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Und dann hat er ja gesagt

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Freude

Nach dem gestrigen Treffen mit Sakura stand das Treffen mit den vier Shinobi bevor. Ich zog mich an, frühstückte schnell, zog meine Maske rüber und verließ das Haus. Der Ort, an dem wir uns treffen mussten, war auf der Karte mit einem kleinen Kreuz markiert. Ich begab mich dorthin.
 

Als ich ankam, warteten da zwei Leute in der Anbu-Maske. Ich sprach sie mit dem Codewort an, es waren die richtigen. Kurz danach kamen die letzen beiden. Insgesamt waren vier Männer und eine Frau im Team. Wir besprachen die Mission an sich und alles drumrum. Es ging also morgen um 4 los. Ich fand das Team angenehm und verlässlich. Warum auch immer. Das Treffen dauerte 2 Stunden insgesamt, wir klärten aber sehr viel. Dann ging es nach Hause.
 

Zu Hause musste ich mich auf die Reise nach Kumo vorbereiten. Ich packte einen Rucksack mit Essen und etwas Kleidung. Es gab keinen Stichtag, an dem wir die Mission abgeben mussten, also packte ich entsprechend viel ein. Der Tag verging ziemlich flott mit dem Ganzen Beschäftigungskleinkramm und plötzlich war der Abend wieder da. Ich erledigte die Sachen, die ich vornahm, und mein Kopf füllte sich wieder mit Gedanken an Naruto. Verdammt, ich dachte, ich bleibe heute verschont. Als Sakura von Naruto und Hinata erzählte, vergaß ich sofort, dass ich ihn meiden wollte. Mir wurde plötzlich klar, dass mein Glück in meinen Händen liegt. Ich hätte früher zu ihm müssen, selbst wenn er mich abgewiesen hätte. Allein dass ich ihm erzählen würde, was ich empfinde, wie viel er mir bedeutet und dass ich mich schon immer um ihn kümmern wollte. Und dass ich es die ganze Zeit über peinlich und unangebracht fand und empfand es als zu eliminierende Schwäche. Ich wollte mich aber am meisten bei ihm für alles entschuldigen. Er würde mir vielleicht sogar vergeben. Hmmmm… Naruto… wie geht es dir so? Ich erzähle dir alles, okay? Aber erst nachdem meine Mission erledigt ist.
 

Am nächsten Tag ging es pünktlich nach Kumo los. Der Weg dauerte fast eine Woche. Im Laufe der Mission stellte es sich heraus, dass der Berater von einer unbekannten Gruppe mithilfe von einem Gadankenkontrolle-Jutsu ferngesteuert wird. In Kooperation mit Raikage und Kumos Shinobi unterbrachen wir das Jutsu. Daraufhin wurde die Allianzversammlung ausgerufen, um nach der geheimen Gruppe zu suchen. Das war allerdings nicht mehr unser Problem. Unsere Arbeit war erledigt. Raikage bedankte sich bei uns herzlich und veranstaltete für uns ein Festmahl. Ich lehnte allerdings höflich ab.
 

Die gesamte Operation dauerte vielleicht zwei Wochen. Währenddessen wurde eine sehr große Arbeit durchgeführt. Meine Teampartner waren sehr verlässlich, wie es mir beim ersten Treffen vorkam. Ich würde gern mit Ihnen wieder arbeiten. Nachdem alles vorbei war, brachen wir zusammen nach Konoha auf. Als wir nach Hause ankamen, verabschiedeten wir uns in einer sehr freundschaftlichen Weise. Wie gesagt, ich würde mich freuen, mit ihnen wieder arbeiten zu dürfen.
 

Ich legte meine Maske ab, als sie weg waren, und begab mich zurück in Richtung vom Uchiha-Viertel. Von unserem Ankunftsort war es eine gute Stunde bis nach Hause. Ich ging den ganzen Weg zu Fuß. Es war ein sehr schönes Wetter. Die Sonne wärmte mein Gesicht, die Vögel zwitscherten und die Pflanzen dufteten angenehm nach dem späten Sommer. Ich dachte, wenn Naruto das Wetter wäre, wäre er genauso. Es waren sehr komische Gedanken. Warum Wetter? Ich hatte ein seltsames Gefühl von Erfüllung und… einer Vorfreude? Worauf freue ich mich eigentlich? Als ob ich ein Kind war und auf meine morgige Geburtstagsfeier gespannt war. Ich war allerdings sehr gut gelaunt. Die Mission verlief gut, die Teampartner waren sehr professionell, das Wetter war schön… hmmmm…
 

Mittlerweile kam ich nach Hause. Ich lief durch das Uchiha-Viertel und irgendwas war anders, obwohl sich nichts änderte. Die Vorfreude strebte aus meinem Körper nach außen. Ich war euphorisch und mein Körper fühlte sich leicht an. Mir wurde bewusst, dass ich ziemlich dumm grinste und ein wenig hüpfte. Gott, was ist das für ein Gefühl?
 

Am Ende der Straße konnte ich bereits das Eingangstor zu meinem Haus sehen. Ich ging durch das Tor und diese euphorische Leichtigkeit vervielfachte sich. Was war das, verdammt noch mal?! Ich lief zügig zu meiner Tür und… ich glaube, ich verstehe jetzt, was das war.
 

Auf den Stufen vor der Tür saß Naruto und grinste mich an. Ich überflog kurz sein Äußeres. Er änderte sich optisch: er machte einen erwachseneren Eindruck, seine Gesichtszüge wurden ein wenig gröber und kantiger. Er grinste aber immer noch so, wie mit 13. Das Lächeln, in das ich mich einst verliebte… Generell wurde er weniger zierlich, sozusagen. Zwar war er niemals wirklich zierlich, mittlerweile sah er weniger jugendlich und mehr wie ein Mann aus. Und er änderte seine Frisur, seine Haare waren geschnitten. Das Einzige, was mir in seinem neuen Aussehen nicht gefiel. Wo waren die sonnigen unordentlichen Locken von damals?
 

