Ami - Verbotene Gefühle von molnja ================================================================================ Kapitel 1: ----------- Es war wieder einer dieser Tage. Es war nicht Amis Art sich vor dem gemeinsamen Lernen zu drücken, aber in der vergangenen Zeit wurde ihr immer mehr bewusst, dass sie, wie die anderen, ein Ziel im Leben hatte, aber noch nie wirklich eine tiefe Zuneigung zu jemandem verspürte. Bunny hatte ihren Mamoru, Rei ‚ihren‘ Yuichiro, Makoto trauert immer noch ihrem Exfreund nach und Minako war jeden Tag leidenschaftlich dabei einem neuen Kerl hinterher zu rennen. Ami war so bedrückst, dass sie ihr Ziel, den Hikawa Tempel, ignorierte und einfach ziellos immer weiterlief. Irgendwann hielt sie an und setzte sich auf die Stufen einer kleinen Treppe. Es war ein kühler Tag und der graue Himmel teilte Amis Kummer. Sie saß da und starrte mit einem deprimierten Blick ins Leere. War ihr Traum, Ärztin zu werden, töricht? Mit welcher Leidenschaft sollte sie an die Arbeit gehen, wenn sie noch nie die Leidenschaft des Herzens verspürt hatte? War sie nur gut genug um die Prinzessin zu beschützen? Tausend Gedanken schossen ihr durch den Kopf, bis sie plötzlich eine vertraute Stimme hörte. „Ami? Was machst du denn hier?“ Es war Mamoru. Sie war ganz erschrocken, denn sie wollte allein sein und rechnete nicht damit ein bekanntes Gesicht zu sehen. Mamoru brauchte keine Antwort, denn die war in Amis Gesicht geschrieben. Er setzte sich zu ihr. „Hast du Kummer?“ Sie schaute wieder zu Boden. „Sieht man es mir an?“, fragte sie mit einem traurigen Lächeln. Mamoru konnte sich selbst ein freundliches Lächeln nicht verkneifen, als er das hörte. Er schaute zum Himmel und plötzlich fiel ihm ein großer Regentropfen direkt auf die Wange. Kaum, dass er sich versah fing es an zu schütten. Mamoru sprang schnell auf. „Komm schnell mit, Ami!“ Sie ließ sich nicht zweimal bitten, denn weder sie noch Mamoru hatten einen Regenschirm dabei. Sie mussten nicht weit laufen bis sie an der Tür eines Hochhauses standen. Ami war vollkommen überrascht, denn sie hatte nicht damit gerechnet, dass ihr Irrweg sie in Mamorus Wohngegend geführt hatte. Nun verstand sie auch die Frage, was sie hier mache, als Mamoru sie angetroffen hatte. Beide waren durchnässt, denn der Regen gab ihnen keine Zeit in Sicherheit zu gelangen. Oben angekommen verschwand Mamoru umgehend in einem Zimmer und kam mit einem kleinen Stapel Kleidung und Handtüchern heraus. Er drückte Ami einiges davon in die Hand. „Zieh das schnell an, bevor du dich erkältest, du weißt ja wo das Bad ist. Ich mache uns solange einen Tee.“ Ami nahm die Sachen etwas verlegen an und ging ins Bad. Sie zog ein hellblaues Hemd an und trocknete sich mit dem Handtuch ihr nasses Haar, einzig die Hose die Mamoru dazu getan hatte, konnte sie nicht anziehen, denn sie rutschte ihr sofort von ihren schlanken Hüften. Als sie herauskam, war Mamoru bereits dabei Tee und Biskuit auf den Wohnzimmertisch zu stellen. Ami war etwas verlegen, obwohl die im Kampf ebenfalls einen kurzen Rock trägt. Als Mamoru sie sah, errötete er ein wenig, doch er versteckte schnell seinen Blick mit dem Gedanken, dass ihm nie auffiel, wie schön Ami doch war. Da sie selbst aber immer noch in Gedanken war und diese plötzlich entstandene Situation sie etwas verwirrte, bemerkte sie fast nichts um sich herum. Als sie auf der Couch Platz nahm, bot Mamoru ihr eine Decke an, damit sie wenigstens auf diese Weise ihre Beine verstecken und wärmen konnte, in der Hoffnung, sie würde seine Verlegenheit nicht bemerken. Er gewann wieder an Haltung und setzte sich auf einen Sessel gegenüber. Es lag ihm viel daran Ami wieder ein bisschen Mut zu geben oder ihr zumindest Trost zu spenden. Ami senkte ihr Gesicht wieder zu Boden und verfiel wieder ins Grübeln. „Möchtest du mir erzählen was dich bedrückt?