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Chyox: And the saga continues...


Wen immer es angeht (Denken, fühlen, schreiben)


Wen immer es angeht,
ich war nie der Typ, der offen auf andere zugeht.
Ich weiß selbst nicht aus welchem Grund. Angst?
Ich versuche mich zu bessern,
habe in den letzten Jahren viele Fortschritte gemacht.
Wer mich kennt, weiß das.
Aber manchmal ist es wie früher
Und ich bin wie gelähmt. Machtlos.

Wen immer es angeht,
auf die Frage, wie es mir ginge,
ist meine Antwort meist gelogen.
Die Wahrheit zu sagen, wäre mir zu kompliziert,
es gäbe viel zu viel zu erzählen.
Das Chaos, welches oft in mir wütet,
kann ich gar nicht in Worte fesseln,
nicht einmal selbst begreifen.
Manchmal geht es mir auch „gar nicht“,
weil ich gar nichts fühle
und es mich für mich selbst gar nicht gibt.

Wen immer es angeht,
ich schleppe mich mühsam von Tag zu Tag
und frage mich, ob das nicht endlich ein Ende haben kann,
nur mit vagen Zielen und unrealistischen Vorstellungen bepackt
durch karge Landschaften zu wandern.
Das, was ich mir früher erträumt habe, liegt heute begraben
unter alltäglichen Gewohnheiten und schmerzenden Erinnerungen.
Diese Träume bäumen sich immer in Agonie auf,
wenn ich versuche sie auszugraben,
noch nicht bereit dazu sie ganz aufzugeben
oder die Hoffnung zu verlieren,
obwohl der Glaube schon lange davongeflogen ist.

Wen immer es angeht,
meine Persönlichkeit ist fragmentiert.
Es fällt mir schwer Ziele zu finden,
mich für eine Meinung oder einen Weg zu entscheiden.
Wenn ich mich festlege
rufen, schreien, weinen in mir andere Möglichkeiten,
andere Facetten meines Charakters,
aber ich lasse nur diejenigen an die Oberfläche,
die gerade am Lautesten sind.
Dann frage ich mich jedes Mal,
ob ich das Gesagte oder Getane morgen bereuen werde,
weil ich schon so oft bereut habe.
Die anderen sehen nur die Oberfläche,
halten mich für zielgerichtet und stark,
merken nichts davon, dass ich innerlich zerrissen bin.

Wen immer es angeht,
ich möchte kein Mitleid, auch keins von mir selbst.
Vielleicht geht es anderen genauso oder so ähnlich,
ich bin nichts Besonderes.
Ein paar Dinge beherrsche ich überdurchschnittlich,
aber in Vielem bin ich auch schlechter.
Diese Zeilen sind mir peinlich, aber…

…ich wollte denen, die es angeht,
mal sagen, wie es mir geht.


[In Anlehnung an ein Gedicht aus der Comedy-Serie "Roseanne", welches von Darlene vorgetragen wird.]

 
03.04.2008 21:02 [Verlinken]
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