Live our lives von Tasha88 ================================================================================ Kapitel 72: ice cream --------------------- Mimi hielt sich mit einer Hand an dem Zaun fest, mit der anderen strich sie ihre Haare nach hinten, die durch den Wind immer wieder in ihr Gesicht geweht wurden. Durch den Zaun beobachtete sie Fußballer, die erst rund um den Platz joggten, sich nach einer gewissen Zeit Bälle zu kickten und anschließend Torschüsse übten. Zum Schluss gab es noch ein Spiel gegeneinander. Mimis Blick war die ganze Zeit über auf einen Fußballer gerichtet, der an seiner Sturmfrisur gut erkennbar war. ~~~ Tai schulterte seine Sporttasche, während er mit seinen Teamkameraden den Umkleideraum verließ und nach draußen ging. Er hatte sich nach Ende der Schule bei dem Verein des Freundes seines alten Trainers Hyondo gemeldet. Und dieser hatte ihn tatsächlich in die Mannschaft aufgenommen. Sicherlich hatte auch das Empfehlungsschreiben geholfen. Tai war das aber egal. Hauptsache er konnte Fußball spielen. "Noch ein Bier, Yagami?", wurde er gefragt, als sie gerade das Gebäude verließen. "Klar, ich bin dabei", antwortete er grinsend. "Wow, die sieht aber gut aus!", gab einer der Fußballer von sich. "Stimmt, eine echte Sahneschnitte", ein anderer. Tai folgte ihren Blicken und erstarrte einen Moment. Was machte sie denn hier? Er umgriff den Träger seiner Tasche fester und seufzte auf. "Okay Jungs, ich bin leider doch raus mit dem Bier." "Warum das denn jetzt?", einer seiner Kameraden sah zu Tai und folgte schließlich dessen Blick. "Aha!", johlte er dann, "Sag nur, du willst zu der Sahneschnitte?" Tai knirschte leicht mit den Zähnen. "Ich glaube eher, dass sie zu mir will", erneut seufzte er auf, "also gut, bis Übermorgen." "Das ist jetzt nicht sein ernst?", erklang hinter ihm die ungläubige Stimme eines Mannschaftskameraden. Er ignorierte diesen jedoch und ging zu der jungen Frau, die ihm ungeduldig ansah. "Hallo Prinzessin", begrüßte er sie. Mimi sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an. "Tai", grüßte sie ihn zurück. Hinter ihm erklang ein greller Pfiff, begleitet von Gelächter. "Was haben die denn für Probleme?", fragte Mimi pikiert. Tai stöhnte auf. "Das gleiche wie ich. Dich." Sofort wurde ein wütender Blick auf ihn abgeschossen. Tai ignorierte diesen einfach, war er ihn doch schon gewöhnt. "Komm mit Prinzessin", gab er sich geschlagen, griff nach ihrer Hand und zog sie einfach mit sich. "Viel Spaß Yagami!", brüllte ihn einer seiner Mannschaftskameraden hinterher. Mimi sah über ihre Schulter nach hinten. "Keine Ahnung, ob ihr den Idioten nochmal zu Gesicht bekommt!", brüllte sie zurück, was lautes Gelächter zur Folge hatte. Tai schlug sich seine freie Hand vors Gesicht während er sie hinter sich herzog. "Du weißt jetzt schon, was die denken, oder?", konnte er nicht unterlassen zu fragen. Er schielte zu Mimi, die ihn unklar ansah. "Ähm... dass ich dich umbringe? So wie ich es gemeint habe?" Der Fußballer schüttelte verzweifelt sein Gesicht. "Nein Mimi, das denken sie eindeutig nicht. Sie denken eindeutig... in eine andere Richtung", er sah erneut zu ihr und erkannte, dass in ihrem Gesicht ein großes Fragezeichen stand. "Mensch Prinzessin, das sind