Zu sagen, dass ich unendlich froh war, ihn zu sehen, ist nichts zu sagen. Es kribbelte im Bauch und ich hatte das Gefühl, ich würde mich im Freifall befinden. Er sprang auf und rannte zu mir. Wenn er es nicht gemacht hätte, hätte ich es vermutlich selbst getan.
 

-- SASUKEEEEEEE!!!! - schrie er auf und rannte zu mir. Es schien, als ob ihn nichts aufhalten kann.
 

Als er es machte, verspürte ich seinen lindernden Sonnenschein und die ganze Angst, die ich über die Jahre in mir sammelte, verschwand auf einmal. Ich vergaß plötzlich alles, was ich im Bezug auf Naruto tun und nicht tun sollte. Alle meine Regel, die ich für mich selbst aufstellte, waren nicht mehr wichtig. Hier und Jetzt bedeutete am meisten. Mir wurde plötzlich so warm und ich wurde ruhiger. Er warf sich in meinen einen Arm und hängte sich über meinen Hals. Er drückte mich fest an sich, seine Arme schlossen meinen Oberkörper um. Er legte seinen Kopf auf meine Schulter ab. Ich konnte seinen Atem auf meinem Hals spüren. Ich drückte ihn instinktiv an mich ran, mein Arm wickelte sich um seine Taille um. Es war eine sehr intime Umarmung. Freunde sollten sich eigentlich nicht so begrüßen, aber das passte zu unseren kuriosen Beziehung. Und ehrlich gesagt fand ich es umso schöner. Ich schloss meine Augen und atmete sein Geruch ein. Ich wollte für immer so mit ihm stehen bleiben. Am liebsten würde jemand uns in ein Marmorstück für immer einmeißeln.
 

Er löste sich nach ein paar Augenblicken von mir und meine Freude wurde etwas weniger. Es tat so gut ihn zu umarmen! Er guckte mich aufgeregt an, seine Augen waren genauso groß und unschuldig wie damals. Die ganzen Gefühle zu ihm, die ich all diese Jahre so mühsam unterdrückte, kamen wieder hoch. Er war so traumhaft schön! Ich konnte nicht aufhören, ihn anzulächeln, und starrte ihn regelrecht an. Ich wollte ihn nicht gehen lassen und nahm ihn automatisch fest in den Arm. Dann sagte er sehr zärtlich in einer weichen halbflüsternden Stimme:
 

-- Du hast mich auch doll vermisst, ha? - dieser kleiner Satz taute endgültig mein Herz auf. Ich liebe ihn doch… ich liebe ihn wie verrückt…
 

Ich traute mich, ihm in die Augen zu schauen. Er guckte mich auch an. Das machte mich sehr verlegen, weil unsere Gesichter sehr nah beieinander waren. Er lächelte leicht. Sein Lächeln war sehr liebevoll und romantisch. Ich konnte ihn nicht mehr angucken und nahm meinen Blick weg. Ich fuhr innerlich in einer Achterbahn voller Emotionen. Das Ganze tat so unglaublich gut! So würde ich mir es vorstellen, wenn er meine Liebeserklärung annähme. Es war eindeutig eine Liebesszene, nur ein Kuss fehlte. Ich erwartete sowas heimlich. Es wäre in dieser Situation auf jeden Fall angebracht. Soll ich ihm jetzt gleich alles erzählen? Soll ich? Ich bereitete mich ernsthaft darauf vor aber er löste sich von mir und sagte in einem weniger verträumten und eher freundlichen Ton, was meine gefühlsgesteurten Impulse zunichte machte:
 

-- Dann ist es sehr schön! Ich habe schon überlegt, was wir alles machen können. Ich muss dir noch so viel zeigen! Konoha änderte sich sehr in den letzten zwei Jahren. Wir müssen viele Orte unbedingt besuchen! Ich frage dich gar nicht, ob du Bock drauf hast, du kommst einfach mit.

-- Okay… - ich könnte jetzt nicht wirklich klar denken. Er konnte mit mir jetzt alles machen, was er sich nur wünschte. Ich würde ihm alles erlauben.

-- Du bist irgendwie komisch… ist was los? - er guckte mich besorgt an.

-- Nichts… - und dann fielen mir die Worte aus dem Mund, - ich bin nur froh, dich wiederzusehen.
 

Er sagte nichts, guckte weg von mir und lächelte wieder. Sein Lächeln wurde wieder liebevoll, verträumt und romantisch. Im nächsten Moment änderte sich sein Gesicht ruckartig, als ob nichts gerade eben passierte. Und dann sagte er entschlossen:
 

-- Na komm! Wir gehen jetzt! - er nahm meine Hand und zog mich fast gewaltsam hinter sich in der Richtung vom Tor.

-- Warte doch, - ich konnte endlich zu meinen Sinnen zurückkommen, - lass mich wenigstens mein Kram zuhause ablegen. Ich bin schnell wieder da.

-- Okaaaaay, - rief er mir energetisch hinterher, - ich warte!
 

Ich beeilte mich und machte alles hektisch. Ich schloss die Tür auf, schmiss meinen Rucksack auf den Fußboden und ließ die Tür wieder zurückfallen. Dann rannte ich zurück zu ihm.
 

-- So, jetzt können wir los! - er steckte mich mit seinem Enthusiasmus an.

-- Yaaaay! Rumhängen! Rumhängen! - skandierte er. Ich konnte nur schmunzeln. Warum war er mein Lieblingsmensch nochmal?
 

