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Zeichner-Abos von Escroe


Das Herz von Rharanka
Die kalten Täler Rharankas
Haustiere haben auch Bedürfnisse
Fernab der Jahreszeit
Ein nicht ganz so alltäglicher Schulalltag
 

 


Animexx: Dein Animexx-Name:
Aeryo:

Aeryo ist eine Mischung aus Aero und Ryo. Niemand jedoch weiß, wie dieser Name ausgesprochen wird. Nicht einmal Aeryo selbst!

   
Animexx: Wie lange zeichnest du schon?
Aeryo:

Es wird behauptet, Aeryo hätte schon mit 3 angefangen, Autos zu malen. Irgendwann im Jahr 2002 aber entschied ich mich im jugendlichen Wahn, einen Manga zeichnen zu wollen. Natürlich ging es sofort nach hinten los und die Zeichnungen waren mehr als nur schlecht. Dass die Kunst einen großen Teil meines Lebens ausmacht, erkannte ich aber erst sehr viel später.

   
Animexx: Blieb dein Stil konstant, oder hat er sich tiefgehend verändert? Wenn ja, wie?
Aeryo:

Ich beging zwei Stilbrüche: Einmal als ich von traditionellen Medien zu den digitalen wechselte. (Natürlich zeichne ich auch weiterhin analog) Und der zweite Stilbruch als ich irgendwann erkannte, dass Manga nur ein kleiner Teil der bildenden Kunst ist. Ich begab mich in die Berge, meditierte unter einem Wasserfall und die Erkenntnis war, dass ich mich von Manga entfernen möchte - auch wenn noch vieles davon in meinem Stil steckt. Dieser Augenblick war die Geburtsstunde des Gedankens, dass ich etwas komplett eigenes schaffen will. Etwas, das man nur mit mir in Verbindung setzen kann.

   
Animexx: Auf welche Dinge legst du bei deinen Bildern besonders wert?
Aeryo:

Auf die Aussage. Es gibt immer bestimmte Elemente denen man es nicht ansieht, dass sie einen sehr tiefen Sinn ergeben. Ich freue mich immer, wenn es jemand erkennt. Vom Bildaufbau her sind mir Komposition, Anatomie, Licht und Schatten, Perspektive und Tonwert sehr wichtig. Außerdem achte ich sehr darauf, Fehler nicht als etwas negatives zu betrachten, sondern konstruktiv mit ihnen zu arbeiten. Das äußert sich z.B. darin, dass ich keinen Radierer mehr verwende oder falsch gemalte Flächen so einbaue, dass sie zum Bild passen.

   
Animexx: Gibt es Dinge, die dir beim Zeichnen besonders schwer fallen?
Aeryo:

Siehe eine Frage zuvor. Denn das, was mir wichtig ist, gelingt mir nur unter sehr viel Mühe. Besonders in der Anatomie, Tonwerte und in der Motivwahl muss ich noch so einiges lernen. Noch schwerer ist für mich, den gewissen Schwung, den Rhythmus eines Bildes darzustellen.

   
Animexx: Was glaubst du, macht deinen Stil aus?
Aeryo:

Diese geheimen, versteckten Symboliken, die nicht immer jeder sieht. Außerdem die Farbverläufe und Farbzusammenstellungen, solche, die ich bisher nur bei mir gesehen habe.

   
Animexx: Mit welchen Medien arbeitest du am liebsten und warum?
Aeryo:

Mit allen! Kunst sollte sich nicht nur auf ein bestimmtes Medium beschränken. Am sichersten fühle ich mich zwar digital, aber ich male auch in Acryl auf Leinwand oder analog am liebsten mit Bleistift, Farb-/Buntstift und Kopierpapier. Zum Thema digitales Zeichnen: Mir liegt es gar nicht, direkt auf einem Display zu zeichnen. Das beste Beispiel ist Cintiq von Wacom. Ich schätze das kommt daher, weil ich mich daran gewöhnt habe, blind zu zeichnen. Das heißt, digitale Bilder gelingen mir eher, wenn ich meine Hand und den Stift nicht sehe. (So spare ich auch das teure Cintiq, höhö.)

   
Animexx: Welche Aussagen stecken hinter deinen Motiven?
Aeryo:

Nichts ist so wie es scheint. Alles hat seinen Platz in dieser (oder einer anderen) Welt. Und: Ich bin Batman! Dies sind meine drei Grundsätze, meine Konzepte. Gut, den letzten Grundsatz kann man zwar ersetzen, aber mit was, das bleibt mein Geheimnis.

