nicht jetzt, wo er sich so schwach fühlte und... schwach wurde...

Am liebsten würde er sich dafür schlagen, das er diese Behandlung genoss. Wie lange war das her, das Reita ihn so behandelt hatte? Ihn so berührt hatte? Es schien eine Ewigkeit her zu sein...
 

~+~
 

Hektik herrschte auf den Gängen und laute Stimmen drangen bis zu Sakito vor, der bis eben noch fest geschlafen hatte und nun allmählich aus seinem Schlaf gerissen wurde. Müde schlug er die Augen auf, presste sie allerdings im nächsten Moment wieder fest zusammen, als ihn helles Licht vom Fenster her erwartete.

Sich den Schlaf aus den Augen reibend, versuchte sich Sakito in seinem Bett aufzurichten. Als seine Schusswunde zu ziepen begann, verzog der Anwalt sein Gesicht und strich seufzend über den Verband, der in der Mitte einen leichten Rotton aufwies. "Was zum...?!", fragte er sich, besah den Verband genauer und hob erschrocken den Kopf, als die Tür aufgerissen wurde. Reflexartig verdeckte er die wohl wieder aufgerissene Wunde und sah den hereingestürmten Chefarzt fragend an, welcher ihn mit einem wütenden Blick taktierte. //Mist! Wenn er sieht, das die Wunde blutete, dann kann er sich bestimmt denken, das ich das Bett verlassen habe!//, dachte Sakito panisch, versuchte aber möglichst cool zu bleiben, um sich nicht gleich zu verraten. "Guten Morgen...?", begann er also vorsichtig und hob fragend eine Braue. "Ist was passiert?", setzte er fragend hinzu und schielte an dem Chefarzt vorbei in den Flur, an dem gerade eine Horde an weiß gekleideten Männern vorbeilief. Hinten ihnen liefen einige Ärzte, die Handtücher in den Armen hielten, die voller Blut waren. //Mein Gott, was ist hier los?!//, fragte er sich und ein ungutes Gefühl machte sich in ihm breit. "Wie geht es Herrn Takeshima?!", wollte er wissen und wollte aufstehen, um Notfalls zu diesem zu gehen, wenn etwas nicht stimmen sollte, doch er wurde von dem Chefarzt zurück gehalten. "Sie bleiben schön hier Herr Edokawa! Ich weiß zwar nicht, wie sie es geschafft haben, Herr Shiroyama hier heraus zu bringen, aber eines weiß ich ganz genau: nur sie können ihre Finger dabei im Spiel gehabt haben. Sollte ich allerdings erfahren, das es meinem Patienten, wo auch immer sie ihn hingebracht haben, nicht gut ergeht, werden sie es sein, der sich einen Anwalt suchen muss. Unter anderen Umständen wäre ich nun ganz anders mit ihnen umgesprungen, aber sie und ihre Kunden geben wohl nie Ruhe. Herr Takeshima hat versucht sich das Leben zu nehmen. Wir haben ihn gerade noch retten können. Ein paar Minuten später und er wäre tot gewesen. Wenn sie sich noch einmal haben durchchecken lassen und ihr Verband neu gebunden worden ist, können sie ihn gerne besuchen, aber noch schläft er. Sie hören es vielleicht nicht gerne, aber wir müssen ihn einer psychiatrische Anstalt übergeben. Sein Zustand ist ganz und gar nicht labil. Die Geschehnisse der letzten Tage müssen ihn ziemlich zugesetzt haben. Und... ich weiß, es wird Ihnen und auch Herrn Takeshima schwer fallen, aber jeglicher Kontakt wird untersagt werden, sobald er versetzt worden ist. Und das wird er, wenn er aus seinem komaartigen Schlaf erwacht ist. Legen sie sich bitte wieder zurück in ihr Bett Herr Edokawa. Ich werde sofort jemand nach ihnen schicken.", meinte der Chefarzt bestimmt und verließ den Raum, ehe Sakito etwas hätte sagen können, welcher gerade fassungslos auf einen unbestimmten Punkt starrte und sich das gesagt durch den Kopf gehen ließ. //Warum... warum Kouyou?//, fragte er sich verzweifelt und unendliche Trauer überkam ihn, die ihn schwer schlucken ließ. Auch viel es ihm schwer, die Tränen zu unterdrücken. //Warum hast du mir nicht erzählt, wie es dir in Wahrheit geht?//, fragte er ihn in Gedanken und spürte einen verletzten Stich in seiner Brust. //Warum vertrauen Aoi und Uruha mir nicht?//, fragte er rhetorisch und legte die Stirn in Denkfalten. Am liebsten wäre er sofort aufgesprungen und zu Kouyou gejumpt, aber da dieser nun schlief, er dagegen auch nichts ausrichten konnte und weil der Chefarzt dann wahrscheinlich so richtig sauer auf ihn wäre, ließ er es lieber bleiben. Es war schon erstaunlich gewesen, das er so gefasst darauf reagiert hatte, wenn er schon glaubte, Sakito sei es gewesen, der Aoi befreit hatte.