Typen! Die denken nur an das Eine!", erklärte er widerwillig. Mimis Augenbrauen hoben sich, ehe sie ihr Gesicht verzog. "Na super! Die denken jetzt etwa, dass wir Sex haben? Und du deshalb nicht mehr kommen wirst?" "Genau, die denken, dass du mich aussaugen wirst." Mimi sah ihn einen Moment nachdenklich an, ehe sich ihre Gesicht zu einem Grinsen verzog. "Und wenn es so wäre?", fragte sie ihn in einem lasziven Tonfall, der Tai dazu brachte, an etwas ganz anderes zu denken. "Ich wäre versucht", antwortete er und hob seine Schultern. Erst jetzt bemerkte er, dass sie immer noch Händchen hielten. Schnell ließ er die Hand von Mimi los. Die bemerkte es ebenfalls erst jetzt und sofort machte sich Entsetzen in ihrem Blick breit. Einen Moment sahen sie sich unsicher an. "Was... was wolltest du? Du wirst mich ja nicht umsonst abgeholt haben", Tai bemerkte Mimis Gesichtsausdruck und verdrehte seine Augen, "okay, abgefangen. Du hast mich abgefangen." Das war wohl die richtige Aussage gewesen, denn Mimi nickte zufrieden. "Genau, ich habe dich abgefangen. Ich wusste nicht, wann ich dich das nächste Mal alleine sehe", sie verschränkte ihre Arme vor ihrem Oberkörper und sah nachdenklich zur Seite, "ich wollte wissen, ob du irgendetwas von Kari und T.K. weißt... ob sie schon miteinander gesprochen haben... irgendwie so etwas halt..." Tais Augenbrauen hoben sich. "Deswegen fängst du mich ab? Hast du Kari nicht einfach selbst fragen können? Du hast ihre Nummer doch. Oder auch T.K.s. Ich weiß wirklich nicht, weshalb du mich deswegen belästigst!" Für diese Aussage schlug die Cheerleaderin ihm gegen die Brust. "Du bist solch ein Idiot! Und so unsensibel! Was, wenn die beiden noch nicht miteinander geredet haben? Dann steche ich voll in ein Wespennest! Und vielleicht verletzt es die beiden noch viel mehr!" Tai lachte auf. "Prinzessin, bitte! Genau das ist doch dein Fachgebiet. Einfach drauf los, ohne nachzudenken. Ich bin erstaunt, dass du hier vor mir stehst. Denn das bedeutet, dass du dein hübsches Köpfchen mal für was anderes als nur zum Gut aussehen benutzt hast." "Du bist solch ein blöder Vollidiot!", zickte Mimi laut los. "Und du eine dumme Zicke!", herrschte Tai zurück. Sie sahen sich einen Moment an, ehe Tai ein Grinsen nicht mehr unterdrücken konnte. "Tut mir leid, aber das finde ich jetzt wirklich lustig." Mimi sah ihn finster an. "Ich nicht! Ich glaube, ich verschwinde einfach wieder!" Tai war einen Moment in Versuchung, sie einfach gehen zu lassen und beobachtete, wie sie sich herum drehte und los lief. Dann seufzte er auf. Mit ein paar Schritten war er bei ihr und hielt sie an ihrem Ellenbogen fest. "Geh nicht Mimi." Die sah ihn beleidigt an. "Warum sollte ich? Ich will normalerweise keine Zeit mit dir verbringen, wenn es sich vermeiden lässt!" "Ich weiß. Und du weißt, dass ich das auch nicht will. Aber du bist extra deswegen zu mir gekommen, daher wäre es doch blöd, wenn ich dich jetzt einfach gehen lasse. Also was denkst du? Ich lade dich auf ein Eis ein und ich erzähle dir alles", er grinste schief, "nimm es meinetwegen als Entschuldigung." Mimis Augenbrauen hoben sich. "Du willst dich bei mir entschuldigen? Irgendwas läuft hier ganz falsch!" Der Fußballer hob seine Schultern. "Sieh es wie du