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You light up the path

von

Vorwort zu diesem Kapitel:
Kleine Anmerkung, weil einige sich gewundert hatten über Viktors Befund: In Kapitel 2 wird dieser bereits erwähnt. Deshalb war die Blutspende auch etwas 'leichtsinnig' von ihm. Aber alles für sein kleines Katsudon. ;-;
Nun zu diesem Kapitel: Der Schreibprozess war diesmal leider ziemlich zäh; Drama, Emotionen und plötzlich geht's zur Sache. :V
In den Nächsten gibt es wieder mehr Input, dieses diente zur Aussprache. :D

Aber jetzt habe ich erst einmal Uuuuuurlaub! Gamescom und Frankfurt Urlaub! *^* Komplett anzeigen

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Aussprache

Besorgte Augen fokussierten den russischen Eisläufer, während dieser sich überlegte wie er den Befund, den er vor Wochen erhielt, in Worte fassen konnte. Er spürte wie Yuuris Hand auf seinem Rücken zitterte und er hatte Schuldgefühle, es ihm nicht eher gesagt zu haben. Ein Seufzen kam über seine Lippen.
 

"Ich.. Wir müssen reden.", sprach er zögerlich. Er sah auf, bemerkte wie sei Verlobter versuchte ruhig zu atmen. Wahrscheinlich gingen ihm gerade die wildesten Theorien durch den Kopf, nur weil Viktor nicht wusste wie er es erzählen sollte.

Vom Wohnzimmer konnte man Musik und die lauten Stimmen ihrer Freunde hören. Auch während ihrer Abwesenheit feierten sie eifrig weiter.
 

"Stechen in der Brust?", wiederholte Yuuri die Worte seines Trainers. "Etwa dein Herz?"
 

Noch vor fünf Minuten lachte der Japaner und das Glück stand ihm breit ins Gesicht geschrieben. Viktor verfluchte seinen Körper dafür, diesen Moment ruiniert zu haben. Nach all dem was passiert war, könnte ihnen das Schicksal ruhig eine kleine Verschnaufpause gönnen.
 

"Bitte mach nicht so ein trauriges Gesicht. Ich kippe schließlich nicht gleich tot um.", versuchte Viktor zu scherzen, doch es ging völlig nach Hinten los. Yuuri sah ihn mit weit aufgerissenen Augen an. Es lag soviel Fassungslosigkeit und Angst in seinem Blick, dass der Russe seine Worte sofort bereute. Es war nicht die klügste Wortwahl, aber er wollte die Situation lockern, stattdessen machte er es noch schlimmer.
 

"Okay, hör mir zu. Vor ein paar Monaten hat mich Yakov zu einem Arzt geschickt, weil meine Leistung beim Training deutlich nachgelassen hatte. Es wurde ein Blutbild angefertigt und eine leichte Herzschwäche festgestellt. Es ist nicht weiter tragisch, wirklich.", erklärte Viktor seinem Verlobten.
 

Die Anspannung des Jüngeren schien etwas nachzulassen, doch sein Blick war noch immer besorgniserregend für Viktor. Statt Angst konnte er plötzlich Wut darin erkennen. Yuuri war wirklich sehr emotional und manchmal war es schwer für den Russen damit umzugehen - dieser konnte nämlich sehr schnell ungewollt wie ein Trampel reagieren.
 

"Nicht weiter tragisch? ", wiederholte der Jüngere, seine Stimme klang dabei höher als gewöhnlich. "Hast du mit Yakov über das Ergebnis gesprochen? Was bedeutet es für dich? Deine Gesundheit? Deine Karriere? "
 

Wie er es von Yuuri erwartet hatte, dachte dieser um einiges weiter als er selbst. Ein trauriges Lächeln zeichnete sich auf seinen Lippen ab.
 

"Es wird meine letzte Saison als aktiver Läufer sein.", antwortete er knapp.
 

Er senkte den Blick, schaute auf die Bettdecke und sah wie Yuuri nervös seine Hände knetete. Als er hörte wie dieser nach Luft japste, schaute er auf und musste feststellen, dass sein Verlobter verzweifelt versuchte nicht in Tränen auszubrechen. Genau davor hatte Viktor solche Angst gehabt.
 

"Yuuri, ich-"
 

"Wann wolltest du mir sagen, dass wir nie wieder gemeinsam auf dem Eis stehen werden?!", unterbrach er ihn. Seine Stimme versagte und er schluchzte laut. Es brach Viktor das Herz. Er fand keine passenden Worte, also senkte er erneut den Blick, versuchte dem Anblick zu entkommen.
 