Es wurde ein sehr wunderschöner Tag. Er zeigte mir den neuen Aussichtsturm, das neue Kino, das Ichiraku-Ramen… Generell hörte er nicht auf zu reden. Er erzählte ein bisschen was über fast jedes neu gemachte Gebäude, an dem wir vorbeiliefen. Ich hatte ein nostalgisches Gefühl: er erzählt Sachen, ich höre ihm zu. Schön, dass alles immer noch beim Alten ist. Wir machten nebenbei kleine alberne Sachen zusammen und es ging mir richtig gut dabei. Er schenkte mir so viel Freude! Er scheint immer noch meine Sonne zu sein…
 

Er wurde irgendwann für einen Moment still und fuhr mit einem anderen Thema fort:
 

-- Ich möchte dich heute zum Abendessen einladen. Hinata kocht heute Katsudon, - ich fürchtete diesen Moment, wenn Naruto Hinata im Gespräch erwähnen würde. Und es passierte jetzt.

-- Neee, ich würde lieber zu Hause essen. Aber danke, - als Sakura mir die Beziehung von den beiden beschrieb, konnte ich es nicht ertragen. Wie soll ich dem noch zusehen?

-- Na komm! Hinata kocht ziemlich lecker. Außerdem könnt ihr euch etwas näher kennenlernen. Es wäre cool, wenn ihr euch befreunden könntet.

-- Es ist zwar sehr nett von dir, ich muss aber höflich ablehnen, - genau das wollte ich nicht. Ich wollte nicht Hinata kennenlernen. Ich wollte für immer so tun, als ob Naruto mir gehören könnte.

-- Sasuke… sei doch nicht so… hattest du heute etwa keinen Spaß?

-- Doch… heute war sehr schön… ich möchte mich bloß nicht mit den Leuten groß treffen…
 

Ich wollte tatsächlich nichts mit den anderen zu tun haben. Besonders nicht mit der Frau, die dich von mir stahl, Naruto… wenn du nur wüsstest, dass ich dich einsperren und nur für mich alleine behalten will, würdest du wahrscheinlich nie wieder was mit mir unternehmen wollen. Er grinste auf einmal so verschwörerisch und sagte:
 

-- Sind deine Augen nur mir alleine zugewandt oder was? - und er pikste mich in die Seite dabei. Irgendwie war es klar, dass er nur rumscherzte, es lag dennoch nicht weit von der Wahrheit weg. Verdammt, ich muss jetzt die Einladung akzeptieren.

-- Nein, so ist es nicht… - ich wollte mich schon weiter rechtfertigen, er unterbrach mich aber.

-- Schade, - sagte er mit einem seltsamen Gesichtsausdruck und guckte in den Himmel. Es schien sogar, er wäre traurig darüber. Dann schwang seine Art schon wieder ruckartig um, er lachte laut und herzlich und schaute mich wieder freundschaftlich an, - du nimmst sowas immer noch so ernst… - es erinnerte mich daran, dass er sich damals ab und zu tatsächlich solche Scherze erlaubte, - naja… wenn du jetzt absagst, werde ich traurig. So!
 

Mit diesen Worten fing er an, mir die Haare durcheinander zu bringen.
 

-- Okay-okay, ich komm mit! Hör damit auf!
 

Und so stand es fest, dass ich Hinata kennenlerne. Ich erwartete diese Stunde mit Unruhe. Noch waren wir unterwegs und Naruto erzählte Sachen, ich konnte aber nicht wirklich zuhören. Er fragte mich zuvorkommend, ob er zu viel redet und aufhören soll. Ich fand eigentlich seine Stimme angenehm und wollte nicht, dass er still ist. So oder so ähnlich sagte ich es ihm. Er fragte nicht mehr nach und erzählte weiter. Naruto hatte recht, sehr viel änderte sich. Und es war alles spannend. Ich spürte aber wie die Unruhe in mir mit jeder Stunde wächst. Schließlich kam die Zeit, zu Hinata zu gehen. Ich versuchte die Anspannung vergeblich abzubauen. Naruto redete auch nicht mehr so viel. Dann sagte er:
 

-- Morgen muss ich arbeiten. Ich bin mit meiner Exkursion noch nicht fertig, es gibt noch so viel zu sehen. Hol mich morgen von der Arbeit ab und wir machen weiter. Die neue Akademie ist an sich sehenswert, da könnte ich einen Rundgang für dich machen. Was denkst du?

-- Ich habe zur Zeit eh nichts zu tun… also nehme ich dein Angebot an.

-- Na Gott sei dank hast du dich erbarmt, Uchiha-san! - sagte er sarkastisch.
 

Ich schmunzelte kurz. Es schien, als ob er die ganze Sache mit uns einfach vergaß. Er lachte wie damals, er machte komische Scherze, er grinste mich genauso dumm an… ja, er ist eindeutig immer noch meine Sonne… Genauso einfach, unkompliziert und warm. Er gab mir das Gefühl, mich gern bei sich zu haben und meine Gesellschaft zu genießen. Und ich war überzeugt, dass er mich immer noch spürt.
 

Mittlerweile kamen wir zu Hyuuga nach Hause an. Hinata traf uns am Haupteingang. Naruto umarmte sie fast vorsichtig und küsste sie ganz kurz am Mund. Es fing also an. Ich beobachtete die beiden heimlich und ziemlich krampfhaft. Ich wollte, dass mir nichts entwischt.
 

Sakura beschrieb die beiden als DAS perfekte Paar. Sie hatte recht, sie sahen gut aus und er kümmerte sich um sie. Obwohl sie ja die Köchin war, teilte er das Essen aus. Hinata wollte es selbst machen, Naruto hinderte sie aber daran, warum auch immer. Ich bekam im Laufe des Abends mit, dass er ziemlich viele Kleinigkeiten für sie übernimmt. Auf den ersten Blick sah die Beziehung perfekt aus. Irgendwas fehlte aber. Weiß nicht genau, was es war. Ich dachte darüber den ganzen Abend nach.
 

