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Fanfilme [Diskussion]

Inhaltsverzeichnis

Ein kleiner Leitfaden für die Erstellung eines Fanfilms.

Welches Thema? (Serie, Film, Buch)

Worum soll es in eurem Projekt gehen? Was ist die Grundidee und an welche Zielgruppe ist es gerichtet?


Worum soll es gehen? (Nachstellung, neue Geschichte, fiktiv)

Handelt es sich bei eurem Projekt um die Nachstellung einer Szene/Episode oder geht es gar um eine neue Geschichte mit Un-/bekannten Charakteren? Wenn neue Charaktere vorkommen, wie kann ich sie geschickt in die Handlung einführen, ohne das sie als störend oder unnütz wirken? Bedenkt, dass neue Personen unter Umständen nicht gut angenommen werden, wenn ihr Charakterdesign fade wirkt. Sie sollten interessant und vielschichtig sein, vor allen Dingen in ihren Rollen überzeugen können.


Wie lang soll das geplante Video gehen? (kurzes Video, Trailer, Film, Serie)

Jedes Filmkonzept braucht einen Rahmen in Form von der finalen Videolänge. Je größer der Film/die Serie, desto mehr Zeit, Aufwand und Geld wird nötig sein. Ein großes Projekt kann sich locker über ein paar Jahre hinziehen, bitte bedenkt dies immer!


Wie viel wird es Kosten? (Geld und Investitionen)

Geld ist ein wichtiger Faktor. Er beeinflusst im Grunde alles, was wichtig ist. Natürlich muss man nicht alles neu kaufen, wenn Technik und Kostüme schon vorhanden sind, dennoch wird nicht unbedingt jeder im Umfeld wohnen und es werden Anreisekosten anfallen, die je nach Drehterminen auch steigen können. Zur Technik zählen eine gute Filmkamera, Tontechnik, ein leistungsstarker PC, diverse Verarbeitungsprogramme (Schnitt, Effekte, Bildbearbeitung) und das Wissen dazu. Allerdings kann man ich sich dies auch mittels Tutorials aneignen. Es ist niemals verkehrt vorher ein wenig zu üben, um sich mit der neuen Technik vertraut zu machen. Die Videoqualität steigt seit Jahren mit neuen Geräten. Nein, man muss nicht das allerneuste Gerät haben, dennoch sollte ein gewisser Grundstandard vorhanden sein. HD Filme zum Beispiel. Ein Camcorder mit interner Festplatte, HD Qualität und einem Mikrofoneingang sind eine gute Basis. Die Tontechnik sollte aus einem externen Mikrofon, einem Windschutz, Kabelverlängerung und einem Teleskopstab bestehen. Alternativ ist es auch möglich die Videos nach zu synchronisieren, was aber ein zusätzlicher Kosten und Zeitfaktor ist. Überschlagen liegen die Kosten für eine komplette Neuanschaffung bei ca. 800-1000 Euro. Noch günstiger wäre das Ausleihen der Technik, hierfür müsste man sich in seinem Umfeld erkundigen wegen Gebühren und Ausleihbedingungen.
Neben einem leistungsstarken PC gehören Verarbeitungsprogramme wie ein Schnittprogramm zum Beispiel „Power Director“, Effektprogramme wie „Adobe After Effects“ und ein Bildbearbeitungsprogramm wie etwa „Photoshop“ dazu. Grundsätzlich ist es möglich diese Programme an Universitäten oder ähnlichen Einrichtungen zu nutzen. Wer daheim die Möglichkeit hat, ist im Vorteil, denn jederzeit ist eine Bearbeitung möglich. Bitte bedenkt, dass eine einzelne Szene in der Verarbeitung Tage brauchen kann.
Und wohin mit dem Filmmaterial? Neben der eh schon vorhandenen Festplatte sollten alle Dateien mehrmals gesichert werden. Gebrannte DVDs sind weniger haltbar (ca. 5 Jahre) als Externe Festplatten, selbst bei Festplatten sind mehrere nicht verkehrt, je nach Umfang des Projektes.


