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Steampunk Isis
Hymn to Pan
Ruhe vor dem Sturm
Das Tal des Todes
Axolotl vs Coatl
 

 


Animexx: Blieb dein Stil konstant, oder hat er sich tiefgehend verändert? Wenn ja, wie?
Valyavande:

Stil finde ich sehr schwierig, weil ich gar nicht weiß, was sich für mich als mein persönlicher Stil definiert. Aber wie viele andere hab ich als Jugendliche im Mangastil gezeichnet. Nur nicht sonderlich gut oder erfolgreich. Ich fing recht früh damit an, auf mehr Realismus überzugehen. In der Richtung bin ich heute noch unterwegs. Davon abgesehen war der größte Bruch bei mir wohl der von Buntstiften zu Photoshop. Ich zeichne heute gerne mit Bleistift und fülle damit meine Skizzenbücher - aber fürs Ausarbeiten bevorzuge ich doch meinen digitalen Pinsel. Ansonsten springe ich zwischen Stilen, wenn meine Arbeit das erfordert. Mittlerweile lerne ich sogar, wie man ordentliche Outlines macht! Das war mir all die Jahre ein rätselhaftes Thema. Also wer weiß, wo die Reise da in Zukunft hingeht. Ich habe keinen Traumstil in meinem Kopf, den ich erreichen möchte. Ich sehe das als einen organischen Prozess, der wohl immer einen neuen Weg einschlagen kann. Im besten Fall ist mein Stil die Summe meines Wissens. Im wahrscheinlicheren Fall das, was mein Unwissen von sich gibt.

   
Animexx: Wer hat dir auf deiner Laufbahn beigestanden und dich unterstützt?
Valyavande:

Ich habe mich immer viel mit Leuten umgeben, die auch zeichnen. Von diesen konnte ich viel persönliches Feedback bekommen, wofür ich ihnen bis heute dankbar bin. Viele sind und waren gute Freunde von mir, die auch geduldig mein Gejammere ertragen haben, wenns nicht so lief wie gewünscht. Ohne sie alle wäre ich wohl nicht weit gekommen und hätte nicht den Mut gefunden, über das Zeichnen als Hobby hinaus zu gehen. Meine Eltern waren natürlich auch sehr wichtig, da sie mir mein Designstudium ermöglicht haben und sogar ein halbjähriges Praktikum in Hamburg, ohne dass ich heute keine Ahnung hätte, was aus mir geworden wäre. Wobei ich fürchte, dass ihnen das trotzdem alles nicht geheuer ist und sie sich wohl einen bodenständigeren Beruf von mir gewünscht hätten. Umso mehr freue ich mich, wenn sie hier und da doch mal stolz was von mir aufhängen und glücklich sind, wenn es Schritt für Schritt für mich voran geht. Es ist nicht so einfach Eltern beizubringen, dass Kunst nicht grundsätzlich brotlos ist. Noch schwieriger ist es zu erklären, was man da eigentlich beruflich tut, wenn sie alles sind, aber nicht videospielaffin XD

   
Animexx: Auf welche Dinge legst du bei deinen Bildern besonders wert?
Valyavande:

Meistens versuche ich zumindest eine kleine Geschichte mit meinen Bildern zu erzählen. Oder wenigstens Charaktere zu haben die offen für eine Interpretation sind. Gelingt nicht immer ganz so sehr. Wichtig dabei sind auf jeden Fall die Farben, die das Motiv unterstützen sollen.

   
Animexx: Gibt es Dinge, die dir beim Zeichnen besonders schwer fallen?
Valyavande:

Ich glaube, ich habe Schwierigkeiten damit, wirklich gute und auch mal emotionale Geschichten mit meinen Bildern zu erzählen. Da weiß ich selten, wie ich das angehen soll. Darüber hinaus natürlich allerlei technische Sachen. Oft denke ich, ich hätte ganz gerne einen hübschen, malerisch aussehenden Pinselstrich in meinen Bildern. Stattdessen rendere ich doch überall herum, weil ich Angst habe, es könnte unordentlich statt cool aussehen. Dramatischeres Licht und mehr Atmosphäre wären ebenfalls nicht schlecht, aber nicht so leicht zu erreichen.

