| Alltag Traumwelt
(fühlen, Spiegel, Traum, Zweifel)
|
 |
Heute stehe ich auf und sehe im Spiegel, wie mir ein dummes Gesicht einen finsteren Blick zuwirft. Ratlos, verträumt, voller Zweifel gegen sich selbst und die Welt, in der es lebt.
|
Ich weiß noch Details aus meinem Traum. Ein Traum in dem eine alte, flüchtige Bekannte vorkommt, die ich nun nicht mehr leiden kann und ein guter Freund ist in meinem Traum, der allerdings kein guter Freund mehr ist, sondern mein fester Freund. Ich erinnere mich, dass wir in einem Discountmarkt einkaufen gegangen sind und ich der Bekannten danach beim Autoeinräumen eine Delle in den Kofferraum schlage, weil ich unachtsam war, aber ich bereue es auch nicht, weil ich wütend auf sie bin. Ich erinnere mich daran, wie mein Freund mich beleidigt: "Kannst Du nicht so hübsch sein, wie im Dunkeln?" und "Kannst Du nicht mal so gute Laune haben, wie mit Alkohol?"
Ich bin verletzt und laufe weg, zurück in das Kaufhaus, gehe darin durch eine Türe, und bin in einem Turm, der von innen wie eine groteske Mischung aus Mittelalter und Postindustrie aussah - uralt, aber metallisch, verrostet. Ich gehe eine unsicher wirkende Treppe hoch, es ist mir egal, hauptsache ich gehe weiter, weg von dem Schmerz, der mir zugefügt wurde.
Oben auf dem Dach des riesigen Discounters steht ein weiteres Kaufhaus, der selben Ladenkette, kleiner und leerstehend. Die Scheiben fehlen, alles ist staubig und voller Spinnweben. Einige vergessene Artikel lagern dort schon weit über ihr Verfallsdatum hinaus. Ich gehe hinein und fühle mich plötzlich einsam, verlassen.
Ich entschließe mich wieder zurückzugehen. Ich fühle weder Schmerz noch Zorn. In dem Turm bleibe ich mit der Jacke an irgendetwas hängen und irgendetwas heißes erwischt mich am Arm. Ich rieche geschmolzenes Polyester und sehe wie das Innenfutter aus der Jacke quillt. Ich vermute, dass ich mich dabei auch verletzt habe, aber ich interessiere mich nicht dafür, gehe wieder zurück.
Unten angekommen, kommen mir die Bekannte und mein Freund entgegen. Ich beachte die verachtete Bekannte nicht, sie hat es in meinen Augen nicht verdient, vonmir beachtet zu werden. Meinem Freund sage ich, dass er gehen soll. Nichtmal im Traum kann ich weinen, obwohl es sich unendlich traurig angefühlt hat, ihm das zu sagen.
Irgendwie stehe ich vor meinem Elternhaus und die Bekannte kommt vorgefahren, um das mit dem Blechschaden an ihrem Auto klarzumachen. Ich muss bezahlen. Habe keine Lust, meine Eltern darum zu bitten, woran aber kein Weg vorbeiführt. Sie zeigen aber überraschender Weise verständnis und ich sage von mir aus, dass ich es zurückzahle, sobald ich einen Job neben der Uni habe.
Dann kommt mein Freund und nimmt mich in den Arm. Es tut ihm leid, was er gesagt hat, sagt aber kein Wort. Ich verstehe ihn auch so und bin sehr glücklich, dass er zu mir zurückgekommen ist. |
| Nun schaue ich nicht mehr in den Spiegel, sondern auf den Laptop, auf dem ich diesen Traum in Worte gefesselt habe und ihn der Öffentlichkeit bloßstelle. Als gehöre er an den Pranger gestellt. Aber immer noch bin ich ratlos, verträumt und voller Zweifel... |
|
|
| 13.02.2008 13:36 |
[Verlinken] [Kommentare (1)] |
| Wie kann es sein...
(fühlen, Zweifel)
|
...dass das Glück sich ins Gegenteil kehrt?
Ich kann dieses Auf und Ab in meinem Leben langsam nicht mehr ertragen. Immer wenn es wieder besser wird (wie jetzt) mach ich mich schon auf den nächsten Sturz gefasst und kann mich so gar nicht richtig darüber freuen, dass es doch eigentlich Berg auf geht.
Mir ist alles irgendwie viel zu anstrengend und dennoch versuche ich meinen Geist durch körperliche Beschäftigungen abzulenken. Wie lang dauerts noch bis zum nächsten Zusammenbruch?
Ciao,
Miguel
|
|
| 08.11.2006 19:47 |
[Verlinken] [Kommentare (0)] |
| Blah...
(Denken, fühlen, Leben, Zweifel)
|
Ich weiß nicht wer ich bin, wo ich hingehöre oder was ich will. Nicht dass ich unter Amnesie leiden würde, aber ich bin mir zu gewohnt als dass ich mir ständig Gedanken über mich machen würde. Für mich bin ich einfach nur ich. Ich mache was mir gerade in den Sinn kommt oder was ich machen muss. Wie es zu den Sachen kommt, die mir in den Sinn kommen weiß ich nicht und das wird für außenstehende noch unnachvollziehbarer sein als für mich.
Ich stehe jeden morgen mit mir auf, verbringe den ganzen Tag mit mir und gehe jeden Abend in mein Bett - mit mir. Aber bin ich mir deshalb treu? Vieles was ich in der Zeit, die ich mit mir habe, mache schadet mir. Woher wissen andere Menschen was sie wollen, woher bekommen sie ihre Interessen und - was mir das größte Rätsel ist - wie finden sie ein Ziel, dass es wert ist dafür gegen den Alltag zu kämpfen?
Ich denke die meisten Menschen haben irgendwelche Ziele auf die sie zuarbeiten können, durch die ihr Alltag einen Sinn ergibt. Es gefällt ihnen zwar nicht immer was sie machen müssen, aber sie können sich sagen: "Das muss ich jetzt tun, damit ich meine Ziele erreiche." Bei mir ist das schon seit langer Zeit - seit meiner Geburt? - anders: Ich mache Dinge meist nur, weil ich nichts Besseres zu tun habe und nicht vor Langeweile umkommen will. Klar tauchen in meinen Freizeitbeschäftigungen immer wieder die gleichen Dinge auf, die man als Hobby bezeichnen könnte: Zeichnen, Schreiben, Lesen, Sport, Party. Aber ich könnte auf alles verzichten, wenn ich müsste. Ich fühle mich zu nichts berufen und zu nichts verpflichtet.
Viele Dinge - wie Lernen oder Zivildienst - tat und tue ich nur pflichtgemäß, um Stress zu vermeiden. dennoch erscheint mir Stressvermeidung auch kein würdiges Lebensziel.
|
|
| 04.11.2006 16:13 |
[Verlinken] [Kommentare (0)] |
|
|