Wer kann was? (Aufgabenverteilung, Cast & Crew)

Eine gute Aufteilung der Aufgaben ist unerlässlich für den Erfolg und die Fertigstellung des Projektes. Das allerwichtigste ist die Zuverlässigkeit der jeweiligen Personen. Am Anfang sind die meisten engagiert, aber mit der Zeit passiert es, dass die Motivation nachlässt und vieles zum Erliegen kommt. Das kann ganz schnell den Tod des Projektes bedeuten. Auch ist zu bedenken, dass zwischendurch Pausen notwendig sind, wenn zum Beispiel Prüfungen, Conventions oder ähnliches anstehen. Aber was ist ein Fanfilm ohne Darsteller? Die Wahl des Casts sollte nicht ausschließlich nach Freunden gehen, sondern viel wichtiger ist es, die Rolle mit passenden und überzeugenden Darstellern zu besetzen. Es ist nicht zwangsläufig nötig, dass männliche Charaktere von Männern dargestellt werden, auch Frauen können eine solche Rolle hervorragend rüber bringen. Untereinander sollten die Proportionen und Größenverhältnisse stimmen, sonst kann ein Film schnell lächerlich wirken. Es mag vielleicht hart klingen, aber die Optik ist ein Aushängeschild.
Das Wichtigste sind die Leiter des Projektes. Sie koordinieren, leiten, erstellen und organisieren. Auch sind sie für eine gewisse Motivation und das Voranschreiten des Projektes verantwortlich. Im Allgemeinen sind sie der Ansprechpartner und Verantwortlich, aber auch sie haben nicht immer Zeit. Ein Fanfilm ist, wie der Name schon sagt, ein Film von Fans für Fans gemacht und wird meistens von Amateuren betrieben, sehr viel wird in der Freizeit gemacht und so ist es normal, dass man nicht jeden Tag daran arbeiten kann.


Was wird alles gedreht? (Drehbuch, Szenenaufteilung, Kamera)

Um mit dem Dreh überhaupt beginnen zu können, muss das Drehbuch geschrieben werden. Neben einer interessanten und möglichst auch abwechslungsreichen Story, sollten das Skript und die Dialoge für jedermann verständlich gehalten sein. Was nützt eine Handlung, wenn sie keiner versteht, da sie entweder voller Insider oder zu vielen Wendungen versehen wurde. Idealerweise ist die Handlung so aufgebaut, dass sie jeder verstehen kann, denn so erreicht man mehr Zuschauer und Interessierte.
Ist das Drehbuch fertig und logisch aufgebaut, sollte zusammen mit demjenigen, der für die Kamera zuständig ist und der Leitung je Szene eine Art Konzept erstellt werden. Was wird wie in Szene gesetzt. Es ist für den Zuschauer langweilig alles aus einer Perspektive zu sehen, Abwechslung und Perspektivenwechsel können für Dynamik und Dramatik sorgen. Natürlich kann es auch sinnvoll sein, einige Cuts auf verschiedene Weisen zu drehen, so ist später in der Nachbearbeitung noch möglich aus einer Auswahl das Beste oder Optimale einzufügen. Allerdings ist dies jeweils dem gewählten Thema anzupassen, es gibt durchaus feste Perspektiven, wenn sie dem Stil der Vorlage entsprechen.


Wo wird gedreht? (Lokation, passendes Umfeld, Greenscreen)

Eng im Zusammenhang mit dem Drehbuch erfolgt die Wahl der Drehorte. Generell gibt es zwei Varianten: Das reale Umfeld nutzen oder vor dem Greenscreen arbeiten. Letzteres ist immer aufwendiger, da viele Dinge beachtet werden müssen. Zum ersten sollte ein geeigneter Stoff (zB Molton mit ca. 4mx4m) in einer entsprechenden Farbe (meistens grün oder blau) gewählt werden. Als zweites wird das ganze befestigt, flexibel sind Fotohintergrundsysteme. Die Fläche muss unbedingt glatt und vor allen Dingen muss der Charakter vor dem Screen sehr gut ausgeleuchtet werden, sonst wird das spätere Freistellen sehr erschwert. Aber Vorsicht: zu viel Licht lässt die Figur blass und farblos wirken.