Plötzlich klopfte es an der Tür und man hörte die lauten Stimmen von Phichit und Yuri, wie sie nach ihnen riefen und es klang irgendwie danach als hätten sie sich schon ein wenig am Bier und Wein zu schaffen gemacht.
 

Ohne das jemand der Beiden sie rein bat, traten sie ein und sie mussten feststellen, dass sie nicht mal abgeschlossen hatten.
 

"Wo steckt ihr denn, Männer?! Yurio hier, verträgt ja wohl mal gar nichts. Ich dachte du bist 'ne Russe?", bemerkte er, während er ihn mehrmals mit dem Zeigefinger anstupste. Genervt drückte er den Thailänder von sich weg.
 

"Nenn mich nicht Yurio! Und du musst gerade reden!", fauchte er, daraufhin wendete er sich wieder Yuuri und Viktor zu. "Bewegt ihr eure Hintern jetzt mal ins Wohnzimmer? Ihr könnt heute Abend immer noch... eh... machen was ihr wollt! Ekelhaft!"
 

Viktor setzte ein Lächeln auf, wie er es auch vor der Presse und für das Fernsehen tat. Yakov hatte ihn so sehr darauf gedrillt, dass es kein Problem für ihn war zu Lächeln, obwohl ihm nach Weinen zumute war.
 

"Wir kommen gleich.", antwortete er. Die Beiden wollten sich nicht damit zu Frieden geben, doch Chris tauchte hinter ihnen auf, packte sie am Kragen und sorgte dafür, dass sie das Zimmer verließen.
 

Yuuri hatte sich zwischenzeitlich unauffällig mit seinem Ärmel die Tränen weggewischt. Er schaute starr zum Boden, schien noch trauriger, als an dem Tag als er erfuhr, selbst eine längere Zeit aussetzen zu müssen, was das Eislaufen betrifft.

Viktor dachte verzweifelt darüber nach, was er sagen könnte, doch glücklicherweise unterbrach der Jüngere das unangenehme Schweigen im Raum endlich.
 

"Ich... muss das wohl erst einmal verdauen. Tut mir Leid.", murmelte er.
 

"Nein..., mir tut es Leid, dass ich nicht eher etwas gesagt habe, aber ich wusste einfach nicht wie. Dann kam der Unfall und... es tut mir so Leid, dass das Alles passiert ist. Ich hätte dich aufhalten müssen. Ich hab als dein Trainer versagt."
 

Es war nicht geplant, doch auf einmal kam alles wieder hoch und obwohl Viktor seinen Verlobten nicht auch noch mit seinen Schuldgefühlen belasten wollte, sprudelte in diesem Moment alles aus ihm heraus. Er vergoss dabei keine Tränen, er schaute einfach nur starr zu Boden.
 

Aus dem Augenwinkel bemerkte er wie Yuuri sich ihm wieder zu wand. Er spürte wie eine Hand durch sein Haar strich, seinen Nacken hinunter und schließlich auf seinen Schulterblättern verweilte. Eine Gänsehaut breitete sich bei den Berührungen über seinen Körper aus.
 

"Es ist nicht deine Schuld gewesen.", antworte er ihm. Seine Stimme war ruhig und bedacht. "Es ist passiert und es ist nicht mehr zu ändern."
 

Viktor sah ihm in die Augen und seufzte. Der Tag hatte so wunderbar angefangen. Sie waren glücklich und lachten, hatten sich endlich offiziell verlobt und nun saßen sie hier und die vergangenen Wochen belasteten sie mehr denn je. Zusätzlich kam jetzt noch sein Befund dazu.
 

"Ist es sicher für dich wenn du diese Saison noch läufst? Wird es dir auch nicht schaden?", erkundigte sich Yuuri besorgt, woraufhin der Ältere nickte.
 

"Ich muss Ruhephasen einhalten und genauer auf meine Ernährung achten, aber der Arzt sagte ich kann dieses Jahr ruhig noch antreten. Yakov stellte nur die Bedingung das ich mich regelmäßig untersuchen lassen.", erklärte er.
 

Yuuri nickte, stimmte Yakov damit zu. Er atmete tief ein und seufzte dann kaum hörbar.
 

"Darf ich mir etwas wünschen?", fragte der Japaner plötzlich.
 

"Natürlich.", antwortete er direkt.
 