//Und wie soll ich das überleben, ihn nicht sehen zu dürfen?//, fragte er sich und zuckte erschrocken zusammen, als die Tür ihn aus seinen Gedanken riss und eine etwas voluminösere Frau das Zimmer betrat. "Dann wollen wir sie mal untersuchen, Herr Edokawa.", verkündete sie freudestrahlend und wie s ihn mit einer stummen Geste an, sich hinzulegen, was er sogleich kommentarlos befolgte.
 

~+~
 

"So...~ Nun können sie zu Herrn Takeshima. Soll ich Sie hinführen Herr Edokawa?", fragte die freundliche Ärztin in einem Ton, als würde sie mit einem Kind sprechen. Missbilligend verzog er das Gesicht, nickte allerdings im nächsten Moment, da er nicht wissen konnte, wo sich Kouyou befand und somit auf ihre Hilfe angewiesen war.
 

Als sie das Zimmer des Patienten Takeshimas erreicht hatten, schob die Ärztin ihn in das Zimmer und verschwand zum Glück des Anwalts. Unsicher wand er den Blick von der Tür und nachdem er sich umgedreht hatte, fiel sein Blick auf das im weiß erleuchtendem Bettes, in dem ein nicht minder weißer Patient lag. //Mein Gott, ist Kouyou blass!!//, dachte er erschüttert und näherte sich mit entsetzt aufgerissenen Augen, ließ den Blick über das wandern, was von Kouyou unter der Decke hervorblickte. Ein EKG-Gerät verriet ihm den Zustand des anderen, der ihm Sorgen bereitete. Er war zwar aus dem kritischen Bereich raus, aber die Werte waren trotzdem nicht das, was er sich für ihn gewünscht hätte. "Ach Kouyou...", seufzte er traurig und ließ sich auf einen Stuhl nieder, den er zuvor zum Bette Kouyous geschoben hatte. "Warum hast du das nur getan...?", fragte er die entscheidend wichtige Frage in den Raum, die vorerst noch unbeantwortet bleiben sollte.

Sanft nahm er die Hand des Blassen in die seine und beobachtete Kouyou beim Schlafen. Selbst jetzt war er noch schön. Doch ungewiss war, wie lange er ihn so noch sehen würde und wie lange es danach dauern würde, ihn wieder in seiner vollen Schönheit und natürlich in voller Gesundheit betrachten zu dürfen. Wieder seufzte Sakito auf und langsam ließ er den Kopf auf dem Bett sinken. Durch müde Augen betrachtete er Kouyou weiterhin, lauschte den schwachen Atemzügen des Blonden und seufzte mal hier und da auf.

Das war doch alles nicht fair...
 