   
Animexx: Was inspiriert dich?
Aeryo:

Das ist die größte Frage, die die Menschheit je beschäftigt hat. Oft werde ich gefragt: "Wo holst du nur diese Ideen her?" Genau genommen kann ich diese Frage gar nicht beantworten. Ich sehe einfach etwas und kann es in ein Bild einbauen. Sei es eine Kaffeemaschine, ein Mensch oder Batman. Mir fällt zu allem etwas ein, sobald nur ein Wort genannt wird oder ich etwas bestimmtes anschaue.

   
Animexx: Welche Art von Kunst magst du noch neben Anime und Manga?
Aeryo:

Jede, die eine Aussage beinhaltet, die sich nicht sofort jedem erschließt. Kunst, die mehrmals betrachtet oder gelesen werden muss, um sie vollständig zu verstehen - die liebe ich. Das kann auch mal ein abstraktes Bild sein, wenn es mich zum Nachdenken anregt. Vorsicht: Aeryos mögen nicht die Frage "Was hat sich Künstler XYZ dabei gedacht?" Bitte nicht mit solchen Fragen füttern!

   
Animexx: Wo würdest du eines deiner Bilder gerne veröffentlicht sehen?
Aeryo:

In einem Artbook, das neben den Werken von Benjamin Lacombe und Barbara Canepa liegt. Oder überhaupt im Buchhandel. Ich würde von meinem eigenen Artbook wohl erstmal 50 Ausgaben kaufen und im Bett damit kuscheln. Es ist noch ein weiter Weg bis dahin, aber ich gehe ihn stets mutig voran. Irgendwann bin ich dann soweit.

   
Animexx: Wie lange brauchst du in etwa für ein Bild?
Aeryo:

Das variiert von 15 bis 70 Stunden, abhängig von der Deadline. Wenn ich noch 3 Wochen Zeit für ein Bild habe, nehme ich sie mir auch. Sind nur noch 3 Tage Zeit, dann gerate ich zwar unter Druck, kann dann aber auch mal 36 Stunden durchgängig nur zeichnen. Ohne Pause. (Nicht zur Nachahmung empfohlen! Nebenwirkungen: Halluzinationen, Schwindel, Kopfaua, eigenartig hoher Drang merkwürdige Worte auszusprechen)

   
Animexx: Welchen Tip hast du an andere Zeichner, außer Übung natürlich?
Aeryo:

Da ich Übung nicht nennen darf, fasse ich einen anderen Tip in ein Wort zusammen: Übung! Aber nicht nur einfach so. Es muss strukturiert ablaufen. Macht euch Pläne! Was wollt ihr üben? Wie viel Zeit und Aufwand wollt ihr darin investieren und an welchem Wochentag? Wie erkennt ihr das Ziel? Gibt es überhaupt eines? Lernt Referenzen zu nutzen. Setzt euch einfach mal in den Zug und kritzelt die Menschen, denen ihr begegnet, in ein Skizzenbuch. Schafft euch hunderte solcher Skizzenbücher an. Und allem voran: Habt Spaß! Das Zeichnen, Malen und Üben eben dieser bringt euch gar nichts, wenn ihr keinen Spaß daran habt. Macht euch klar, wieso ihr zeichnet. Für wen. Und mit welchem Konzept. Es ist egal, was ihr für Antworten auf diese Fragen findet, wichtig ist, dass ihr wisst, wie und wieso ihr das tut. Und noch etwas: Schämt euch nicht für eure Bilder. Macht sie nicht nieder. Verkauft sie nicht unter ihrem Wert. Denn die Kunst sind Projektionen eurer eigenen Seele. Wollt ihr denn wirklich behaupten, eure Bilder - eure Seele - sei nicht gut genug? Steht zu euch selbst. Seid mutig und kleckst auch mal mit der Farbe quer über das Bild. Lernt auch loszulassen. Das heißt, wenn ihr ein Bildelement nicht so hinbekommt, wie es euch vorschwebt, lasst es einfach so wie es ist! Lasst los vom Perfektionismus. Lernt nicht nur die Fehler zu akzeptieren, sondern sie bewusst und konstruktiv in die Bilder einzubauen.

   
Animexx: Welche Farben sind in deinem (imaginären, falls digital) Farbkasten als erstes leer?
Aeryo:

Alles von Aquamarin, über Türkis, bis zu Limettengrün. Dabei mag ich auch andere Farben oder Farbkombinationen, wie Lila/Orange oder Grau/Hellblau/Rot.

