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Dunkle Klingen

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Kapitel 12 - Riven

Der Wind schneidet ihr kalt in die Knochen. Trotz der dicken Jacke und den flauschigen Fellstiefeln ist Freljord immer noch ein kalter Ort, passend zu ihrem Zustand im Herzen. Alles eingefroren, so sehr dass sie einfach alles vergessen hat und sich nun auf die Arbeit konzentriert.

Erst vor drei kam sie hier an und sofort wurde sie von Ashe herbeigerufen. Anscheinend hat sie in ihr eine junge Frau für Teepartys und Aufgaben gefunden. Aber wenn sie im Königreich bleiben will, muss sie sich in die Gesellschaft eingliedern und mithelfen. Taliyah ist hier um ihre Lehre zu machen und Riven hat das wunderbare Privileg bekommen, in den frostigen Wäldern im Tal die Tiere zu jagen. Die lange Bergkette des Freljord ist schon ein wirklich schöner Anblick. In der Ferne vom Nebel verhüllt ist der Mount Targon, der sagenumwobene Berg. Aber hier im frostigen Tal sind sie sicher, das hat man ihr versichert.

Taliyah hat versprochen, ihr einige Sagen zu erzählen damit sie sich besser mit anderen unterhalten kann. Warum die große Brücke über der großen Kluft ist und warum Ashe immerzu für den Kampf bereit ist. Auch die sogenannten “Eisgeborenen” wurden genannt. Wenn es um einen Krieger geht den Ashe haben will, dann sollte sie besser nicht Riven fragen. Müde hackt sie das letzte Holz für den Ofen und bringt es in die Hütte.

“Dein Schwert so zu verwenden ist schon ein wenig traurig.” Taliyah sitzt am kleinen Kamin und versucht ein Feuer anzubekommen.

“Ich kann wenigstens damit etwas gutes tun.” Riven tut ihr Schwert beiseite und hilft ihr, das Holz in den Kamin zu bekommen.

“Musst du heute nicht wieder aufgrund dieser blöden Lagebesprechung in den Palast?”

“Erinnere mich nicht schon am ersten Tag daran.” Kaum angekommen wurde sie gleich mit eingeplant. Jeden Tag gibt es eine Lagebesprechung und es wird über Einwanderer entschieden, die fremd zum Königshaus sind. Auch das Training wird jedes Mal für eine Uhrzeit eingeplant an dem Riven teilnehmen solle um den anderen noch ein paar Tricks zu zeigen. Einfach anstrengend und überhaupt nicht was sie will, doch vorerst ist das hier die beste Option ein wenig unterzukommen und Taliyah zu helfen. Hier sind ihre Gedanken immer bei der Arbeit und wandern kaum ab zu ihm. Sofort ballt sie ihre Fäuste und denkt an was anderes. Nicht über den Verräter denken, denn sonst werden ihre Gefühle wieder erwachen.

“Ich mache das Essen heute mal!” meint Taliyah hinter ihr und räumt in der kleinen Küche auf. Riven sieht auf und lächelt.

“Vielen Dank, was wäre ich hier nur ohne dich. Wohl immer zu am schuften oder dahin wandern.” meint Riven ein wenig selbstironisch.

Taliyah lacht und holt zwei Schüsseln aus dem Schrank.

“Lass uns erstmal in aller Ruhe was essen bevor du wieder dort rüber musst.”

Riven setzt sich zu ihrer Mitbewohnerin und sucht das Besteck aus der Schublade. Ein ganz normales Leben ohne weitere Probleme.

“Du machst dir viel zu viele Gedanken, du hast wieder den nachdenklichen Blick drauf.”

Erschrocken sieht Riven sie an und lenkt ihre Gedanken wieder nach vorn.

“Interessant dass du mir sowas ansiehst.” antwortet sie und lächelt nett. Vor Taliyah kann man sich kaum verstecken, sie weiß zu genau was in ihr vorgeht nach all den Geschehnissen in den letzten Wochen. Normalerweise ist sie an die vielen Enttäuschungen und Schmerzen gewöhnt weshalb sie sich so viele Gedanken genau um so etwas macht.

Das warme Essen füllt ihren Magen und sofort fühlt sie sich um einiges besser. Draußen vor den Fenstern zieht ein Schneesturm auf aber in diesem Tal zieht der Wind normalerweise schnell ab. Die Fensterläden klappern und der Kamin raucht noch stärker durch den Schornstein hinaus.

“Ich glaube nicht dass du jetzt losgehen solltest…” Taliyah steht auf und schiebt die Vorhänge beiseite. Dicke Schneeflocken fliegen vorbei und der Wind pfeift laut.