“, fragte Mamoru mit einem vertrauensvollen Blick. Ami schwieg eine Weile, die Teetasse fest mit ihren Händen umklammernd. Sie wollte Mamoru nicht erzählen was sie bedrückt, weil sie dieses Problem nicht unbedingt einem Mann anvertrauen wollte. Eigentlich wollte sie es ganz für sich behalten, aber sie überwand sich es ihm wenigstens indirekt zu erzählen. „Ich bin mir nicht mehr sicher, ob mein Traum Ärztin zu werden das Richtige ist.“ „Aber warum denn?“, entgegnete Mamoru erstaunt. „Ist es nicht so, dass du schon seit der Mittelschule darauf hinarbeitest?“ „Ja, aber in der Mittelschule waren Lernen und gute Noten das Wichtigste. Das Leben ändert sich und auch die Prioritäten.“ Man hörte wieder die Verzweiflung, die in ihre zarte Stimme zurückkehrte. Mamoru erstaunte ihre Aussage dagegen immer mehr, war es nicht immer Amis größter Traum ihrer Mutter nachzueifern? Was könnte plötzlich wichtiger sein, als der Traum, den sie seit ihrer Kindheit so zielstrebig verfolgte? „Ist dir plötzlich etwas wichtiger als dieser Traum?“, fragte Mamoru sie behutsam. Ami schwieg schon wieder und Mamoru bemerkte ihre roten Wangen. „Bunny, Rei, Makoto und Minako haben zwar ihre Träume, aber sie alle …“, sagte sie mit enttäuschter Stimme und schwieg wieder. Sie konnte nicht weitersprechen, vielleicht hatte sie schon zu viel gesagt. Sie verfiel in Gedanken. Warum viel es ihr so schwer, Mamoru die Wahrheit zu sagen. War es, weil es ein Mann war oder, weil er Bunnys Freund war? Sie kannten sich so viele Jahre und wussten so viel voneinander. Es wäre auch nicht das erste Mal, dass Mamoru ihr mit gutem Rat Mut machen könnte, trotzdem konnte sie nicht weitersprechen. Mamoru bemerkte ihre Zurückhaltung. Er wollte wissen, was es war, was die Mädchen hatten, das Ami so entmutigte. Er entsann sich und kam zu dem Schluss, dass alle vier nicht die besten Schulnoten hatten, auch an Charakter und Schönheit brauchte sich Ami nicht zu verstecken, was aber war dann das Problem? Sie saßen und schwiegen. Keiner sagte etwas, denn Mamoru wollte Ami nicht weiter bedrängen und Ami konnte diesen Satz einfach nicht beenden. Sie hielt immer noch die Tasse in den Händen. Der Tee war kalt geworden, ohne, dass sie nur einen Schluck getrunken hatte. Mamoru überlegte, was ihr Problem sein könnte und verfolgte mit seinen Augen, ohne es wirklich zu merken, jeden Zug ihres Gesichts. Sein Blick wanderte über ihre traurigen Augen, die sie immer noch senkte, ihre rosigen Wangen, ihr Haar, welches immer noch nicht ganz trocken war, ihren schlanken Hals und verhaftete kurz auf ihren Lippen. Seinen Willen und die Hoffnung Ami helfen zu können, vergaß er dabei allmählich, nur noch ihre zarten rosa Lippen füllten seine Gedanken. Er stellte sich vor ihre Lippen zu berühren, bis er merkte, was er gerade tat. Die Röte lief ihm ins Gesicht, und er schaute schnell weg. ‚Was tue ich da?‘, dachte er sich. ‚Ich muss an Bunny denken!‘ Plötzlich hörte er ein leises Klirren. Als er aufschaute sah er, dass Ami, die immer noch volle Tasse wieder zurückgestellt hatte. Er war immer noch sehr verlegen und konnte nicht in Amis Gesicht schauen, bot ihr aber eine neue Tasse Tee an, die sie ausschlug. Mamoru musste sich Bewegung verschaffen, er wollte nicht noch einmal das Gefühl verspüren, dieses bitterzarte Gefühl, etwas zu wollen, was er nicht haben durfte. Als er die Tassen wieder in die Küche brachte, wurde ihm plötzlich etwas bewusst. Könnte es sein, dass Ami Liebeskummer hatte? ‚Natürlich, Bunny ist seit Jahren mit mir zusammen, Minako lässt nichts anbrennen und auch Rei und Makoto haben geliebt und wurden geliebt. Nur bei Ami blieb es meist bei Bekanntschaften, zum Teil, weil sie ihrem Traum den Vorzug gegeben hat.