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Corsage Naehen [Diskussion]

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Corsage nähen


Corsage / Innenfutter mit Stäben nähen

Bild:Corsage-collage-S.jpg


Figurbetonte Oberteile kommen ohne eine zusätzliche "Verstärkung" oft nicht aus.

Ein stabiles Innenfutter mit Korsettstäben sorgt für den perfekten Sitz - vorausgesetzt natürlich, das Schnittmuster passt ;) Das Top wirft dann keine Falten mehr, die Taille wird betont, der Bauch macht sich flach, und das ganze verrutscht auch nicht mehr.

Soll das Oberteil geschnürt werden (wie ein Korsett), geht es sowieso nicht ohne Stäbe, da sich der Stoff sonst verzieht und über kurz oder lang einreißt.

Rigilène-Stäbchenband, Plastikfischbein (aus Kunststoff); gerade Korsettstangen und Spiralstäbe (aus Stahl)
Rigilène-Stäbchenband, Plastikfischbein (aus Kunststoff); gerade Korsettstangen und Spiralstäbe (aus Stahl)

Ich empfehle Spiralstäbe aus Stahl, diese gibt es vorgeschnitten in festen Längen (2cm-Schritte) zu kaufen, oder als Meterware, die man mit Zange / Seitenschneider selber ablängen und mit Endkappen versehen muss.

Spiralstäbe sind extrem stabil, machen aber jede Bewegung mit.

Gerade Stahlstäbe / Korsettstangen sind nur für komplett gerade Partien zu empfehlen, z.B. das Vorderteil an einem Barock- oder Rokoko-Mieder.

Plastikstäbe kann man zwar für leichtere Corsagen verwenden. Sie knicken aber schnell ab, wenn sie belastet werden, besonders wenn sie über den Körperrundungen (Taille / Hüfte) verlaufen, oder wenn das Mieder geschnürt wird.

Rigilène (Stäbchenband) kann man direkt auf den Stoff aufnähen, es eignet sich aber nur für leichte Versteifungen (z.B. auch an Kragenenden).

Fast alle Stäbe gibt es in verschiedenen Breiten. Je breiter die Stäbe, desto mehr halten sie aus. An manchen Stellen muss man aber schmale Stäbchen verwenden, damit sie nicht auftragen und sich gut der Rundung anpassen. Man kann auch mehrere Stäbchen nebeneinander setzen, um eine Stelle besonders stabil zu machen.

Die scharfkantigen Enden müssen unbedingt abgerundet und/oder mit Kappen abgedeckt werden, damit man sich nicht daran sticht.

Alle Stäbchen sind waschbar, am besten per Handwäsche mit einem milden Feinwaschmittel. Auf keinen Fall schleudern oder stark auswringen. Das Mieder zum Trocknen flach auf ein Handtuch legen, damit es sich nicht verformt.


Nähen des Corsagen-Futters

Nach einem Schnitt für ein figurbetontes Top / Kleid / Corsage schneidest du alle Teile einmal aus dem Oberstoff zu, und ein- bis zweimal aus einem leichten Baumwollfutter (oder aus festerem Baumwollstoff, wenn z.B. ein Schnürkorsett oder ein strapazierfähiges Kleidungsstück daraus werden soll).

Bei einem Kleid schneidest du nur das Oberteil (bis zur Hüfte) aus Futterstoff zu.

(Im folgenden Beispiel arbeite ich mit zwei Lagen Futter).

Nähe alle zwei bzw. drei Exemplare getrennt fertig. Sie müssen exakt deckungsgleich sein, achte deshalb besonders auf einen ordentlichen Zuschnitt und genau bemessene Nahtzugaben.

Bild:Corsage_buegeln.jpg

Schneide die Nahtzugaben bis kurz vor die Naht ein und bügle sie auseinander. An schwierigen Stellen (Rundungen, z.B. über der Brust) helfen dir Bügelhandschuh und Ärmelbrett.


Zusammensetzen des Corsagen-Futters

Die beiden Futterteile sind nun fertig.

(Da das Top (in meinem Beispiel) einen seitlichen Verschluss haben soll, wurden die Teile gegengleich genäht, d.h. beim einen ist die Öffnung auf der linken, beim anderen auf der rechten Körperseite.)

Bild:Corsage_futterteile.jpg

Dreht man eines der Futterteile "auf rechts" (=mit der schönen Seite nach außen), das andere "auf links" (=mit der Rückseite nach außen), und legt sie übereinander, dann liegen die Nahtzugaben verdeckt auf der Innenseite zwischen den Stofflagen. Somit sind von außen nirgendwo mehr unversäuberte Nähte zu sehen und es kann nichts mehr ausfransen oder auf der Haut reiben.