willst. Wenn Izzy das hier wüsste", er zeigte zwischen ihnen beiden hin und her, "dann würde er sowieso sagen, dass die Welt auf ner falschen Achse läuft... oder sowas halt." Mimi musste lachen. "In Ordnung. Aber", auch ihre Augenbrauen hoben sich, "die Welt muss gerade wirklich aus dem Ruder laufen." Tai nickte zustimmend. "So was von!" Eine Viertelstunde später standen sie gemeinsam in einer Eisdiele und besahen sich die Auslage. "Also, was willst du?", richtete Tai an die Cheerleaderin. Die sah nochmal herum, ehe sie ihren Kopf hob. "Ich weiß nicht genau." "Hmm... vermutlich willst du Erdbeere, oder? Zumindest müsste es in der engeren Auswahl sein", stellte der Fußballer fest, während sein Blick ebenfalls auf die Auslage gerichtet war. Mimis Augen weiteten sich erstaunt. "Woher weißt du das?" Tai lachte leise auf. "Auch wenn wir uns nicht mögen, so kenne ich dich inzwischen ein wenig. Und du magst Erdbeere. Deine Bodylotion ist mit Erdbeere, dein Shampoo. Und dein Lippenpflegestift auch. Den mag ich übrigens. Schmeckt gut", grinste er sie an. Mimi war erstaunt. Das hatte sie nicht erwartet. "Du willst sicher Schokolade", riet sie ins Blaue hinein. Tai nickte. "Stimmt. Und wie bist du darauf gekommen?" Die Gefragte zuckte mit ihren Schultern. "Ich habe einfach geraten", antwortete sie. Was sollte sie auch sagen? Dass sie an seine Augen hatte denken müssen? Die Augen, die schokoladenbraun waren? Das war eine blöde Aussage! "Na gut, ich denke, dass ich zwei Kugeln nehme. Schokolade und Erdbeere", Tais Blick wanderte zu Mimis ehe er breit grinste, "das Gerede darüber hat mir Lust gemacht. Was willst du?" Mimi sah ihn nachdenklich an, ehe sie schmunzeln musste. "Weißt du was? Ich nehme das Gleiche." "Okay", Tai sah sie einen Moment ebenfalls nachdenklich an. Er entschied sich, nichts mehr zu sagen und drehte sich stattdessen herum um die Bestellung aufzugeben. "Hier." Mimi sah fragend auf und griff sofort nach der Eiswaffel, die Tai ihr entgegen hielt. "Sollen wir ein paar Schritte laufen?", fragte er und deutete mit seinem Kinn in die Richtung des Parkes. Mimi überlegte einen Moment, ehe sie nickte. Bewegung würde sicherlich gut tun. "Und erzähl jetzt von Kari und T.K.", befahl sie, während sie sich ihr Eis schmecken ließ. Eine dreiviertel Stunde später saßen sie zusammen auf einer Bank und hatten den perfekten Blick auf einen kleinen Teich. "Ich bin wirklich froh zu hören, dass sie sich wieder miteinander vertragen haben. Es hat mir Angst gemacht zu sehen, wie schlecht es Kari ging", meinte Mimi, "ich meine ja nur, dass die beiden zusammen gehören... wenn sie nicht mehr befreundet sind, dann ist es doch fast wie bei Sora und Matt, als die sich getrennt hatten." Tai zuckte mit seinen Schultern. "Naja, Kari und T.K. sind kein Paar", grummelte er. So ganz gefiel ihm dieser Gedanke eben immer noch nicht. "Ich weiß... aber sie gehören trotzdem zusammen", Mimi sah Tai an und legte eine Hand ohne nachzudenken auf sein Knie, "sie sind kein Paar. Vielleicht werden sie auch nie eines, was ich nicht hoffe, aber sie sind Freunde. Und sie ergänzen sich eben. Kari hat T.K. verändert. Ich will nicht sagen, dass er schlecht war oder so... aber er hat sich positiv verändert." Tai legte seine Hand auf Mimis