Das Herz der Drachen von Onlyknow3 (Wiedersehen) ================================================================================ Kapitel 20: Zuhause ------------------- Kapitel 20 - 20. Dezember: Zuhause Nachdem das Flugzeug gelandet war standen Joey und Serenity an der Gepäckausgabe. Seine jüngere Schwesterhatte sich entschlossen dieses Jahr Weihnachten mit ihrem Bruder zu feiern. Damit wollte sie ihrer Mutter einen Denkzettel für deren unmögliches Verhalten verpassen und hoffte, sie damit anzuregen ihren Standpunkt noch einmal zu überdenken. Nie hätte Serenity von ihrer Mutter ein solch homophobes Verhalten erwartet. Aber vielleicht hatte sie diese Offenbarung - das Joey scheinbar schwul war - einfach nur als Vorwand genutzt, um erneut einen Streit vom Zaun zu brechen. Das schien der jungen Frau schon eher wahrscheinlich, wenn auch nicht weniger schlimm. Sie verstand einfach nicht, warum ihre Mutter ein solches Problem mit Joey hatte. Er konnte doch nichts dazu, dass er seinem Vater so ähnlich sah. Im Augenwinkel sah Serenity, wie Seto neben Joey trat. Während Joey total gebannt auf das Gepäckband stierte angelte der Geschäftsmann fast schon zaghaft nach der Hand ihres Bruders. Serenity musste schmunzeln. Es fielen ihr viele Adjektive für den Brünetten ein, doch solche wie zaghaft, schüchtern oder unsicher gehörten nicht gerade dazu. Ihn jetzt genauso zu erleben war ein krasser Bruch in ihrer Vorstellung, die sie zu ihm hatte. Allerdings konnte sie auch nur auf ein Erlebnis in der Vergangenheit zurückgreifen, bei dem sie diesen Mann kennengelernt hatte: Das Domino City Battle Turnier. Schon damals hatte sie den Eindruck gehabt, dass Seto nicht ganz so war, wie er vorgab zu sein. Jemand, der ihrem Bruder das Leben gerettet hatte konnte nicht schlecht oder so abweisend kalt sein, wie Seto damals gerne vorgegeben hatte. Dazu war dieser Seto, der gerade neben ihrem Bruder stand, das komplette Gegenteil. Vor allem war er aber extrem blass und wirkte, als würde er jeden Moment umkippen. Als Joey Setos Hand an seiner eigenen spürte war sein erster Impuls, dem anderen die Hand zu entziehen. Doch er unterdrückte diesen Reflex und tastete seinerseits zaghaft nach der Hand des anderen. Er wusste nicht wieso, aber diese kleine Geste fühlte sich gut an. Vor allem erfüllte sie einen lang gehegten, kleinen Traum, den der Blonde lange in sich gehütet hatte. Einmal Händchenhalten mit Seto Kaiba. Gleich hinter 'Einmal Seto Kaiba küssen'. Beides hatte er diese Woche abhaken können. Konnte er, dadurch beflügelt, wirklich darauf hoffen, dass noch mehr von seiner kleinen 'Seto Kaiba'-Wunschliste abgehakt bekam? Doch auch ihm fiel auf, wie schlecht Seto aussah. "Hey, alles in Ordnung, Seto?", fragte Joey behutsam nach. Seto blickte ihn kurz an, lächelte glücklich und nickte, während er Joeys Hand etwas drückte. "Alles bestens. Nur etwas geschlaucht vom Fliegen.", versuchte Seto den Blonden zu beruhigen. Dann sah Joey den ersten ihrer Koffer. Er hob ihn vom Band und stellte ihn zu seiner Schwester. Als er sich wieder dem Band zuwandte, sah er, wie Seto versuchte mit seiner einen Hand seinen eigenen Koffer runter zu heben. Schnell stand der Blonde bei Seto und half ihm. "Schon in Ordnung, ich kann das auch alleine.", kam es in gewohnter Manier von dem Unternehmer und Joey musste schmunzeln. Da war ja der bissige Ton in den er sich verliebt hatte. Den 'Ich-schaff-das-auch-alleine'-Ton. "Es ist keine Schande sich von jemandem helfen zu lassen, Seto.", konterte Joey ebenfalls in gewohnter Manier, während sich sein Schmunzeln zu einem Grinsen ausbildete. Seto blickte ihn mit großen Augen an und musste dann auch Lächeln. "Ja, da hast du Recht.", lenkte der Brünette schließlich ein. Schließlich kam noch Joeys Reisetasche, die er sofort schulterte, bevor er Setos Koffer nahm. Dann nahm er den