“Ich mag das Wetter irgendwie, es ist besonders und schön anzusehen.” meint Riven und setzt sich auf die Fensterbank.

“Du wirkst irgendwie ein wenig melancholisch in letzter Zeit, sonst hast du ein wenig besseren Eindruck gemacht.” Taliyah kneift an Rivens kalten Wangen.

“Lass das, ich bin schon okay.” wehrt sie ab und faltet ihre Hände im Schoß zusammen.

“Es ist nur so seltsam endlich einmal zu wissen, dass man nirgends hingehen muss und das hier als sein Zuhause nennen soll. Ich mag es hier, nur ist alles immernoch so...anders.”

In ihrer Hand schimmert leicht das Crest auf, dass sie immer noch mit sich trägt, aber nicht mehr genutzt hat. Irgendwie hat sie Angst, wieder in die Schiene der Retterin gesteckt zu werden und andere ihre Probleme austragen zu müssen. Das bisschen dort war auf jeden Fall nicht alles, derzeit dürfte gerade einmal die Verhandlung über die Vastayan laufen. Vielleicht hat es was geholfen, Lux den Stein zu überreichen. Hoffentlich geht es ihr gut und den anderen, vor allem wenn es sich um zwei Abtrünnige handelt. Am Ende ist ihr Syndra sympathisch geworden, wenn auch nicht als eine Freundin. Sie bewegt etwas anderes und ihre Welt ist eine andere mit viel mehr Magie als Riven selbst erfahren würde.

An der Tür klopft es auf einmal laut. Taliyah stürzt sofort an die Tür und öffnet sie vorsichtig. Der Schnee weht sofort hinein und schmilzt in der Wärme. Eine der Botschafter des königlichen Hauses kommt herein, einen halb zugefrorenen Zettel in der Hand.

“Ich bin noch neu und habe den Weg nicht sofort gefunden, aber ich bringe ihnen eine wichtige Nachricht.”

Riven nimmt das Papier hebt es hoch. Langsam schmelzen die Schneeflocken. Darunter kann sie erkennen, dass Ashe sie in die Schlosshalle zitiert damit sie eine wichtige private Nachricht annehmen kann. Anscheinend so wichtig dass sie persönlich aufkreuzen muss.

“Okay, ich breche auf sobald der Schneesturm aufhört.” antwortet sie und wirft den Zettel ins Feuer.

Zur Antwort heult draußen der Wind und lädt eine weitere Schneewelle auf ihre kleine Hütte.

“Sieht heute aber schrecklich da draußen aus!” Taliyah presst ihre Nase gegen die kalte Scheibe und bewundert die herum wirbelnden Schneeflocken.

“Ich bin wieder unterwegs, Nachricht überbracht!” der Bote salutiert und geht schnurstracks hinaus aus der Wohnungstür.

Eigentlich wollte sie ihn noch zum bleiben einladen, aber da war er schon wieder im Gestöber verschwunden. Riven schüttelt den Kopf und wendet sich wieder in Richtung Ofen. Die Wärme gibt ihr Zuversicht und Geborgenheit. Bis es sicher ist zum Schloss zu gehen sollte sie die Wärme genießen.

“Du musst mich auch mal wieder mit ins Schloss nehmen! Ich sage dir, diese Säulen und die Verzierungen, da wird mein Architekten-Herz weich!” meint Taliyah und wendet sich vom Fenster ab.

“Ich dachte nie, dass du so tickst, aber ja mache ich.” Riven lächelt und denkt an die wirklich schöne Bauweise. So hohe eindrucksvolle Säulen und von eisbedeckte Wände hatte sie noch nie gesehen. Ionia ist schön, aber die frostige steife Architektur in Freljord hat ihren eigenen Charm.

Jede der Bemalungen im Thronsaal erzählt ihre eigene Geschichte. Von dem Kampf der Wächter und Lissandra, die Königin hoch im Norden. Der heulenden Schlucht und der eindrucksvollen Brücke die hin zum Schloss führt. Tatsächlich ist diese so lang, dass man nie glaubt ein Ende zu sehen und dass einem die Finger abfrieren, bevor man die Glocke läuten kann. Und tief dort im Abgrund schwimmen Eisbrocken in einem schnell fließenden kalten Fluss. Dort will man nie unter irgendwelchen Umständen hineinfallen.

Riven holt ihre dicken Handschuhe und die Felljacke aus der Garderobe und legt stellt ihre Schuhe bereit.

