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Newsmeldung von animexx

Thread-InfosVeröffentlicht: 14.08.2003, 08:20
Quelle: www.NRZ.de


News von  animexx
14.08.2003 08:20
Duisburgerin zeichnet für die Daisuki
Newsmeldung von  animexx auf Animexx.de
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Die nordrhein-westfälische Regionalzeitung "Neue Ruhr Zeitung" (NRZ) hat einen Artikel über Judith Park (19 Jahre) aus Duisburg veröffentlicht. Judith – beim Animexx unter dem Namen Kisu-Ayla bekannt – zeichnet schon seit 6 Jahren Fanarts im Mangastil. 2002 gewann sie den ersten Kölner Manga-Wettbewerb und Anfang 2003 beteiligte sie sich am Manga-Zeichenwettbewerb der Leipziger Buchmesse. Dort wurde Judith vom Carlsen Comics Verlag entdeckt und unter Vertrag genommen. Als Profi-Zeichnerin arbeitet sie seitdem an einem Mangaband, von dem einzelne Kapitel vorab in Carlsens Manga-Magazin "Daisuki" erscheinen sollen. Ein Erscheinugsdatum ist noch ebensowenig bekannt wie Details zu diesem Projekt. Judith verriet der NRZ aber, daß es sich um eine in der Gegenwart spielende Liebesgeschichte handelt.
Den gesamten Artikel kann man im Anhang lesen.
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NRZ - Neue Rhein Zeitung


Manga made in Duisburg

Gerade mal 19 Jahre alt ist die Duisburgerin Judith Park, aber sie hat bereits einen Vertrag als Manga-Zeichnerin beim Carlsen Verlag in der Tasche. (Foto: fotoagentur ruhr/Daniel Roth)

MENSCHEN / Die 19-jährige Judith Park zeichnet seit sechs Jahren stupsnäsige, großäugige Comic-Wesen. Das brachte ihr nun einen Vertrag als Profi-Zeichnerin im renommierten Carlsen-Verlag ein.

Wenn Patricia ihre Freundin Judith in der Nachbarschaft besucht , macht sie gern mal lange Finger. Natürlich nur mit Erlaubnis, die ihr Judith lächelnd erteilt, wühlt Patricia zuweilen begeistert in dem Papierkorb unter Judiths Schreibtisch und zuppelt das eine oder andere Blatt heraus, das diese bereits dem Weg alles Irdischen überantwortet hat. Ihre "Beute" nimmt sie dann freudig mit nach Hause, verwahrt sie oder hängt sie an die Wand. "Das find ich irgendwie total lieb", sagt Judith Park.

Das ist es sicherlich, aber vielleicht ist es auch weitsichtig von der Freundin. Denn aus Judith könnte durchaus mal eine Berühmtheit werden. Immerhin hat die 19-Jährige aus Duisburg-Rahm seit einem Monat einen Vertrag als Profi-Zeichnerin in der Tasche - beim Carlsen-Verlag in Hamburg. Und der ist nun wirklich keine kleine Nummer. Carlsen gibt solche Comic-Klassiker wie "Tim und Struppi" heraus, aber auch Kinderbücher. Einen der größten Coups in seiner Geschichte landete der Verlag, als er sich die deutsche Ausgabe der Harry Potter-Abenteuer an Land zog.

Unverkennbare Handschrift

Judith allerdings vertritt eine hierzulande noch relativ junge Stilrichtung grafischer Kunst: Manga. Das sind jene Comics mit stupsnäsigen, großäugigen, wuschelhaarigen Figuren, die von Japan aus ihren Siegeszug um die Welt angetreten haben.

Hierzulande begann er bescheiden mit der asiatischen Variante von Heidi auf dem Bildschirm. Weit größerer Beliebtheit bei Kids erfreuten sich später Serien wie Poke´mon, Sailor Moon und Dragon Ball. Auch Judith, deren Eltern vor fast 30 Jahren aus Korea nach Deutschland kamen, wuchs damit auf. Das prägt.

Schon als kleines Mädchen habe sie immer viel gezeichnet. Damals schlug ihr Herz noch für Disney-Figuren und für Tiere. Wovon ein realistisch gezeichneter Löwe von damals über ihrem Schreibtisch kündet. Mit 13 Jahren entdeckte sie ihre Vorliebe für Mangas. "Die habe ich dann nachgezeichnet. Erst im Laufe der Zeit entwickelt sich ein eigener Stil." Ob ihre Zeichnungen bereits eine unverkennbare Handschrift besitzen, vermag sie selbst kaum zu beurteilen. Andere schon. Schließlich konnte sich Judith im Herbst letzten Jahres beim ersten Kölner Mangazeichenwettbewerb gegen 359 Konkurrenten durchsetzen.

Den Gewinn von 1000 Euro hat Judith umgehend in ein neues Computergerät investiert, mit dem sie ihre eingescannten Tuschzeichnungen leichter und präziser colorieren kann. "Ich hab´ einfach Glück gehabt", meint sie bescheiden. Aber wohl auch Talent.

Der Kölner Wettbewerb, veranstaltet von Carlsen, einer Buchhandlung und einer Illus-trierten, brachte zwar noch nicht den Durchbruch. Dazu bedurfte es einer weiteren Veranstaltung in Leipzig. Dort wurde Judith leider ausjuriert, dafür meldete sich kurz drauf der Carlsen Verlag, um sie als Profi-Zeichnerin zu gewinnen.

Im nächsten halben Jahr nun arbeitet Judith an einem 180 Seiten starken Buch, das ganz in japanischer Tradition von hinten nach vorne gelesen wird. Einzelne Kapitel sollen vorab in der Manga-Zeitschrift Daisuki bei Carlsen erscheinen. Viel darf Judith über dieses Projekt nicht verraten. "Das unterliegt strengster Geheimhaltung", meint sie ernst. Leicht verlegen lächelnd verrät sie aber doch, dass es um eine Liebesgeschichte geht, die in der Gegenwart spielt.

Das Zeichnen, manchmal vier, fünf Stunden am Tag, verkürzt ihr das Warten auf die Zusage für einen Studienplatz. Studieren will die Duisburgerin, die im Juni an einem Düsseldorfer Gymnasium Abitur gemacht hat, Kunst und Biologie fürs Lehramt. Ihre Arbeiten für Carlsen schickt sie via Internet zur Begutachtung nach Hamburg. Vorher bekommt sie nur ihre zehn Jahre ältere Schwester Te-Schiem zu sehen. "Sie ist mein Korrektiv", lacht Judith.

12.08.2003 ULLA SAAL
Copyright: Neue Ruhr/Rhein Zeitung NRZ

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