Brünetten wieder an dessen gesunder Hand und zog ihn mit sich, während Serenity ihren kleinen Rollkoffer hinter sich her zog. "Wo müssen wir hin?", fragte Joey, der Seto anblickte. "Abholbereich C", kam es müde von Seto. Joey nickte nur und sie suchten den richtigen Ausgang für ihr Terminal. Als sie dort an kamen schlug ihnen die winterliche Kälte und vereinzelnde Schneeflocken entgegen, während Setos Wagen fast sofort vorfuhr und hielt, hinter dem Steuer Roland, der geschwind ausstieg und die Tür öffnete, so dass sie alle bereits einsteigen konnten, während er die Koffer verstaute. Dann brachte er sie zu Kaibas Villa. Eigentlich wollte Joey seiner Schwester seine eigene Wohnung zeigen, doch solange die Sache mit der Yakuza noch nicht geklärt war, erschien es ihm nicht sicher nach Hause zu gehen. Nach fast einer Stunde Fahrt kamen sie endlich bei der Villa an. Serenity war von der Größe dieses Hauses - nein Haus war nicht das richtige Wort für dieses Monstergebäude - mehr als beeindruckt. Die Tür ging auf und Mokuba trat auf oberen Treppenabsatz. Serenity lächelte, als sie den jüngeren Bruder Setos sah und ging zu ihm. "Hey Mokuba.", begrüßte sie freudig ihrem Gegenüber. "Serenity?", kam es ungläubig von diesem, der scheinbar nicht nur davon überrascht war, dass Serenity mit nach Japan gekommen war, sondern auch wie attraktiv sie geworden ist. Er war davon so überwältig, dass ihm der Kiefer nach und nach runter klappte. "Du solltest aufpassen, dass du keine Fliegen verschluckst, wenn dein Mund so weit aufsteht!", kam es neckend von der jungen Frau, was Mokuba aus seiner Verträumtheit riss und die Wangen rot werden ließ. "Ähm... ist ja lustig. Sowas sagt Seto auch immer.", kam es verblüfft von dem Schwarzhaarigen. "Ja, ich weiß.", erwiderte Serenity strahlend. "Hat er zu meinem Bruder auch gesagt." Joey half Seto aus dem Wagen, während Roland die Koffer holte und sie ins Haus brachte. Als die beiden die paar Stufen zur Haustür hochgestiegen waren umarmte Mokuba seinen Bruder vorsichtig, da er ihm ansah, dass dieser Schmerzen hatte. Dann blickte er ziemlich belämmert zu Joey. "Schön, dass du wieder da bist Joey.", kam es kleinlaut von Mokuba. "Es tut mir leid, was ich gesagt habe. Ich habe das nicht ernst gemeint. Nur in dieser Situation war ich so aufgewühlt, dass ich einfach jemandem die Schuld geben musste. Das war dir gegenüber nicht fair, denn du kannst nichts dazu, dass du in dieser Notlage steckst. Das weiß ich jetzt." Es entstand einen Augenblick der Stille und Joey blickte Mokuba streng an. Dann lockerte sich seine Mimik und er lächelte Mokuba sanft an. "Schon gut, Mokuba. Schwamm drüber!", löste Joey mit versöhnlicher Stimme die Anspannung beim Jüngeren. Dieser lächelte ihn schließlich breit an und umarmte dann auch den Blonden. Der war davon mehr als überrascht, erwiderte aber sanft die Geste. Als sie sich lösten wandten sie sich alle zum Haus und traten aus der Kälte in das beheizte Foyer. Kaum waren sie über die Schwelle getreten blieb Joey wie angewurzelt stehen und betrachte sich die aufwendige, aber dezente weihnachtliche Dekoration, die seit seiner Flucht hier angebracht worden war. Sie erinnerte ihn stark an seine eigene Dekoration in seinem Appartement. "Ich... ich wollte es für dich etwas festlicher machen.", druckste Mokuba verlegen herum. "Hoffe es gefällt euch." "Heilige Scheiße, aber wie!", kam es ungläubig von Joey, der weiter ins Wohnzimmer ging und dort seinen ungeschmückten Tannenbaum erblickte, den er sich besorgt und auf dem Balkon seiner Wohnung gelagert hatte. Daneben auf einem Tisch lagen Dutzende Kartons, in denen sich offensichtlich Weihnachtsschmuck befand. Ein breites Grinsen zeichnete sich auf Joeys Gesicht ab. Zuhause, dachte sich der Blonde. Das hier fühlte sich an, wie ein Zuhause! Hosted by Animexx e.V. (http://www.animexx.de)