“Es wird auf jeden Fall besser, willst du schon losgehen?” Taliyah reicht ihr eine warme Mütze.

“Ja, bevor ich von der Hoheit Ärger bekomme weil ich nicht sofort vorbeigekommen bin.” Königin Ashe kann schon fordernd sein und ist manchmal mindestens so kalt wie der Nordwind über dem Tal.

Dick eingepackt stapft sie zur Tür und packt ihr Schwert vorsichtshalber in ihre Halterung. Manchmal würde sie wirklich gern wie andere einfach ihre Waffen in eine andere Dimension packen und sie beliebig an einem anderen Ort wieder hervorziehen.

“Drück mir die Daumen dass ich schnell wieder verschwinden kann.” meint sie und drückt Taliyah kurz an sich.

Trotz der warmen Kleidung spürt man den Wind sofort durch Mark und Bein gehen. So schnell es nur geht stapft die junge Frau durch den Schnee und ärgert sich darüber, zugestimmt zu haben die Anweisungen durchzuführen damit sie hier auf längere Zeit bleiben darf. Die Brücke wird von titangroßen Säulen gesäumt, die beinahe in den dünnen Wolken verschwinden. Ein Karren schlittert vor ihr über die Brücke und versucht trotz der teilweise gefrorenen Stellen schnell auf die andere Seite zu kommen. Riven drückt die Arme an sich und ignoriert den schneidenden Wind und die Flocken die sofort auf ihrem Gesicht schmelzen.

Vor ihr taucht nach einer gefühlten Unendlichkeit endlich das Schloss auf. Die spitzen Säulen stehen neben einigen Treppenstufen an denen eine Wache den Verkehr beobachtet. Hinter dem Tor wartet eine kaum einladende kalte Halle und ein Weg zum Thronsaal.

Die Ketten der Brücke rasseln als sie eine Kutsche wieder aufhiefen. Hier gibt es niemanden der den Weg für andere freiräumt und es ein wenig unfallfreier macht. Im Schatten des riesigen Berges hinter dem Schloss geht sie durch die Eingangstür und stapft ein wenig missmutig die kalte Halle zum Hauptsaal entlang. In den höherliegenen Gebieten Freljords ist es sicher noch um ein Stück kälter und windiger, also redet sie sich jedes Mal ein nicht zu jammern über das bisschen Wind.

Die Fackeln brennen einladend vor der Tür und Licht schimmert zwischen dem Türspalt hindurch. Mit einem Schwung öffnet sie das Tor und tritt ein in die warme Halle mit Kerzen und einem warmen Ofenfeuer. Schön ist es auf jeden Fall, das Eis reflektiert die Lichter und erzeugt eine schöne Lichtstimmung. Magisches gefährliches Eis, um genau zu sein.

“Wie schön dass du gekommen bist, auch wenn es echt lange gedauert hat.” Ashe verschränkt ihre Arme vor ihrer Brust sieht grimmig aus.

“Draußen wütet wieder ein Schneesturm und ich soll mich beeilen? Das ist Wunschdenken.” giftet Riven zurück und erntet einen fiesen Blick. Heute trägt die Königin ein langes helles Kleid mit dem Wappen auf dem Rock. Sonst zeigt sie sich weniger edel, aber das ist ja ihre Entscheidung.

Ihr Gatte ist wieder nicht da, er ist oft auf seinen eigenen Wegen unterwegs in den hohen Bergen des Freljord.

“Warum musste ich so dringend hier her kommen?” fragt sie neugierig und zieht ihre dicke Winterkleidung aus.

“Es gibt einen Gast für dich, leider ist er verwundet und ich habe unsere Krankenschwester gerufen damit sie erstmal das gröbste tun kann.” Sofort zieht sich ihr Herz zusammen. Jemand wo sie kennt, verletzt und hier m Freljord?

“Ich frage mich wie man weiß dass ich hier bin, meine Freunde wissen nicht wo ich hingegangen bin.” meint Riven und hängt wirft die Kleidung auf einen kleinen Hocker neben sich.

“Komm mit, ich hoffe du bleibst trotzdem...gelassen.” meint Ashe und dreht sich ohne ein weiteres Wort fort und führt sie zum Krankentrakt. Das ganze ist ihr zu mysteriös. Aber man sollte nie Schlüsse im Vorhinein ziehen, ohne genau zu wissen was wirklich Sache ist.


Nachwort zu diesem Kapitel:
So nähere ich mich dem Ende dieser FF, aber trotzdem hoffe ich doch, dass ich ein wenig Epilog und Sidestory-technisch weiter schreiben kann/möchte :) Komplett anzeigen

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