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Interview: Hoellenhund Interview

Autor:  YUAL-Jury

Im August 2011 schaffte es Hoellenhund mit Herz aus Glas (Original) , im September 2008, und zuletzt mit Schmetterling (Original), im August 2011 , zur Kür. Vielen Dank für deine tollen Geschichten.
 
 

Du als Autor

- Was für Geschichten schreibst du?
Ich schreibe am liebsten fantastische Geschichten oder Geschichten, die mitten aus dem Leben gegriffen sind. Bei letzteren thematisiere ich gerne Situationen, die mich persönlich in dem Moment beschäftigen - zum Beispiel Konflikte mit Freunden oder im Studium. Diese fließen dann in irgendeiner abgewandelten Form mit in meine Geschichten ein.
Allerdings muss ich gestehen, dass ich mich seit 2008 immer weniger in der Prosa austobe und mich stattdessen Hörspielskripten zugewandt habe, die ich zusammen mit anderen Hörspielbegeisterten online produziere und kostenlos im Internet zur Verfügung stelle. Alle meine Hörspiele könnt ihr auf meiner Website unter www.lillyhidomi.de runterladen und anhören. Also wenn euch meine Geschichten gefallen, hört doch gern mal rein oder macht sogar mit, ich würde mich riesig freuen!

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Schreibst du nur Originale oder auch Fanfics?
Ich schreibe eigentlich nur Originale. Fanfics sind bisher nur im Rahmen von Wichtelaktionen entstanden.

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Welchem Genre bedienst du am häufigsten?
Fantasy und Romantik/Drama, denke ich. Aber für mich ist es ohnehin am schönsten, wenn die Genres Hand in Hand gehen und sich vermischen.

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Was bedeutet dir das Schreiben?
Schreiben ist für mich eine völlig eigene Sprache, eine Ausdrucksform. Ich kann über das Schreiben anderen mitteilen, was ich zu sagen habe. Aber natürlich ist für mich auch der Unterhaltungswert sehr wichtig. Wenn die Menschen meine Texte lesen oder meine Hörspiele hören und sich gut amüsieren und am Ende sagen können, dass es ihnen Spaß gemacht hat, dann bin ich glücklich.

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Wie lange schreibst du schon?
Kann ich schwer sagen. Ich habe, als ich noch in der Grundschule war, angefangen, auf der alten, mechanischen Schreibmaschine meines Vaters zu tippen - davor habe ich meiner Mutter meine Geschichten diktiert und sie musste sie für mich aufschreiben. Das fand sie wohl nicht so toll, deshalb hat sie mir sicher auch die Schreibmaschine angedreht.
Was ich auf jeden Fall anmerken sollte: Meine Rechtschreibung war eine Beleidigung für das Kulturministerium, kaum lesbar! Und deshalb möchte ich allen denjenigen, die auch Probleme mit der deutschen Rechtschreibung haben, sagen: Üben, üben, üben. Schreiben, schreiben, schreiben. Am besten mit Rechtschreibprogramm am Computer. Wenn man ein Wort das hundertste Mal falsch geschrieben hat, merkt man es sich irgendwann. Wenn ich es geschafft habe, schafft ihr das auch!

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Erinnerst du dich noch an deine erste Geschichte?
Nein, leider überhaupt keine Chance. Von meinen Kindheitsergüssen habe ich nichts archiviert.
- Wie gehst du vor, wenn du einen Charakter entwickelst?
Wenn ich mein Vorgehen analysieren muss, würde ich sagen, dass jeder meiner Charaktere einer Person ähnelt, die ich irgendwann in meinem Leben einmal getroffen habe. Was nicht heißen muss, dass ich diese Person besonders gut kennen muss. Besonders hervorstechende Charaktereigenschaften - zum Beispiel Karriere orientiert, arrogant, wortgewandt - gehen dann auf meine Charaktere über und werden noch ein bisschen ausgebaut, zugespritzt, wenn man so will.
Ich weiß, dass viele Menschen nichts von Stereotypen halten. Ich finde sie im Gegenteil aber sehr wichtig, um Charaktere klar zu zeichnen und verständlich agieren zu lassen. Außerdem steckt meiner Ansicht nach in jedem Stereotyp ein bisschen, oder auch ein bisschen mehr, Wahrheit.
Aber das alles läuft bei mir viel unbewusster ab, als es jetzt vielleicht klingen mag.