Hinata änderte sich auch und war nicht mehr so schüchtern und redete auch für sich. Es kam mir vor, als ob sie für extrem wichtig hielt, sich mit mir zu verstehen. Mittlerweile fand ich den Abend erstaunlicherweise angenehm und genießbar. Naruto schloss uns nach dem Essenausteilen an und wir quatschten dann zu dritt über alles Mögliche. Dann sagte Hinata zu mir:
 

-- Sasuke-kun, ich hoffe, dass du weißt, dass wir dich zu unserer Hochzeit einladen. Du bist schließlich Narutos bester Freund, - es wirkte auf mich wie ein Messerstich in den Bauch. Ich war also nur ein Freund von ihm… - hat Naruto dir schon die Einladung gegeben?

-- Nein, wir waren heute ziemlich viel unterwegs…

-- Naruto, wo ist die Karte? - fragte sie ihn etwas strikt.

-- Moment… - er sprang auf und holte sie, - bitte schön!
 

Er übergab mir die Einladungskarte. Sie war ein Manifest davon, dass er niemals mir gehören wird. Ich verspürte daraufhin einen stumpfen Schmerz in meiner Brust und bemerkte, dass die Tränen gleich aus meinen Augen strömen. Bitte nicht jetzt! Nicht emotional werden! Es ist nur die Hochzeit deines besten Freundes, nichts weiter.
 

Ich nahm die Karte und machte sie auf. In einer schönen kalligraphischen Schrift stand der Einladungstext, der wie folgt anfing: "Wir freuen uns, unsere Liebe in einem Kreis von Freunden und Familie feiern zu dürfen…" Unsere Liebe, ha? Ihr liebt euch also… ich entschuldigte mich und ging auf Toilette. Ich schloss mich dort ein und guckte mich selbst im Spiegel an. Ich sah einen miserablen jungen Mann. Ich hatte jetzt ein sehr bedauernserregendes Äußeres. Ich sah gerade zu, wie die Liebe meines Lebens mit jemandem anderen verlobt ist und diese Person nun heiraten wird. Naruto, danke für heutigen Tag. Es war sehr schön mit dir. Ich weiß es sehr zu schätzen.
 

Ich wusch mir das Gesicht und verließ das Bad. Dann bedankte ich mich für das Essen, nahm Abschied von den Beiden und machte mich auf den Weg nach Hause. Naruto wollte aber mich bis zum Tor begleiten und kam mit. Warum nur?
 

Wir liefen stumm nebeneinander. Die Luft war dickflüssig, zäh und voll mit Verlegenheit. Es war richtig unangenehm. Endlich erreichten wir das Eingangstor und waren dabei, uns zu verabschieden. Er drückte mich fest an sich ohne ein Wort zu sagen. Seine Umarmung war so zärtlich und fürsorglich, dass es mich fast zum Weinen brachte. Ich schloss ihn wieder automatisch in meinen Arm um. Diesmal legte ich meinen Kopf auf seine Schulter ab und sein Rücken wurde zur meinen Festung. Ich fühlte mich so geborgen bei ihm. Die Entspannung füllte meinen gesamten Körper. Gleichzeitig kam der Gedanke an die Hochzeitseinladung und ich spannte mich wieder an. Ich verspürte schon wieder den stumpfen Schmerz in meiner Brust und ich klammerte mich daraufhin an ihm so fest, wie ich nur konnte. Ich wollte ihn nicht gehen lassen. In diesem Moment war er mein Naruto und ich wollte, dass es so bleibt… Wir standen so nur für ein paar Sekunden, es reichte mir aber um in den Himmel zu steigen und dann plötzlich zum Absturz gezwungen zu werden. Ich dachte nicht, dass meine Gefühle für ihn noch so stark ausgeprägt waren.
 

Er löste sich von mir und ich musste mit Hier und Jetzt zurechtkommen.
 

-- Dann bis morgen? - sagte er locker, als ob diese Berührungen nichts für ihn bedeuteten.

-- Ja. Wann soll ich bei der Akademie sein?

-- Komm um 15 Uhr, da sollte ich Schluss haben.

-- Abgemacht. Dann bis morgen!
 

Ich verließ die Residenz mit dem Loch in meiner Seele und ging zu Fuß nach Hause. Obwohl die Wirklichkeit wehtat, wollte ich trotzdem bei ihm sein. Ich wollte endlich ihm gehören. Eigentlich war es meinerseits bereits so, ich wusste nur nicht, ob er mich haben möchte. Er hatte schon wieder volle Kontrolle über meine Gefühlswelt, genauso wie damals. Nur nach einem einzigen Tag. Einfach erstaunlich. Ich kämpfe damals dagegen an und wollte genau das verhindern. Jetzt ließ ich mich einfach von diesen Gefühlen verzehren. Egal. Es ist zudem ziemlich angenehm, mich einfach fallen zu lassen und meine Gefühle zu ihm wenigstens in irgendeinem Umfang ausleben zu können.
 

Am nächsten Tag holte ich ihn von der Arbeit ab. Er zeigte mir erstmal die Akademie und danach besichtigten wir wieder interessante Orte von Konoha. Heutiger Tag wurde wieder sehr schön. Ich vergaß fast, dass es noch was anderes gibt, außer uns beiden. Er scherzte mit mir rum, lachte laut und machte teilweise unglaublichen Unsinn. Abends stiegen wir auf den Berg mit den Kage-Gesichtern um die Wette. Und zwar von vorne. Das war alles seine Idee. Als wir oben ankamen, war es schon dunkel und man konnte die Sterne beobachten. Er rief sehr energisch aber zugleich romantisch aus: "Ist es nicht schön?" setzte sich hin und starrte in den Himmel. Ich wollte mit ihm Sterneschauen gehen. Jetzt passiert es. Unglaublich! Es war so romantisch… ich wollte so doll ihn bei der Hand nehmen und meinen Kopf an seiner Schulter ablegen. Am liebsten würde ich ihn küssen. Stattdessen setzte ich mich neben ihm und wuschelte in seinen Haaren.
 

-- Heeeey! - empörte er sich übertrieben.

-- Warum hast du deine Haare abgeschnitten?