"Wir beenden die kommende Saison gemeinsam... zur Gala. Wir laufen noch ein letztes Mal gemeinsam."
 

Viktor betrachtete ihn, genoss das entschlossene Funkeln in seinen Augen, welches ihn zu einem breiten Lächeln motivierte. Er nickte und nahm die Hand seines Verlobten, drückte sie fest.
 

"Deal."
 


 

Nachdem die Beiden sich ausgesprochen hatten, umarmten sie sich eine Weile. Viktor spürte wie fest Yuuri sich an ihn drückte. Es musste ihm schreckliche Angst gemacht haben, zu sehen wie er Schmerzen hatte. Viktor küsste seine Stirn, streichelte dabei beruhigend seinen Rücken. Er war der Meinung Yuuri sollte lieber an seine eigne Gesundheit denken, anstatt sich auch noch Sorgen um ihn zu machen, aber der Russe war da nicht besser.

Bevor sie sich wieder zu den Anderen im Wohnzimmer gesellten, musste Viktor seinem Verlobten versprechen immer die Wahrheit über seine Gesundheit zu sagen. Er verlangte das Gleiche von ihm.
 

Sie feierten gemeinsam mit ihren Freunden bis in die Nacht hinein. Aßen und tranken, unterhielten sich und sprachen über Pläne für die Zukunft. Man merkte schnell wie das Thema "Eiskunstlauf" außen vor gelassen wurde, obwohl es sonst natürlich das Hauptthema war. Es schien Yuuri eher zu amüsieren als zu stören. Viktor wusste, dass es ohne den Druck der Anderen angenehmer war, für Yuuri sich zurück aufs Eis zu kämpfen.

Wie noch im Krankenhaus angekündigt, kontaktierte Yuuris Physiotherapeutin ihn am späten Nachmittag und sie machten einen Termin für den nächsten Tag aus. Als sein Trainer würde Viktor die Stunden begleiten und darüber war er ganz froh.
 

Nachdem die Gäste langsam alle das Apartment verlassen hatten und in ihre Hotels gingen, machten sich die Beiden frisch Verlobten fertig für die Nacht. Für den morgigen Abend hatte der russische Eisläufer noch eine Reservierung in einem der besten Restaurants der Stadt getätigt, dem Percorso. Es sollte als Abschiedsessen dienen, bevor die meisten ihrer Freunde und Kollegen wieder die Heimreise antreten mussten.
 

Viktor meinte er würde Morgen aufräumen, worüber Yuuri nur schmunzeln konnte. Wahrscheinlich hatte er andere Dinge im Kopf als aufräumen. Und so war es auch. Ohne Vorwarnung nahm der Russe Yuuri auf seine Arme und trug ihn ins Schlafzimmer. Makkachin bellte und wedelte aufgeregt, als der Jüngere vor Überraschung einen kleinen Schrei ausstieß. Ein wenig beleidigt tapste sie zurück zu ihrem Hundebettchen, als Viktor es anwies. Heute Nacht wollten die Beiden Zweisamkeit genießen.
 

"W-Warte, ich bin sicher zu schwe-"
 

Viktor unterbrach ihn, schaute ihn ungläubig an. "Schwer?! Das soll wohl ein Scherz sein. Du bist federleicht geworden.", antwortete er schon fast mit besorgtem Unterton. "Wir müssen dich erstmal wieder aufpäppeln, bevor das Training wieder losgehen kann. Für Morgen ordne ich ein üppiges Frühstück an. "
 

Viktor legte ihn vorsichtig auf das Bett, kletterte über ihn und streichelte liebevoll über seine Wange. Er bemerkte schnell, dass der Japaner nicht ganz bei der Sache war, spätestens als er zu einem Kuss ansetzen wollte, welchen Yuuri nur zaghaft erwiderte.
 

Er stoppte und betrachtete ihn fragend.
 

"Können wir... ich meine... hast du öfter solche schmerzen?", stammelte der Jüngere.
 

Viktor schüttelte den Kopf. "Nein, Yuuri. Ich muss mich vorhin nur unvorteilhaft bewegt haben. Ich hatte noch nie Probleme damit. Ich bin weder krank noch aus Zucker, also bitte sorge nicht dafür dass ich mir wie ein alter Mann vorkomme.", antwortete er lachend und Yuuri ließ sich darauf ein.
 

Auf den nächsten Kuss reagierte der Japaner nicht mehr so verhalten.
 