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Bist du deinen Charakteren manchmal ein bisschen ähnlich?
Ich hätte jetzt steif und fest behauptet: "Nein, auf keinen Fall!" Ich bin aber im Gegenteil schon oft darauf hingewiesen worden, wie sehr mir vor allem meine weiblichen Protagonisten in meinen Jugendhörspielen ähneln. Deshalb muss ich die Frage wohl mit: "Offensichtlich schon!" beantworten.
Ich glaube, man selbst bemerkt selten, wie sehr man sich wirklich in die eigenen Geschichten hineinschreibt.
- Wie entwickelst du eine Geschichte?
Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal gibt es einfach nur einen Funken - ein Bild, ein Verhältnis, eine Situation, ein Satz - der mich interessiert und um ihn herum strickt sich die Geschichte. Manchmal ist eine Grundidee aber auch einfach schon da und will nur ausgebaut werden.
In jedem Fall arbeite ich auf zwei verschiedene Arten: Manchmal plane ich eine Geschichte (einen Plot) mit all ihren wichtigen Eckpunkten durch, manchmal verfahre ich auch nach dem "Die or make any sense"-Prinzip.
Beides hat seine Vor- und Nachteile. Durchgeplante Geschichten können relativ leicht und risikolos niedergeschrieben werden, "Die or make any sense"-Geschichten haben zwei Möglichkeiten: Entweder sie werden absolut genial oder völliger Sondermüll. Aber was soll's, ich liebe das Risiko.
- Gibt es etwas, was du gar nicht schreiben kannst?
Sicher. Das sind im wesentlichen Situationen, die ich selbst nie auch nur ähnlich erlebt habe. So etwas kann ich niemals glaubhaft rüberbringen, darum schreibe ich auch nicht darüber.
Aber auch in den Genres Krimi und Horror fühle ich mich nicht zu Hause. Das liegt einfach daran, dass sie mich persönlich wenig interessieren.

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Wie gehst du mit einer Schreibblockade um?
Was ist das?
Wie sich die Menschen gerne darum streiten, ob es nun etwas namens "Talent" gibt oder nicht, möchte ich hier behaupten, dass es so etwas wie "Schreibblockaden" nicht gibt.
Ganz im Ernst: Das ist alles eine Frage der Einstellung. Wenn ich mal eine Woche nicht weiterschreibe, dann sage ich: "Ich habe im Moment keine Lust, zu schreiben. Keine Idee, keine Motivation." Viele sagen aber: "Ich kann nicht.". Das ist ein wesentlicher Unterschied. In meiner Version sieht man die Sache locker, in der zweiten Version macht man sich verrückt. Nur wieso? Wir schreiben doch (fast) alle zum Spaß und haben keine Abgabetermine, oder?
Nehmt euch doch die Zeit, wenn ihr sie braucht.
Ein Hörspiel-Autor sagte einmal: Während ich arbeite, sitze ich die meiste Zeit in meinem Garten, lese Zeitung und denke nach. Die wenigste Zeit schreibe ich.
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Welche Tipps würdest du einem Anfänger geben?
Das ist schwierig.
Ich könnte jetzt natürlich sagen: Lest Bücher, eignet euch an, was ein innerer und ein äußerer Konflikt, ein Plotpoint, ein Cliffhanger oder ein roter Hering (hihi) ist.
Stattdessen sage ich aber: Schreibt, was euch einfällt. Schreibt viel, lest viel, lernt, euch selbst einzuschätzen und Kritik von anderen zu akzeptieren und anzunehmen. Schreiben ist Kunst und keine Wissenschaft.
Und vor allem: Lernt die Geschichten, die ihr beginnt, auch zu Ende zu schreiben. Ich weiß, das ist schwer, aber man kann nicht sein Leben lang alles anfangen und nie etwas zu Ende bringen. Das ist eine Lektion, die jeder für sich lernen muss.

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Können wir auch in Zukunft auf weitere tolle FFs von dir hoffen?
Ich werde mich wirklich bemühen, künftig auch wieder ein paar mehr Prosatexte zu schreiben. Dann werde ich auch wieder neue Geschichten hier auf Animexx online stellen.
Im Augenblick arbeite ich allerdings an einer Kinderhörspielserie namens "Mukashi Mukashi". Sie soll Kindern ab 6 japanische Märchen auf spielerische Art und Weise näher bringen.

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Was hältst du von deiner YUAL-Wahl?
Was soll ich sagen? Ich freue mich natürlich riesig! Das ist jetzt mein zweiter YUAL und ich bin wirklich gerührt. Vor allem, weil meine Geschichten eigentlich gar nicht so wahnsinnig viele Kommentare bekommen - da zeigt mir YUAL einfach, dass es trotzdem Menschen gibt, die meine Geschichten bewegen.