-- Alle sagten mir, ich würde unordentlich aussehen und dann ließ ich mich überreden. Und das ist das Ergebnis. Mir gefällt es doch irgendwie und Hinata zum Beispiel findet die Frisur auch toll. Und was denkst du? - er guckte mich direkt an.

-- Ich finde die alte Frisur besser…

-- Was?! Die mit den verrückten Haaren?! - er war sehr überrascht.

-- Ja, - das war ja wahr.

-- Wow, du bist die erste Person, die diese Meinung vertritt, - er guckte nachdenklich weg.

-- Das war deine "Visitenkarte" sozusagen… Jetzt es nicht mehr so. Ist halt schade.

-- Tja, das stimmt schon, - sagte er wieder sehr nachdenklich. Er änderte dann das Thema, - sag mal, Sasuke… du hast mich ja jetzt für ne Weile nicht gesehen… hab ich mich irgendwie geändert?

-- Was meinst du genau?

-- Na alles halt… charakterlich oder äußerlich… irgendwas.

-- Äußerlich definitiv… charakterlich kommst du mir genauso rüber, wie damals.

-- Hmmm… nicht so gut…

-- Wieso?

-- Ich versuche mich ja etwas seriöser zu verhalten. Ich möchte, dass mich die Öffentlichkeit als einen würdigen Nachwuchs-Hokage sieht.

-- Wow, es hört sich so erwachsen an…

-- Jaa, es soll auch so sein, - er seufzte, - es ist aber ehrlich gesagt so langweilig. Manchmal ist es sogar ziemlich anstrengend… Heute und gestern konnte ich mich seit langem richtig entspannen, habe schon lange nicht so gut gelacht - seine Worte rührten mich sehr.
 

Ich fragte mich, ob die Hochzeit auch Teil dieses "Erwachsenseins" war. Jetzt war eine perfekte Gelegenheit, dies rauszufinden.
 

-- Gehört das mit der Heirat eigentlich zum Erwachsenwerden? - fragte ich vorsichtig.

-- Teilweise ja, - sagte er entschlossen, - ich liebe Hinata, dann dachte ich mir, warum soll ich warten? Alles sofort richtig machen halt… ich kann mir eh keine bessere Frau wünschen.

-- Wie meinst du das jetzt? - das weckte mein Interesse.

-- Naja, sie ist… keine Ahnung… perfekt für mich… - er wurde irgendwie anders, als er das sagte. Er wollte eindeutig nicht darüber reden.

-- Ich hoffe, du wirst glücklich mit ihr, - ich drückte nicht nach.

-- Das hoffe ich selbst.
 

Beim Abschiednehmen umarmten wir uns wieder sehr intim. Ich wusste nicht, ob es einfach so ist, oder bedeutet es doch noch was?
 

Die nächsten Monaten waren die glücklichsten in meinem ganzen Leben. Ich durfte mich mindestens einmal pro Woche neben ihm befinden, normalerweise wurden es aber drei bis vier Tage pro Woche. Und es gab zweimal pro Treffen die magische Umarmung. Naruto war aber sehr schwer zu lesen. Manchmal wurde er zärtlich, nahm zum Beispiel liebevoll die Strähne weg, die mir ins Gesicht fiel, lächelte mich so verliebt und warm an oder nahm mich manchmal sogar bei der Hand. Dann nach nur einem Augenblick wurde er scherzend und unseriös. Dann wirkte er mal sehr ernst, besonders wenn ich ihn bei der Arbeit beobachtete oder immer, wenn er mit Hinata sprach. Dann war er ab und zu still und nachdenklich und sagte fast gar nichts. Es schuf nur Missverständnisse meinerseits. Ich konnte nicht verstehen, als was er mich wahrnimmt. Ich wusste es nicht und ich spürte, wie sein Verhalten die Unruhe in mir wachsen ließ. Unsere Beziehung ist immer noch kurios und kann sich nicht Freundschaft nennen… ich sehnte trotzdem nach ihm. Sein Sonnenlicht nahm ein wenig von meinem seelischen Schmerz weg jedes Mal wir uns sahen. Er machte mir klar, dass ich ihm nicht egal bin. Außerdem verstand er mich wortlos, sodass es manchmal gruselig war. Er spürte mich immer noch wie damals. Also lebte ich vom Treffen zu Treffen und jedes Mal, als ich ihn endlich wieder sah, kannte meine Freude keine Grenzen. Alles wie beim ersten Mal. Deswegen suchte ich aktiv Kontakt zu ihm und er schien alles mitzumachen. Solange er mich bei sich haben will, bleibe ich bei ihm.
 

Zwischendurch kamen natürlich die weniger spannenden Sachen wie Missionen. Ich erledigte in diesem Zeitraum zwei kleine Missionen in Suna und in einer kleinen Nation und eine etwas größere in Kumo, die insgesamt fast 3 Wochen dauerte. Dabei hatte es wieder mit dem Berater von Raikage zu tun. Ich vermisste ihn währenddessen so sehr. Jede Nacht, die ich unfreiwillig getrennt von ihm verbrachte, träumte ich von ihm. Dann war ich endlich wieder zurück. Die Szene vom ersten Treffen wiederholte sich, diesmal rannte ich aber zu ihm.
 

Naruto hatte auch ziemlich viel zu tun: Arbeit, Hochzeitsplanung und Hinata. Ich nutzte deswegen wirklich jede Gelegenheit aus, um mich mit ihm zu treffen. Und es kam so vor, als ob dies auf Gegenseitigkeit beruhte. Manchmal kam Hinata mit oder Naruto lud Sakura ein. Es war aber eher so, dass Sakura sehr viel arbeitete und Hinata wollte selten was unternehmen. Eigentlich war unsere Zweisamkeit eher zufällig. Und er gehörte in diesen Momenten nur mir und es fühlte sich richtig an. Ich schien meinen Platz gefunden zu haben.
 