   
Animexx: An welchen Orten zeichnest du am liebsten?
Aeryo:

An jedem Ort. Ich mag es, überall zeichnen zu können, wo es mir beliebt. Natürlich wird man manchmal schief angeschaut, aber das gehört halt dazu! Und viele sind auch hellauf begeistert, selbst wenn die Bilder nicht so sehr gelingen. Am meisten arbeite ich in meinem Wohnzimmer. Im öffentlichen Raum präferiere ich da eher Züge, Cafés und Parkbänke. Hier ergeben sich eine Menge Referenzen: Menschen die sehnsüchtig aus dem Fenster schauen oder gerade Zeitung lesen. Oder einsame Bahnhöfe, an dem ein noch einsamerer Mensch traurig dem Zug hinterher sieht, in dem ein geliebter Mensch fortfährt. Es gibt keinen Ort, an dem man nichts zum zeichnen findet.

   
Animexx: Gibt es seltsame Angewohnheiten, die du beim Zeichnen hast?
Aeryo:

Meist fummel ich mit den Fingern an den Lippen, der Nase oder den Ohren. Beim digitalen Zeichnen brauche ich meinen sogenannten "Pennerhandschuh". Ein Handschuh ohne Finger. Ist wie ein Glücksbringer. Oft spreche ich die Charaktere auch mal an, die ich in dem Moment zeichne: "Du hast eine viel zu kleine Nase, du dämlicher Zombie! Dann bekommst du eben gar keine Nase mehr, wenn du so nervst! Bist du wohl ruhig!" Die Wortwahl ist hier etwas sanfter. Eigentlich geht es dann doch ziemlich rau zu.

   
Animexx: Wurde dein Talent vererbt? Wenn ja, von wem, und was macht dieser Verwandte?
Aeryo:

Mein Uropa malte so berühmte Bilder, dass sie noch heute einige Süßigkeitenverpackungen aus Russland zieren. Solche, die ich sogar gerade esse. Importierte Süßigkeiten sind so verdammt teuer! Leider starb er kurz nach meiner Geburt, ich konnte ihn also nicht kennen lernen. Wir hätten uns bestimmt prima über Kunst unterhalten können.

   
Animexx: Wenn du aus irgendeinem Grund nicht mehr Zeichnen könntest, was würdest du tun?
Aeryo:

Weiter zeichnen natürlich. Egal ob mit den Füßen, dem Mund, der Nase, ... Selbst wenn es irgendwann keinen Strom, keine Grafiktabletts, kein Papier, keine Stifte mehr gäbe, ich würde irgendwie dann doch weiter machen. Würde die Kunst enden, hätte mein Leben einen Großteil seines Inhalts eingebüßt. Also setze ich alles daran, niemals aufzuhören. Mein Plan: Selbst im hohen Alter werde ich stets zeichnen und malen.

   
Animexx: Hängst du deine Bilder in deinem Zimmer/Wohnung aus?
Aeryo:

Ja, durchaus. Darin spiegelt sich ein gewisser Stolz wieder. Außerdem zeige ich mir selbst so immer wieder, was ich bereits erreicht habe. Merkwürdigerweise hängen bei anderen Leuten mehr Bilder von mir, als in meiner eigenen Wohnung. Wichtig ist mir aber, dass ich nicht einfach nur ein Fetzen Papier an die Wand hänge. Meine Bilder wollen einen Rahmen und/oder direkt auf Leinwand gezeigt werden. Sie sind auch Ausdruck meiner Persönlichkeit und nicht irgendwelche losen Gedanken, die ich an die Wand klatsche. Darum soll es wie ein dekoratives Möbelstück wirken, was in die Wohnung passt.

   
Animexx: Was sagen deine Eltern zu deinem Hobby/Beruf? (Das Zeichnen ist hier natürlich gemeint)
Aeryo:

Früher mochten sie es gar nicht. Ich erinnere mich an den Tag, als einer von beiden mir sagte: "Du hast kein Talent, hör auf mit dem Blödsinn." Aber ich gab nicht auf. Ich wollte ihnen zeigen, was ich drauf habe. Und heute, ungefähr 15 Jahre später, zieren viele meiner Bilder ihre Wände. Ich bin ein wenig stolz auf mich, dass meine Eltern ihrerseits nun stolz auf mich sind. Ein wenig fühle ich mich als hätte ich schon so vieles erreicht.