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Was ist für dich als Autor das größte Kompliment?
Ich glaube, das größte Kompliment ist es für mich, wenn sich jemand mit meinen Geschichten oder Hörspielen wirklich auseinander setzt. Wenn ich einen Kommentar, eine Kritik, eine Rezension erhalte, der ich anlese, dass man sich intensiv mit dem Werk beschäftigt hat. Dabei ist es nicht wichtig, ob die Kritik am Ende eher positiv oder negativ ausfällt - wobei positive Kritik natürlich immer motiviert!
Aber nein - ich glaube, in Wahrheit ist es das allergrößte Kompliment, wenn Eltern mir sagen, dass ihre Kinder meine Hörspiele lieben und sie den ganzen Tag rauf und runter hören. Ja, das ist das größte Kompliment. Denn kein Erwachsener kann je so ehrlich und unvoreingenommen sein wie ein Kind.

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Schreibst du nur oder liest du auch?
Ich muss gestehen, dass ich lange Zeit nur geschrieben und so gut wie gar nichts gelesen habe. Das ändert sich im Moment ein bisschen - und das ist sicher auch gut so. Denn nur kann man neue Eindrücke bekommen, die die eigene Kreativität beflügeln.
Aber manchmal ist man beim Schreiben schon sehr auf sich und seine eigenen Werke fixiert, das muss ich gestehen.



Du als Leser

- Liest du auch Fanfictions?
Früher habe ich öfter Fanfictions, bzw. eigentlich eher Originalfictions, gelesen. Inzwischen ist das aber selten geworden. Nichtsdestotrotz hatte ich lange hier auf Animexx ein großes Vorbild. Ich denke, ich darf sie ruhig benennen. Und zwar die Schreiberliene. Ich habe ihre Geschichten abgöttisch geliebt und wollte immer so schreiben können wie sie.

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Was für Genre liest du am liebsten?
Ganz entschieden Fantasy. Vor allem Urban-Fantasy.

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Was war das Schlimmste, was du je gelesen hast? (Bitte keine Links oder Autorennamen.)
Ich glaube, die Geschichte hieß "Bastian und Régine" und war eine Fanfiction zu "Die unendliche Geschichte". Dieses Produkt (als Werk möchte ich es ungern bezeichnen) war so schlecht, dass es fast schon wieder gut war. Sehr amüsant zu lesen, kann ich nur empfehlen. Ich fürchte aber, die Geschichte wurde inzwischen von Animexx gelöscht. Aber vielleicht könnt ihr ja über Google noch etwas finden ;)



Verschiedenes

- Own Characters (OCs): Top oder Flop?
In Fanfictions? Flop! Mit eigenen Charakteren werden gut austarierte Serien ins Ungleichgewicht gebracht und funktionieren nicht mehr. Das Phänomen ist besser bekannt als "Mary Sue".
- Was ist besser: Fanfictions oder Originale/Freie Arbeiten?
Ich persönlich mag Originale lieber - natürlich, ich schreibe sie ja selbst. Gegen gute (!) Fanfictions habe ich aber auch nichts einzuwenden. Wichtig ist für mich dabei nur, dass sie sich in Sachen Charakterdesign und Charakterkonstellation, sowie dem Setting, nah am Original bewegen. Sonst kann man auch gleich ein Original schreiben.

-
Welches Genre kannst du gar nicht leiden?
Horror und klassischer Krimi.

-
Romanze mit Sonnenuntergang oder Action mit Kugelhagel?
Ich nehme die Romanze. Wenn darin ein Kugelhagel vorkommt, ist das aber auch in Ordnung ;)

-
Fantasy oder SciFi?
Fantasy!

-
Harry Potter oder Twilight?
Harry Potter, definitiv. Teil 1-4 habe ich als Hörbuch auf Kassette. Rufus Beck ist mein Held ;)

 

Die YUAL-Jury bedankt sich herzlichst für das Interview :)

 

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Datum: 23.03.2012 19:29
Hölly du bist die Heldin. ^.^ b
" /l、
(゚、 。 7
 l、 ~ヽ
 じしf_, )ノ____Liebe Grüße - Chrysalis

Avatar
Datum: 23.03.2012 20:13
Woohoo Hölli :D
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Datum: 24.03.2012 11:18
Oh, ähhh, ich wusste nicht, dass ihr den Weblog abonniert habt *lol*

Der Text ist aber doch ganz schön lang geworden (ups). Habt ihr das etwa alles gelesen? xD
Autoren sind vogelfrei
Sobald einer ihrer Texte an die Öffentlichkeit gerät.
Das ist ein Berufsrisiko
Doch für ein angekratztes Ego zahlt keine Versicherung...


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