Verloren in der Dunkelheit, hoffend auf ein Zeichen stand Uruha in der Stille. Hörte niemand seine Rufe? Alle Farben waren verschwunden. Alleine stand er in der Nacht. Warum fühlte er nichts außer dem Schmerz? Wo war das Licht? Die Wärme die ihn empfangen und der leichte Wind der mit seinen weichen Haaren gespielt hat? Wieso war es so kalt?

Weit entfernt vernahm er ein Geräusch. War es das Zwitschern eines Vogels? Orientierungslos und verwirrt versuchte er ihm zu folgen. Immer tiefer führte es ihn in die Dunkelheit in das Ungewisse.

Er konnte sich nicht fühlen. Seine Bewegungen schienen ihm so fremd. Als er versuchte sich auf die Hand vor seinen Augen zu konzentrieren, verschwammen die Konturen immer und immer mehr.

Er schaffte es nicht sie festzuhalten. Wieder dieses Geräusch, das immer lauter zu werden schien.

Erneut versuchte der Brünette zu rufen. Versuchte sich an das Geräusch zu klammern um aus der Dunkelheit zu entkommen.

Es wurde immer schwerer sich auf den Ton zu konzentrieren. Immer mehr verzerrten sich die Töne, vermischten sich mit Stimmen und verteilten sich um Uruhas Lage.

Er hatte das Gefühl alles um sich herum würde sich drehen, würde ihn verschlingen wie ein Strudel aus Erinnerungen und Sehnsüchten.

Plötzlich wurde es hell und er spürte wie seine Augen schmerzten. Sofort schloss er sie wieder und versuchte seine Gedanken zu sortieren.

Erst nach einigen Minuten versuchte er erneut seine Augen zu öffnen, doch seine Lider erschienen ihm wie Blei, so dass es ihm schwer fiel sie offen zu halten.

Fast verzweifelt versuchte er zu erkennen was um ihn herum geschah. Doch die Decke war weiß, ein paar Schläuche fielen in sein Blickfeld, doch seine Aufmerksamkeit galt noch immer dem Geräusch.

Was war mit ihm? Langsam kam die Erinnerung zurück, bevor dieser Schwärze ihn empfangen hatte.

Dieser Schmerz, diese Verzweiflung und die Sehnsucht nach dem Tod.

Uruha bemerkte wie seine Augen zu brennen begannen und er spürte wie sich Tränen in ihnen sammelten.

Er war also nicht tot. Und das Geräusch musste das EKG-Gerät sein. Und diese Stimmen die er gehört hatte?

Erneut versuchte er seine Augen zu öffnen, doch bevor er sich darauf konzentrieren könnte, machte ihn etwas anderes stutzig. Er spürte Wärme die seine Hand umfing. Die leicht seine kalte Haut streichelte und die er als angenehm empfand.

Doch gleichzeitig fühlte er die Hilflosigkeit, die ihn an dieses Bett fesselte.

Endlich schaffte er es wieder, seine Augen zu öffnen und den Blick schwach in Richtung Bettrand zu wenden.

Er konnte nicht richtig erkennen wer da saß und so ließ er seine Augen wieder zufallen und öffnete leicht den Mund.

„…wo…“, begann er leise den Satz den er nicht beenden konnte, denn erst jetzt bemerkte er wie schwach er sein musste und wie trocken sein Hals war.

Langsam glitt eine Träne seine Schläfe hinab und er jetzt war ihm bewusst in welcher Lage er sich befand.

Er wollte nie in dieser Situation sein. Zu sehen, wie andere darunter litten was er getan hatte. Zu sehen, wie schwer er es ihnen gemacht hatte.

Gerade in diesem Moment wünschte er sich, dass alles war nur eine letzte Szene, die ihn kurz vor dem Tod daran erinnerte, dass er geliebt wurde und dass er danach für immer erlöst war.
 