   
Animexx: Mit welchen Medien arbeitest du am liebsten und warum?
Valyavande:

Vorwiegend arbeite ich mit Photoshop und Tabletts aus der Wacom Intuos-Reihe. Auf der einen Seite macht es mir einfach viel Spaß und ist furchtbar praktisch durch die vielen Möglichkeiten, auf der anderen Seite ist es auch Vorraussetzung in den meisten Fällen, um überhaupt als Concept Artist arbeiten zu können. Da liegt die Wahl des Mediums nicht immer komplett bei mir. Unterwegs habe ich aber ständig ein Skizzenbuch mit Bleistift und Kugelschreiber bei mir. Zeichnen ist mir immer noch wichtig. Entwürfe für Designs gehen mir manchmal auf Papier leichter von der Hand als am Bildschirm. In meinem Skizzenbuch sind potenziell die persönlicheren Bilder und Motive zu finden als bei meinen ausgearbeiteteren Illustrationen. Auch mehr Experimente in Sachen Stil. Ein kleines Skizzenbuch und Kugelschreiber haben sich für mich am besten erwiesen, um meist ahnungslose Leute in U-Bahnen zu zeichnen. In Parks wird manchmal dagegen sogar der Aquarellkasten ausgekramt. Meistens plane ich, was ich am jeweiligen Tag am ehesten brauche und nehme das entsprechend mit mir mit.

   
Animexx: Was inspiriert dich?
Valyavande:

Inspiration für meine Bilder finde ich selten direkt bei anderen Künstlern bzw. anderen Bildern, sondern mehr in der Natur, bei Musik und im Handwerk. Vor allem Bäume mit ungewöhnlichen Formen sind für mich immer wieder eine Quelle neuer Ideen. Starke Rindenstrukturen beinhalten manchmal alle möglichen lustigen Viecher und Gesichter. Einmal sehen und dann los zeichnen. Oder die Form eines bestimmten Astes ist etwas, was ich mal in einem Bild einbauen will. Aber auch Streifzüge durch Museen tun für mich neue Welten auf. Dort kann ich zwischen allerlei alten Figuren, Schmuckstücken, Möbeln und Gegenständen stehen und überlegen, welche Geschichten sich damit abspielten. Sehr faszinierend um einen Einblick in andere Kulturen und Epochen zu bekommen, wenn man nicht immer weit reisen kann. Musik mit ihren Emotionen ist da ähnlich. Ansonsten kommen mir viele Ideen im Halbschlaf. Und gehen dann gerne verloren, weil ich sie nicht mehr aufzeichne oder aufschreibe, bevor ich tatsächlich einschlafe. Das ist ein wenig ärgerlich. Ein kleinerer Faktor, aber nicht ganz unwichtig, sind natürlich auch Filme, Bücher und Videospiele. Darüber hinaus schaue ich mir zwar unglaublich viele Bilder an, aber meistens analysiere ich diese dann eher darauf, wie Licht, Perspektive, Form, Farbe und all diese Dinge gelöst sind. Das inspiriert mich nicht sofort zu etwas eigenem, aber kann als Hilfestellung dienen, wenn ich mal was starte, was ähnliche Probleme behandelt.

