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Fanart - T.

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 Chyox   [Zeichner-Galerie] Upload: 06.09.2008 10:48
Nach langem mal etwas neu bearbeitetes von mir. Nachdem meine letzten 4 Bilder alle schon etwas älter waren und auf den Neukauf eines Scanners warten mussten, habe ich dieses Bild frisch koloriert. Zugegeben: Die Outlines sind auch wieder älter – sie stammen aus einer Zeit, an die ich mich ungern zurück erinner, die mir aber trotzdem nicht immer aus dem Kopf geht.
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Zu diesem Bild gibt es eine Geschichte:

Der junge Mann, der darauf zu sehen ist, heißt T. und ist auf dem Bild noch 19 Jahre alt. T. hatte es in seiner Vergangenheit nicht leicht – sein Vater gestorben, seine Mutter ständig um eine Arbeit bemüht, um den Haushalt über Wasser zu halten und der Freund der Mutter, für den sie den Vater lange vor seinem Tod verlassen hatte, mit dem T. sich nicht so gut verstand.

T. leidet an Depressionen, war wegen diesen auch bei einer Psychologin, die ihn aber aufgab, weil er total unkooperativ war. Er war arrogant und störrig und ließ sich nichts sagen. War er doch seit Kindertagen schon auf sich allein gestellt und hatte nie gelernt mit Autoritäten umzugehen.

Seine Schullaufbahn war alles andere als vorbildlich. Selbst auf der Hauptschule versagend, kam er in eine Sonderschule, schaffte es aber irgendwie sich über Hauptschulabschluss und Realschule auf ein Wirtschaftsgymnasium hochzuziehen und war dabei sein Abitur nachzuholen.

In seiner Jugend hat er viel mit Drogen experimentiert, um seine Probleme zu vergessen. Ecstasy, LSD, Speed – zum runterkommen dann Gras – und immer dabei: Etwas Alkohol. Ehrlich gesagt, hat dies alles seiner Psyche nur weitere Probleme bereitet. Die biochemischen Prozesse seines Gehirns kamen immer mehr durcheinander.

Zu alle dem entdeckte T. schon sehr früh, dass er sich zu Männern hingezogen fühlte. Er flirtete, verliebte sich ein paar Mal, wurde enttäuscht. Später erfuhr ich auch, dass er nach einer drogenverschwommen Nacht vergewaltigt worden sein soll. Später zerbrach seine erste große Liebe mit einem viel älteren Mann, der von Beruf Arzt gewesen ist, an Betrug.

Der nächste Schritt in dieser Geschichte bin ich. Ich lernte ihn über Animexx – eine Internet-Community für Anime- und Mangafans kennen. Wir schrieben uns über einen längeren Zeitraum und er schien nett zu sein. Ich ahnte ja noch nichts von dem Problembündel, dass er mit sich rumschleppte. Wir trafen uns, verliebten uns und kamen zusammen. Ab diesem Zeitpunkt sahen wir uns 7 Monate lang fast jedes Wochenende, 2 Monate lang wohnte ich bei ihm. In dieser Zeit lernte ich ihn immer besser kennen, erfuhr immer mehr von seinen Problemen.

Ich selbst war auch nicht einfach und so kam es immer öfter zu Streitereien, die nicht selten in Gewalt von seiner Seite mündeten. Ich hatte ihm irgendwann einmal eine leichte Ohrfeige gegeben und diese benutzte er als Argument, um mich gewaltsam festzuhalten, zu würgen, zu schlagen. Jedes Mal verzieh ich ihm und blieb bei ihm. Ich dachte, er würde sich ändern – so wie er es auch von der Sonderschule bis knapp vor das Abitur geschafft hat.

