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Newsmeldung von animexx

Thread-InfosVeröffentlicht: 17.10.2002, 19:54
Quelle: www.web.de


News von  animexx
17.10.2002 19:54
DPA-Meldung ueber Einzug japanischer Populärkultur
Newsmeldung von  animexx auf Animexx.de
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Die DPA veröffentlichte gestern einen ausführlichen Bericht über die wachsende Beliebtheit japanischer Kultur (Manga, Filme, Musik usw.). Zu lesen gibt es ihn im Anhang...
----------- dpa - Meldung vom 16.10.2002 16:10 Uhr Japan boomt: Filme, Comics, Musik und Essen aus Fernost sind «hip»

Frankfurt/Main (dpa) - Mit einem Manga-Comic in der Hand zum Sushi-Essen gehen, danach einen japanischen Film sehen oder zu asiatischen Klängen tanzen - wer will, kann inzwischen einen ganzen Abend à la Fernost verbringen, denn japanische Kultur wird in Deutschland immer beliebter. Japanische DJs erobern die Clubs, und für Filme aus dem Land der aufgehenden Sonne gibt es inzwischen eigene Festivals.

Den Wiesbadener Thorsten Haun faszinieren vor allem die «Gegensätze und Widersprüche zwischen dem traditionellen Japan und der oft schrillen, grellen Welt, die zum Beispiel in japanischen Filmen gezeigt wird». Früher dachte er, Japan bestünde vor allem aus «arbeitssüchtigen Anzugträgern», die sich in Europa höchstens für Heidelberg und Rüdesheim interessieren. Inzwischen hat er auf seiner ersten Japanreise «richtig coole, sehr offene und interessierte Japaner» kennengelernt.

Einer der stärksten Trends sind Comics aus Japan. So genannte Mangas werden immer mehr nachgefragt, sagt Winfried Secker, Inhaber des «Comica»-Ladens in Frankfurt. Sein Mitarbeiter Linus König kann verstehen, weshalb: «Die Themenpalette ist viel breiter als in europäischen Comics.» Dem Vorurteil, Mangas handelten vor allem von Sex, widerspricht er vehement: Es gebe für beinahe jede Zielgruppe spezielle Mangas, auch für Tierfreunde, Senioren oder Homosexuelle.

Als Gründe für die wachsende Nachfrage sieht er neben den lebensnahen Themen auch das rasante Erzähltempo und den günstigen Verkaufspreis. Puristen unter den Fans drängen deutsche Verlage, auch die deutschen Versionen in der ungewohnten japanischen Leserichtung - von hinten nach vorne - zu drucken.

Japanische Filme zeigt das «Nippon Connection»-Festival in Frankfurt, das vor zwei Jahren auf Anhieb 10 000 Interessierte aus ganz Deutschland anzog. Nach diesem Erfolg wurde die zunächst auf Filme konzentrierte Veranstaltung in diesem Jahr zu einem umfassenden Popkultur-Festival mit Kunst, Musik, Design, Videospielen, Esskultur und Partys ausgeweitet. In Köln gibt es eine ähnliche Veranstaltung, das «Cineasia»-Filmfestival, das vom Japanischen Kulturinstitut mitveranstaltet wird.

Manche Aspekte der japanischen Popkultur sind gewöhnungsbedürftig. Gerade in Film- und Fotokunst findet ein sehr offener, mitunter befremdlicher Umgang mit den Themen Sex und Gewalt statt. Zu den für westliche Wahrnehmung eher skurrilen Erscheinungsformen populärer japanischer Kultur gehören verrückte Fernseh-Spielshows wie «Takeshis Castle» oder «Sports Bakka», bei denen die Kandidaten zur Schadenfreude des Publikums seltsame Aufgaben lösen müssen.

Den meisten Jugendlichen sofort zugänglich ist dagegen die japanische DJ-Musik, die mit Künstlern wie Towa Tei oder Kyoto Jazz Massive in Clubs und Plattenläden Einzug erhalten hat. Kultstatus hat die DJane Hito, die mit ihrem «Cocolo»-Team an verschiedenen Orten Berlins japanische Suppenkultur («Ramen») mit entspannter DJ-Musik, Geisha-Lifeshow und «Nudel-Jockey» verbindet. «Japanische Clubmusik hat etwas sehr Entspanntes und zugleich Beschwingtes. Sie macht sofort gute Laune, und zwischendurch überraschen die DJs mit abgefahrenen Sound-Ideen», sagt die Mainzer Clubgängerin Marion Lamberti begeistert.

Das japanische Generalkonsulat unterstützt den Trend nach Kräften: «Wir möchten neben der traditionellen auch Popkultur nach Deutschland bringen», sagt Masaki Okada, Generalkonsul in Frankfurt. «Japan ist cool» lautet der Titel einer Präsentation, mit der der Generalkonsul Schulklassen besucht, um die Kultur seiner Landsleute zu vermitteln. In Zusammenarbeit mit der Deutsch-Japanischen Gesellschaft plant der Generalkonsul jetzt einen Aufsatzwettbewerb für Abiturienten. Hauptpreis ist eine Reise nach Japan.

«Durch die Mangas fangen viele junge Leute an, die japanische Sprache zu erlernen», stellt der Generalkonsul fest. Nach Angaben der Japanischen Botschaft hat die Zahl der Deutschen, die Japanisch lernen, stark zugenommen, sie liege jetzt bei rund 13 000.


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