   
Animexx: Ist Zeichnen für dich nur ein Hobby, oder hast/willst du es zum Beruf machen?
Valyavande:

Für mich ist das Zeichnen und Malen jetzt seit 2 Jahren mein Beruf. Mit einigem auf und ab um wirklich einen Fuß in die Tür zu bekommen. Mal habe ich in der Zeit als 2D Artist an Videospielen gearbeitet, dann eine Weile als Freelance-Illustrator bei Fantasyrollenspielen und jetzt bin ich wieder zurück in einem Studio als Concept Artist. Ich hoffe, dieser Zustand wird für eine Weile anhalten. Ich kann mir nicht vorstellen, etwas anderes zu tun, selbst wenn das Zeichnen und Malen als Beruf mich schon auf die ein andere Nervenprobe gestellt hat und die Zweifel, ob ich es tatsächlich schaffen kann, immer mal wieder auftauchten. Aber wie das Leben so spielt, kam die Zusage für den Studiojob gerade dann, als ich den Berufswunsch Concept Art fast aufgegeben hätte zugunsten des Illustratorenlebens.

   
Animexx: Welche Art von Kunst magst du noch neben Anime und Manga?
Valyavande:

Oweia. Ist wahrscheinlich gar nicht so schlau, wenn ich diese Frage beantworte. Aber wahrscheinlich ist an meiner Galerie schon recht gut sichtbar, dass ich nicht mehr so viel mit Manga und Anime zu tun habe. Aber im Prinzip mag ich alles, was gut gemacht ist. Von Cartoon und Comicstilen bis hin zu alten Meistern, Illustrationen und Concept Art. Ich liebe es Artbooks zu Filmen und Spielen zu sammeln. Ab und an fische ich aber auch noch Mangaartbooks aus dem Regal. Ich mag gerne sehen, dass Leute sich über ihre Motive und/oder Designs Gedanken gemacht haben. Potenziell hab ich meine Augen überall, aber überladene und sehr kitschig rosane Bilder mag ich wahrscheinlich eher selten. Komplett abstrakte Sachen entziehen sich ebenfalls meinem Verständnis. Für den Rest finde ich wohl keine Formel, unter der er sich vereinen lässt.

   
Animexx: Hast du ein Vorbild?
Valyavande:

Wenns denn nur eins wäre. Es sind viele, zu viele! Ich kann mich nicht mal entscheiden, wer mir am wichtigsten ist!

   
Animexx: Welchen Tip hast du an andere Zeichner, außer Übung natürlich?
Valyavande:

Drück dich nicht um Dinge, die du noch nicht gut kannst. Man lernt es nur dadurch, dass man es macht. Und in vielen Fällen fällt es negativer auf, sich um etwas zu drücken, als eine schlechte Version davon zu zeichnen. Vor allem bei Händen. Und Füßen. Also: machen! mutig sein!

   
Animexx: Gibt es Dinge in deiner Zeichnerischen Laufbahn, die du ändert würdest, falls du könntest?
Valyavande:

Hm, schwierig. Es ist nicht alles ideal gelaufen. Ich würde mir wünschen, ich käme schneller auf den Trichter was das Lernen betrifft und hätte viel früher mit diversen Basics gestartet. Außerdem wünschte ich mir, früher mit dem digitalen Malen angefangen zu haben. Das letzte Jahr mit Buntstiften blieb mir mit viel Frust in der Erinnerung. Da war ich extrem festgefahren. Auf der anderen Seite sind es alles Erfahrungen, die am Ende zu mir dazu gehören und vielleicht einfach sein mussten.

   
Animexx: Welche Motive/Elemente/Dinge zeichnest du überhaupt nicht gerne?
Valyavande:

Technische Dinge. Maschinen wüsste ich so gar nicht, wie ich sie angehen sollte. Da ich allgemein mehr zu organischen Formen tendiere, ist alles anorganische mit vielen geraden Linien schwierig für mich.

   
Animexx: Welche Farben sind in deinem (imaginären, falls digital) Farbkasten als erstes leer?
Valyavande:

Braun und Grün.

   
Animexx: Unter welchen Nicknames warst du auf Animexx unterwegs?
Valyavande:

GöttinIsis, Runentafel, Nephilim, Nephilie und jetzt Valyavande, wenn ich mich an alle richtig erinnere.