Das Abitur musste er mit sehr vielen Fünfen auf dem Zeugnis dann abbrechen. Er versank mehr in Depressionen, wollte von mir Bestätigung, engte mich ein, nahm mir jeden Freiraum. Daraus resultierten immer mehr und heftigere Auseinandersetzungen. Mit Kritik kam er nicht zurecht – bei seinem Lebenslauf war jede Art der Kritik ein Stich mit einem salzverkrusteten Messer in offene Wunden.

Als sich dann immer mehr herauskristallisierte, dass mein Lebensweg mich in eine andere Stadt zum studieren führen würde und ich mehr Freiraum wollte, tickte er vollends aus. Ich musste die Beziehung mit mehreren blauen Flecken im Gesicht und am Körper, Schürfwunden am Rücken und dem Gefühl tiefster Demütigung beenden.

Das ist mir nicht leicht gefallen und mein Fehler damals war es, dass ich es nicht sauber durchziehen konnte. Wir hatten dann noch ein paar Mal Sex – irgendwie dachte ich, dass körperliche Nähe mein Seelenchaos schon wieder in Ordnung bringen würde. Ich war ja noch immer verliebt. Aber schließlich gewann gesunder Verstand über ein krankes Herz, ich beendete es doch noch und verschwand mit dem Vorschlag, dass er es noch einmal mit einer Therapie versuchen solle. Er blieb selbstgefällig und arrogant und war wirklich der Meinung, dass eher ich in Therapie gehörte.

Was danach geschah, kann ich nicht genau sagen. Ich bekam Vorwürfe von seinen Freunden, seiner Familie. Eine Zeit lang ist er wohl am Ende gewesen. Er hoffte, dass ich doch noch zurückkehren würde, eines Tages. Ich hörte, dass er Krebs haben soll – ich weiß nicht, ob das die Wahrheit war oder auch nur eine Taktik, um an mein Mitleid zu appellieren. Dann behauptete er, mich nie verprügelt zu haben. Auch hier weiß ich nicht, ob das ein Selbstschutz seiner Psyche war, weil er es selbst nicht verkraftet hätte, sich so schuldig zu machen oder ob er sich und anderen nur etwas vormachte. Ich begann ihn zu hassen. Ich wünschte ihm den Tod.

Monate später holte ich nach langem hin und her – er wollte mich zu einer Aussprache erpressen - noch Sachen von mir bei ihm ab. Ich hatte Angst und bin deshalb mit vier Freunden zusammen gefahren und hatte Pfefferspray für den Notfall mit. Er begegnete mir noch arroganter als früher und am liebsten hätte ich ihm sein selbstgefälliges Lächeln mit Säure aus dem Gesicht geätzt.

Als er sich weigerte mir meine Sachen wiederzugeben, flog ein Buch in seine Richtung, welches ich noch hatte. Irgendwie überredete er mich dann doch noch mit ihm unter vier Augen zu sprechen. Der einzige Grund, wieso ich das mitgemacht hatte war, dass mir das Spray in meiner Jackentasche Sicherheit bot. Und ich hätte es fast eingesetzt als er mich mehrmals küsste. Mir wurde schlecht und ich drückte ihn weg. Ich log ihn an: „Es tut mir alles Leid.“ Ich tat so als höre ich ihm zu. Das war der Preis dafür, dass ich ohne weitere Probleme meine Sachen zurück bekam.

Seinem neuen Freund erzählte er später, ich habe ihn geküsst, weshalb dieser sauer auf mich wurde. Mein Hass auf T. wuchs.

Jetzt lebt er leider immer noch. Er ist von Stadt zu Stadt immer näher an mich herangezogen – erst von Iserlohn nach Düsseldorf und dann nach Köln. Ich wohne in Bonn und habe Angst nach Köln zu fahren, weil ich ihn dort sehen könnte. Wenn ich an T. denke empfinde ich nichts mehr als Wut, Ekel und Angst.

Noch immer ist er uneinsichtig, bleibt bei seiner, aus meiner Sicht, unwahren Meinung.


Themen:
(Bi)Shonen

Stile:
Computer koloriert

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