und sah ohne es bewusst wahrzunehmen darauf. "Kari hat sich auch positiv verändert. Sie war früher so schüchtern, hatte furchtbare Angst vor allem. Und heute? Ja, sie ist immer noch schüchtern und ruhig, aber Prinzessin", sein Blick wanderte zu ihren Augen, "es ist ein himmelsweiter Unterschied zwischen früher und heute." Mimi lächelte. "Ich habe sie ja auch schon zu Beginn erlebt und ich weiß was du meinst. Und daher verstehst du sicher, weshalb es schade wäre, wenn diese Freundschaft auseinander brechen würde." Tai nickte. "Ich weiß", erwiderte er leise. Nach einigen Minuten drückte Mimi sein Knie sanft, ehe sie ihre Hand wieder zurück zog. "Wie viele Runden müsst ihr bei eurem Training eigentlich immer laufen? Das waren doch sicher über zehn!", versuchte sie das Thema zu wechseln. Tai hob erstaunt seine Augenbrauen. "Normalerweise 15. Prinzessin, seit wann hast du unser Training beobachtet? Denn das ist der Beginn." Mimi spürte, wie sie rot wurde. "Ähm... also...", sie sah zur Seite, erkannte sein grinsendes Gesicht und sah sofort wieder weg. Sie schnaubte beleidigt auf. "Ich konnte es halt nicht einschätzen!" Tai lachte auf. "Was denn? Es irritiert mich halt", murmelte Mimi und sah stur immer noch zur Seite. "Freut mich", murmelte Tai irgendwann. Sofort ruckte Mimis Kopf zu ihm. "Was?", fragte sie ungläubig. Der Fußballer zuckte mit seinen Schultern. "Ich freue mich halt, wenn einer von meinen Freunden zum Zusehen kommt... auch wenn ich dich jetzt nicht als Freund bezeichnen würde." Mimi nickte schnell mit ihrem Kopf. "Sind wir auch nicht!", gab sie mit zusammengebissenen Zähnen von sich. "Gut, dann sind wir uns ja mal wieder einig!" "Sind wir!" Sie sahen sich einen Moment fest in die Augen, ehe sie ihren Blick zur Seite wandten. "Aber Tai...", flüsterte Mimi. "Ja?", Tai sah fragend zur Seite. "Du machst das wirklich gut." "Oh... okay. Danke”, erwiderte der Fußballer erstaunt. Ein Kompliment war das Letzte, was er erwartet hatte. ~~~ Zwei Stunden später kam Tai zufrieden mit sich und der Welt nach Hause. Er hatte eine gute Zeit mit Mimi verbracht, das musste er schon zugeben. Er mochte sie nicht, wirklich nicht, aber er genoß ihre Gesellschaft. Also ab und an zumindest. Heute Nachmittag. Und gestern Nacht hatten sie auch eine Weile miteinander telefoniert. "Was grinst du denn so?", erklang eine helle Stimme und erschrocken sah Tai auf. "Was?", fragte er verpeilt nach. Kari kam ihm schmunzelnd entgegen. "Du hast so gegrinst. Und daher... Dachtest du an jemand Bestimmten?", konnte sie es sich nicht verkneifen zu fragen. "Mach mal halblang Küken!", versuchte der Ältere ihre Fragen abzuwehren. "Aha! Eine Frau etwa? Kenne ich sie?" Tai verdrehte genervt seine Augen. "Hikari! Nur weil du dich mit deinem geliebten T.K. wieder vertragen hast, heißt das nicht, dass jeder verliebt ist!" Sofort lief seine Schwester hochrot an. "Wir... wir sind nicht verliebt! Wir sind nur beste Freunde!", presste sie schnell hervor. Tai beobachtete ihren Gesichtsausdruck einen Moment nachdenklich, ehe er seufzte. "Und das ist der Fehler daran, nicht wahr Küken?" Kari sah ihm verwundert hinterher, als er sich in sein Zimmer verzog. Was hatte er mit Fehler gemeint? Hosted by Animexx e.V. (http://www.animexx.de)