‘ Mamoru errötete plötzlich. Ihm wurde klar, warum Ami geschwiegen hatte. Er versuchte sich wieder zu fassen, denn er konnte sie nicht lange allein lassen, doch als er wieder das Wohnzimmer betrat, fand er Ami auf der Couch liegend vor. Sie grübelte bereits die vergangenen Tage intensiv über ihr Leben und ihre Entscheidungen, und wollte einen Moment einfach nur an nichts denken. In der Hoffnung ein wenig entspannen zu können, legte sie sich hin. Mamoru, der sie wieder anstarrte, verfiel wieder ihren zarten Zügen. Diesmal schaute er nicht weg, ihre Augen waren geschlossen und würden nicht bemerken, wie er mit seinen Augen ihre Wangen streichelte. Er trat langsam auf sie zu und flüsterte. „Ami, bist du wach?“ Doch sie antwortete nicht. Er fragte sich, wie sie nur so schnell einschlafen konnte und flüstere erneut. „Wie kannst du mich nur dieser Gefahr aussetzen?“ Er beugte sich langsam über sie, bis er ihren warmen Atem spürte. In ihm wuchs plötzlich ein Verlangen. Er wollte jetzt nicht aufhören. Alle seine Sinne spürten nur noch Ami. Nur noch wenige Zentimeter trennten ihre Lippen. Sein Atem war so heiß, dass Ami aus ihrem kurzen Schlummer erwachte. Als sie die Augen öffnete, schaute sie direkt in Mamorus. Sie erschrak wurde vollkommen rot und wandte ihren Blick verlegen ab. Mamoru wich ein Stück zurück, aber seine anfängliche Verlegenheit war endgültig überwunden und sein Blick wich nicht von ihren Augen. Ihr Schreck ging vorüber und sie wurde sich bewusst, was gerade vorging. Mamoru war ihr sehr nahegekommen, und obwohl er sie noch nicht berührte, spürte sie dieses Kribbeln, was ihren gesamten Körper durchfuhr. Sein Blick wich keine Sekunde von ihr. Immer noch errötet und verlegen, traute sie sich nun seinen Blick zu erwidern. Wieder durchfuhr sie das bitterzarte Gefühl, als sie tief in seine Augen schaute. Sie wusste nicht, was sie tun sollte, denn Mamoru bewegte sich keinen Zentimeter und fixierte sie. ‚Was soll ich tun? Ich will hier weg!‘, dachte sie sich. Aber sie wusste, dass sie sich selbst belog, denn mit jeder Sekunde wurde das Pochen ihres Herzens immer lauter und auch sie überkam langsam das Verlangen, dem sie sich hingeben wollte. Mamoru bemerkte was in Ami vorgehen musste, ihre ängstlichen Augen schienen hungrig nach seinen geworden zu sein und sie öffnete leicht ihre Lippen, als wolle sie ihn einladen, doch sie war immer noch von einer verlegenen Zurückhaltung umgeben. Trotzdem traute sich Mamoru erneut ihr näher zu kommen. Sein Blick durchdrang Ami vollkommen, sie war wie hypnotisiert, aber je näher er kam, desto mehr und mehr wurde Ami bewusst in welcher Situation sie sich befand. Bunny war ihre beste Freundin, wie sollte sie ihr unter die Augen treten. Sie senkte ihren Blick und sprach mit einem zarten Flüstern. „Das dürfen wir nicht!“ Aber Mamoru hatte nicht die Absicht jetzt aufzuhören, ganz im Gegenteil. Mit jeder Sekunde in Amis Nähe wurde er entschlossener, es war so, als würde ihn eine unerklärliche Kraft in ihre Richtung drücken. Er war immer noch über sie gebeugt und berührte sie nur mit seinem entschlossenen Blick, trotzdem herrschte eine Spannung der er nachgeben wollte. Ganz langsam bewegte er sein Gesicht zu ihrem und sie selbst war wie gebannt. Er spürte, dass egal, was sie sagen würde, sie ihm nicht ausweichen möchte. Allmählich spürte sie seinen Atem. In ihrer Brust zog sich alles zusammen, so etwas hatte sie noch nie gefühlt. Plötzlich spürte sie diese weichen Lippen. Diese Anspannung, die Ami durch Mamorus Nähe aufgebaut hatte, löste sich mit einem Schlag. Sie war ihm und seinen warmen Lippen verfallen. Ganz sanft und langsam öffnete Mamoru mit seinen Lippen ihre und berührte ihre heiße Zunge. Doch wo die eine Anspannung abfiel, entwickelte sich direkt eine neue. Dieser