Nachdem alle interessanten Orten von Konoha besichtigt worden waren, machten wir zusammen oft nichts spannendes: hockten zu Hause zusammen rum, kochten, räumten auf, gingen einkaufen oder erledigten sonst welchen alltäglichen Kram. Manchmal gingen wir irgendwo hin, es passierte aber eher selten. Ich fand unsere gemeinsame Zeit trotzdem sehr wertvoll und schätzte jede Sekunde, die ich mit ihm verbringen durfte. Und das Erstaunliche war, dass es niemals langweilig wurde. Uns ging niemals das Gesprächsstoff aus, wir lachten oft über irgendwelche Dummheiten und Naruto überredete mich ab und zu irgendwelche dummen Sachen selbst zu machen. Er machte natürlich selbst oft Dummes. Wir hatten auch mal ernstere Gespräche über das Leben, die Arbeit oder ähnliches oder machten mal was sinnvolles. Ich half ihm zum Beispiel seine Wohnung zu renovieren. Das Einzige, was ein unbenanntes Tabuthema war, war Hinata und Narutos Beziehung insgesamt. Wir redeten nie darüber und es war gut so. Es schien also, dass meine Sonne etwas längerfristig für mich da war. Meine Freude darüber war unbeschreiblich.
 

Eines Tages lud er mich zu einer Veranstaltung von der Akademie ein. Es war das jährliche Treffen für alle Absolventen. Ich sagte zu. Naruto war ohne Ende begeistert und überredete sogar Hinata mitzukommen und sorgte dafür, dass Sakura und Shikamaru frei bekommen. Er lud fast alle aus unserer Klasse ein. Er verbreitete sein Enthusiasmus überall, wo er auftauchte. Ich fand sein ununterbrechbares Tun anstrengend, sagte aber nichts dazu. Schlimmer war, dass er mich überall miteinbezog. Ich sah aber, wie viel Freude ihm diese ganze Vorbereitungen bereiteten, also machte ich seinetwegen mit.
 

Dann kam der Tag, an dem das große Treffen stattfand. Die ganze Akademie war seit einer Woche auf den Kopf aufgestellt. Heute fand ausnahmsweise kein Unterricht statt. Naruto half natürlich aus und nahm mich mit. Bis zur letzten Minute hatten wir volle Hände zu tun. Dann fing die Veranstaltung an. Sehr viele Gäste kamen. Der Abend lief gut und Naruto wirkte sehr zufrieden und froh. Das machte mich auch froh und ich vergaß die ganze Aufregung, die ich bei den Vorbereitungen hatte. Es lohnte sich im Endeffekt doch.
 

Wir feierten später auch, hauptsächlich mit unserer Klasse. Alle waren fröhlich und es herrschte eine gute Laune. Irgendwann bedankte sich Iruka-Sensei bei Naruto und meinte, er braucht nicht mehr aufzupassen. Naruto war zu dem Zeitpunkt sehr angetrunken. Er war am lautesten von uns allen und eigentlich war er der Hauptstimmungsmacher. Als alles vorbei war, war Naruto ziemlich besoffen und wollte mit dem Feiern nicht aufhören. Die meisten vertraten die gleiche Meinung. Dann kam der Vorschlag von irgendwo weiter feiern zu gehen und Naruto krallte sich in diese Idee fest und wurde ziemlich eklig. Hinata versuchte ihn zu überreden zu gehen, er weigerte sich dagegen eifrig und wurde sogar etwas grob mit ihr. Sie war im Endeffekt stinksauer und fuhr nach Hause. Sie bat mich darum, dass ich auf ihn aufpasse, und ich versprach ihr, dass er bis morgen unversehrt bleibt. Und somit begaben wir uns zu einer Bar. Die verbleibenden Säufer waren im Endeffekt nur Männer und Sakura.
 

Ich hatte eigentlich nicht wirklich den Bock weiter zu feiern, aber für Naruto stand außer Frage, dass ich dabei bin. Sakura war auch ziemlich angetrunken und war nicht mehr scheu, mich anzufassen. Ich mied sie um alle Kosten und klammerte mich an Naruto fest. Und Naruto klammerte sich fest ans Alkohol und daran, dass alle weiter trinken. Es war also ein ziemlich kurioser Abend. Ich fand mich irgendwann sitzend zwischen dem schlafendem Naruto von links und der besoffenen Sakura von rechts. Sie belästigte mich jetzt ziemlich eindeutig und versuchte mich die ganze Zeit zu küssen. Sie jammerte darüber, dass ich ihre Gefühle nicht respektiere und ich musste sie im Endeffekt trösten. Irgendwann reichte es mir. Ich rief einen Taxi für Sakura, steckte sie mit Gewalt ins Auto und schlug die Tür zu. Gott sei dank hatte ich sie nicht mehr an meiner Backe! Mein zweites Problem hieß Naruto Uzumaki und ich wusste nicht, was ich mit ihm machen soll. Er schlief fest und schien nicht selbständig laufen zu können. Ich rief deswegen für uns auch einen Taxi und wir wurden nach Hause gefahren. Ich musste ihn zum Auto tragen. Kiba, Shikamaru und Lee halfen mir dabei. Ich war sauer auf ihn. Wie kann man sich so besaufen?! Im Auto wurde er wach und fragte in einer sehr betrunkenen Stimme:
 

-- Wo sind alle?

-- In der Bar.

-- Okay… Wo sind wir dann?

-- Im Auto. Wir fahren nach Hause. Es reicht für heute.

