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Newsmeldung von animexx

Thread-InfosVeröffentlicht: 13.07.2002, 17:12


News von  animexx
13.07.2002 17:12
Manga-Artikel in der Rheinischen Post
Newsmeldung von  animexx auf Animexx.de
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Am 11. Juli ist in der Rheinischen Post die Projekt-Beilage "Schüler lesen Zeitung" erschienen, in der auch zwei Artikel über Manga und Anime enthalten sind. Für das Projekt hatten Schüler verschiedener Schulen 6 Wochen lang mit der Rheinischen Post zusammengearbeitet und selbst Artikel geschrieben.
Den Wortlaut der beiden Schülerartikel findet man im Anhang.

Rheinische Post: Beilage "Schüler lesen Zeitung" vom 11.07.2002

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Animes wollen nicht zur Gewalt anregen

Die häufigsten Aspekte in Animes sind Menschen, die die Erde vor dem Untergang retten. Sind diese Aspekte nicht gut? Machen sie unsere heutige Jugend gewalttätig? Man liest in einer Jugendzeitschrift wie Yam: "Animes nichts für Jugendliche!"
Doch dies trifft nicht auf alle Animes zu. Jeder Anime ist unterschiedlich! Man kann also nicht jeden Anime mit dem anderen vergleichen, oder ist Digimon das gleiche wie Ranma oder Detektiv Conan? Man kann nicht sagen, dass Animes zu Gewalttaten aufrufen oder anregen, dazu wurden sie ja nicht gemacht. Es sind Zeichentrickserien, die sich von den typischen Serien unterscheiden. Sie sollen die Phantasie anregen und nicht die Kriminalität!
"Dragonball Z" ist gar nicht so brutal, wie man sagt. Es sind Kampfszenen drin, aber in einem Kampfanime ist das so typisch! Animes sind wirklich nicht brutal, oder hat man je gehört, dass ein Schüler aus Amerika, Japan oder sogar aus Deutschland durch einen Anime zum Gewaltverbrecher geworden ist? Nein, noch nie, und wenn diese Animes wirklich so gefährlich wären, würden sie immer spät nachts laufen und nicht mittags.
Jeder Anime will nur einen Zuschauer zum Zeichnen oder Schreiben eigener Storys anregen und nicht zu Gewalttaten! Man kann sich nicht einen Anime anschauen und sagen, dass alle anderen Animes gleich wären.

Markus Valerius, 8.4, Robert-Schuman-Gesamtschule, Willich

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Mangas tragen keine Tangas

Tja, lange mussten Fans warten, nun ist es so weit: Japanische Zeichentrickfilme und Comics sind endlich nach Deutschland übergeschwappt - und zwar unaufhaltsam. Zwar gibt es sowohl Mangas als auch Animes hier schon lange, aber der richtig große Erfolg bei Zeichentrickserien blieb noch bis vor kurzem aus. Warum? Da wäre zum Beispiel der Zeichenstil. Beim ersten Anblick findet man ihn vollkommen fremd - im Extremfall sogar abstoßend. Ebenso ist die Erzählweise und der Handlungsablauf einfach anders.
Und wie bei allen neuen fremden Dingen gab und gibt es auch auf diesem Gebiet Vorurteile. Besonders oft hörte (oder hört) man: "Das Zeug ist völlig hirnlos und verherrlicht Gewalt, sexistische Handlungen und andere schlimme Dinge." Es ist sehr schade, diesen Spruch dann auch noch ausgerechnet von jenen Leuten zu hören, die mit "Captain Future" oder "Heidi" aufgewachsen sind. Ja, ein "Unwissender" (das ist auf keinen Fall als eine Beleidigung gemeint) mag es vielleicht nicht glauben, aber diese beiden Serien sind Animes. Da sollte wohl doch mancher vor allem die Einschätzung "sexistische Handlung" überdenken.
Doch muss auch erwähnt werden, dass besagte Aussage nicht ganz falsch ist. Animes mit solchen Thematiken existieren durchaus - obwohl diese nicht gerade unbedingt der Kategorie "hirnlos" angehören. Nur sind es eben nicht alle.

"Alles Kinderquatsch!"

Dann ist da folgender Satz - spätestens sei "Pokémon" - mindestens genauso beliebt: "Alles nur Kinderquatsch!" Wie oft haben Fans das schon hören müssen? Schon wieder ist es eine unüberlegte Verallgemeinerung. Natürlich gibt es Animes, welche absichtlich auf Kinder zugeschnitten sind. Haben wir "Westlichen" nicht schließlich auch "Tom & Jerry", "Bugs Bunny" und "Mickey Mouse"?
Allerdings regt einen wahrscheinlich der Begriff "Quatsch" viel eher auf, womit wir zu Frage zwei kommen. Viele Animes sind tiefsinniger und vielfältiger als nur "Gut gegen Böse". Aber sie haben auch nicht immer zwingend diesen Inhalt. Es gibt Serien, welche sich mehr auf Humor oder das Alltagsleben konzentrieren. Natürlich ist es einfach nicht zu vermeiden, dass mehrere Genres zusammengemischt werden.
Doch nun mal abgesehen von der Art des Animes: Niemand kann behaupten, dass diese spezielle Zeichengattung nicht auf die Charaktere eingeht. Ihre Hauptdarsteller sind für gewöhnlich realistischer als man zuerst meint und auch interessanter. Man kann sich sogar selbst häufig mit einem solchen Charakter (in bestimmten Zügen) identifizieren.
Hier einige Manga- und Anime-Beispiele, die es in Deutschland gibt:
"Pokémon", die Zeichentrickserie, die wohl die Anime-Welle verursachte. Ist es wirklich nur Kinderquatsch, wenn ein Junge auf dem Weg zu seinem großen Traum oft gewinnt, oft verliert und dennoch nicht aufgibt? Oder ist es einfach nur hirnlos, wie dieser Junge sich solche Mühe gibt?
"Dragonball Z", ein (eigentlich) für ein "erwachseneres" Publikum gedachter Anime. Ist es wirklich nur Verherrlichung von Gewalt und bedeuten die Protagonisten sowie das eigene "Universum" nichts? Oder ist es einfach nur hirnlos, ein Abenteuer geprägt von Kampfkunst und Mystik zu verfolgen?
"Gundam Wing", ein Manga mit recht komplizierter Story, bei dem "Gut" und "Böse" nie richtig klar ist. Ist es wirklich völlig unsinnig, dem Leser zu zeigen, wie leicht die Grenze zwischen Richtig und Falsch verschwimmen kann? Oder ist es einfach nur hirnlos, ihn dadurch zu Gedanken über Richtig und Falsch anzuregen?
Hat man Antworten auf die Fragen gefunden, sieht man vielleicht doch die eine oder andere Besonderheit des Animes. Genau solche Attribute machen meiner Meinung nach Animes und Mangas bei uns langsam immer populärer. Ich gebe zu, selbst ein Fan zu sein.
Vielleicht hat dieser Artikel doch einigen etwas Klarheit gebracht. Manchmal muss man eben nur etwas genauer hinschauen, um dies zu erkennen: Japan hat es geschafft, ob man will oder nicht.

Xuan-Phung Bui, 9c, Werner-Jaeger-Gymnasium, Nettetal

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