Rewind And Reflect von 4FIVE ([Caleb x Cornelia | canon-sequel | enemies to lovers]) ================================================================================ Prolog: A Love Never Meant To Be -------------------------------- Now that you have shed your tears like a kid criying his heart out It's not always easy to look forward and return what you have lost … P R O L O G „Wir müssen darüber reden.“ „Ich weiß.“ Cornelia Hale, vierzehn Jahre jung und im Körper einer Siebzehnjährigen, wandte den Blick zu Boden. Sie schwebte ein paar Zentimeter über dem Erdboden und landete sanft, als die Verwandlung von Will aufgehoben wurde. „Wir warten draußen auf euch“, sagte Hay Lin leise. Sie legte Cornelia eine Hand auf die Schulter, doch diese schöpfte nur wenig Trost aus der liebevollen Berührung. Sie wusste, dass es euch nicht mehr geben würde, sobald sie aus der großen Flügeltüre des zerstörten Saales getreten war. Die vier Mädchen ließen Caleb und Cornelia alleine – ein letztes Mal. Sie fiel ihm um den Hals und begann zu weinen. Ein letztes Mal seine Nähe spüren, ein letztes Mal bei ihm sein. „Cornelia…“ Er drückte sie sanft von sich weg. „Ich weiß, was du sagen möchtest.“ Sie umfasste seine Hände. „Ich bin zu jung, es wird nicht funktionieren. Und selbst wenn ich dir sage, dass ich dieselbe bin, egal in welcher Gestalt, du wirst es nicht hören.“ „Das ist es nicht“, widersprach er leise. Er machte einen Schritt auf sie zu und hob ihr Kinn an, sodass sie ihn ansehen musste. „Die Erde ist deine Welt, Meridian die meine. Du weißt, dass du nicht bei mir in Meridian bleiben kannst und ich weiß, dass ich nicht auf der Erde bleiben kann. Meridian ist meine Heimat. Hier ist mein Leben, so wie deines in Heatherfield ist. Wir sind zu unterschiedlich. Ich kann nicht mit jemandem zusammen sein, der nicht mein Leben lebt.“ Cornelia stockte. Sie fühlte sich leer und ausgebrannt; es war, als würde sie soeben sterben. Caleb interpretierte ihre Taubheit als Stärke, als Gefasstheit. „Ihr werdet die Bürde, Wächterinnen zu sein, ablegen, sobald ihr wieder auf der Erde seid. Die Portale zwischen unseren Welten werden nicht länger existieren. Das hier ist unser letztes Zusammentreffen.“ Cornelia hatte ihn bitten wollen, dennoch mit ihr zu gehen, doch angesichts seiner Worte hielt sie ihre Lippen zu einer harten Linie geformt geschlossen. Sie hatte gewusst, dass ihre Zeit vorbei war. Sie hatte auch gewusst, dass reden keinen Sinn mehr machte. Er hatte sich entschieden, sie hatte sich entschieden, und sie konnten die jeweils andere Entscheidung nur allzu gut verstehen. Cornelias Verbundenheit zu den übrigen Wächterinnen war so stark, dass sie diese nicht hinter sich lassen konnte, und im Gegenzug war Calebs Liebe zu Cornelia nicht stark genug, um seine Heimat hinter sich lassen zu können. Das war die Lage, wie sie sie gesehen hatte – doch Calebs Argument war ein anderes. Er hatte im Ernst seine Entscheidung daran ausgemacht, wie sie lebten. Nicht die Distanz war sein Grund, sondern die Lebensweise. Das war ein harter Schlag mitten ins Gesicht. „Dann ist dies das Ende für uns“, resümierte sie mit fester Stimme schließlich. „Kein Ende.“ Und nur, weil Caleb sie für so stark hielt, war er fähig, die Worte auszusprechen, die alles für immer verändern sollten. „Denn es hat niemals einen Anfang gegeben.“ Mit diesem Satz brach Cornelias Welt hinter einer Fassade der Gefasstheit nun gänzlich zusammen. In ihr schrie alles, aber sie trug den Schmerz nicht nach außen. Niemals einen Anfang gehabt zu haben bedeutete, dass er sie nie geliebt hatte. „Okay.“ Ihre Stimme zitterte, sie ließ Calebs Hand los und drehte ihm den Rücken zu. Die Schritte bis zu der geschlossenen Türe waren die schwersten und längsten, die sie jemals gemacht hatte – und doch waren sie viel zu kurz. Mit jedem Schritt, der lautlos von ihren Füßen rollte, wurde die Hoffnung größer, doch noch zurückgehalten zu werden, und die Enttäuschung größer, dass es nicht geschah. Als sie knapp vor der Türe stand, konnte sie jedoch nicht mehr stark sein. Ruckartig fuhr sie um und schrie: „Das hast du also gewollt! Mir weismachen, du würdest mich lieben, nur um mir dann das Herz zu brechen! Aber nicht mit mir, du elender Feigling! Hättest du es nur dabei belassen, unsere Trennung auf die Welten zu schieben – ich hätte dich weit weniger gehasst, als ich es jetzt tue! Hörst du das? So weit hast du mich gebracht! Mit nur einem Satz hast du es geschafft, dass ich dich für alle Zeiten verachten werde!“ Sie hielt ihre Tränen tapfer zurück, bis sie die Türe kräftig hinter sich zugeschlagen hatte. Das war alles. Alles, was sie sich erträumt, sich gewünscht, sich ausgemalt und was er ihr versprochen hatte. Alles zu Ende. Sah so ihr Leben aus? Zertrümmert, zerschellt, am Boden fruchtloser Hoffnung? Hatte er das gewollt? Sie hoch in die Lüfte zu heben, um sie fallen zu lassen? Wie unfair war diese Welt? Und wie naiv war sie? Sollte es das gewesen sein? „Cornelia?“ Will umarmte sie, sobald sie aus dem Saal getreten war. Und als sie unbeobachtet von Caleb war, brach Cornelia in Tränen aus. Sie schrie, sie schlug um sich und brach schlussendlich kraftlos am staubigen Boden zusammen, schweißgebadet und zitternd. Und dabei hatte sie keine Ahnung, dass alles noch nicht einmal angefangen hatte… Hosted by Animexx e.V. (http://www.animexx.de)