-- Neeeeeeeein…
 

Und sein Kopf fiel auf meiner Schulter. Er schlief direkt wieder ein. Er schnarchte laut, sein Mund war weit offen und die Spucke lief ihm runter. Er war ziemlich unansehnlich. Ich atmete tief durch. Das Schlimmste an der ganzen Situation war, dass ich ihn gerade sehr süß fand. Warum, Gott verdammt?! Er war doch eine betrunkene Sau, sah entsprechend aus und verhielt sich dementsprechend. Aber irgendwie war er meine betrunkene Sau… ich machte ihm die Spucke weg, umarmte ihn heimlich und steckte meine Nase in seine Haare. Ich machte die Augen zu und lauschte seinem Schnarchen. Ich glaube, Alkohol wirkte noch in meinem Körper, weil ich ihn leicht an die Stirn küsste. Hoffentlich bekam er es nicht mit.
 

Wir kamen an und ich musste ihn schon wieder tragen. Diesmal bereitete es mir viel Probleme, mit einem Arm war Naruto schwer zu händeln. Ich legte ihn auf mein Bett, ging ins andere Zimmer rüber und bereitete Schlafenszeug für mich vor. Nachdem ich fertig war, ging ich ganz kurz zu ihm rein um gute Nacht zu wünschen. Ich setzte mich neben ihm und schaute ihn an. Schlafend sah er hässlich aus, dennoch aber sehr süß. Ich weiß nicht, wie sowas überhaupt möglich sein kann, Naruto meisterte es irgendwie. Er schnarchte richtig laut und sein Körper nahm eine krampfhafte unmenschliche Position an. Ich dachte, er würde unbequem liegen, und wusste nicht, ob ich ihn umlegen sollte. Ich ließ es schlussendlich. Gute Nacht, meine betrunkene Sau. Ich küsste ihn leicht an die Stirn und ging selbst ins Bett.
 

Ich bekam die Nacht keinen Schlaf und war die ganze Zeit nur am Rumwälzen. Und die ganze Nacht wollte ich zu ihm rübergehen und mich zu ihm legen. Ich wollte mich an ihn anschmiegen… ich wollte, dass er mir seine Wärme schenkt… Naruto… ich brauche deine Nähe so dringend… und ich liebe dich wie verrückt…
 

Diese Idee was aber leider ziemlich abstrus. Es war leider sehr unangebracht und es war unerträglich. Ich wollte zu ihm… und die ganze Nacht plagten mich diese Gedanken. Meine Schlaflosigkeit war auch Narutos Schnarchen zu verdanken. Er schnarchte so laut, dass die Fensterscheiben vibrierten. Mein Gott, Hinata tut mir irgendwie leid. Ich versteh jetzt, warum sie immer noch getrennt wohnen.
 

Am nächsten morgen hörte ich lautes "Sasuke?" aus meinem Zimmer. Ich war natürlich gerade dabei einzuschlafen und er weckte mich damit. Ich ging voll sauer rüber und guckte ihn strikt an:
 

-- Was? - fragte ich unfreundlich.

-- Guten morgen, - sagte er ziemlich schwach.

-- Was wolltest du? - ich war immer noch ziemlich sauer.

-- Kannst du mir bitte ein Glas Wasser bringen? Ich sterbe sonst, - seine Stimme zitterte.
 

Ich atmete nur tief durch und ging rüber in die Küche und holte ein Glas Wasser für ihn.
 

-- Hier, - ich drückte ihm das Glas in die Hand.
 

Er versuchte sich im Bett hinzusetzen, brach aber zusammen und lag wieder.
 

-- Kannst du mir helfen? - fragte er etwas jämmerlich.
 

Ich nahm ihm das Glas weg und stellte es ab. Ich überlegte kurz, wie ich ihm hochhelfe, ohne dabei viel machen zu müssen, und überlegte mir sofort was. Ich setzte mich auf seine Oberschenkel und hielt mein Pony hoch, sodass mein Rinnegan zu sehen war. Ich saß nun auf ihm und er guckte mich von unten an. Ich stellte mir sofort vor, wie es von hier aus weitergehen könnte und was wir alles in diesem Bett machen könnten. Ich erregte mich etwas dadurch… Naruto, du bist einfach nur zum Anbeißen!
 

-- Was machst du? - fragte er dumm.

-- Banshou Tennin, - sagte ich leise.
 

Sein Körper wurde ruckartig zu mir hochgezogen und ich fing ihn mit meinem Arm auf. Unsere Gesichter waren sehr nah beieinander und ich fing Narutos verwirrten Blick. Er guckte sich fragend um. Gott, alles was er macht, ist süß ohne Ende! Sein verpeilter Gesichtsausdruck und fragender Blick machten ihn zauberhaft. Ich konnte nicht mehr sauer auf ihn sein. Naruto… warum nur bist du so anziehend? Ich konnte mir ein heimliches leichtes Lächeln nicht verkneifen.
 

-- Stütz dich, - befiel ich ihm.

-- Okay, - er stützte sich mit einem Arm und löste sich dadurch von mir. Er nahm das Glas und trank es aufeinmal leer.
 

Ich musste nun von seinem Schoss weg und tat es sehr ungern. Ich wollte, dass er mich daran mit einem leidenschaftlichen Kuss hindert und mir zeigt, wie erwachsen er tatsächlich geworden ist. Ich wollte sein geheimes Vergnügungsmittel sein. Und ich wollte, dass er seinen Spaß auf einer sehr dreckigen Weise hat. Ich würde ihm alles erlauben… einfach alles… und somit würde ich seins werden und ich wünschte es mir so sehr. Die Gedanken daran kursierten wild in meinem Kopf und mein Körper reagierte darauf. Es war so unerträglich, dass ich kurz davor war, ihn mit Gewalt anzueignen. Naruto guckte sich aber immer noch dumm um und sah ziemlich bemitleidenswert aus. Er tat mir leid und ich konnte mich daraufhin beherrschen. Sowas ist zu falsch… er ist schließlich verlobt… ich atmete tief durch und fragte ihn:
 

-- Wie geht es dir?

-- Dreckig, das versteht sich von alleine, - er warf mir einen wehleidigen Blick zu, - ich betrinke mich ziemlich schnell. Und dir?