Bild:Corsage_futterteile2.jpg

Steck die Futterteile entlang der Nähte und Kanten zusammen. Achte darauf, dass die Nähte genau aufeinander liegen und die Nahtzugaben flach auseinandergebügelt bleiben.

Bild:Corsage_futterteile3.jpg

An den offenen Kanten (Hals-, Armausschnitt) kannst du die Teile aufeinander heften und die Kanten ggf. mit einem Zickzackstich versäubern.


Einsetzen der Stäbe

Nun erst kommen die Korsettstäbe ins Spiel!

Zeichne mit Stoffkreide den Verlauf der Stäbe ein. (Bei hellen Stoffen ggf. lieber mit Stecknadeln markieren, damit nichts durchscheint).

Bild:Corsage_tunnel-zeichnen.jpg

Stäbe werden i.d.R. entlang der Nähte platziert (v.a. auf den Seitennähten), ggf. entlang der vorderen und rückwärtigen Mitte, und vorne seitlich diagonal verlaufend (neben oder unter der Brust bis runter zum Bauch).

Hinten und seitlich dürfen die Stäbe maximal bis zu den Schulterblättern / Achselhöhle und bis zur Hüfte reichen, sonst behindern sie die Bewegung und machen eine unschöne Form.

Stäbe sollten möglichst nicht AUF der Brust verlaufen, um diese nicht platt zu drücken. Am besten probiert man das Teil einfach an und hält die Stäbe auf den Stoff, um die ideale Position herauszufinden. Sie sollen den Stoff stramm und faltenfrei halten, das Top am Runterrutschen hindern und die Silhouette (Taille / Brust) vorteilhaft betonen.

Bild:Corsage_tunnel-steppen.jpg

Steppe die Tunnel für die Stäbe auf. Nutze das Lineal der Nähmaschine, um immer zwei Steppnähte in gleichbleibendem Abstand zu machen. Der Tunnel muss einige mm breiter sein als das Stäbchen, damit es sich gut einführen lässt und der Stoff nicht spannt!

Nochmal aufbügeln, falls sich der Stoff durch das Aufsteppen der Tunnel verzogen hat.

Bild:Corsage_stab-rein.jpg

Zwischen die Lagen kannst du jetzt die Korsettstäbe in die Tunnel schieben. (Die Stäbe dürfen nur so lang sein, dass an den Stoffkanten noch genug Platz bleibt, um sie umzunähen bzw. mit dem Oberstoff zu verstürzen! Die Stäbe dürfen aber auch nicht zu kurz sein, sonst entfalten sie ihre Wirkung nicht und der Stoff bleibt labberig).

Tunnel unten zunähen und fertig ist das Korsagen-Futter!

Bild:Corsage-futter-fertig.jpg


Das Futter kann jetzt mit dem Oberstoff verstürzt werden.

Zum Verstürzen werden Corsagenfutter und Oberstoff "rechts auf rechts" aufeinandergenäht (d.h. die Stoffoberseiten schauen sich an).


Bild:wmg-corsage2.jpg


Die Nahtzugaben werden an den Rundungen eingeschnitten, dann krempelt man das Teil um: Zu sehen ist hier einmal die Futterseite (mit den Stäben) und die schöne Oberseite (auf der man weder Stäbe noch überflüssige Nähte sieht).

Die Corsage muss jetzt nur noch glatt gebügelt werden, und die offengelassenen Kanten und Verschlüsse (am besten von Hand) sauber vernäht werden.


Leichtes, einlagiges Futter für ein figurbetontes Oberteil
Leichtes, einlagiges Futter für ein figurbetontes Oberteil

Tipps & Tricks

Hinweis: Du kannst statt zwei auch nur eine Lage Futter verwenden.

In diesem Fall nähst du die Tunnel mit sog. Tunnelband - oder einfach mit festem Schrägband - auf die linke Stoffseite auf.

Der Nachteil dieser Methode ist, dass das Futter weniger stabil ist (ggf. einen festeren Stoff verwenden, möglichst in Köperbindung) und dass die Nahtzugaben zunächst offen liegen. Wenn du einen dünnen, hellen Oberstoff verwendest, können sich Stäbe und Nahtzugaben leicht abzeichnen.

Oberteile, die über einem Korsett getragen werden, sollten ebenfalls leicht mit Stäbchen versteift werden, damit sie keine Falten werfen und sich schön an das Korsett anschmiegen. Dafür reichen schmale Stäbchen in den Seitennähten und evtl. paarweise vorne und hinten.



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