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Newsmeldung von animexx

Thread-InfosVeröffentlicht: 11.01.2003, 10:55
Quelle: Sankei Shinbun


News von  animexx
11.01.2003 10:55
Japan: Manga in Deutschland "unschlagbar"
Newsmeldung von  animexx auf Animexx.de
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Im Sankei Shinbun in Japan erschien am 21. Dezember 2002 ein Artikel über Manga und Anime in Deutschland. Enthusiastisch wird von den Erfolgen der deutschen Manga-Ausgaben und von der Popularität von Manga als "Kulturphänomen" in Deutschland berichtet.
Den japanischsprachigen Originalartikel kann man hier lesen, eine Übersetzung befindet sich im Anhang.
[Übersetzt von Sany von Tran, entnommen von Comicforum.de]
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JAPANISCHE COMICS UNSCHLAGBAR IN DEUTSCHLAND [*]

"Sailor Moon" und "Dragon Ball" als die Millionenseller. Mit dabei Animesendungen und Kunstausstellungen.

In Deutschland, dem Herzen von Europa, hat "Manga" vollständig Fuß gefasst. Neben den japanischen Zeichentrickfilmen, die tagtäglich im Fernsehen ausgestrahlt werden, verkaufen sich die Taschenbücher von Comicsserien wie "Sailor Moon" und "Dragon Ball" in Millionenhöhe. Erscheinungen von Mangafiguren zu imitieren gehört mit zu den letzten Modetrends. Darüberhinaus läuft derzeit eine Kunstausstellung, die japanische Comics als ein "Kulturphänomen" vorstellt. Auch wenn "Shônen Jump" erst kürzlich in den USA veröffentlicht wurde, muss man von Deutschland als ein "führendes Land" sprechen, wenn es um den Verbreitungsgrad von Manga geht.
(Berlin / von Atsuo Seki)

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In einer ruhigen Straßenecke des Berliner Regierungsviertels sitzt der Verlag Egmont. Auf dem Stockwerk mit dem Redaktionsbereich wird räumlich eng beieinander an den Taschenbüchern von in Japan altbekannten Titeln gearbeitet wie "Vagabond", "Ranma 1/2" und "Crayon Shinchan" sowie an dem monatlichen Magazin "Manga Power", das japanische Comics vorstellt.

Der Goldesel der Firma ist die 18-bändige Serie "Bishôjo Senshi Sailor Moon" mit einer Rekordverkaufszahl von 1,4 Millionen Exemplaren. "Es ist ein monumentales Werk, mit dem die deutschen Mädchen, die bis dahin Comics vollkommen ignorierten, den Spaß daran entdeckten und sich in die Buchläden drängten." erklärt Produktmanagerin Mara Sauer.

In Deutschland wurden seit den 90er Jahren unter anderem "Alps no Shôjo Heidi" von Hayao Miyazaki, "Captain Tsubasa" sowie "Kaijû"-Filme [Anm. d. Übersetzers: Monsterfilme à la "Godzilla"] im Fernsehen ausgestrahlt, die einige Popularität für sich gewinnen konnten. Dank alledem vermochten Computerspiele, in denen altvertraute Figuren aus dem Fernsehen auftreten, wie auch die Mangataschenbücher und Monatsmagazine zu boomen.

Ein wichtiger Grund für den Erfolg war auch, dass die Verlage ihrerseits den Preis der Taschenbücher und Magazine in den Bereich von 5 Euro (ca. 600 Yen) herunterdrückten, was in etwa dem niedrigen Preis in Japan entspricht. Die vom Carlsen Verlag herausgebrachte "Dragon Ball"-Serie verkaufte sich mit ihren 42 Bänden bisher insgesamt 5,7 Millionen Mal.

Mitten in der norddeutschen Metropole Hamburg liegen die Deichtorhallen. Obwohl die dort veranstaltete Ausstellung "Manga - Die Welt der japanischen Comics" moderne und klassische Manga vorstellt, wird sie nicht nur von Fans besucht, sondern auch von Kindern und Schülern im Extraunterricht, die dabei auffallen wie sie feine Modelle von Mangafiguren und Godzilla skizzieren.

"Manga kann als das japanische Kulturphänomen betrachtet werden, das zu Popart geführt hat. Wenn man Manga versteht, versteht man auch die moderne Kultur Japans." sagte Zdenek Felix, der Leiter der Ausstellung. Dieses für Japan charakteristische "Kulturphänomen" hat bereits angefangen, die deutsche Jugendkultur zu beeinflussen. In Berlin und Hamburg war in diesem Sommer die "Mangamode" überall aufgetaucht, die das Aussehen von (Manga-)Figuren nachahmt.

"Die Kinder, die 'in japanischen Comics' sind, haben hier in den letzten Jahren enorm zugenommen. Und jetzt sind auch deutsche Comicszeichner aufgetaucht, die Mangas nachahmen." sagte Torsten Bruckenhauer, der Besitzer von "Kamikaze", einem Laden für asiatische Comics und Videofilme in Hamburg.
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[* Anmerkung des Übersetzers: Im japanischen Titel ist ein Wortspiel enthalten. Das erste Kanji des Wortes 独壇場 "dokudanjô" (dt. unschlagbar) steht gleichzeitig auch für 独 "Deutschland". Normalerweise würde "Nihon Manga dokudanjô" also nur "Japanische Comics sind unschlagbar" bedeuten, aber durch die Hervorhebung des ersten Kanjis 独 im Anführungszeichen gewinnt der Satz auch die Bedeutung, die in der Übersetzung verwendet wurde.]


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