"Nur wenn du mich auch nicht so behandelst", meinte er mit einem schiefen Lächeln. "Du hast mich aufs Bett gelegt, also würde ich gleich zerbrechen."
 

"Sagen wir einfach, wir verhalten uns wie immer?"
 

"Klingt gut!"
 

Beide lachten und küssten sich erneut.
 

"Also wollen wir dort weitermachen, wo wir vorhin aufgehört haben?", fragte Viktor, hauchte Yuuri ans Ohr, welcher daraufhin anfing zu zittern. Dem Älteren gefiel diese Reaktion so gut, dass er direkt mehr sehen wollte. Er küsste seinen Hals, hinunter bis zum Schlüsselbein, wo ihm der Pullover schlussendlich im Weg war. Er entledigte Yuuri kurzerhand von diesem.
 

Viktor genoss den Anblick von Yuuris freien Oberkörper, strich mit den Fingerspitzen zart über seine Bauchmuskeln, welche zwar etwas zurückgegangen waren, aber der Ansatz war nach wie vor sichtbar. Er senkte den Kopf, küsste Yuuris Bauch, hinauf bis zum Schlüsselbein. Dieser fixierte ihn mit den Augen, beobachtete seine Bewegungen genau.

Die Wangen des Japaners färbten sich dunkelrot, als Viktor seine Zunge über seine rechte Brustwarze gleiten ließ. Der Blickkontakt ging verloren, denn Yuuri ließ den Kopf in den Nacken fallen. Viktor gefiel wie empfindlich der Jüngere gegenüber seinen Berührungen war. Und nicht nur das. Allein Worte reichten aus um den Japaner anzustacheln. Etwas was den offenen und schamlosen Russen herzlich amüsierte und was dieser auch auskostete.

Dennoch war Yuuri keines Wegs verklemmt, er verwöhnte Viktor auch sehr gerne, brauchte aber immer etwas Zeit um sich wirklich fallen lassen zu können. Den Jüngeren so erregt und ungeduldig zu erleben, wie früher an diesem Tag war etwas besonderes und hatte sich in seinen Kopf eingebrannt.
 

Yuuri gab unter den Küssen und Liebkosungen immer wieder ein leises Stöhnen von sich. Der Russe musste schnell feststellen, dass es in seiner Jeans unangenehm eng wurde.
 

Er schlich sich mit den Finger unter Yuuris Hosenbund, öffnete langsam die Knöpfe und den Reisverschluss der Jeans, während der Japaner sich ungeduldig unter ihm wand. Als er sich seinen Lippen, für einen Kuss näherte, spürte er die extreme Hitze welche von Yuuris Gesicht ausging und musste grinsen.
 

Viktor legte eine Hand an Yuuris Gesicht, fuhr mit dem Daumen über seine Wange und küsste ihn zunächst zart, dann immer fordernder. Das Verlangen der Beiden wuchs mit jedem Moment.

Der Jüngere schlang seine Arme um den Nacken seines Verlobten, während dieser mit seiner freien Hand auf Wanderschaft ging.
 

Nach Wochen konnte sie endlich wieder Zweisamkeit und Intimität genießen, weshalb sie diese Nacht auch nur sehr wenig Schlaf bekamen. Zu schön war das Gefühl den jeweils Anderen berühren und spüren zu können.

Am nächsten Morgen lag eine zutiefst beleidigte Pudeldame vor ihrer Schlafzimmertür. Sie entschuldigten sich mit jeder Menge Streicheleinheiten bei Makkachin und versuchten sie mit Leckerlis wieder fröhlich zu stimmen. Erst nach einem langen Morgensparziergang durch den Michael Garden, einer der größten Parkanlagen der Stadt, schien sie die Nacht hinter sich zu lassen.
 

Das versprochene, üppige Frühstück musste leider verschoben werden. Als wieder zu Hause angekommen waren bereitete Viktor etwas kleines zum Essen vor, während sich Yuuris für seine erste Stunde mit der Physiotherapeutin fertig machte, welche in wenigen Minuten bei ihnen klingen sollte.



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Kommentare zu diesem Kapitel (1)

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Von:  --lina--
2017-08-19T23:40:06+00:00 20.08.2017 01:40
Ich hätte an Yuuris Stelle leider auch so reagiert ;;
Nichts ist schlimmer als zu sehen wie ein geliebter Mensch leidet.
Ich kann das so gut nachvollziehen ;;
Hoffen wir einfach aufs Beste für Beide und auf ein Happy End >3<


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