-- Nicht so schlimm. Ich bin eher müde, weil jemand gewisses wie ein Riesenwasserfall schnarcht. Ich bekam keinen Schlaf und jetzt weckte dieser jemand mich noch.

-- Tut mir leid, - sagte er verlegen.

-- Naja, nicht schlimm… ich kann schlafen, wenn du weg bist. Ich habe Hinata doch versprochen, dass du unversehrt bleibst.

-- Ist sie sehr sauer auf mich?

-- Ja, du bist gestern ziemlich eklig geworden.

-- Das kann sie nicht leiden. Sie geht auch teilweise meinetwegen nicht feiern. Ich mach aber selten sowas. Gestern hatte ich so viel Spaß mit euch, dass ich mich zu sehr reingesteigert habe. Besonders habe ich mich gefreut, dass du da warst und dass es dir gut ging, - er guckte mich müde und irgendwie liebevoll an, - hattest du Spaß oder habe ich dir doch den ganzen Abend versaut?

-- Alles gut. Ich hatte schon lange nicht mehr so richtig gefeiert. Gesteriger Abend ist ganz gut gelungen, oder?

-- Ja, denke ich auch. Den anderen ging es augenscheinlich auch bestens… - er wurde still und starrte bedrückt in den Boden, - ich muss jetzt Hinata anrufen.
 

Er versuchte aufzustehen und es misslang ihm. Er kippte um.
 

-- Soll ich dir helfen? - er tat mir so leid! Ich konnte nicht tatenlos dabei zusehen.

-- Es wäre nett, wenn du mir mein Handy bringen könntest… Es ist irgendwo in meinem Pullover.
 

Ich brachte ihm sein Handy. Er guckte es erstmal verwirrt an und dann bekam er es doch hin. Er drückte schnell die Tasten und das Handy machte unangenehmes Piepsen nach jedem Tastenanschlag. Er war fertig und bewegte sich nicht für einen kurzen Moment. Dann guckte er mich entschuldigend an und sagte leise:
 

-- Würdest du bitte rausgehen?
 

Ich ging wortlos weg. Ich hatte dabei ein ziemlich mieses Gefühl richtig schlimm ausgenutzt zu werden. Er muss mir eigentlich nichts und ich weiß, dass er heiratet. Gestern war ich freiwillig dabei. Er machte alles "richtig". Trotzdem fühlte ich mich so, als ob er mein Liebhaber ist und jetzt zurück nach Hause muss. Ich will ihn eigentlich nicht gehen lassen. Es ist einfach nur witzig! Weiß er überhaupt, was das alles mit mir macht und wie viel Bedeutung ich dem gebe? Er ahnt wahrscheinlich nichtmal von meinen Gefühlen zu ihm. Ich wusste selbst bis vor kurzem nicht, dass meine Gefühle so stark sind. Ich nehme solche Sachen immer persönlich, obwohl es nichts mit mir zu tun hat. Ich hörte doch Hinata, ich bin sein bester Freund. Nichts weiter.
 

Während ich draußen saß, verspürte ich einen sehr komischen Kummer. Ich war nicht böse auf ihn, ich wollte ihn nicht umbringen, ich wollte nichtmal Hinata loswerden… ich war nur über diese unglücklichen Umstände traurig. Es ist alles nicht hingehauen. Es ist alles so, wie es nicht sein soll. Und ich konnte nichts damit machen. Einfach gar nichts.
 

Ich würde zwar Sakura nicht zustimmen, dass Naruto und Hinata das perfekte Paar sind, aber ich bekam mittlerweile mit, dass Narutos Absichten ernst gemeint waren. Hinata schien auch mit allem einverstanden zu sein. Deswegen wird er seine Entscheidung nicht ändern. Die Hochzeit war nicht aufzuhalten. Das Einzige, was ich jetzt noch tun kann, ist die verbleibende Zeit mit ihm zu genießen. Und am Ende muss ich meine Sonne endgültig gehen lassen.



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Kommentare zu diesem Kapitel (2)

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Von:  Scorbion1984
2017-08-08T06:13:55+00:00 08.08.2017 08:13
Super geschrieben ,trauriger Sasuke !
Ich bin der Meinung Hinata und Naruto passen nicht zu stammen ,sie war nie seine Sonne!
Eigentlich war er doch immer in Sakura verliebt ,da das nichts wird sollte er sich Sasuke schnappen ,aber nicht Hinata !
Antwort von:  suugakusan
08.08.2017 09:24
Du bist immer noch dabei! YAAAY! Danke :D

Die Endpaarungen sind schrecklich, meiner Meinung nach. Außer Temari und Shikamaru macht keine von denen Sinn. Aber Naruto und Hinata regen mich am meisten auf. Und ein zweistündiger Film kann es nicht gerade biegen.

Wenn die Macher nicht das gewünschte Ende liefern, macht man sich halt ne eigene :D
Antwort von:  Maren-san
13.09.2017 04:52
1.bisher gute geschichteauch wenn ich die dialoge etwas komisch finde und sasuke zu ...ich sag jetzt mal süchtig... zu ihm ist.... 2. tema und shika ja definiv aber ino und sai finde ich auch nicht schlecht...aber das mit hinata kann ich nur zu stimmen.... unter den mädchen hätte ich sakura besser gefunden...aber ganz ehrlich er passt wirklich am besten zu sasuke!!!!
Antwort von:  suugakusan
13.09.2017 08:31
Danke für den Feedback und fürs Lesen an sich!

Ich glaube, das mit den Dialogen und Sasuke wird nicht besser :D vielleicht macht dir dann die Geschichte im Endeffekt kein Spaß deswegen. Dann würde es mir leid tun :D Wenn du sie trotzdem durchziehst, wäre es natürlich cool, aber wenn nicht, dann kann ich es nachvollziehen. Es ist halt kein Profi-Werk und viel geschrieben habe ich auch nicht, also habe ich keine Ahnung. Ich wollte hauptsächlich meine Gedanken zum Thema äußern.


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