   
Animexx: Wie hilfst du dir aus einem KreaTief heraus?
Valyavande:

Sowas gibt es nur noch wenig bei mir, seit ich professionell arbeite. Bei Aufträgen stellt sich die Frage nicht, ob ich Lust habe oder in einem KreaTief bin. Da wird im Zweifel durchgerockt mit Energydrinks und guter Musik um die Deadlines einzuhalten. Eigene Sachen können dagegen schon liegen bleiben. Aber Skizzieren tue ich eigentlich immer. Im Zweifel mache ich Studien um eine inspirationslose Zeit zu überbrücken. Ohne Stift in der Hand fühle ich mich nicht lange wohl. Außer ein böses, zeitfressendes Videospiel kommt dazwischen :'D dann wird die Zeit einfach mal aufs Zocken verschwendet.

   
Animexx: Wo siehst du dich in 10 Jahren?
Valyavande:

Bis dahin arbeite ich hoffentlich immer noch erfolgreich als Concept Artist und Illustrator und kann gut und entspannt von meinem Job leben. AAA Games machen oder sogar mal an einem Film mitzuarbeiten wären cool.

   
Animexx: Hängst du deine Bilder in deinem Zimmer/Wohnung aus?
Valyavande:

Nein, nie. Da würde ich mich nur über die Fehler aufregen, die ich darin sehe. Aber auf meinem Notebook habe ich eins meiner Bilder als Desktophintergrund. Das kommt für mich der Sache fast nahe

   
Animexx: Was sagen deine Eltern zu deinem Hobby/Beruf? (Das Zeichnen ist hier natürlich gemeint)
Valyavande:

Sie leiden leise. Und wissen meistens wahrscheinlich nicht mal, wie sich mein Beruf nennt. Die leidigen englischen Begriffe und so. Aber im Zweifel stehen sie mir hilfreich zur Seite und sind stolz auf meine Sachen =)

   
Animexx: Welche Musik hörst du beim Zeichnen?
Valyavande:

Die meiste Zeit sind es Soundtracks von Filmen, Serien und Videospielen. Des öfteren erstelle ich spezielle Playlists für einzelne Bilder. Die Musik muss meistens zu meiner Stimmung passen und zu der des Bildes. Je später der Abend oder die Nacht, desto ruhiger wirds meistens. Außer ich bin verärgert oder genervt. Dann wirds lauter. Oder blödsinniger. Da kann alles drin sein. Im Zweifel werden Pokemon Intros gegröhlt, wenn die Motivation ganz in den Keller geht :'D Musik ist so und so eine große Hilfe.

   
Animexx: Die leidige Frage: Digital oder Analog und warum?
Valyavande:

Fürs ausarbeiten definitiv digital, weil es schneller und einfacher geht aus meiner Sicht. Oder zumindest für mich so am angenehmsten ist. Die Fülle an Möglichkeiten ist manchmal auch beängstigend. Aktuell könnte ich es mir kaum vorstellen, meine bunten Bilder anders zu erstellen. Fürs Zeichnen aber gerne Bleistifte, weil sie einfach dynamischer sind. Sich irgendwo mit seinem Skizzenbuch zu verkrümeln hat doch einen eigenen Reiz. Man kann damit einfach raus gehen in die Natur, in die Bahn, ins Museum... es ist nicht viel Geld und Aufwand dafür nötig. Ich liebe schöne Skizzen auch einfach. Ich schaue für mein Leben gerne auch fremde Skizzenbücher an.

   
Animexx: Was geht dir bei anderen Zeichnern so richtig auf den Keks?
Valyavande:

Wenn sie mit Gewalt Aufmerksamkeit wollen und sich überall reinschleimen und reindrängeln. Ich denke immer, Aufmerksamkeit will verdient sein, selbst wenn es dauert. Dabei sollte man auch Kritik vertragen können. Und viele Details machen bei weitem kein gutes Bild. Da schüttele ich doch gerne mal den Kopf.


So zeichnete Valyavande früher: ein Improvement-Meme zeigt die zeichnerische Entwicklung in den letzten Jahren.



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