   
Animexx: Welche Musik hörst du beim Zeichnen?
Aeryo:

Am liebsten keine. Die Musik lenkt meine Konzentration ab. Genauso verhält es sich mit dem Fernseher. Schalte ich beides aus, kann ich konzentrierter und vor allem schneller arbeiten. Wenn allerdings monotone Arbeit an einem Bild ansteht, schalte ich für eine halbe Stunde auch mal passende Musik ein. Andererseits kann die Musik natürlich eine große Quelle der Inspiration sein. Daher höre ich sie nur in aller Ruhe, unbeeinflusst von allen anderen Medien. Es hat ein wenig was von Meditation.

   
Animexx: Die leidige Frage: Digital oder Analog und warum?
Aeryo:

Beides. Niemals sollte man eine Technik über die andere Stellen. Jede Kunst hat ihre Berechtigung. Genauso verhält es sich mit der Wahl des Mediums. Wie in der Fotografie gilt hier: Nicht die Technik macht die Kunst, sondern der Künstler. Er muss lernen, mit gegebenen Mitteln umzugehen, egal welches es ist. Steht ihm das eine nicht zur Verfügung, muss er auf ein anderes ausweichen. Und die Ausrüstung mag noch so teuer sein, der Künstler noch so sehr damit angeben oder sich das Leben leichter machen. Nur wer die Beobachtung und die Umsetzung der Gedanken beherrscht, beherrscht auch die Kunst. Wenn das gegeben ist, kann man zwischen Digital und Analog nahtlos hin und her wechseln.

   
Animexx: Beantworte eine Frage, die du schon immer mal gestellt bekommen wolltest.
Aeryo:

"Weil ich Batman bin und du eine Banane! Wir gehören zusammen, schicksalhaft miteinander verwoben."


   
Animexx: Nehmen wir an du sitzt auf einer einsamen Insel fest, ob in der Hitze oder Kälte sei dir überlassen, und du hast weder Stift noch Papier, wie lässt du deine Kreativität aus?
Aeryo:

Als erstes boxe ich ein paar Holzblöcke aus den Bäumen. Dann besitze ich eine Holzspitzhacke. Mit dieser ernte ich dann Steine, Eisen, Kohle usw. Irgendwann baue ich mir aus all dem ein Erdölimperium auf, investiere ins digitale Zeitalter, werde Medienmogul und habe am Ende einen PC, an dem ich zeichnen kann. All das natürlich auf dieser winzig, kleinen Insel. (Hab ich schon erzählt, dass Minecraft unheimlich inspirierend ist?)





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Vorschau
 Das Herz von Rharanka
Thema:
- Elfen und Feen
Stil:
- Computer Grafik
Upload: 24.04.2015
15 Kommentare
50 Stimmen
Note:
 Avaria
Themen:
- weiblicher Charakter
- Demon Lord Camio
Stil:
- Computer Grafik
Upload: 13.02.2015
1 Kommentar
19 Stimmen
Note:
 Nebulöse Schnappatmung
Themen:
- Wettbewerb
- Dämonen
Stil:
- Computer Grafik
Upload: 29.01.2015
13 Kommentare
21 Stimmen
Note:
 Die kalten Täler Rharankas
Thema:
- Landschaft
Stil:
- Computer Grafik
Upload: 09.12.2014
12 Kommentare
64 Stimmen
Note:
 Haustiere haben auch Bedürfnisse
Thema:
- Halloween
Stil:
- Computer Grafik
Upload: 12.11.2014
20 Kommentare
142 Stimmen
Note:
 Hintergrundstudie Ghibli
Themen:
- Mein Nachbar Totoro
- Ghibli
Stil:
- Computer Grafik
Abgezeichnet
Upload: 28.10.2014
11 Kommentare
81 Stimmen
Note:
 Episode IV
Thema:
- Aktstudien
Stil:
- Computer Grafik
Upload: 23.10.2014
2 Kommentare
16 Stimmen
Note:
 Fernab der Jahreszeit
Thema:
- Märchen und Sagen (Sonstige)
Stil:
- Computer Grafik
Upload: 23.08.2014
31 Kommentare
327 Stimmen
Note:
 Eine Lehre fürs Leben
Themen:
- Monster (Sachthema)
- Horror
Stil:
- Computer Grafik
Upload: 26.07.2014
8 Kommentare
39 Stimmen
Note:
 Ein nicht ganz so alltäglicher Schulalltag
Themen:
- Wettbewerb
- Schulen und Internate
- Elemente
Stil:
- Computer Grafik
Upload: 16.05.2014
24 Kommentare
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