Sakito war schon halb weggedöst, als er diese klitzekleine Bewegung bemerkte, die so viel Hoffnung versprach, das Sakito für einen Moment gar nicht glauben konnte, was er dort sah. Trotz das es nur eine Millisekunde angedauert hatte, das Uruhas Lider sich bewegt hatten, stieg unglaubliche Erleichterung in ihm auf und gleichzeitig stieg sein Herzschlag in so kurzer auf das Doppelte an, das er glaubte, es würde seine Brust durchbrechen und sich auf und davon machen. Sakito gab einen erstickten Laut von und richtete sich allmählich wieder in seinem Sitz auf. "U-Uruha?", rief er seine Namen hoffnungsvoll in die Stille dieses sterilen und kalten Raumes hinein und beugte sich über den schwachen Körper seines Freundes, dessen Hand er noch immer fest umschlossen hielt. Nun hob er die andere Hand, um der Träne, die sich nach kurzer Zeit aus Uruhas wieder geschlossenen Augen glitt, mit einer sanften Berührung hinwegzustreichen. "Uruha, ich bin es, Sakito. Du liegst im Krankenhaus, weil du Selbstmord begehen wolltest. Zum Glück hast du es nicht geschafft... Ich wüsste nicht, was ich ohne dich tun sollte...", gestand er murmelnd und strich wieder über Uruhas kalte Hand. Sein Blick ruhte kontrollierend für einen Moment auf den Gerätschaften, die Auskunft über Uruhas Zustand geben sollten und erkannte, das dessen Befinden sich nicht gebessert, aber auch nicht verschlechtert hatte. "Ruha, bitte... halte durch!", bat er ihn inständig und blickte aus verzweifelten Augen auf die blasse Antlitz seiner heimlichen Liebe. "Wir brauchen dich hier!... Ich... brauche dich... Bitte geb nicht auf!", fügte er noch hinzu und schluckte. //Nein, du fängst jetzt nicht an zu weinen!//, zwang er sich und blinzelte mehrmals, um die Tränen im Zaum zu halten.
 

Dann wurde plötzlich die Tür aufgerissen und Sakito wirbelte erschrocken herum, machte sich, wenn nötig, Kampfbereit. Doch ganz groß wurden seine Augen als mehrere Schwestern und der Chefarzt das Krankenzimmer betraten und um das Bett Uruhas herumwuselten und ihn von diesen zu trennen gedachten. //Nein, wie konnten sie so schnell erfahren, das er aufgewacht ist?!//, fragte er sich und sein Herz rutschte ihm in die Hosen. Verzweiflung überkam ihn. "Nein, lasst ihn doch! Warum nehmt ihr ihn mir jetzt weg?! Gibt mir bitte noch... noch wenigstens 5 Minuten!", bat er mit Tränen in den Augen und hielt noch immer die Hand des Blonden umschlossen. Er wollte ihn nicht schon wieder verlieren!

Doch der Chefarzt verneinte seine Bitte mit einem bloßem Kopfschütteln und am liebsten hätte Sakito ihn angesprungen und ein Gewissen in den Schädel geschlagen, so unfair fand er auf einmal alles und auch kroch die Wut in ihm hoch. Eine Schwester, die gerade dabei war, seine Hand aus der Uruhas zu lösen, schon er grob beiseite. "Nein! Wenn ihr ihn mir wegnehmen wollt, dann nehmt mich auch mit!", bat er den Arzt und eine erste Träne rollte ihm über die Wange.
 

"Rei...", kam es gehaucht vom Krankenbett, welches langsam in Bewegung gesetzt wurde, um es in eine andere Station zu verlegen. In die geschlossene...
 

Mit weitaufgerissen Augen drehte sich Sakito zu Uruha um. //Reita? I-ich... ich nein... bitte Uruha... Du kannst das nicht von mir verlangen! Ich liebe dich... verdammt...//

"Rei...", hauchte Uruha erneut und drückte ganz kurz die Hand Sakitos. "Rette ihn... bi-bitte..."
 