Kuss so sanft, so sinnlich, so tief, versetzte ihren gesamten Körper in Gefühle die sie noch nicht kannte. Seine Hand berührte ihren schlanken Hals, er streifte ihr behutsam das Hemd von der Schulter. Seine Lippen gerieten plötzlich in Bewegung. Über ihre Wange, die er sanft küsste, gelangte er zu ihrem Hals und zu ihrer Schulter. Ami konnte nichts mehr sagen, sie brachte nur noch ein leises Stöhnen hervor. Mamoru scheute sich nicht mehr sie zu berühren, ganz im Gegenteil umschloss er mit seinen Armen ihren Körper, als hätte er Angst sie könnte ihm entfliehen. So weit wie er gegangen war, wollte er nun alles. Es war seine Vergangenheit und seine Zukunft die ihn an Bunny fesselte, aber warum verspürte er dieses Verlangen nicht bei ihr? Mamoru wollte nun auch Amis zweite Schulter entblößen, er wollte ihr dieses Hemd, diese Barriere abstreifen, doch kurz, bevor er ihre weiche Brust entblößen konnte, stoppte sie ihn laut und bestimmt, mit einem Hauch Verzweiflung in der Stimme. „Nein! Ich will nicht, dass du aufhörst, aber wir dürfen nicht noch weiter gehen!“ Mamoru war sich dessen absolut im Klaren und er wusste, dass ein Kuss sein Gewissen nicht so schwer belasten würde, wie das, was Ami gerade aufgehalten hatte. Ihm schoss durch den Kopf, dass es möglicherweise das letzte Mal war, dass er Ami so nah sein würde und wollte nur noch einmal ihre Lippen berühren. Ohne einen Augenblick zu verschwenden ergriff er Ami und küsste sie, er drang in ihren Mund und versetzte ihr damit einen leidenschaftlichen Stich. Er wollte sich nur sicher sein, dass sie diesen Augenblick nie wieder vergisst. Ami war erschrocken, würde er jetzt doch weiter machen, würde er diese unaussprechliche Grenze, die hinter diesem Kuss war, etwa sprengen? Am liebsten hätte sie ihn angefleht weiter zu machen, weiter zu gehen, doch er sprang plötzlich auf. „Ich gehe Joggen!“ Er blickte sie nicht mehr an und verließ die Wohnung ohne zu zögern. Der Regen, der die Wohnung gemütlicher gemachte, hatte bis dahin immer noch nicht nachgelassen, aber das war in diesem Augenblick Mamorus Rettung. Wäre er nur einen Augenblick länger in diesen vier Wänden geblieben, hätte er der Versuchung garantiert nicht mehr standhalten können. Er lief hinaus in den Regen, streckte sein Gesicht zum Himmel und ließ die kühlen Tropfen sein heißes und erregtes Gesicht abkühlen. Er lief zwei Stunden durch den Regen und traute sich kaum wieder nach Hause zu gehen, doch er konnte nicht ewig da draußen bleiben. Als er wieder nach Hause kam und vorsichtig die Tür zu seiner Wohnung öffnete, in der Furcht Ami sei noch da, betrat er eine dunkle, leere Wohnung. Es war so, als ob sie nie da gewesen wäre, als ob er das alles nur geträumt hätte oder hatte er sich in seinem Inneren gewünscht sie wäre nicht gegangen? Er spürte immer noch ihren Körper auf seiner Haut. Sie aber hatte jede Spur ihrer Anwesenheit beseitigt. Sie hatte sich ihre noch nasse Kleidung angezogen und ist davongelaufen, in den Regen, vor dem sie gerade noch geflohen war. Mamoru setzte sich auf die kalte Couch, auf der vor kurzem noch ihr warmer Körper lag. Er war sich sicher, dass bei seiner nächsten Begegnung mit Ami alles wieder beim Alten sein würde und auch müsste, aber er war sich auch sicher, dass weder er noch sie diesen Augenblick je wieder vergessen würden. -Ende- Nachwort Ich hoffe niemand erschlägt mich jetzt wegen diesem Pairing! Meine Inspiration habe ich aus der Folge "97. Das Wettschwimmen". Warum die beiden nicht im Bett gelandet sind? Weil ich eine FF wollte, die man in die Originalstory einordenen kann. Sowas könnte doch passieren, aber keiner redet darüber *lach*. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir sagt wie ihr es findet!!! Hosted by Animexx e.V. (http://www.animexx.de)