Wann kann gedreht werden? (Drehtermine und Jahreszeiten)

Ideale Monate sind April bis September, je nach Thema ist es auch im Winter möglich. Bitte bedenkt, dass ein mehrschichtiges dickes Kostüm im Hochsommer keine gute Idee ist, wie natürlich ein freizügiges Kostüm im Winter nicht geeignet ist. Die Gesundheit der Darsteller geht vor!
Wie bereits zuvor erwähnt, sollte jeder zu dem Termin können, ungeeignet sind Zeiträume mit Prüfungszeiten oder Feiertage z.B. wie Ostern.


Was passiert nach dem Dreh? (Postproduktion)

Die eigentliche Arbeit beginnt nach dem Dreh: Datensicherung, Schnitt, Audio-/Tonbearbeitung, Effekte, Texte, Untertitel usw. Wichtig ist es hier genügend Zeit einzuplanen. Es wäre fatal einen Veröffentlichungstermin bekannt zu geben, den man nicht einhalten kann. Wer die Erfahrung gemacht hat, wird daraus gelernt haben. Ist es allerdings ein Projekt zu einem bestimmten Termin (Trailer für Showgruppe etc.), sollten die Arbeitsteilung und der Zeitplan schon sehr früh feststehen.
Der Schnitt umfasst das anpassen und kürzen der Videodateien, sowie die Anpassung (Format, Farbkorrektur, usw.) und die Anordnung der Clips in der Zeitleiste. Normalerweise wird hier alles aus den Gebieten der Audio/Tonbearbeitung, Effekte, Texte und Untertitel zusammengefügt, quasi der Feinschliff.
Audio und Ton sind wichtig für die wortwörtliche Verständlichkeit. Ob Verarbeitung der Originalaufnahmen oder das Nachsynchronisieren, die Erstellung von Soundeffekten oder das einfügen der Musik: Neben dem visuellen Aspekt ist der akustische Aspekt sehr wichtig! In Sachen Musik ist es übrigens SEHR ratsam auf das Copyright zu achten. Keine Probleme sollten selbstgemachte Musik und/oder freie Audiodateien sein.
Effekte fressen erfahrungsgemäß die meiste Zeit. Zu den Effekten zählen auch 3D Animationen, die je nach Projekt unerlässlich sein können. Eine sehr aufwendige Methode ist das Bearbeiten von Frame für Frame, hat allerdings den kleinen Vorteil, dass man auch ohne teures Effektprogramm auskommen kann und auch exakt arbeiten kann. Der große Nachteil: lange Bearbeitungszeiten und Aufwand. Texte können unerlässlich sein. Im Trailer bieten sie schlagkräftige Aussagen oder Stichwörter, können informieren oder neugierig machen. In einem Opening/Ending sind sie zudem ein mögliches Gestaltungselement. Logos an sich sind eher Bilddateien, lassen sich aber auch theoretisch zu den Texten zählen. Untertitel werden meistens bei einem internationalen Publikum genutzt. Beispiel: Die Tonspur ist deutsch und für eine Veröffentlichung auf einer Videoplattform spricht man ein größeres Publikum mit englischen Untertiteln an. Eine andere Verwendungsmöglichkeit bieten UT bei undeutlichen Videopassagen oder wenn eine unbekannte Sprache (z.B. elbisch) gesprochen wird. Ganz wichtig: Das Timing sollte stimmen und niemals zuviel Text in einem Bild. Auch die Schrift sollte in jeder Situation lesbar sein, weswegen Schrift mit kontrastartiger farblicher Umrandung geeignet ist.


(Die Angaben stammen aus verschiedenen Erfahrungen von derzeitigen Fanfilm Projekten. Sie sind nicht zwingend bindend, gelten jedoch als Anhaltspunkt und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.)



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