Und das war der Moment, in dem Sakito die Hand des Blonden widerwillig losließ und sich seinen Tränen ergab, während er den Bett hinterher sah, welches ihm seinen Liebsten nahm.
 

"Ich... Ich liebe dich Uruha....", hauchte er und rutschte an der weißen Wand hinunter. Sein verheultes Gesicht hielt er bedeckt.
 

"Wenn sie fertig sind, gehen sie bitte wieder auf ihr Zimmer. Sie haben eine Mission, Sakito-san.", meinte der Chefarzt, musterte den Anwalt für einen kurzen Moment aus traurigen Augen, ehe er ihn alleine zurück ließ und weiter seinem Job verrichte, auch wenn manche Taten nicht immer die Richtigen zu sein schienen.
 

Ohne sich auch nur im entferntesten gegen seine Verlegung wehren zu können, musste sich Uruha kampflos seinem "Schicksal" überlassen.

Er wollte nicht wieder dorthin und vor allem wollte er nicht von Sakito weg.

In diesem Moment könnte er sich dafür hassen, was er getan oder besser gesagt versucht hatte.

Schwach öffnete erneut seine Augen, doch Sakito war bereits aus seinem Blickfeld verschwunden.

Nur noch ein paar Silhouetten erkannte er, die sein Bett wohl in Bewegung setzen mussten. Er wollte etwas sagen, doch sein Hals war so trocken, dass kein Ton seine Lippen verließ.

Wie lange es wohl dauern würde, bis er sie wieder sehen würde? Sie alle. Reita, Aoi und Sakito?



Fanfic-Anzeigeoptionen
Blättern mit der linken / rechten Pfeiltaste möglich
Kommentare zu diesem Kapitel (7)

Kommentar schreiben
Bitte keine Beleidigungen oder Flames! Falls Ihr Kritik habt, formuliert sie bitte konstruktiv.
Von:  _Kimiko_
2010-01-05T21:06:22+00:00 05.01.2010 22:06
also jetzt schreibe ich nach 22 gelesenen kapitel endlich ein kommentar.
*mirechtleidtut*
zuallererst ein ganz gaaaaanz gaaaaaanz dickes fettes lob an dich *indiehändeklatsch*
schon von anfang an wurde ich gefesselt und konnte bis spät in die nacht nicht aufhören zu lesen. und unmengen an taschentüchern habe ich schon verbraucht.
besonders gut finde ich auch die lustigen szenen. so hatte man eine eine kurze "erholungspause", die sehr angebracht war.
jetzt freue ich mich schon sehr auf die weiteren kapitel. ich bin sicher, dass das eine richtig lange nacht wird *grins*
Von:  myamemo
2009-06-03T19:50:23+00:00 03.06.2009 21:50
Zu aller erst.
Ich hab ganze 4 Stunden gebraucht um das Kapitel zu lesen xDD
Und als ich 14 Seiten gesehen hab wurde mir auch erst mal anders xDD
Aber egal, ich habs geschafft ^^
War spannend und auch mitfühlend.
Freu mich wenns weiter geht ^^

lg mya
Von:  Haidogirl
2009-06-01T12:10:26+00:00 01.06.2009 14:10
Hey, es geht weiter!^^

Kru finde ich jedes Kapitel besser! Der ist wie ein kleiner Junge, der Krieg spielen will xDDD Und Hizumi ist ja so süß zu Aoi! Mal gucken was sich da so entwickelt (^__^)

Jetzt haben sie auch endlich das Versteck von diesem Mörder-Boss gefunden, im nächsten Kapi gehts bestimmt rund *lol* *schon ganz aufgeregt ist* Aber nicht Hizumi wehtun! xDD Und Reita muss natürlich am Leben bleiben *lolol*

Oh Uruha, gut dass sie ihn noch mal retten konnten! T^T Der Arme!
Ist Sakito jetzt aus dem Krankenhaus entlassen worden? Das habe ich nicht so richtig kapiert *lol*

Mach schnell weiter, ja!^^ Ich liebe es :-)
Liebe Grüße
Von:  Vampire-Mad-Hatter
2009-05-31T15:49:45+00:00 31.05.2009 17:49
Oh man ist der Boss vielleicht blöd! O_o Der braucht echt lange um zu merken da sein Killer tot ist.
Die Rückblicke fand ich auch gut. So hat man mehr von ihnen erfahren.
Aber Aoi war ja manchmal richtig süß!^^ awwwww <3
Kru und Handys! XD Das Bild hätte ich gerne gesehen wie er so verschreckt geschaut hat. *lol* Ich hoffe er wird nicht erwischt! °_° Oder das schlimmes mit ihm passiert! Bei euch kann man ja nie sicher sein was als nächstes kommt. Und ihnen rennt die Zeit davon! O/////O
Waaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhh Uruha! X___________X Das könnt ihr doch nicht machen! *heul* Und dann noch in die geschlossene, da wird er bestimmt nicht gesund! *_____* Das ist ein Kapitel wo die Gefühle Achterbahn fahren, mal witzig, mal zu awwwwwen, dann ist man total geschockt und einem ist zum heulen zu mute!
Ich will weiter lesen. O_O
Jetzt wo doch die Rettung so nah ist... *bin jetzt total aufgedreht*

Von:  cookie-monster-kyo
2009-05-29T20:08:04+00:00 29.05.2009 22:08
*losheul*
das kannst du nich machen Q_______________Q
*uru zurückhol*
der soll dableiben Q___Q
*tatü nehm*
(ich sitz hier und weine echt)
bitte.. nochmehr sowas vertrag ich nich, mach alles wieder heile TT
Von:  Seme-Aoi-chan
2009-05-29T19:53:54+00:00 29.05.2009 21:53
Endlich!..also..die Rettung naht!
*Arme in Luft reiß*
Endlich!xDD
Hat ja lange gedauert!...ano..wo fang ich an....*überleg*
Ich fand es so lustig, wie Kru sich mit dem Handy abmühte!
*lach*
Ich hoffe,es folgen weitere lustige Szenen!???
Dann waren die Rückblicke gut intergriert!..Und es war interessant, etwas aus der Vergangenheit zu erfahren. Ein bisschen geschockt bin ich von Uruha,das er sich so Minderwertig fühlt, aber es war/ist gut dargestellt und passt!Obwohl ich hoffe, auch ihm geht es bald besser!Wenn Reita wieder lebt!
Und da muss ich feststellen,wie krank manche Leute wieder sein können!
*kopfschüttel*
Aoi fand ich ziemlich süß!Wie er sich in das Hemd zwengen will und so! Die Wunden werden bei der guten Pflege ja bald verheilen!xDD
Damit wieder ein großes Lob an die RPGler!!!
*alle mal knuddelz*
Und vor allem an dich!
*knuff*
*plüsch*
macht weiter so!..Ich warte gespannt auf das nächste!

Lg datUsagi
Von: abgemeldet
2009-05-29T17:48:47+00:00 29.05.2009 19:48
erstmal: endlich ein neues kapitel^^
ich habs vor ens gesehen und musste natürlich gleich lesen..
mit angst was mich erwartet aber auch freude wie es weiter geht
jaa die taschentücher konnt ich gebrauchen..meine tränchen kamen
alle 4 erleiden soviel leid, jeder auf seine weise
und ich leide mit allen mit.
es war schön auch mal was von urus und reis vergangenheit zu erfahren
wer weiß was me in nächsten kapitel noch erwartet..was sie noch für leiden und qualen ertragen müssen
aber ich freue mich drauf es weiter zu lesen
das treue leserchen^^


Zurück